Wir tragen viele Masken ... und haben kein Gesicht??

 

»Besonderer Gottesdienst« am 18. Februar 2001

 

Ein Gottesdienst, in dem ein Minister seiner gewalttätigen Vergangenheit begegnet und sich endlich mal traut, die Wahrheit zu sagen, ein Anlagebetrüger neue Erfahrungen macht und darüber nachgedacht wird, weshalb Masken (auch christliche Masken) ziemlich anstrengend sind.


Ablauf:


Orgelvorspiel
1. Szene: Der Untersuchungsausschuss
(Sie finden die Szene hier ...)
Begrüßung:
Ja, das ist wohl ein bisschen Utopie, dass es so einfach wäre, die Zwänge des Politikgeschäfts hinter sich zu lassen, weil man eine Kinderfreundschaft wieder aufnehmen will. Gerade da, wo überall die Fernsehkameras dabei sind, da können Menschen kaum auf Masken verzichten. Und wer sie verliert, der ist draußen.

Ich begrüße Sie zu unserem »Besonderen Gottesdienst« mit dem Thema »Wir tragen viele Masken – und haben kein Gesicht?« . Gottes Friede sei mit euch allen!

Wenn wir Masken nur zur Karnevalszeit tragen würden, dann wäre alles halb so wild. Die paar tollen Tage hat man früher dann in der Passionszeit abgebüßt, und das war es. Viel gefährlicher sind die Masken, die wir ein ganzes Jahr lang tragen, und von denen wir manchmal gar nicht mehr wissen, ob es Masken sind, oder ob sie schon angewachsen sind und zu uns selbst gehören.

Im asiatischen Kulturkreis heißt es es, wenn jemand diese Maske nicht mehr aufrechterhalten kann, dann »verliert man das Gesicht«, und das ist so ziemlich das Schlimmste, was einem passieren kann. Und nicht umsonst richten sich bei uns die Fernsehkameras oft in Großaufnahme auf das Gesicht von Politikern, um herauszufinden, ob sie ihr Gesicht wahren können oder die Kontrolle über ihre Gesichtszüge verlieren. Aber was wir verlieren, wenn wir unser Gesicht verlieren, ist das denn wirklich unser Gesicht? Das sind wir doch eigentlich gar nicht, das war nur unsere Maske, unser Schutz.

Und es gibt zwei Wege, wie wir diesen Schutz verlieren können: entweder, indem jemand uns den gewaltsam wegnimmt, uns die Maske vom Gesicht reißt, und das fürchten wir alle; oder aber: wenn unser Wunsch, echt zu sein, so stark ist, dass uns das wichtiger ist als unsere Maske. In der Szene gerade haben wir das erlebt, wie einer spontan seiner Sympathie gefolgt ist, und wie dann der dritte auch gern dabei gewesen wäre. Und genauso kann der Kontakt zu Gott so wichtig sein für einen Menschen, dass er dafür bereit ist, seine Maske abzulegen. Denn wirkliche Freundschaft gibt es nur zwischen echten Personen. Man kann nicht mit einer Oberfläche befreundet sein. Und Gott möchte uns selbst erreichen, nicht die Bilder, die wir für uns machen. Und dann werden wir sehen, wie gut es ist, dass wir uns vor Ihm nicht verstecken brauchen.

Lied: Wir kommen zu dir ...
Gebet
Lied: Die Güte des Herrn


Lesung (Lukas 19,1-9)


Glaubensbekenntnis

Lied EG 295,1-4: Wohl denen, die da wandeln

2. Szene: Zachäus - Wege der Umkehr
(den Text der Szene finden Sie hier ...)

Musikteam: Oft frag ich ...

Predigt (den Text der Predigt finden Sie hier ...)

Lied LB 266: Niemand als du Herr

Abkündigungen

Lied EG 346,1-5: Such, wer da will ein ander Ziel

Fürbittengebet
Stille
Vaterunser
Segen

Musikteam: Land der Ruhe




Letzte Änderung: 24. Februar 2001

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Besonderer Gottesdienst am 18. Februar 2001


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