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| Gunnar Schulz-Achelis | Frank Uhlhorn |
Hier finden Sie Meldungen aus vergangenen Zeiten
zum recherchieren, stöbern, nachlesen....
6. Oktober 2001, 16.00 Uhr
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| Dietrich Wimmer an seinem Arbeitsplatz als Kirchenmusiker
Foto: Gunnar Schulz-Achelis |
Wimmer will mehr Öffentlichkeitsarbeit
"Ich möchte helfen, auf der kirchenpolitischen Ebene etwas zu bewegen, habe Interesse, die ganze Szenerie kennen zu lernen und mich da einzubringen." Mit diesen Worten erklärt der Vilser Kirchenmusiker Dietrich Wimmer seine Kandidatur für die Synode. Von selbst sei er nicht darauf gekommen, sich aufstellen zu lassen, erzählt er, aber nachdem er gefragt wurde, ob er seine Kompetenz im Umgang mit Jugendlichen und in der Kontaktaufnahme zu den sogenannten "treuen Kirchenfernen" nicht auch kirchenpolitisch fruchtbar lassen werden wolle, sei er gerne bereit dazu.
Mit Jugendlichen hat Wimmer hauptberuflich zu tun. In seinem Vertrag als Kirchenmusiker steht ein Passus, dass er seine Arbeit auch auf Jugendliche ausrichten soll. "Das ist mir weniger eine Pflicht, als eine Profession. Und es kommt meinem Verständnis von Gemeindeaufbau sehr entgegen", erklärt Wimmer und weist auf seine Erfolge im Aufbau eines Kinder- und eines Jugendchores und in der Bläseranfängerarbeit. Dem 42 jährige Vater von zwei Töchtern (Rebekka und Sara) ist es wichtig, wie Kinder die Kirche erleben. "Es kann nicht sein, dass sie in der Kirche immer wieder hören, dass sie leise sein müssen. Dann ist für sie Kirche doch logischerweise ein Ort des Zwanges und der Strafe". Dass Kirche sich für die Kirchenfernen auch einmal anders präsentiert, dafür sorgt der Musiker selbst. So hat er ein Konzert für Syntheziser und Dampflokomotiven komponiert und es am Vilser Bahnhof zur Aufführung gebracht. Nach seinem Taktstock pfiffen die Eisenrösser, was die Tender hielten. Die Leute waren begeistert. "Wir müssen mehr auf eine angenehme Atmosphäre achten", fordert Wimmer und kritisiert, dass der Kirchenvorstand im benachbarten Gemeinde eine dicke Rüge dafür kassiert hat, dass er die Wände der Kirche hat streichen lassen. Zu oft gibt es seiner Ansicht nach noch die Mentalität, "der Pastor richtet es schon, wenn der ordentlich predigt, ist es egal, wie es in der Kirche ist und aussieht."
Oft huscht ein verschmitztes Lächeln über Wimmers Gesicht, wenn er erzählt. Seinen süddeutschen Dialekt kann (und möchte er wahrscheinlich auch) nicht verbergen. In Esslingen habe er das Kirchenmusikstudium absolviert. Auf die Frage, was ihn aus den südlichen Gefilden nach Vilsen geführt habe, antwortet er: "Ich lebe hier, weil ich Norddeutschland im Urlaub kennen gelernt habe und an der Küste leben und arbeiten wollte", und fügt erklärend dazu: "Ich bin geborener Württemberger und für die Württemberger liegt Vilsen an der Küste."
Wimmer sieht seine Vorstellungen am Besten in der Synodengruppe "Lebendige Volkskirche" (LVK) repräsentiert. Einsetzen möchte der Vilser sich außer für die Interessen der Jugendlichen noch für die Öffentlichkeitsarbeit. "Wir müssen noch mehr daran arbeiten, wie wir uns nach außen darstellen. Die Kirche schmort noch zu sehr im eigenen Saft".
6. Oktober 2001, 16.00 Uhr
Pastor hat und will Profil
6.Oktober 2001, 16.00 Uhr
Von Heymann tritt an
30. September 2001, 16.00 Uhr
Nicht so starr wie Brokkoli
21. Juli 2001, 16.00 Uhr
Totengeläut für verstorbene Drogenabhängige
21. Juli 2001, 16.00 Uhr
Ein junger Synodenkandidat
21. Juli 2001, 16.00 Uhr
Eine Unternehmerin will in die Synode
7. Juli 2001, 16.00 Uhr
Tschernobyl-Kinder im Kirchenkreis zu Besuch
20. Mai 2001, 16.00 Uhr
Jüdin berichtete aus ihrem Leben
20. Mai 2001, 16.00 Uhr
Ökumenischer Krankengottesdienst zum Auftakt der Wochefür das Leben
12. Mai 2001, 16.00 Uhr
Jugend und drei Gemeinden neu im Netz
11. Mai 2001, 22.30 Uhr
Neuer Pastor in Schwarme
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11. Mai 2001, 22.30 Uhr
Besuch aus Brasilien
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11. Mai 2001, 22.00 Uhr
Gebietsbeschau
23. April 2001, 21.00 Uhr
Beifall nach der Predigt
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21. April 2001, 22.30 Uhr
Kirchenmitarbeiter diskutieren die "Erlebnisgesellschaft"
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1. April 2001, 22.30 Uhr
Barrier Theologe Gerhard Schlake ist zum Pastor ordiniert worden
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29. März 2001, 20 Uhr
Scherf erinnert Kirche an ihr Wächteramt
23. März 2001, 20 Uhr
Erster Jugendgruppenleiter-Schnupperkurs
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22. März 2001, 20 Uhr
Friedlicher Protest gegen rechte Gewalt beim
"Aktionstag gegen Rechts" in Weyhe
1. März 2001, 8.23 Uhr
Kirchenkreis wählte neue Leitung
Der Kirchenkreis Syke-Hoya hat eine neue Leitung,
wobei viele Amtsträger wiedergewählt wurden. Das Parlament der
evangelisch-lutherische Kirche in der Region, der neue Kirchenkreistag
des Kirchenkreises Syke-Hoya, hat bei seiner ersten Tagung nach dem Zusammenschluss
am Mittwoch in Hoya einen neuen Kirchenkreisvorstand gewählt und die
Ausschüsse des Kirchenkreistages gebildet.
Zu seinem neuen Vorsitzenden bestimmte der Kirchenkreistag
das hiesige Mitglied der Landessynode, den pensionierten Ministerialrat
Udo Quak, der schon 1984 bis 1991 den Syker Kirchenkreistag geleitet hatte.
Zu seinem Stellvertreter wurde der 34-jährige Frank Uhlhorn gewählt,
der seit eineinhalb Jahren als Pastor mit Dreiviertelstelle in Hassel arbeitet.
Als Beisitzer im "Präsidium" des Kirchenkreistages wurde die Twistringer
Pastorin Dorothea Haspelmath-Finatti bestätigt und Angelika Flohr
aus Syke und der Vilser Kirchenmusiker Dietrich Wimmer neu gewählt.
11. Februar 2001
Stimmen
zum neuen Kirchenkreis:
Hermann
Störing, Kirchenvorsteher in Bruchhausen. „Ich erhoffe mir Anregungen
in den Gemeinden für neue Arbeitsformen, die man vorher nicht so kannte,
zum Beispiel, wie man auf die Leute zugeht. Viele Gemeinden im Altkirchenkreis
Syke liegen am Stadtrand von Bremen. Bei uns im Hoyaer Land war es eher
ländlich.“ Heinz-Jürgen
Grashorn, Mitglied des Kirchenkreistages und Vorsitzender der Konferenz
der Region „Delme-Hunte“ (fünf Gemeinden im Westen des Kirchenkreises):
„Ich habe die Befürchtungen, weil im neuen Kirchenkreistag weniger
Mitglieder und damit weniger Laien sind, dass die Kirche sich mehr von
den Menschen entfernt und die Verbundenheit noch mehr verloren geht. Weil
mehr Laien rausfallen, ist der Pastor vielleicht noch mehr abgehoben. Ich
habe die Hoffnung, das durch die Regionalisierung sich die Laien wieder
einbringen und das in den neuen Kirchenkreis mitbringen.“ Bernhard
Menzel, Mitglied im Kirchenkreistag und stellvertretender Vorsitzender
des Kirchenvorstandes in Haßbergen: „Meine Befürchtungen beim
neuen Kirchenkreis sind die großen Entfernungen. Sonst ändert
sich bei uns nichts. Ich frage mich, wann wohl die Landeskirchen von Oldenburg,
Braunschweig, Schaumburg-Lippe und Hannover zusammengeschlossen werden!?“ Reinhold
Knief, Kirchenvorsteher in Leeste: „Ich sehe jetzt mehr Möglichkeiten,
Vertretungen zu bekommen und sich auszutauschen. Zum Beispiel könnte
die Musikgruppe ‚Capellis Hassbergen’ bei uns mal Musik machen und unsere
Kantorei dahin gehen. Und vielleicht gibt es ja im Altkirchenkreis Hoya
Pastoren und Lektoren, die plattdeutsche Gottesdienste bei uns halten könnten.“ Günther
Ziegler, Kirchenvorsteher in Vilsen: „Der Zusammenschluss ist wohl vor
allem eine rechnerische Frage, damit in der Verwaltung etwas eingespart
wird. Es kommt darauf an, was jeder aus der Sache macht. Wenn ich mich
nicht beteilige, kann nicht erwarten, dass man mich mit meinen Wünschen
respektiert.“ Klaus-Jürgen
Buchroth, Kantor und Diakon in Syke: „Ich würde mir wünschen,
dass wir überregional für kirchenmusikalische Großprojekte,
zum Beispiel für viele Sänger, über den größeren
Verbund eine größere Öffentlichkeit erreichen. Man kann
zum Beispiel Konzerte und Veranstaltungen überregional austauschen
und zusammenfassen und ein eingeübtes Stück auch mal in Hoyaer
Kirchen aufführen. Ich fände es schlecht, wenn alles beim Alten
bleibt. Ich habe die Befürchtung, dass das Wir-Gefühl im neuen
Kirchenkreis nicht gefestigt wird.“ Manfred
Dettmer, Kirchenvorsteher in Bruchhausen: „Ich sehe bei dem Zusammenschluss
keine Nachteile. Nur der Superintendent kann nicht mehr alles überblicken,
weil alles so groß geworden ist“.
