Jemand muß es tun! (Markus 8,34-35)


 

»Besonderer Gottesdienst« am 18. Juni 2000


 

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Ein Gottesdienst, der die Kosten der Nachfolge nicht verschweigt, der sie aber herausholen will aus einem neurotischen Zusammenhang, in dem es manchmal so aussehen kann, als sei Gott daran interessiert, dass es uns nicht gutgeht ...

Hier finden Sie die Predigt.




Ablauf:




Orgelvorspiel

1. Szene: Jemand muss es tun!
Das Stück stammt aus der »Willow Creek«-Edition des Verlages Projektion J und kann hier aus Urheberrechtsgründen nicht veröffentlicht werden.

Begrüßung:
Ich begrüße Sie zu unserem Besonderen Gottesdienst mit dem Thema »Einer muss es tun«. Das Thema ist stark vorbelastet - den einen extremen Standpunkt haben wir gerade gehört und gesehen: »Wenn es nicht weh tut, dann zählt es auch nicht - oder?« Das hat seine innere Logik: wenn wir Gott etwas von unserer Zeit geben wollen, dann ist dieses Geschenk um so größer, je unangenehmere Dinge wir in dieser Zeit tun. Diese Logik kennen wir ja auch unter Menschen: ein großes, teures Geschenk kann zeigen, wieviel mir an jemand liegt. Und wenn ich jemand eine große und unangenehme Aufgabe abnehme - also wenn ich z.B. für ihn einen langwierigen Behördengang erledige - das zählt mehr, als wenn ich für ihn einen Spielfilm zu Ende sehe, damit ich ihm dann den Schluss erzählen kann.

Die eigentliche Frage ist aber: muss es denn »zählen«, was wir für Gott tun - und vielleicht muss das ja unter Menschen auch nicht sein! Muss sich eigentlich das Verhältnis zwischen Personen so abspielen, dass man ganz besonders darauf schaut, was denn wohl der andere für mich einsetzt und opfert? Wenn wir glauben, dass Gott vor allem darauf achtet, ob wir auch genug Unangenehmes für ihn ertragen, was für ein Gottesbild haben wir dann? Wir stellen uns dann Gott vor wie jemanden, der sich am Abend seines Geburtstages hinsetzt und nachrechnet, wie teuer die Geschenke waren, die er bekommen hat. Das kann es ja wohl nicht sein!

Wir wissen natürlich alle, mindestens theoretisch, dass eine Beziehung ihren Preis hat. Für eine wirklich tiefe und feste Beziehung, sei es zu Gott oder zu Menschen, müssen wir irgendwann auch schmerzliche Entscheidungen fällen und harte Dinge auf uns nehmen. Wenn zwei Menschen heiraten, dann versprechen sie sich, dass sie ihr Schicksal für die guten und für die bösen Tage miteinander verbinden. Das gehört dazu.

Aber wenn einer extra darauf achtet, ob der andere auch genug Unangenehmes auf sich nimmt und ihm nur dann seine Liebe glaubt, wenn er genug für ihn opfert, da stimmt was nicht, das ist krank, da ist jemand extrem unsicher in der Beziehung, aus welchem Grund auch immer, und wir wollen uns ja wohl Gott nicht vorstellen wie einen neurotischen Ehepartner.

Andererseits: es gibt unangenehme Dinge, die müssen getan werden. Der unerledigte Abwasch, den wir diesmal als Symbol für den Gottesdienst gewählt haben, der muss ja irgendwann gespült werden. Und die Bibel redet wirklich davon, dass in der Nachfolge Jesu auch unangenehme Dinge auf uns warten, Dinge, die nicht schön und nicht leicht sind, auf die wir uns nicht freuen. Jesus selbst wäre froh gewesen, wenn ihm das Kreuz und auch manches andere erspart geblieben wäre. Er hat es trotzdem getan - aber nicht, um Gott seine Liebe zu beweisen. Sondern einfach, weil es nötig war.

Die unangenehmen Dinge, die wirklich von uns gefordert werden, das Kreuz, das wir tatsächlich in der Nachfolge Jesu auf uns nehmen sollen - dies alles herauszuholen aus einem neurotischen und kranken Zusammenhang - darum soll es heute gehen. Damit die Nachfolge Jesu im Ganzen etwas Schönes und Befreiendes bleibt und nicht Menschen niederdrückt und freudlos macht.


Lied: Wir kommen zu dir
Gebet
Musikteam: Reinige mein Herz
Gebet
Lied: Niemand als du, Herr



Lesung: Markus 8,31-38

31 Danach begann Jesus den Jüngern klarzumachen, was Gott mit ihm vorhatte: dass der Menschensohn vieles erleiden und von den Ratsältesten, den führenden Priestern und den Gesetzeslehrern verworfen werden müsse, dass er getötet werden und nach drei Tagen auferstehen müsse. 32 Jesus sagte ihnen das ganz offen.

Da nahm Petrus ihn beiseite, fuhr ihn an und wollte ihm das ausreden. 33 Aber Jesus wandte sich um, sah die anderen Jünger und wies Petrus scharf zurecht. »Geh weg!« sagte er. »Hinter mich, an deinen Platz, du Satan!« Deine Gedanken stammen nicht von Gott, sie sind typisch menschlich.«

34 Dann rief Jesus die ganze Menschenmenge hinzu und sagte: »Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. 35 Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren. Aber wer sein Leben wegen mir und wegen der Guten Nachricht verliert, wird es retten.

36 Was hat ein Mensch davon, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber zuletzt sein Leben verliert?

37 Womit will er es dann zurückkaufen?

38 Die Menschen dieser schuldbeladenen Generation wollen von Gott nichts wissen. Wenn jemand nicht den Mut hat, sich vor ihnen zu mir und meiner Botschaft zu bekennen, dann wird auch der Menschensohn keinen Mut haben, sich zu ihm zu bekennen, wenn er in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln kommt!«




Lied: Der du in Todesnächten ...

2. Szene: Wer sein Leben liebt ...

Lied: Wohl denen, die da wandeln
Predigt
Musikteam: Danke
Abkündigungen
Lied: Dir, dir o Höchster will ich singen
Fürbitte
Segen
Lied: Friede wie ein Strom





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