martini

Ev. luth. Martini-
Kirchen-
gemeinde Buer

 

Die Kirche

150 Jahre Martinikirche - FotosDie St. Martinikirche in Buer wurde in den Jahren 1852 bis 1855 erbaut und am Reformationstag, 31. Oktober 1855 eingeweiht. Sie bildet den Mittelpunkt einer historischen Kirchenburg mit vielen schönen und alten Fachwerkfassaden. An gleicher Stelle stand bis 1852 eine kleinere Kirche, deren Grundsteinlegung man auf das Jahr 1111 datiert. Deren Vorgängerin soll eine Holzkirche gewesen sein, die bereits um 1000 erbaut worden war.

Schon aus der Ferne fällt der lange, spitze Kirchturm als Wahrzeichen des Ortes Buer auf. Er ist 56 m hoch und wird im Volksmund "Bueraner Bleistift" genannt. Er beherbergt in seiner Glockenstube vier Glocken, die aus dem Jahre 1948 stammen. Das Geläut umfast die Töne es, ges, as und b.

An der Westseite der Kirche befinden sich drei große Portaltüren. Nach dem Eintritt durch das Hauptportal informiert eine Glasvitrinie über Pastoren und Superintendenten, die in der Martinikirche und ihrer Vorgängerkirche das Wort Gottes verkündet haben.

Über der Zwischentür zum Kirchenraum erinnert eine in Blei gefasste Glasmalerei an die Legende des St. Martin, der dieser Kirche ihren Namen gegeben hat.

Ein langer und sehr hoher Kirchenraum erwartet den Besucher und die Besucherin. Das im Rundbogenstil des Historismus erbaute Gotteshaus erhält durch die vielfache Verwendung von Holz als Baumaterial eine besonders warmen Charakter. Rundbögen verschiedener Art prägen den Kirchenraum, in dem etwa 1000 Gläubige einen Sitzplatz finden können.

Die letzte Innenrenovierung der Martinikirche wurde 1981 beendet. Dabei wurde ein besonderer Wert auf die Rekonstruktion der ursprünglichen, sehr aufwendigen Ausmalung gelegt, nachdem 1955 eine nicht weniger kunstvolle Ausmalung aus dem Jahre 1905 einem schlichten, weißen Gewand weichen musste.

Schreitet man durch den Mittelgang der Kirche zum Altarraum, werden die Kunstgegenstände der Kirche sichtbar. Den Blickfang im Altarraum stellt das Altarbild aus dem Jahre 1856 mit dem Auferstandenen dar, gemalt von Adolf von Krehling. Die kleine Kanzel auf der linken Seite des Chorraumes wurde 1721 durch einen niederländischen Künstler gefertig und stammt aus der alten Kirche, die im Barockstil eingerichtet war. Die Predigten an Sonn- und Feiertagen werden heute wieder von dieser Kanzel aus gehalten. Dagegen ist die große Kanzel auf 7 Meter Höhe die höchste dieser Art in der Hannoverschen Landeskirche. Sie findet nur noch in den Gottesdiensten an Heiligabend Verwendung.

Der als Baumaterial verwendete heimische Sandstein findet sich auch im kunstvoll gearbeiteten Taufstein wieder. Blickt man in den blauen Himmel des Chores mit seinen aus echtem Blattgold gefertigten Sternen, so fällt das große Kruzifix auf. Der holzgeschnitzte Christus vom sogenannten "Osnabrücker Meister" (um 1500) entstammt wie die kleine Kanzel aus der alten Kirche.

Die von Gemeindegliedern gestifteten Fenster im Altarraum stammen aus dem Jahre 1905 und zeigen von links nach rechts die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, über denen die Zinnen des Himmlischen Jerusalems dargestellt sind. Die den Evangelisten zugeordneten Symbole befinden sich darunter. Die Darstellung des Sündenfalls "versteckt" sich hinter dem Altarbild auf den mittleren Fenstern des Chorraumes. Neben Adam und Eva finden sich Tiere auf der Weide des Paradieses wieder.

Auf der Westempore befindet sich ein prachtvoller klassizistischer Orgelprospekt, hinter dem in der Vergangenheit ein großes und kräftiges Orgelwerk mit 3 Manualen und Pedal stand. Diese Orgel war 1931 in der Osnabrücker Orgelbauanstalt Rohlfing gebaut worden und hatte eine pneumatische Spielanlage. Im Jahre 1981 erfolgte ein Umbau durch die Orgelfirma Steinmann aus Vlotho. Seither besitzt die Orgel 26 Register auf zwei Manualen mit Schleifladenmechanik. In der Krone des Orgelgehäuses ist eine Uhr installiert, die mit der Kirchturmuhr verbunden ist.

Text: Matthias Breitenkamp

Das Buch zum Jubiläum

Festheft anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Martinikirche 2005

- mit einer ausführlichen Kirchenführung (ab S. 23)

das Heft zum Ansehen online

Das Buch über die Geschichte der Martinikirche

Sie erhalten es im Pfarrbüro, oder bestellen Sie es einfach unter

info@martinibuer.de

 

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