11. Februar 2001
Fest
zum Zusammenschluss der Kirchenkreises Syke und Hoya und erster Besuch
der Landesbischöfin im neuen Kirchenkreis
Die
Vernunftehe zwischen den evangelischen Kirchenkreisen Syke und Hoya ist
mit einem Fest und einem Vortrag von Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann
am Samstag in Syke gefeiert worden. „Vernunftehen können auch ganz
glücklich werden“ bemerkte Superintendent Jürgen Flohr in seinem
Grußwort. Und weil man heute meist aus Liebe heiratet, fragte Landessuperintendent
Arend de Vries: „Ist Liebe immer die beste Voraussetzung für vernünftiges
Handeln im Verwaltungsbereich?“ Die etwa 400 Mitarbeiter und Gäste
in der Syker Christuskirche
antworteten auf die Bemerkung mit Gelächter. „Die Verwaltung ist nur
Dienstleister, um das ehrenamtliche Engagement zusammenzuhalten“ sagte
der Diepholzer Oberkreisdirektor Hans-Michael Heise. Und obwohl der Zusammenschluss
zum Jahresbeginn vor allem der Vereinfachung von Verwaltung und der Ermöglichung
von moderner Planung dient, war das Fest durch eine große Beteiligung
der 29 Gemeinden und der Einrichtungen im Kirchenkreis geprägt. Gemeinden,
Stifte und Dienste im Kirchenkreis hatten auf 13 Stellwänden mit Bildern
und Texten ihre Arbeit dargestellt.
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Holger Tietz aus Leeste kandidiert als einziger Pastor im Kirchenkreis Syke-Hoya
Foto: Gunnar Schulz-Achelis
"Wir müssen Mut haben, Profil zu zeigen!". Pastor Holger Tietz, 48 Jahre, verheiratet, zwei Kinder (Fabian, 18 Jahre, kurz vor dem Abitur, sowie Catarina, 16 Jahre, Hundeliebhaberin) klopft bei diesen Worten energisch auf den Tisch. Seine Ruhe, erworben auf einem Spaziergang mit dem Hund ("die Familie wollte ihn, ich nicht, aber jetzt ist er mir ein sehr wichtiger Meditationspartner") weicht schnell seinem Engagement: "Wir sind zu viel mit uns selber und den leidigen Organisationsfragen beschäftigt. Darüber sind die theologischen Fragen zu kurz gekommen. Wir brauchen eine Debatte über unser Profil und Visionen über die Zukunft unserer Kirche, etwa um der Demotivation von Pastorinnen und Pastoren entgegen zu wirken, die durch manche strukturellen Kürzungen wie etwa der Durchstufung von A13 auf A14 und der Schönheitsreparaturpauschale zu kurz gekommen sind."
Um die Profildebatte voranzutreiben, hat sich Tietz das zweite Mal für die Synode aufstellen lassen. "Einige sind zu mir gekommen und haben gesagt: Du hast die Praxis und die Ideen, mach das mal". Bei seiner ersten Kandidatur war aber die Wahlbeteiligung aus dem Kirchenkreis so gering, dass Tietz keine Chance hatte. "Ich habe das damals nicht übel genommen, sondern gedacht: Dann habe ich eben die Chance, andere Sachen zu machen", so der Leester Seelsorger.
Falls Holger Tietz gewählt werden sollte, würde er die unterschiedliche Beschaffenheit des Kirchenkreises in die Arbeit der Synode einbringen wollen. "Wir teilen uns in eine mehr städtisch und eine eher ländlich geprägte Region auf. Da kann man Entscheidungen nicht über einen Kamm scheren". In der Synode würden zwar richtige Beschlüsse gefasst, die aber Schwierigkeiten bringen, weil die örtlichen Gegebenheiten zu wenig berücksichtigt worden seien. "Das beste Beispiel für das, was ich meine, ist die jüngste Zusammenlegung der Kirchenkreise Syke und Hoya", erklärt Tietz.
Über den Kirchenkreis hinaus ist der Leester Pastor konfessionsökumenisch aktiv. Er hat das ökumenische Seminar in Bossey in der Schweiz besucht und war begeistert von dem Zusammentreffen mit den Vertretern der Kirchen in der Welt. Für seine Nachdenken über ein evangelisches Profil hat er hier erfahren, "dass das lutherische Profil uns viel offener zum Dialog sein lässt als das reformierte." Aber auch zu Hause engagiert sich der streitbare Theologe (die Rabbiner haben ganz recht: Wo zwei einer Meinung sind, ist einer zu viel). In Leeste hat Holger Tietz das "Aktionsbündnis gegen Rechts" zusammen mit jungen Leuten auf den Weg gebracht. Welche der beiden Gruppen in der Synode ("Lebendige Volkskirche" (LVK) oder "Gruppe offene Kirche" (GoK) er sich anschließen würde, weiß Tietz noch nicht. "Die LVK ist mir zu traditionell, die GoK hat mich mit ihrem neuen Papier zum Pfarrerbild irritiert, muss es nicht mal eine dritte Kraft in der Synode geben?" An einem offenen Diskurs hierüber würde der Leester Pastor seine Freude haben.
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Gerhard von Heymann vor der Hasseler Kirche
Foto: Frank Uhlhorn
"Man muss den Mut haben, seinen Kopf aus dem Fenster zu halten, wohl wissend, dass draußen der Wind weht". Mit diesen Worten beschreibt Gerhard von Heymann seine Kandidatur für die Landessynode der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Von Heymann ist unter den Kandidaten eine Ausnahmeerscheinung: Mit 74 Jahren ist er wohl der älteste, er ist pensionierter Oberstleutnant und würde sich, vorausgesetzt er würde gewählt, nicht der "Gruppe offene Kirche" (GoK) anschließen. Eher hat er Sympathien für die "Lebendige Volkskirche" (LVK), die etwas konservativer ausgerichtete zweite Parteiung in der Synode.
"Ich bin recht früh zum Militärdienst gekommen", erzählt der aus Hamburg stammende Kandidat. "Erst Marinehelfer, dann Reichsarbeitsdienst und Wehrertüchtigungslager." Mit 17 Jahren, im Dezember 1944 wurde von Heymann dann Soldat, er gehörte zum sogenannten "letzten Aufgebot". Sein Glück war es, dass er nicht wie viele direkt an die Front geschickt wurde, sondern zunächst nach Schleswig-Holstein zur Ausbildung.
Nach Kriegsende und Gefangenschaft widmete sich von Heymann erst seinem Wunschberuf: Landwirt. Er absolvierte eine Lehre und wollte nach Afrika auswandern. Dazu bedurfte es damals aber noch einer zweiten Ausbildung und so hängte er noch eine Schlosserlehre und ein Studium im Landmaschinenbau an.
Doch mit Afrika wurde es trotzdem nichts. Er lernte seine Frau kennen. Und auch seine Ingenieurtätigkeit musste er nach drei Jahren wegen der Krise im Landmaschinenbau (Lanz und andere Traditionsunternehmen hörten damals auf) aufgeben. So wurde er wieder Soldat, zunächst als Gefreiter, was nicht so leicht war, denn die Kinder Dietrich und Bettina waren schon geboren.
Nach seiner Pensionierung 1984 lernte von Heymann dann die kirchlichen Gremien kennen. 10 Jahre lang übernahm er die Geschäftsführung der Initiative "Essen auf Rädern" in kirchlicher Trägerschaft in den Gemeinden Hassel und Eystrup. Wegen seines souveränen Umgangs mit den Finanzen wurde er in den Kirchenkreistag berufen.
"Ich möchte mich in der Synode für die christliche Werte und Normen innerhalb und außerhalb der Kirche einsetzen", so von Heymann. Eines liegt ihm daneben besonders am Herzen: Die Vereinfachung kirchlicher Vorschriften, Strukturen und Zuständigkeiten zur Verringerung der Bürokratie.
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Das bei der Gründungsversammlung gewählte Leitungsteam des "Netzwerkes Öffentlichkeitsarbeit" im Kirchenkreis Syke-Hoya (von links): Dietrich Wimmer aus Vilsen, Waltraut Ott aus Heiligenfelde und Thorsten Runge aus Bassum.
Foto: Gunnar Schulz-Achelis
Ihre Präsenz und Präsentation in der Öffentlichkeit wollen Gemeinden und Dienste im evangelischen Kirchenkreis Syke-Hoya verbessern. So haben 22 Delegierte von Kirchengemeinden und kreiskirchlichen Einrichtungen, wie beispielsweise den kirchlichen Kindergärten, am Samstag in Heiligenfelde ein "Netzwerk Öffentlichkeitsarbeit" gegründet. Zu Sprechern dieses Zusammenschlusses wählten die Abgesandten den Bassumer Kirchenvorsteher und Redakteur Thorsten Runge und den Vilser Kirchenmusiker Dietrich Wimmer. Bei Büroarbeiten und Schriftverkehr will die Heiligenfelder Pfarrsekretärin Waldtraut Ott die beiden unterstützen.
Der Pressesprecher des Kirchenkreises, der Harpstedter Pastor Gunnar Schulz-Achelis, führte ein Interview mit Redakteur Thorsten Runge und Hannelore Helms aus Heiligenfelde, die früher als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung tätig war. In dem Gespräch ging es darum, wie Öffentlichkeitsarbeiter von Gemeinden und Einrichtungen am besten ihre Kontakte zu Lokalzeitungen gestalten. Runge und Helms betonten, wie wichtig der persönliche Kontakt zu Lokalredakteuren sei. Deshalb sollte man den Redaktionen das erste mal persönlich einen Text und seine Visitenkarte vorbeibringen. Runge sagte, man müsse einen Bericht möglichst schnell schreiben, am besten am selben Abend, damit er für Zeitungen aktuell und interessant ist. Bei Fotos sollte man nicht mehr als sechs Personen aufs Bild nehmen und "die Leute sollten nicht so starr wie Brokkoli" da stehen. Helms berichtete: "Oft kann man im Sommerloch viele Dinge unterbringen in der Zeitung".
Beim Rundgespräch über die Erwartungen sagten die Netzwerkmitglieder, von denen die meisten Kirchenvorsteher, Pfarrsekretärinnen oder Gemeindebrief-Redaktionsmitglieder sind: Sie wünschten sich mehr Professionalität in ihrer Öffentlichkeitsarbeit und darum Schulungen und Anregungen vom Netzwerk. So verabredete man für das nächste Samstag-Nachmittag-Treffen im Frühjahr, eine Schulung mit Übungen, wie man Zeitungsmeldungen schreibt.
Ganz im Sinne der Netzwerk-Idee, also gegenseitiger Hilfe und Anregung, machte auf die Teilnehmer ein neues Infoblatt der Kirchengemeinde Heiligenfelde Eindruck. Das professionell gestaltete Faltblatt informiert vor allem Neuzugezogene und Interessierte über die Gemeinde und ihre Kreise. Dietrich Wimmer regte an, mit einer Mailingliste sich auch per E-Mail zu vernetzen, umso Anregungen und auch Fragen an alle Netzwerkmitglieder weitergeben zu können.
