Alles beginnt mit dem Anmeldeabend für Eltern und Konfirmanden vor den Sommerferien, den eigentlichen Start bildet dann freilich das Begrüßungs-Wochenende nach den Ferien mit einer Zelt-Übernachtung im Gemeindehausgarten sowie dem Begrüßungs-Gottesdienst.
Die erste Phase ist bestimmt durch das Kennenlernen der Gemeinde und der Kirche sowie des Gottesdienstes und der Bibel. Der Konfirmanden-unterricht erfolgt 14tägig für 90 Minuten und beginnt mit einem Stuhlkreis, in dem ein biblisches Wort im Zentrum steht, das ein/e Vorkonfirmand/in ausgesucht hat. Zur Gitarre werden zudem gängige Lieder eingeübt. Das Ende dieser ersten Phase bildet das Krippenspiel im Stallgottesdienst am Heiligen Abend, das im Dezember des ersten Konfirmandenjahres einstudiert wird. Die zweite Phase startet mit einem Unterrichtsblock zu Fragen von Kirchenjahr, Glaubensbekenntnis und Gebet und sie schließt ab mit der 3tägigen Fahrradfreizeit im Alten Forsthaus in Uetze-Katensen.
Überhaupt liegt uns daran, die Konfirmandenzeit nicht zu kostenintensiv zu gestalten und möglichst die Jugendlichen zu eigener Aktivität anzuleiten. Dazu gehört auch das Fahrradfahren und das intensive Erleben von Gottes Schöpfung. Um dieses Thema kreist auch die Fahrradfreizeit, während der wir an einem Nachmittag den Katenser Wald hautnah wahrnehmen und Kunstwerke zum Zusammenhang von Glaube und Schöpfung erstellen.
Die dritte Phase ist die diakonische Zeit: Wir nehmen die diakonischen Arbeitsfelder wahr, indem wir ein Seniorenheim (zumeist das Philipp-Spitta-Heim in Peine) und eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung (zumeist im Lehmkuhlenweg in Peine) besuchen. Darüber hinaus fällt in diese Frühsommerzeit des ersten Konfirmandenjahres die Teilnahme am kirchenkreisweiten Konfirmandentag, an dem mehr als 300 „Konfis“ aus unserem Kirchenkreis mitmachen. Neben thematischen Workshops feiern wir hier einen großen Jugendgottesdienst und kämpfen um den Konfi-Cup, den unsere Konfirmanden bereits zweimal gewonnen haben (2004 und 2007).
Nach den Sommerferien starten wir in die vierte Phase, indem wir einen Konfirmanden-Tag mit Eltern gestalten, bei dem die Eltern einzelne Stationen zum Thema „Abendmahl“ selbst erarbeiten und für ihre Jugendlichen anleiten. Am Schluss dieses Tages steht die Zulassung zum Abendmahl, intensiv gefeiert mit Eltern und Konfirmanden im Altarraum unserer Kirche. Thematisch geht es in der Folge um die Taufe, Tod & Leben sowie den Frieden. Deshalb erarbeiten die Konfirmanden nun die Friedensandachten der Friedensdekade und werden noch einmal diakonisch tätig. In der Advents-Sing-Aktion gehen wir in kleinen Gruppen durch unser Dorf und singen traditionelle Adventslieder für hochbetagte oder kranke Menschen in unserer Gemeinde – ein unglaublich intensives Erlebnis für alle Beteiligten.
In der fünften Phase steuern wir auf die Konfirmation zu, fahren auf eine 3tägige Freizeit in den Harz und die Konfirmanden gestalten ihren Vorstellungsgottesdienst vollständig selbst – inklusive Predigt (überhaupt wirken sie inhaltlich in vier Hauptgottesdiensten mit). Der Vorstellungsgottesdienst ersetzt die frühere „Prüfung“, weil die Jugendlichen hier umsetzen, was sie erlernt haben. Außerdem müssen sie die Kerntexte unseres Glaubens auswendig lernen und mindestens drei unserer Gemeindegruppen besuchen, um zu spüren, dass eine christliche Gemeinde sehr vielgestaltig ist.
Das alles wäre nicht leistbar, wenn nicht jugendliche Teamer die Konfirmandenarbeit bereichern würden. Sie nehmen als Betreuer an den Freizeiten teil und gestalten den 14tägigen Konfirmandentreff, bei dem sich die jeweilige Gruppe außerhalb jeder unterrichtlichen Verpflichtung trifft, um als Gruppe besser zusammen zu wachsen und kreativ zu sein.
Am Ende steht der Elternabend vor der Konfirmation mit dem obligatorischen Feedback von Konfirmanden und Eltern sowie das gemeinsame Schmücken der Kirche vor dem großen Fest und schließlich der Abendmahls- und der Konfirmationsgottesdienst (in der Regel am ersten Sonntag nach Ostern – „Quasimodogeniti“). Die Feedbacks der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass dieses System sehr gut angenommen wird, auf klar geäußerten Wunsch hin werden wir demnächst noch einen Gottesdienst hinzufügen, den die Konfirmanden zusammen mit ihren Eltern erarbeiten und gestalten.
Pastor Dr. Joachim Jeska