Leese (mf).
Heute 19.30 Uhr in der ev. Kirche Leese erreicht die Singwoche, die am Montag im
Pfarrhof Bergkirchen begann, mit einem öffentlichen Konzert ihren krönenden
Abschluss. 43 Sängerinnen und Sänger werden Gesänge aus der südafrikanischen
Kultur der Xhosa darbieten, die sie mit zwei schwarzen Chorleiterinnen in
intensiven Proben erarbeitet haben. Ohne Noten- und Textblätter für jeden, nur
mit einem groß geschriebenen Liedtext auf dem Flippchart im Blickfeld, die Hände
und Füße frei, sich beim Singen zu bewegen.
Viele
TeilnehmerInnen waren schon bei den Workshops „Sing mit Afrika“ 2006 und
2007 dabei und beherzigen, dass bei afrikanischer Musik der ganze Körper
mitsingt und –schwingt. Oder sie kennen diese Art aus dem eigenen Chor wie
„Kreuz&Quer“ oder „Singin’ friends“.
Für Neulinge dagegen ist es ein Angehen: erst den Text
lesen, dann richtig aussprechen lernen, den Sinn begreifen, die Melodie
zeilenweise einüben, dann die Stimmen zum Chorgesang zusammenfügen, die
Schrittfolgen dazu erfassen, die Bewegungen usw.
Yandiswa Mcoyana (2.v.r.) und Zoliswa Mtiya (Mitte vorn) haben im Workshop „Sing mit Afrika 3“ ganze Arbeit geleistet, die Teilnehmenden gehen begeistert mit.
Vorgestern abend führten die Kursteilnehmer das
Lernergebnis von zwei Tagen vor (siehe Foto). Die fünf Delegierten vom
Kirchenkreisvorstand des Partnerkirchenkreises Eastern Cape waren extra in den
Pfarrhof Bergkirchen gekommen, um sich ein Bild von der Arbeit im mittlerweile
dritten Workshop dieser Art zu machen. Sie waren sehr beeindruckt und des Lobes
voll über die von ihnen entsandten Chorleiterinnen Yandiswa Mcoyana und Zoliswa
Mtiya und den Lerneifer der deutschen Teilnehmenden.
Diese drehten den Spieß plötzlich um und wünschten,
dass die hohen Herren und Damen aus Südafrika wenigstens ein deutsches Lied einüben
sollten, und zwar genau nach der Methode, wie sie ein Xhosa-Lied nach dem
anderen erlernten. „Hejo, spann den Wagen an“, war für diesen Zweck bereits
auf das bewusste Flippchart geschrieben. Aber wie schwer ist schon das Wort
„hejo“ - nicht „hijo!“ – auszusprechen. Wie erklärt man „goldne
Garben“? Der Rhythmus war schnell erfasst und mitgeschlagen, der Text vor- und
nachgesprochen, die Melodie zeilenweise übernommen. Nach einer Viertelstunde
konnten die Südafrikaner das ganze allein singen, erkannten das Lied als Kanon,
der ganze Saal stimmte ein und wollte nicht aufhören, die ersten standen auf
und bewegten sich im Takt. Wen hielt es da noch auf den Plätzen?
„Das wiederholen wir in der Leeser Kirche am Freitag!“
Der Vorschlag wurde mit Beifall aufgenommen. Ob der Funke noch einmal so überspringt?
Auf dem geplanten Programm stehen die erarbeiteten afrikanischen Lieder für
verschiedenste Anlässe: Geburtstage, Hochzeiten, bei der Arbeit oder für
Gottesdienste. Nach dem Werkstattbesuch ist ein viel versprechendes Programm in
Leese zu erwarten.
Im ersten Teil sollen die südafrikanischen Gäste typisch
deutsche Art zu musizieren kennen lernen: Dazu vereinen sich Bläser aus den
Posaunenchören von Wiedensahl, Uchte und Landesbergen und spielen unter Leitung
von Kreis-Chorwart Heiko Deterding auf.
Der Eintritt zum Konzert heute 190.30 Uhr ist frei.
Spenden am Ausgang helfen, die Singwoche wie die laufende Partnerschaftsarbeit
des veranstaltenden Kirchenkreises Stolzenau-Loccum zu finanzieren.