Zum Abschluss zeigte der Heiligenfelder Pastor Georg Buisman den Öffentlichkeitsbeauftragten die Medienstelle des Kirchenkreises in der alten Heiligenfelder Küsterhaus. Neben Büchern für die Gemeindearbeit und den Religionsunterricht werden dort jetzt Bücher zu Themen kirchlicher Öffentlichkeitsarbeit angeschafft und donnerstags verliehen.

Die Glocken im Turm der Bassumer Stiftskirche werden – wie in 14 weiteren evangelischen Kirchen – am Samstag um 11 Uhr als Erinnerung an Drogentote läuten. Das Totengeläut geht auf Initiative des Bassumer Drogenhilfevereins „Tandem e. V.“ mit seinem Suchtkrankenhelfer Michael Kohl und der Vorsitzenden Dr. Ruth Hungerland zurück. Das Geläut befürworten der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes Bassum Walter Brunner und Superintendent Jürgen Flohr (von links).
Foto: Gunnar Schulz-Achelis
Erstmals wurden am Samstag, 21. Juli, in 15 evangelischen Gemeinden im Kirchenkreis Syke-Hoya um 11 Uhr Glocken als Erinnerung an Drogentote geläutet. Dies gab Superintendent Jürgen Flohr am Mittwoch 18. Juli bei einem Pressegespräch in den Räumen des Bassumer Drogenhilfevereins „Tandem e.V.“ bekannt. Auf Initiative des Vereins und auf Bitten von Angehörigen wurde so im Kirchenkreis am „bundesweiten Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige“ buchstäblich der Aktions- und Trauertag des „Bundesverbandes der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit e. V.“ eingeläutet.
Mitarbeiter des Bassumer Drogenhilfevereins haben in der Innenstadt an einem Stand Informationsblätter und 145 weiße Rosen an Passanten verteilt. Die Zahl der Blumen soll an die 145 Drogentodesfälle in Niedersachsen im vergangenen Jahr erinnern; 1999 waren es noch 116. „Diese Statistik führt nur die auf, die an einer Überdosis gestorben sind“ sagt Dr. Ruth Hungerland, Vorsitzende des Vereins „Tandem“. Nicht erfasst seien alle, die an den Folgen ihres Drogenkonsums verstorben seien, etwa an AIDS, Hepatitis oder in Folge von Abszessen, so die Suchtmedizinerin weiter.
Vor zwei Jahren hatte sie die Idee, für die Drogentoten vor allem mit Blick auf ihre Angehörigen Kirchenglocken läuten zu lassen. So wurde am 21. Juli vor zwei Jahren in Bassum erstmals geläutet. Damals seien Eltern und Partner von verstorbenen Drogenabhängigen zum Geläut zur Bassumer Stiftskirche gekommen, so Hungerland. Über einen Kongress hat sie mittlerweile ihre Idee verbreitet. Inzwischen wird ein solches Geläut vom Bundesverband in ganz Deutschland angeregt.
Nach der diesjährigen Anfrage des Vereins hat der Kirchenkreis eine Blitzumfrage unter seinen Gemeinden gemacht. Über die Hälfte der Gemeinden hat das Geläut für 11 Uhr bis 11.05 Uhr zugesagt. „Wir verstehen das als eine Art Totengeläut, wie wir sonst für Gestorbene der eigenen Gemeinde läuten“ sagt Superintendent Jürgen Flohr. In einigen Gemeinden habe man innerhalb einer Woche keine Entscheidung herbeiführen können, ein Teil der Gemeinden wolle wohl weiterhin nur als Einladung zum Gottesdienst läuten. Im Kirchenkreis Syke-Hoya beteiligen sich die evangelischen Kirchengemeinden in Barrien, Bassum und Brinkum, in Eitzendorf, Harpstedt und Heiligenfelde, in Heiligenrode, Hoyerhagen und Leeste, in Magelsen, Martfeld und Schwarme, sowie in Seckenhausen, Syke und Weyhe.
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Aus seinem selbstrenovierten Haus auf dem Stiftsgelände hat Synodenkandidat Knut Laemmerhirt einen guten Blick auf die alte Bassumer Stiftskirche. Als Kirchenvorstandsvorsitzender hat er viel mit Bau- und Finanzfragen zu tun.
Foto: Gunnar Schulz-Achelis
Im Alter von 33 Jahren ist Knut Laemmerhirt inzwischen der Dienstälteste im Bassumer Kirchenvorstand. Als er mit 20 Jahren in das Leitungsgremium kam, war er der Jüngste, im Alter von 26 Jahren wurde er zum jüngsten Vorsitzenden eines evangelischen Kirchenvorstandes weit und breit. Jetzt kandidiert er für die Hannoversche Landessynode, die alle Kirchenvorsteher am 21. Oktober neu wählen.
„Ich bin seinerzeit von Freunden mitgeschleppt worden zu einer Jugendgruppe“ erzählt Laemmerhirt, inzwischen selbst verheiratet und Vater der einjährigen Tochter Ronja. Er fand, dass in dieser kirchlichen Gruppe „eine schöne Atmosphäre“ herrschte, und fuhr bald selbst als Mitarbeiter bei Konfirmandenfreizeiten mit.
Seit neun Jahren wohnt er mit seiner Familie im Schatten der Bassumer Stiftskirche in einem ehemaligen Wirtschaftsgebäude des Stiftes. „Ich kann da mal eben rüberflitzen“ meint er schmunzelnd, da das Kirchenbüro zwei Häuser weiter liegt. Zehn Stunden pro Woche verbringt er ehrenamtlich als Kirchenvorstandsvorsitzender mit Sitzungen und Korrespondenz, Bau- und Finanzfragen. Für zehn Gebäude und 20 Mitarbeiter, dazu einen Friedhof und einen Kindergarten in kirchlicher Trägerschaft hat Laemmerhirt die Verantwortung.
„Ich finde unsere Verwaltungsstrukturen furchtbar umständlich“ sagt der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann, der als Einkäufer bei einer Bremer Besteckfirma arbeitet. Im Bassumer Kirchenvorstand führte er mit einen Verwaltungsausschuss ein, der eine Reihe von Fragen allein entscheiden kann. Ergebnis: Die Kirchenvorstandsitzungen dauern nicht mehr bis Mitternacht, sondern enden zwischen 22 und 22.30 Uhr. Gern würde er die kameralistische Buchführung in der evangelischen Kirche – „die versteht kein Laie“ – in eine kaufmännische umgestellt sehen. Als „Stiftsrentmeister“ kümmert er sich zudem um die Buchhaltung des freiweltlichen Damenstiftes in Bassum.
Um die rückläufigen Einnahmen der Kirche aufzubessern, findet er „es in Ordnung, wenn in Göttingen an einem Baugerüst einer Kirche Werbung hängt“; zumal er seit Jahren mit der Sanierung der Stiftskirche intensiv befasst ist und ihn das sicher viele Jahre weiter beschäftigen wird. Laemmerhirt hat einen Faible für alte Bausubstanz und hat schon mal einen Bildungsurlaub bei der Volkshochschule über „den Umgang mit alter Bausubstanz“ absolviert. Spender will er gewinnen mit professionell gemachten Faltblättern, „damit ein Sponsor nachvollziehen kann, worum es geht und dass es lohnenswert ist“. Das kleine Haus, in dem er wohnt, hat er mit viel eigener handwerklichen Arbeit größtenteils selbst renoviert. Kein Wunder, dass er sich für den Umwelt- und Bauausschuss der Landessynode interessiert, zumal er stellvertretender Vorsitzender des Kirchenkreis-Bauausschusses ist.
Laemmerhirt wünscht sich eine offene Kirche mit Gottesdiensten, die auch für seltene Kirchgänger transparent sind und in dem sich die Leute nicht so fremd vorkommen. Falls er in die Synode gewählt wird, würde er sich dort der Synodengruppe „Gruppe Offene Kirche“ (GOK) anschließen.
„Wenn die Leute nicht zu uns kommen, dann gehen wir hin“ sagt er und freut sich über Einladungen zu Jubiläen und Einweihungen. Zum Beispiel geht er gern mit einem Pastor beim Schützenumzug mit. „In der Altersgruppe der 20- bis 50-Jährigen ist die Kirche oft das unwichtigste Thema. Wir müssen da wieder mehr präsent sein“ sagt er mit Blick auf seine Altersgenossen – und dafür will er, wie für vieles andere, auch etwas in der Landessynode tun.
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Hildegard Holtorf leitet ein Autohaus in Bassum und ist in der evangelischen Kirche engagiert. Jetzt kandidiert sie für die Landessynode.
Foto: Gunnar Schulz-Achelis
Die Chefin eines Bassumer Autohauses will in die Synode. Hildegard Holtorf kandidiert bei der Wahl am 21. Oktober, für die Landessynode der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. „Wenn ich etwas verändern will, muss ich selbst mitwirken“ sagt die 52-Jährige. Mit diesem Vorsatz ist sie vor 13 Jahren im Bassumer Kirchenvorstand angetreten, und vor 7 Jahren im Kirchenkreisvorstand, der die Geschicke des Kirchenkreises Syke-Hoya lenkt.
Ihr liegt besonders der Gottesdienst und seine Gestaltung am Herzen, zumal sie als Lektorin auch selber Lesepredigten hält und Gottesdienste leitet. „Ich möchte sie zeitgemäß gestalten und versuche zu erreichen, dass sich auch junge Leute und sogenannte Kirchenferne sich im Gottesdienst wohlfühlen.“ So wählt sie beispielsweise gerne neue Kirchenlieder aus. Sie ist auch bei der Gefangenhilfsorganisation „Amnesty International“ engagiert und schreibt Vorlagen für die Abkündigungen im Gottesdienst, wo dann für einen bestimmten politischen Gefangenen ausdrücklich gebetet wird. „Das hat oft Früchte getragen und ich glaube, das lang auch ein bisschen an unseren Gebeten“ sagt Holtorf.
Im Alter von 29 Jahren übernahm sie die Leitung des elterlichen Betriebes und leitet nun schon seit Jahrzehnten gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Klaus Middeldorp das Autohaus. Das wirtschaftlichen Denken bringt sie in kirchlichen Gremien mit, im Kirchenkreisvorstand oder auch im Kuratorium für das Kirchenkreis-Freizeitheim in Homfeld. Im Kuratorium diskutiert sie mit über Auslastung und Finanzen, Reperaturen und Personal, nachdem ihr Sohn Tim-Hendrik ganz begeistert von einer Freizeit dort zurückkehrte.
In ihrer eigenen Freizeit ist sie gern sportlich aktiv, bei Tennis oder Ski-Abfahrt, Aerobic oder Schwimmen. Durch ein Abonnement geht sie regelmäßig zu Theateraufführungen im Bremer Schauspielhaus. Und im Kino sieht sie sich gern witzige oder nachdenkliche Filme an.
Falls sie in die Landessynode gewählt wird, würde sie sich für die Ausschüsse für Öffentlichkeitsarbeit oder Gottesdienst interessieren. Zudem würde sie sich in der Synode der „Gruppe offene Kirche“ anschließen.
Ihr Anliegen ist es, dass „die Menschen sich wieder begeistern für die Kirche und den Glauben. Es muss doch möglich sein, Menschen für Gott zu begeistern“. Und so findet sie gut, wenn im Kirchenkreis über „Evangelisch aus gutem Grund“ nach gedacht wird. „Wenn man sich klar wird, wo man steht, kann man das selbstbewusster vertreten“. Und man nimmt ihr ab, dass sie dies auch in der Landessynode tun würde.
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Die Tschernobylkinder-Gruppe des vergangenen Jahres besuchte mit der Kirchenkreis-Koordinatorin Renate Paul (vorn links hockend) auch die Kirche in Eitzendorf.
Foto: Privat
Aus der weißrussischen Stadt Gomel, der nächsten bewohnten Stadt in der Nachbarschaft Tschernobyls, kommen auch in diesem Jahr zehn Jungen und acht Mädchen für vier Wochen nach Homfeld im Kirchenkreis Syke-Hoya. Die Kinder im Alter von 9 bis 13 Jahren wohnen vom 18. Juli bis 15. August im Kirchenkreis-Freizeitheim in Homfeld und machen zahlreiche Ausflüge und Aktivitäten. „Sie sind hier, um sich zu erholen und eine Zeit lang sorgenfrei zu leben und sich nicht immer fragen zu müssen, ob das Essen, das sie vor sich haben, vielleicht verstrahlt ist“, sagt Renate Paul, die ehrenamtliche Koordinatorin der Tschernobyl-Kinder-Aktion im Kirchenkreis. In Folge der Reaktorkatastrophe von 1988 haben die Kinder schlechte Blutwerte und ein geschwächtes Immunsystem. Beides bessert sich erfahrungsgemäß deutlich nach dem Ferienaufenthalt. Und sie tanken auch seelisch hier auf, haben viele von ihnen doch bereits ein Geschwisterkind oder ein Elternteil in Folge der Katastrophe verloren.
Zum elften Mal kommen jeweils neue Kinder in den Kirchenkreis, wieder begleitet von der früheren Deutschlehrerin Larissa Nikitjuk. Ein großer Unterstützerkreis aus Privatpersonen, Vereinen, Parteien, Firmen und Geschäften unterstützt die jährliche Aktion. Die Jugendfeuerwehr der Samtgemeinde Hoya wird wieder eine Feuerwehrtag mit Spielen und Vorführungen machen, die Diakoniesozialstation Hoya unternimmt eine Ausflug zum Zoo Hannover. Der Lions-Club Grafschaft Hoya organisiert einen Tagesausflug nach Cuxhaven einschließlich einer Schifffahrt zur Insel Neuwerk und einem Besuch im Meerwasser-Wellenbad. Außerdem stehen unter anderem ein Familiengottesdienst, Minigolf, Backen, Basteln, Spiele, Sport und ein Voltigiertag der Reitvereine auf dem Programm. Viele Freiwillige unterstützen die Aktion mit Kuchen, Sachspenden und Fahrdiensten. Russlanddeutsche helfen beim Übersetzen.
Die evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers bezahlt für insgesamt über 1000 Kinder plus Begleitpersonen die Krankenversicherung und die Flugreise in 25 Kirchenkreise der Landeskirche. Die evangelischen Kirchengemeinden des Kirchenkreises Syke-Hoya finanzieren für die hiesige Gruppe die Unterbringung im Freizeitheim und ein kleines Taschengeld. „Sie kommen mit dem Allernötigsten“, weiß Renate Paul und sorgt in den ersten Tagen zunächst dafür, dass alle Kinder gute Schuhe und Kleidung, und auch so kleine Dinge wie eine Zahnbürste und Zahnpasta bekommen. Neben den hochwillkommenen Geldspenden erhält Paul auch Sachspenden, zum Beispiel von Apotheken. Sie freut sich: „Es finden sich viele Menschen, die sich einbringen und Aktionen mit den Kindern machen“. Und für sie selbst besteht kein Zweifel an ihrer christlichen Motivation: „Als Kirche tragen wir Verantwortung für die Menschen, denen es nicht gut geht“.
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Nach dem Vorlesen führte Marion Blumenthal-Lazan (links) Gespräche und schrieb persönliche Widmungen, wie hier für Inge Lemmermann aus Erichshof.
Foto: Fabian Tietz
„Wenn wir einmal nicht mehr da sind, müsst ihr alle Zeugen sein.“ Mit diesem Satz warnte die Zeitzeugin Marion Blumenthal-Lazan vor dem Vergessen des Holocausts. Im Leester Gemeindehaus stellte die Jüdin 30 Zuhörern ihr Buch „Vier kleine Kiesel“ vor. Sie erzählt eine „Geschichte von Glauben und Hoffnung“ in Nazideutschland.
Mit den „Nürnberger Rasse-Gesetzen“ begann die Einschränkung der Lebensverhältnisse, die die jüdische Kaufmannsfamilie Blumenthal in Hoya unmittelbar traf. Im Alter von vier Jahren verließen Marion Blumenthal, ihr Bruder Albert und ihre Eltern Hoya und flohen nach Holland. Von hier aus sollte die Ausreise in die USA erfolgen, doch die Besetzung Hollands durch die Deutschen, machte dieses Unternehmen unmöglich. Wie in einem Ghetto mussten sie in Westerbork leben, 1941 wurden sie in das Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert.
Nur selten war es möglich zu duschen, und immer blieb die ungewisse Angst, ob Wasser oder Gas aus den Düsen kommen würde! Marions Mutter entzündete einmal heimlich ein Feuer, um Suppe warm zu machen. Als sie von einem SS-Mann überrascht wurde, schüttete sie die Suppe weg, auf das Bein ihrer Tochter. Das Kind schrie nicht, um nicht ihre Familie zu gefährden.
Während die Alliierten auf dem Vormarsch waren, befanden sich die Blumenthals zwei Wochen in einem Viehwaggon. Bis der „Todeszug“ von den Russen befreit wurde, starb in dem „Bergen-Belsen auf Rädern“ ein Fünftel der Menschen an Typhus oder an Schwäche.
Trotzdem verlor Marion Blumenthal nie ihren Optimismus. Sie spielte, um zu überleben. Das Spiel „Vier kleine Kiesel“ hatte ihr schon im KZ Ablenkung und Hoffnung geschenkt. Sie hatte den Glauben, dass, wenn sie vier gleiche Kiesel finden würde, ihre vierköpfige Familie gerettet werden würde. Die Familie überlebte zwar Bergen-Belsen, aber ihr Vater starb sechs Wochen nach ihrer Befreiung an Typhus.
Mit 13 Jahren begann für Marion in den USA ein neues Leben, mit einer neuen Sprache in einem fremden Land.
„Ihr Optimismus hat sie vor Bitterkeit bewahrt“, so ihr Mann Nathaniel Lazan, mit dem sie nun seit 48 Jahren glücklich verheiratet ist und der sie auf ihrer Lesungsreise durch sechs Gemeinden im Kirchenkreis Syke-Hoya begleitet. „Wenn ich von dieser Zeit erzähle, ist es, als wenn ich aus einem bösen Traum aufwache!“ sagt sie. Ungebrochen bleibt es ihr ein Anliegen, trotzdem über diese Zeit des Wahnsinns zu erzählen, um das Vergessen zu verhindern.
Ihr Buch wurde im März 1996 von Lila Perl geschrieben und in den USA veröffentlicht. Auf Anregung des befreundeten Ehepaars Heike und Hans Huth aus Hoya wurde es ins Deutsche übersetzt.
„Es tut weh, auf Grund seiner Religion ausgesondert zu werden“, so Marion Blumenthal-Lazan. Sie fordert einen solchen Hass in der Zukunft zu verhindern und Toleranz gegenüber Hautfarbe und Religion zu schaffen.
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Zum ersten Mal feierten der evangelische Pastor Holger Tietz (links) und sein katholischer Kollege Michael Schiller (rechts) einen ökumenischen Kranken-Gottesdienst in Leeste.
Foto: Fabian Tietz
„Unser Ziel ist es, alle Menschen in die Gemeinschaft aufzunehmen, in unsere Gebete, in unsere Pflege!“ sagte der evangelische Pastor Holger Tietz beim ersten „ökumenischen Gottesdienst für Kranke“. Zusammen mit seinem katholischen Kollegen Pfarrer Michael Schiller eröffnete er mit diesem Gottesdienst in der katholischen Kirche am Drohmweg in Leeste die ökumenische „Woche für das Leben“.
Ziel war es Hoffnung zu schenken: Den Kranken, um ihr Leiden zu lindern und den Angehörigen, um ihnen bei der Pflege Kraft zu geben.
„Hoffnung kann wachsen durch Vertrauen in Gott!“ so Pastor Tietz. In seiner Predigt zog er eine Parallele zwischen dem Warten auf Wunderheilung im Strudel von Betesda, wie das Johannesevangelium berichtet, und dem Warten auf medizinische Diagnosen in der heutigen Zeit. Beide Pastoren segneten nach der Predigt durch Handauflegung im Altarraum jeden, der dies wünschte – ob krank oder pflegend. Ziel war es Hoffnung zu schenken: Den Kranken, um ihr Leiden zu lindern und den Angehörigen, um ihnen bei der Pflege Kraft zu geben. „Hoffnung kann wachsen durch Vertrauen in Gott!“ so Pastor Tietz. In seiner Predigt zog er eine Parallele zwischen dem Warten auf Wunderheilung im Strudel von Betesda, wie das Johannesevangelium berichtet, und dem Warten auf medizinische Diagnosen in der heutigen Zeit. Beide Pastoren segneten nach der Predigt durch Handauflegung im Altarraum jeden, der dies wünschte – ob krank oder pflegend.
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Florian Elsner und Marika Logemann stellten Informationen über die Kirchenkreisjugend ins Netz. Auf der Startseite wird der Besucher von Donald Duck begrüßt, indem er seine Mütze zieht.
Foto: Gunnar Schulz-Achelis
Die Jugend im Kirchenkreis Syke-Hoya hat einen großen Sprung ins Netz gemacht. In zehn Tagen und Nächten haben der Abiturient Florian Elsner aus Hoyerhagen und die Finanzbeamtin Marika Logemann aus Affinghausen die Jugendseiten des Interauftrittes des evangelischen Kirchenkreises völlig neu konzipiert und gestaltet. Unter www.Kirchenkreis-Syke-Hoya.de findet man, wenn man auf den Button „Jugend“ klickt, unter anderem Ankündigungen von Sommerfreizeiten und Jugendmitarbeiterfortbildungen, eine Gebets- und eine Spielesammlung für Gruppenleiter. Außerdem sind seit dieser Woche unter dem Button „Kirchengemeinden“ Hassel, Heiligenloh und Heiligenfelde mit einer eigenen Homepage vertreten.
„Es gibt immer wieder Leute, die sagen, ich finde nicht das Richtige für meine Gruppe“ erzählt der 19-jährige Elsner. Und so haben er und Marika Logemann die Jugendseiten zu einem Forum gemacht. Verzweifelte Jugendgruppenleiter, die noch schnell ein Spiel für ihre nächste Gruppenstunde oder ein Gebet für die nächste Andacht brauchen, werden hier fündig. Und wer selbst ein gutes Gebet oder ein pfiffiges Spiel ausprobiert hat, kann den beiden rührigen Internetexperten dies mailen und sie stellen das dann allen im Netz zur Verfügung.
Daneben bekommt man auf den 40 Seiten viel Informationen über die Angebote des Kirchenkreis-Jugenddienstes und von Jugendangeboten von Kirchengemeinden. Neben „trockenen Infos“ wie der Geschäftsordnung des Kirchenkreisjugendkonventes und der Vorstellung von Kreisjugendpastoren und Kreisjugendwarten werden Freizeiten mit bewegten Bildern vorgestellt: Wer die Erweiterung „Java-Script“ angestellt hat, sieht nach dem Klick auf die Schwedenfreizeit einen Elch auf sich zu rasen. Das Kirchenkreis-Volleyballturnier am 15. September in Bassum wird mit einem hüpfenden Volleyball angekündigt. Und beim Mädchen- und Jungenseminar „Let´s talk about sex“ sieht man ein unbekleidetes Männchen einer spärlich bekleideten Frau nachstellen.
Wie die Jugendseiten verstehen sich auch die Internetseiten der drei „H-Gemeinden“ als ein Beginn, an dem weitergearbeitet werden soll und muss: Jugendliche der Kirchengemeinde Hassel gestalteten unter www.Hassel-weser.de gleich das Portal für den ganzen Ort, also auch für Vereine und die politische Gemeinde. Die Kirchengemeinde Heiligenfelde hat seine Informationen unter www.Kirche-Heiligenfelde.de ins Netz gestellt. Und auch die kleine Gemeinde Heiligenloh bietet jetzt Texte und Bilder, die am besten über den Kirchenkreis, dann „Kirchengemeinden“, dann „Heiligenloh“ erreicht werden können.
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Harm Cordes
Foto: Gunnar Schulz-Achelis
„Die Leute freuen sich, nach zwei Jahren Vakanz wieder einen Pfarrer im Dorf zu haben“ bemerkt Harm Cordes, der genau dieses Amt mit einer Dreiviertelstelle in Schwarme übernehmen wird. Im Himmelfahrtsgottesdienst am 24. Mai, ab 15 Uhr in der Kirche „Zum guten Hirten“ wird der 31-jährige Theologe von Landessuperintendent Arend de Vries zum Pastor ordiniert. Beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus können die Gemeindeglieder ihren neuen Seelsorger persönlich kennen lernen.
Cordes wird mit Ehefrau Maren, die als Assistenzärztin in der Aller-Weser-Klinik in Verden arbeitet, erst im Herbst das Pfarrhaus beziehen können, da es zurzeit noch vermietet ist. Ein kurzer Blick über das weitläufige Pfarrgrundstück lässt Cordes feststellen: „Wir brauchen einen neuen Rasenmäher“.
Ehepaar Cordes freut sich auf das Landleben und die Pfarrstelle in Schwarme. Er stammt aus Sittensen, wo die Welt kirchlich noch in Ordnung ist. Dort gebe es einen „gut lutherischen Bodensatz“, gelebte Frömmigkeit und einen fest verwurzelten Glauben. „Ich habe da meine Wurzeln und stehe dazu. Ich habe ganz positive Erfahrungen mit der Volkskirche gemacht“, erzählt Cordes. Er arbeitete beim Kindergottesdienst mit, leitete einen Jugendkreis und organisierte Freizeiten für Kinder und Jugendliche.
Nach zwei Jahren als Zeitsoldat bei der Bundeswehr studierte er in Heidelberg, Göttingen und Mainz und suchte an den jeweiligen Studienorten immer gleich den Kontakt zu einer Gemeinde. So hat er zum Beispiel in Mainz auch Glaubenskurse mit geleitet.
Mit Blick auf die Schwarmer Gemeinde sagt er: „Ich freue mich auf Gottesdienste und alles was damit zusammenhängt“. Nach seinen Erfahrungen kann er sich gut vorstellen, für Kinder oder Jugendliche, vielleicht auch für Familien Angebote zu machen, zumal im Neubaugebiet viele junge Familien wohnen.
In seiner Freizeit sieht Cordes gern Actionfilme im Kino oder liest Krimis, zum Beispiel von Henning Mankell oder Elisabeth George. Der junge Theologe spielt Tennis und joggt. Außerdem backt und kocht Cordes gern – im Moment oft gemeinsam mit Ehefrau Maren.
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Superintendent Jürgen Flohr (links) und der Partnerschaftsbeauftragte des Kirchenkreises Pastor Hartwig Helfritz freuen sich auf den Besuch der brasilianischen Delegation in den kommenden Wochen. Sie halten das Plakat mit dem Jahresmotto des Partnerkirchenkreises Mato Grosso: „Geht hin und macht zu Jüngern ... damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen“.
Foto: Gunnar Schulz-Achelis
„Deus es brasileiro“, Gott ist Brasilianer, sagt man in Brasilien und meint damit, das Gott ganz nahe ist und man ihm vertrauen kann. Mit Liedern, Gebeten, Feiern und Erzählungen werden die sieben Mitglieder der brasilianischen Delegation, die den Kirchenkreis Syke-Hoya besuchen, in den kommenden vier Wochen sicher dieses Gottvertrauen vermitteln. Sie kommen aus dem zentralbrasilianischen Bundesland Mato Grosso, mit dessen evangelisch-lutherischen Kirchendistrikt der ehemalige Kirchenkreis Hoya seit 10 Jahren eine Partnerschaft pflegt. Dreimal waren Deutsche dort, nun besuchen zum dritten Mal Brasilianer die evangelischen Christen und Gemeinden in dieser Region; nach dem Zusammenschluss der beiden Kirchenkreise erstmals auch im Altkirchenkreis Syke.
„Ich erwarte vor allem, dass persönliche Beziehungen aufgebaut werden, indem wir jeweils an der Lebenssituation des anderen teilhaben, an der Gestaltung des täglichen Lebens und als Kirchenmitglied“ sagt der Eitzendorfer Pastor Hartwig Helfritz, Partnerschaftsbeauftragter des Kirchenkreises. Seit Monaten tüftelt er zusammen mit vielen anderen an dem Termin- und Quartierplan der Gäste. Sie werden privat für jeweils einige Tage untergebracht bei Christen von Haßbergen bis Nordwohlde, von Twistringen bis Asendorf. Sie beteiligen sich am Leben der Kirchengemeinden und ihrer Gruppen. Außerdem machen sie Fahrten nach Hamburg, Berlin, zur Wartburg bei Eisenach und den Lutherstätten in Eisleben. Die Teilnahme am Kirchentag in Frankfurt steht mit auf dem Programm.
Begrüßt werden die Gäste mit einem Gottesdienst am Sonntag, 20. Mai, um 18 Uhr in der Cyriacus-Kirche in Vilsen und verabschiedet am 20. Juni um 19 Uhr in der Christuskirche in Syke.
In den ersten Tagen erhalten sie eine Einführung in das Leben in Deutschland durch den pensionierten Berufschullehrer Dieter Meyer aus Hoya und besuchen Dienste und Einrichtungen im Kirchenkreis, vom Freizeitheim in Homfeld bis zum Kreisjugenddienst. Die beiden brasilianischen Landwirte in der Delegation interessiert darüber hinaus die Gentechnik in Deutschland, die 44-jährige Lore Buchli will etwas über Kirchenvorstandsarbeit erfahren, zumal sie selbst „Vizepräsidentin des Kirchenvorstandes“ ihrer Heimatgemeinde ist. Jüngstes Mitglied der Delegation ist der 33-jährige Pastor Afonso Adolfo Weimer, ältestes die „Präsidentin des Frauenhilfswerkes Oase“, die 60-jährige Renata Crista Pörsch. Die meisten Delegationsmitglieder sprechen etwas deutsch. Sie sind Nachfahren der lutherischen Deutschen, die vor 100 bis 150 Jahren als Siedler und Pioniere nach Brasilien kamen und heute dort weit verstreut leben. Der Kirchenkreis Mato Grosso hat zum Beispiel die zweieinhalbfache Größe der Bundesrepublik Deutschland.
Die Gruppe soll eine Kollekte für die Mitarbeiterfortbildungsstätte in Chapada mitnehmen, die in den Sonntagsgottesdiensten aller Gemeinden im Kirchenkreis am 20. Mai eingesammelt wird.
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Hier erläutert der Bücker Pastor Paul-Gerhard Meißner (rechts neben der Figur) gerade die Gründungslegende von Bücken, nach der, wo sich ein Esel erstmals bückte, die Stiftskirche gebaut wurde.
Foto: Gunnar Schulz-Achelis
Pastoren und kirchliche Sozialarbeiterinnen, Diakone und Kirchenmusikerinnen aus dem seit Jahresbeginn zusammengeschlossenen evangelischen Kirchenkreis Syke-Hoya haben sich am Mittwoch im neuen, größeren Kirchenbezirk umgeschaut. Bei der traditionellen „Konferenz im Grünen“ unternahmen 39 kirchliche Mitarbeiter in diesem Jahr eine Busfahrt bei bestem Ausflugswetter und besuchten die alten Kirchen in Bücken und Bassum, sowie die moderne Kirche in Seckenhausen.

Einen Schirm mit der Aufschrift „evangelisch aus gutem Grund“ hat der Syker Pastor Wilhelm Tesch (rechts) Esther und Christian Samraj zum Abschied überreicht.
Foto: Gunnar Schulz-Achelis
Reichliche Tränen flossen am Sonntag im und nach dem Gottesdienst in der Christuskirche in Syke: Der indische Christian Samraj und seine Frau Esther nahmen nach sechs Jahren Abschied von der Gemeinde und werden am 15. Mai nach Tranquebar im Südosten Indiens zurückkehren.
Der 38-jährige evangelische Geistliche hatte in Syke Gottesdienste und Bibelstunden gestaltet, eine Evangelisationswoche organisiert und Konfirmandenunterricht gegeben. Seine Frau Esther hatte bei zahlreichen Gemeindeveranstaltungen mitgewirkt. Und offenkundig sind die beiden vielen ans Herz gewachsen und sie haben Freunde in Syke gefunden.
In dem eineinhalbstündigen Festgottesdienst sangen und spielten insgesamt sechs Chöre plus Posaunenchor. Und Samraj selbst trug mit einer mitreißenden Predigt zur besonderen Stimmung in dem vollbesetzten Gotteshaus bei: Die Gemeinde in der vollen Christuskirche quittierte seine Worte mit Beifall.
Samraj predigte über die Auferstehung und den missionarischen Auftrag der Kirche, sprach mal leise, mal laut, mit vielen Gesten, sang ein Lied vor und wandte den Blick zum Himmel, als er von der Kraft sprach, „die von oben kommt“. „Am Kreuz hat Jesus Tod, Teufel und alle Finsternisse besiegt und das gibt uns neue Kraft. Er ist auferstanden. Halleluja“ sagte der Pastor der tamilischen evangelisch-lutherischen Kirche. Und während der Predigt nahm er seine Bibel in die Hand und hielt sie hoch.
„Das war dein besonderes Markenzeichen“ bemerkte der Syker Pastor Wilhelm Tesch später bei seiner Dankesrede. Tesch überreichte den beiden neben vielen anderen Geschenken einen weißen Schirm mit der Aufschrift: „evangelisch aus gutem Grund“ und zitierte schmunzelnd Psalm 32: „Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten.“ Außerdem dankte er Samraj besonders für seine „aufsuchende und mitfühlende Seelsorge“ in Syke.
Waren in den letzten Monaten bis zum dem Gottesdienst 9248 Mark für den Bau einer Kapelle in Dorf Maharajapuram im Südosten Indiens eingegangen, so waren nach der Kollekte und dem Empfang im Gemeindehaus 13523 Mark für diesen Zweck verzeichnet. Allein für die katholische Gemeinde Syke hatte ihr Kaplan Andreas Bleise 1000 Mark überreicht.
Neben seinem Engagement in der Syker Gemeinde arbeiteten Christian und Ester Samraj als Dozenten am Lutherstift in Falkenburg. Nach ihrer Rückkehr werden die beiden wieder in Tranquebar am „Ziegenbalg-Spiritual-Center“, ein Tagungszentrum wie das Lutherstift, tätig sein. Sie wollen die Kontakte nach Syke und Falkenburg weiter pflegen.
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Zunächst begutachtete Pastor Frank Uhlhorn aus Hassel (rechts) Kleidung und Schuhe von Pastor Holger Tietz (links), um ihn einem Milieu zuzuordnen. Dann zeigte Uhlhorn der überraschten Kirchenkreis-Konferenz auch seine eigenen Schuhe.
Foto: Gunnar Schulz-Achelis
Als „Dressman“ musste der Leester Pastor Holger Tietz unversehens bei der Mitarbeiter-Konferenz des Kirchenkreises Syke-Hoya am Mittwoch herhalten. Pastor Frank Uhlhorn aus Hassel bemerkte an ihm eine elegante Strickjacke, ein sportliches Jeanshemd und Lederschuhe.
Im Anschluss referiert Uhlhorn im Leester Gemeindehaus über die fünf Milieus, die der Soziologe Gerhard Schulze in seinem Buch „Die Erlebnisgesellschaft“ beschrieben hat – und stets fragten sich die Pastoren und hauptamtlichen Mitarbeiter, welchem Milieu wohl der „Bruder Tietz“ angehört. Die Kirchenmitarbeiter diskutierten über die Erlebnisgesellschaft und was ihre Erscheinungsformen für die Theologie, die Rechtfertigungslehre und die Arbeit in den Kirchengemeinden bedeutet.
Tietz kommt wohl am ehesten für das „Niveau-Milieu“ in Frage, deren Mitglieder meist gebildet sind, Theater besuchen, sich elegant kleiden, klassische Musik oder Jazz schätzen und gerne Bücher und überregionale Zeitungen lesen. Oder gehört er zum „Selbstverwirklichungs-Mileu“, deren Mitglieder modernen Freizeitsport betreiben, in Kneipen und Kleinkunstbühnen gehen und politisch interessiert sind?
Uhlhorn beschrieb auch anschaulich das „Harmoniemilieu“, deren Mitglieder viel fernsehen, Pauschalreisen machen und Volksmusik hören. Daneben gibt es noch das Unterhaltungsmilieu, deren Mitglieder gern mit dem Auto herumfahren, Bodybuilding machen, Videos sehen und sich billig kleiden.
Schnell stellte sich heraus, dass ehrenamtliche Helfer in Vereinen und bei der Kirche oft Mitglieder des „Integrationsmilieus“ sind, meist mittlere Angestellte, die ein Haus und ein Mittelklassewagen ihr Eigen nennen, nicht auffallen wollen und Reparaturen und Gartenarbeit selbst erledigen.
Tietz plädierte in seinem Referat über „Rechtfertigung und Menschenbild“ dafür, die Menschen in ihren Milieus, ihrem Alltag und mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen wahrzunehmen. „Die Menschen können nicht aus ihrem Milieu aussteigen“ stellte der Leester Seelsorger fest. In einem „herrschaftsfreien Dialog“ müsse man aber die Menschen vorsichtig fragen: Was machst Du aus Dir selber? Tust Du das, um zu denken: ‚Ich bin jemand’? Wo spürst Du, dass du etwas (von Gott) geschenkt bekommst? Die Lehre, dass Gott die Menschen annimmt (Rechtfertigung), zeige, dass der Mensch mehr ist, als das, was er tut. Sie helfe, „dass wir unser eigenes Milieu nicht festschreiben und damit anderen wirklich begegnen können“, so Tietz abschließend.
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Landessuperintendent Arend de Vries (links) ordinierte Gerhard Schlake (Mitte) am Sonntag in Steyerberg zum Pastor. Bei der Ordinationshandlung assistierten unter anderem Schlakes Studienfreunde Pastor Detlef Beneke aus Oyten (zweiter von rechts) und Vikar Erik Neumann aus Hannover (rechts).
Foto: Gunnar Schulz-Achelis
Barrien/Steyerberg. Landessuperintendent Arend de Vries ordinierte am Sonntagnachmittag in Steyerberg den Barrier Theologen Gerhard Schlake zum evangelisch-lutherischen Pastor.
Schlake war zunächst nicht von der Landeskirche in den Pfarrdienst übernommen worden und hatte nach Ende seines Vikariats die Öffentlichkeitsarbeit und das Expo-Projekt des Kirchenkreises Delmenhorst betreut. In der Kirchengemeinde Barrien hatte er zudem als „ehrenamtlicher Kandidat des Predigtamtes“ getauft, getraut, gepredigt und den Gemeindebrief gestaltet. Zuletzt gestaltete der Internetexperte in diesem Frühjahr den Internetauftritt des Kirchenkreises Syke-Hoya und einiger Gemeinden.
In einem Festgottesdienst in der St.-Katharinen-Kirche in Steyerberg wurde er nun mit den Aufgaben eines „ordentlichen Pastors“ betraut. In der Gemeinde Steyerberg wird er die Seelsorge im zweiten Pfarrbezirk um Deblinghausen mit einer Dreiviertel-Stelle wahrnehmen. Mit seiner Frau Anke und seinen beiden Kindern ist Schlake vor einer Woche ins Pfarrhaus nach Deblinghausen umgezogen. Bei dem Empfang nach dem Gottesdienst im benachbarten Gemeindehaus sprachen unter anderem Kreispfarrer Werner Rossow für den Kirchenkreis Delmenhorst, Pressesprecher Gunnar Schulz-Achelis für den Kirchenkreis Syke-Hoya und Pfarrer Reinhard Riemer für die Kirchengemeinde Barrien Grußworte und wünschten ihm Gottes Segen seine neue Aufgabe.
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Kirche und Politik kamen beim Kaffee ins Gespräch beim Frühjahrsempfang des Kirchenkreises Syke-Hoya, hier Bremens Bürgermeister Henning Scherf (rechts) und Superintendent Jürgen Flohr.
Foto: Gunnar Schulz-Achelis
„Ich hätte genauso Pastor werden können wie jetzt Bürgermeister“ sagte Henning Scherf und man konnte es ihm abnehmen: Mal nur mit der Bibel in der Hand hat er über Aufgaben der Christengemeinde in der Bürgergemeinde geredet, mal ohne ein Stück Papier vor sich Gedankenwege aus Büchern des großen Theologen Karl Barth nachgezeichnet. Beim Jahresempfang des evangelischen Kirchenkreises Syke-Hoya fordert Bremens Bürgermeister eindringlich die Pastoren und Kirchenvorsteher auf, das Wächteramt der Kirche gegenüber dem Staat wahrzunehmen: Nur die Kirchen könnten Wachsamkeit und Sensibilität in der Gesellschaft organisieren und sich der realen Not der Menschen wirklich annehmen.
„Kirche ist das Zusammengehen und Zusammenstehen von Menschen, wenn ich allein bin und wenn ich allein in Not bin“ sagte Scherf vor 16 Kommunalpolitikern und 50 Kirchenvertretern in Syke. Der Staat könne und müsse die Voraussetzungen, das Gerüst und den Rahmen für die Hilfe schaffen. „Aber davon kann man nicht leben“. Es gehe darum, wie wir den Alltag bewältigen könnten. „Es gibt ein Riesenbedürfnis nach Orientierung, Vertrautheit, Anlehnung, Verständigung und Identität“, so Scherf. „Wer sucht die Menschen auf, sieht nicht auf den Lohn, sondern die Not, macht die Türen weit auf?“ fragte Scherf und gab selbst die Antwort, indem er die Kirche als Diakon, als Gewissen und als Seele der Gesellschaft beschrieb.
Das Wächteramt der Kirche bestehe zum Beispiel in dem Mut, den Mund aufzumachen für etwas Unpopuläres, Untaktisches, während Politiker immer auf Akzeptanz und hohe Einschaltquoten bedacht sein müssten. Der Bürgermeister erinnerte an die Asylpolitik oder auch die vorgeburtliche Diagnostik. „Wir Politiker sind nicht kontrolliert im ernsten Sinne“.
Die Kirche habe in der Vergangenheit viel zu viel taktisch gesagt und sei zu sehr auf ihre Interessen als Institution bedacht. „Ich ermutige sie zu einer außerinstitutionellen Interessenwahrnehmung“ sagte Scherf bei der anschließenden Aussprache. Superintendent Jürgen Flohr stellte zusammenfassend fest: „Wir brauchen nicht mehr Kirche in der Politik, aber mehr Christen“.
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Alexander West (links am E-Piano) aus Weyhe leitet das Rate-Spiel „Hast Du Töne“ an, indem er Melodien anspielt. Sören Helms aus Heiligenfelde (rechts im Vordergrund) sucht – wie alle anderen – fieberhaft nach dem Liednamen.
Fotograf: Gunnar Schulz-Achelis
„Bin ich dick?“ fragt der schlanke Alexander West. „Ja“ – so die prompte Antwort der Gruppe. „Bin ich ein bisschen witziger?“ „Ja“. „Habe ich meine eigene Show?“ „Ja“. Der 14-Jährige zeigt auf den Zettel, der auf seiner Stirn klebt: „Ist der ein bisschen älter?“ „Ja“ – nach der dritten Fragerunde beim „Prominentenraten“ kann schließlich Alexander feststellen: „Ich bin ein kleiner dicker Mann, der ‚Dirk Bach’ heißt“. Dann hört er aus der Runde der anderen Mitspieler das erlösende „Ja“ und darf nun den Zettel, auf dem fett der Name ‚Dirk Bach’ prangt abnehmen.
Alexander West aus Weyhe nahm zusammen mit 15 weiteren Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren teil am ersten Jugendgruppenleiter-Schnupperkurs des Kirchenkreisjugenddienstes im evangelischen Kirchenkreis Syke-Hoya. In der „Pfarrscheune“ in Kirchweyhe wurden die Jugendlichen am vergangenen Wochenende geschult und lernten dabei, wie man Spiele anleitet, indem sie sie gleich mit der Gruppe durchführten. „Ich will später als Betreuer bei Konfirmandenfreizeiten mitfahren. Mein Bruder hat das auch schon gemacht. Ich wollte mal gucken, wie das so ist“ erzählt der 13-jährige Sören Helms aus Heiligenfelde.
„Es geht um die Jüngeren, die uns sonst aus dem Raster fallen: Als Jugendgruppenleiter sind sie zu jung“ erläutert Kirchenkreisjugendpastorin Petra Rauchfleisch aus Heiligenrode das Konzept des Wochenendes. „Sie lernen hier eine Mischung aus Basteln, Spiele-anleiten und Geschichten erzählen. Das ist eine Grundausstattung, die bei jeder Freizeit gefragt ist“ sagt Kirchenkreisjugendwart Burghard Sonnefeld. Am Nachmittag berichtet Sonnefeld den angehenden Gruppenleitern von einer erfundenen Sommerfreizeit, bei der so ziemlich alles schief ging: Teilnehmer unter 16 Jahren rauchten und tranken Alkohol, es wurde wild gezeltet, Fahrräder waren nicht verkehrssicher. Die Nachwuchs-Freizeithelfer lernten so Rechtsfragen für Jugendgruppenleiter kennen, was vom Gesetzgeber verboten wurde und worauf sie entsprechend bei Freizeiten zu achten haben.
Alexander hat sich die Regeln des Fernseh-Quiz` „Hast Du Töne“ eingeprägt, setzt sich an das E-Piano und spielt zwei Mannschaften einige Töne einer bekannten Lied-Melodie vor. Sören gehört zu der einen Mannschaft, tritt nervös von einem Fuß auf den anderen und summt sich fieberhaft die drei gehörten Töne vor. Schließlich fallen ihm auch die weiteren Töne der Melodie ein, aber nicht der Liedname. Alexander hilft mit ein paar kleinen Tipps bei der Namenssuche mit. Nach Ende des Spieles geben Sonnefeld, Rauchfleisch und der Weyher Pastor Albert Gerling-Jacobi ein paar Hinweise, worauf Alexander und die anderen beim Spiele-anleiten achten sollten: Bei Wettspielen muss man gleichmäßig beiden Mannschaften mit Tipps helfen; beim Liederraten sollten die Melodien ungefähr gleich schwer zu erkennen sein; wenn man keine Freiwilligen findet, notfalls abzählen oder losen; die Regeln müssen eindeutig sein und unmissverständlich erklärt werden.
Solche Tipps stehen auch in einer Mappe, die die Teilnehmer am Schluss erhielten. Und wer in den nächsten Monaten 15 Jahre alt wird, der darf sich für den „richtigen Jugendgruppenleiter-Kurs“ des Kreisjugenddienstes vom 1. bis 10. Oktober in Wöpse bei Bruchhausen-Vilsen anmelden. Sören wichtigste Erkenntnis dieses Schnupperkurses: „Wenn man ein Spiel beginnt, darf man den Spielenamen nicht sagen. Sonst brüllen alle los, dass sie das schon kennen.“
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Pastor Holger Tietz
(rechts auf dem Podium) von der evangelischen Marien-Kirchengemeinde in
Leeste erteilte bei der Kundgebung vor dem Rathaus jeder Form von Gewalt
eine Absage
Fotograf: Gunnar Schulz-Achelis
"Gewalt darf es nicht geben in unserer Gesellschaft",
sagte Pastor Holger Tietz bei der Demonstration gegen Fremdenfeindlichkeit
am Samstag in Weyhe. Darum wendeten sich die katholische und die beiden
evangelischen Kirchengemeinden in Weyhe/Leeste gegen jede Form von Intoleranz
und Gewalt, so der 47-jährige Seelsorger in seiner Rede weiter.
Insgesamt demonstrierten über 600 Menschen
friedlich "für ein tolerantes Miteinander in Weyhe", feierten ein
Kulturfest und hörten ein Rockkonzert von sieben Bands unter dem Motto
"(Auf)Mucke(n) gegen Rechts". Die zunächst angekündigte Gegendemonstration
von Neonazis fand nicht in Weyhe statt.
Unter den Demonstranten, die vom Kirchweyher Marktplatz
vor das Weyher Rathaus zogen, waren neben einer Reihe von Kirchenvorstehern
auch - ökumenisch gegen rechts vereint - vier örtliche evangelische
Pastoren und der katholische Pfarrer Michael Schiller.
"Keine große Religion erlaubt es, den Mitmenschen
zu hassen" sagte Tietz. Ein tolerantes Miteinander könne gelingen,
wenn Menschen nicht mehr soviel Angst hätten. Der Weyher Bundestagsabgeordnete
Detlev von Larcher meinte: "Durch die Aktivitäten der Rechtsradikalen
ist die Freiheit von uns allen in Gefahr, nicht nur die der Minderheiten".
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Der
neue Kirchenkreisvorstand (von links): Der "Neue" Jörg Schäfer,
Hans-Hermann Bogena, Helga Kleinschmidt, Pastor Hans-Jörg Gemeinholzer,
Thea Hespe, Pastor Holger Tietz, Hildegard Holtorf, Pastor Georg Buisman,
Superintendent Jürgen Flohr und Heinz-Jürgen Häßner.
Fotograf: Gunnar Schulz-Achelis
Die 78 Mitglieder des neuen Kirchenkreistages wählten
in das Leitungsgremium des Kirchenkreises, den Kirchenkreisvorstand: Die
Pastoren Hans-Jörg Gemeinholzer aus Hoya, Georg Buisman aus Heiligenfelde
und Holger Tietz aus Leeste. Als "nichtgeistliche" Mitglieder kandidierten
und wurden gewählt: Landwirtsfrau Helga Kleinschmidt aus Vilsen, Landwirtschaftsmeister
Jörg Schäfer aus Bücken, Landwirtsfrau Thea Hespe aus Heiligenloh,
Rechtsanwalt Heinz-Jürgen Häßner aus Syke, der pensionierte
Verwaltungsbeamte Hans-Hermann Bogena aus Weyhe und die Bassumer Unternehmerin
Hildegard Holtorf. Der 31-jährige Schäfer aus Calle ist das einzige
neue Mitglied im Kirchenkreisvorstand.
Als erste wichtige Entscheidung hat der Kirchenkreistag
neue Richtlinien zur Verteilung von Geldern für Sachmittel in den
Gemeinden beschlossen. Die beiden ehemaligen Finanzausschüsse der
beiden Altkirchenkreise hatte in monatelangen gemeinsamen Beratungen das
neue Verteilsystem ausgearbeitet, in denen auch Kürzungen seitens
der Landeskirche berücksichtigt werden mussten.

Der
neue Vorstand des Kirchenkreistages mit (von links) seinem Vorsitzenden
Udo Quak, seinem Stellvertreter Frank Uhlhorn und als Beisitzern Dietrich
Wimmer, Pastorin Dorothea Haspelmath-Finatti und Angelika Flohr.
Fotograf: Gunnar Schulz-Achelis
Für den Sprengelbeirat, der den Landessuperintendenten
berät, wurde erneut der 68-jährige Wilhelm Mestwerdt aus Bruchhausen
bestimmt, der seit 30 Jahren diesem Gremium angehört.
Der neue Kirchenkreistag bildete zudem seine Ausschüsse
und benannte sie zum Teil neu. So gibt es für die nächsten sechs
Jahre Ausschüsse für Finanzen, Bau, Stellenplanung, Diakonie,
Ökumene und Partnerschaften, Kinder- und Jugendarbeit und Schule,
Kirchenmusik, sowie "missionarische Gemeindearbeit".
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Hoffnungen und Befürchtungen von Kirchenvorstehern
und Mitarbeitern
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Die
Landesbischöfin besichtigt die Ausstellung Foto: Gunnar Schulz-Achelis
Zum Auftakt
des Festes feierten Kirchenvorsteher, Mitarbeiter und Gäste am Morgen
einen Gottesdienst in der Christuskirche. In der ungewöhnlichen Form
einer Dialogpredigt sprachen die Superintendenten der beiden ehemaligen
Kirchenkreise, Jürgen Flohr und Hans-Jörg Gemeinholzer, über
einen Text aus dem Matthäusevangelium: Jesus besucht dort die damals
verachteten Zöllner und Sünder und hat mit ihnen Tischgemeinschaft.
„Ob wir das in unseren Gemeinden hinbekommen, trotz verschiedener Gruppen
und Überzeugungen ein Gemeinschaft zu bilden?“ fragte Flohr. Warmherzigkeit,
Freundlichkeit und Ehrlichkeit nannte er als Tugenden für den Umgang
unter Gliedern der christlichen Gemeinde.
Bei den Grußworten im Anschluss an den Gottesdienst bemerkte der katholische Dechant Reinhard Molitor aus Twistringen zum Einswerden der Kirchenkreise: „Ich hoffe, dass wir einmal sagen können: Die Kirchen werden eins!“ und erntete großen Beifall. Überhaupt war während der Grußworte vor allem durch die musikalischen Beiträge die Stimmung sehr gelöst: Bei Stücken des Gospelchores Weyhe, der „Capellis Haßbergen“ und des Posaunenchores Bassum klatschten die Zuhörer im Rhythmus mit.
Landesbischöfin Käßmann sprach im Festvortrag am Nachmittag über ihre Idee einer Bildungsinitiative. Sie propagierte christliche Bildung als „Orientierungsleistung für die Gesellschaft“. Sie versteht darunter unter anderem eine Herzensbildung mit sozialer Kompetenz und die Fähigkeit zu Toleranz und Kommunikation. Christliche Bildung weiß um die Verantwortung jedes Einzelnen vor Gott, um die Grenzen und Sackgassen des technischen Fortschritts, weiß, das Menschen den Tod nie beherrschen werden. „Alle Leistung bedeutet nichts gegenüber der Lebenszusage Gottes“, so die Bischöfin. Die Menschen fragten, was ihnen die Kirche gebe. Christen müssten sich daher der Weisheit und Erkenntnis, die in Christus liegt, bewusst seien. „Wenn man seinen Glauben über die Eltern und das eigene Fragen und Forschen erwirbt, dann findet man festen Grund. Und damit haben wir die Kraft, Dinge in der Gesellschaft zu unterscheiden und in ihr zu gestalten“, so Käßmann weiter.
Der
Vortrag der Landesbischöfin zum Download
(Word2000-Format, 44 kb)
(RTF-Format, 51 kb)
(HTML-Format, 19 kb)
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15. Februar 2001, 19.29 Uhr
| Frauke
Höltkemeier Fotograf: Gunnar Schulz-Achelis |
Neue Kirchenkreissozialarbeiterin in Syke
Sie hat
lernbehinderte Kinder unterrichtet, in Saudi Arabien gelebt, jugendliche
Aussiedler beraten, Frauen in Notlagen geholfen, Schwerstbehinderte gefördert
und zuletzt in einem kleinen Kunstgewerbeladen in Verden den Ein- und Verlauf
gemanagt: Die neue Kirchenkreissozialarbeiterin in Syke, Frauke Höltkemeier,
bringt vielfältige berufliche Erfahrungen in ihre neue Aufgabe mit. Seit Anfang
des Monats hilft die 49-jährige Diplom-Sozialpädagogin bei der Syker Diakonie
Menschen mit psychischen und sozialen Problemen, bei Konflikten in der Familie
und bei Behördengängen. Außerdem berät sie Schwangere und Menschen, die eine
Kur beantragen wollen.
„Das breit gefächerte
Spektrum von Beratungstätigkeiten hat mich gereizt“ sagte Höltkemeier, die
gleich mehrere Ausbildungen für ihre neue Aufgabe mitbringt. In Koblenz
aufgewachsen studierte sie in Köln Sozialpädagogik, machte später eine zweijährige
Ausbildung zur Familientherapeutin, studierte Behindertenpädagogik und hat
Mitte Januar eine Ausbildung zur Hospizhelferin abgeschlossen. Mit Hilfe der
letzten Ausbildung will sie Sterbenden und trauernden Familienangehörigen
beistehen.
Im Frauenhaus in
Verden hatte sie unter anderem die Frauenberatungsstelle mit aufgebaut. In ihrem
neuen Tätigkeitsfeld – unter anderem der Schwangerenkonfliktberatung - ist Höltkemeier
für Menschen in Syke, Weyhe und dem südlichen Bereich von Stuhr
Ansprechpartnerin. Ihre Stelle ist bis April 2003 befristet. Das Büro
von Frauke Höltkemeier findet man in den neuen Räumen der Diakonie,
Herrlichkeit 24, in Syke.
Seit zwölf Jahren
wohnt sie in Magelsen. In ihrer Freizeit arbeitet sie gern im großen Garten.
„Ich bin begeisterte Buchleserin“ meint sie schmunzelnd. Parallel zur
Fachliteratur nimmt sie gern Romane, Biografien oder psychologische Krimis zur
Hand.
„Diakonie gehört zum christlichen Leben dazu“ sagt sie. Überdies gibt es für sie einen fachlichen Anreiz, künftig als Sozialarbeiterin in einem evangelischen Kirchenkreis tätig zu sein: „Das Diakonische Werk leistet einfach gute Sozialarbeit.“
Gunnar Schulz-Achelis, Pastor und Journalist Zeichen mit Leerzeichen: 2047nach oben zu aktuellen Berichten
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12. Februar 2001, 11.11 Uhr
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| Die Wandkarte des Kirchenkreises zeigen (von rechts) Superintendent Jürgen Flohr, Pressesprecher Gunnar Schulz-Achelis, Katasteramtsmitarbeiter Gerd Göbberd und ein Beispiel der elektronischen Karte hält Kirchenkreisamtsmitarbeiter Harald Eickhoff in den Händen. |
Neue Karte des Kirchenkreises
Eine neuen Überblick
erhalten im neuen, gerade zusammengeschlossenen Kirchenkreis Syke-Hoya
Kirchen-Mitarbeiter und alle Interessierten. Denn in einer in dieser Form
erstmaligen Zusammenarbeit von Katasteramt
und Kirchenkreisamt erstellten Zeichner des Katasteramtes eine Karte des
neuen Kirchenkreises. „Wenn wir zusammenwachsen wollen, müssen wir wissen, wo
die anderen sind“, sagt Superintendent Jürgen Flohr bei der Vorstellung des
Kartenwerkes am Dienstag in Syke.
„Für uns war das Neuland. Wir mussten alte Nachweise ansehen und neu Grenzen definieren“ erzählt Gerd Göbberd, im Katasteramt zuständig für Auftragsannahmen. Tatsächlich konnten nicht immer die kommunalen Grenzen nachgezeichnet werden. Harald Eickhoff, der im Kirchenkreisamt für Grundstücke zuständig ist, musste mehrfach bei einigen Kirchengemeinden nachfragen, um den genauen Grenzverlauf herauszubekommen.
Die Arbeit hat sich gelohnt: Zum Beispiel bei einer Neuauflage der kommunalen Karte der Samtgemeinde Harpstedt wird in der Nähe von Seetermühle künftig ein Waldstück als zur Samtgemeinde zugehörig verzeichnet sein. Den Fehler entdeckte man bei der Arbeit an der Kirchenkarte. Und alte Geschichten werden wieder aufgewärmt: In der Kirchengemeinde Haßbergen erzählt man, dass bei einem Skat um die Jahrhundertwende die Gemeinde ein Stück von der Nachbargemeinde Eystrup „gewonnen“ habe, wie Pastor Andreas Böger in einem Brief berichtete.
Jede Kirchengemeinde erhält eine topografische Wandkarte im Maßstab 1 : 100.000 für das Gemeindehaus oder Kirchenbüro. Die Karte passt mit 67 Zentimeter Breite und 44 Zentimeter Höhe in handelsübliche Bilderrahmen. Interessierte können die Karte an der Kasse im Syker Kirchenkreisamt, Herrlichkeit 2, zum Selbstkostenpreis von 20 Mark erwerben. Die Karte ist auch als Straßenkarte benutzbar. Und bei kleinen Orten „kann man schnell gucken, wo das ist und zu welcher anderen Kirchengemeinde das gehört“, so Flohr.
Außerdem liegt die Karte elektronisch vor, allerdings nur mit den Kirchengemeindenamen und -grenzen. Die Gemeinden und Einrichtungen werden von der Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenkreises die Datei bekommen und können sie dann mit einem einfachen, in der Regel auf jedem Rechner vorhandenem Grafikprogramm weiterverarbeiten, um zum Beispiel Regionen zu markieren und Zahlen von Gemeinden anschaulich darzustellen.
Die Karte findet außerdem
beim geplanten Internetauftritt, der Broschüre des Kirchenkreises und beim Tag
des neuen Kirchenkreises am 10. Februar Verwendung.
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12. Februar 2001, 11.10 Uhr
Neue Broschüre des Kirchenkreises Syke- Hoya
| Die
Autoren schmökern in ihrem druckfrischen Werk: (von links hinten) Superintendent Jürgen Flohr, Pastor Frank Uhlhorn, Kirchenkreisamtsleiter Manfred Becker, Pastor Gunnar Schulz-Achelis, (vorn von links) Pastor Herbert Köhler, der Bassumer Kirchenvorsteher und Journalist Thorsten Runge und Pastor Dirk Lange. Fotograf: Gunnar Schulz-Achelis (mit Selbstauslöser) |
„Wenn wir eine moderne Kirche sein wollen, müssen wir uns modern präsentieren, damit die Leute auf uns aufmerksam werden“ sagt Pastor Frank Uhlhorn aus Hassel, stellvertretender Pressesprecher des Kirchenkreises Syke-Hoya. Und so haben sieben Mitarbeiter des Kirchenkreises zusammen mit Profi-Fotografen eine Broschüre über den neuen Kirchenkreis erstellt, die jetzt in einer Auflage von 5000 Stück fertig ist. Durchgängig mit Farbbildern und kurzen Texten werden auf 52 Seiten die Kirchengemeinden und Einrichtungen des Kirchenkreises vorgestellt. Das Heft soll dazu dienen, sich im gerade zusammengeschlossenen Kirchenkreis besser kennen zu lernen. Und so erfährt der Leser, das Bücken wahrscheinlich seinen Namen dem Bücken eines Esels verdankt, dass der Liederdichter Philipp Spitta handschriftlich eine Seite im Sudwalder Kirchenbuch über seinen Pastoren-Vorgänger in der Gemeinde geschrieben hat und dass in Twistringen eine Glocke mit dem eingravierten Namen eines evangelischen Pastors im Turm der katholischen St. Anna-Kirche läutet. Und es gibt Schlaglichter aus dem gegenwärtigen Gemeindeleben: Etwa, dass Gemeinde-Jugendliche in Nordwohlde eine Minigolfbahn bauten und bis heute betreiben oder eine Mädchen-Tanzgruppe in Hassel Jazz-Dance bei Seniorennachmittagen vorführt.
„Wir wollten nicht alle Kreise und Veranstaltungen aufzählen – das fanden wir langweilig und würde sich wiederholen – sondern für jede Gemeinde etwas Typisches schildern, etwas Besonderes“ sagt Superintendent Jürgen Flohr.
„Die Broschüre wendet sich nicht nur an Menschen, die der Kirche nahe stehen, sondern an alle. Sie enthält keine kunsthistorischen Abhandlungen, sondern nur ein paar Andeutungen, um neugierig zu machen“ erläutert Pastor Herbert Köhler aus Bassum das Konzept.
Auf den letzten vier Seiten werden in einem „Kirchenkreis-ABC“ verschiedene
Arbeitsgebiete im Kirchenkreis mit Telefonnummern der Ansprechpartner kurz
vorgestellt von A für Altenarbeit bis W für Wohnungslosenhilfe. „Viele
wissen nicht, dass es so etwas gibt“ sagt Pastor Dirk Lange, der als Öffentlichkeitsbeauftragter
des Sprengels Calenberg-Hoya das Redaktionsteam tatkräftig unterstützt hat.
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