Archiv
- Pastor Ulrich Menzel aus der Kirchengemeinde verabschiedet
- Frauen bereiten gemeinsam den Weltgebetstag vor
- Petrusbücherei: renoviert und mit EDV
- Aufruf an Wähler und Kompliment für Kandidaten
- Seniorinnen mit viel Jugendlichkeit gestalten Krippenspiel
- Ehrenamtliche sorgten für gelungenen Weihnachtsmarkt
- Lange krank – Arbeitsplatz trotzdem behalten
- Nach zahlreichen Sitzungen Basis für die gemeinsame Zukunft
- Manche Reaktionen waren erschreckend
- Viele Glückwünsche zu frisch sanierten Räumen
- Pfändungsschutz-Konto vermeidet Zahlungsunfähigkeit
- Auch die Tipps früherer Chefs wurden gern angenommen
- „Die Orgel im Klassenzimmer“ faszinierte auch Konfirmanden
- Kinderkleiderladen: warme Sachen zu kleinen Preisen
- Drei Leeraner auf der Konferenz für Jugendarbeit in Sibirien
- Jetzt gehören die Paramente der Kirchengemeinde
- "Klar zum Entern"
- „Weglaufen vor Ängsten bringt nichts“
- Beifall für das neue und wärmer klingende Geläut
- Kirchenstiftungen „Apfelbäumchen“ der Gemeinden
- Für den Landesbischof gab es vieles zum Staunen
- „Kinder werden Kartoffeln nun anders begegnen“
- Im Kindergottesdienst alle „unter einen Hut“ bringen
- Publizistischer Beirat tagte in Leer“
- Balance zwischen Tradition und Neuem gemeistert
- Gemeinde und Pastor dankbar für 25 gemeinsame Jahre
- Eine Nestschaukel für „Die kleine Eule“
- Kulturnacht sorgte für stimmungsvolles Miteinander
- Einen Namen hat der neue Kirchenkreis schon
- Taufe als Dienstleistung oder missionarischer Auftrag
- Ob mit oder ohne Schirm: Alle Besucher „Optimisten“
- Hausaufgabenhilfe für Migrantenkinder wird unterstützt
- Statt auf zwei ging es auf vier Rädern zu den Gotteshäusern
- Mitwirkung an Buch der Landeskirche
- „Ein attraktives Programm gestrickt“: Altstadtkirchen laden zur Kulturnacht ein
- Waldgottesdienst auf Gut Stikelkamp
- Gemeinden laden zu „Kirche auf Rädern“ ein
- Unter 100.000 Gästen auch viele Ostfriesen beim Glaubensfest
- Helfer in blauen Westen auf Bahnhöfen nicht wegzudenken
- „Leeraner Tafel“ braucht finanzielle Unterstützung
- Statt Zwei-Euro-Stücken alte Fußball-Münzen zurück
- Nun eine gemeinsame Verwaltungsstelle für drei Kirchenkreise
- Gute Chancen für das Mehrgenerationenhaus in Leer
- Nach 50 Jahren Abschied als Kirchenmusikerin
- Mehr als 50 Mädchen und Jungen in der Kinderbibelwoche
- „Ein Zufluchtsort für die Seele“
- „Jahreszeiten im Leben einer Frau“ beleuchtet
- Mehrgenerationenhaus hofft auf Unterstützung
- Diakonie in die Gemeindearbeit einbinden
- Kirchenkreistag: Mit Hilfe für Japan Zeichen setzen
- Bibliothek lädt mit Geschenken zu sich ein“
- Schon mit den Kleinsten Gottesdienst feiern
- Neue Ideen für die Gestaltung von Kindergottesdiensten
- Mitarbeiter fühlten sich informiert und inspiriert
- Müttern Mut zur Kur machen
- Tischfußball im Juca zugunsten Japan-Hilfe
- Kirche muss bei Unrecht „dem Rad in die Speichen fallen“
- Gottesdienst mit „Phantasie und Liebe“
- Wunderbare Musik bei Kerzenschein faszinierte
- Frühere Konfirmandin überzeugt Pastor
- Stimmungsvoller Einstand beim „Lebendigen Adventskalender“
- Nicht allen gefallen wollen
- Zweiter Weihnachtsmarkt in der Oststadt lockte viele Besucher
- Hilfe für junge Menschen beim Weg in die berufliche Zukunft
- Auch Kirchenkreis Leer will Energieanbieter wechseln
- Kirchenkreis will einen Fundraiser einstellen
- Kirchenkreistag stimmt der Umgliederung von Gemeinden zu
- Seit zehn Jahren „Frühstück für jedermann“
- Alle haben nach der Pfeife des Todes zu tanzen
- Friedhöfe und faszinierende Grabsteine auf Bilder gebannt
- Kirchturm im Dunkeln sichtbar - mit wenig Energieverbrauch
- Hilfe für junge Menschen beim Weg in die berufliche Zukunft
- „Stürme und unruhige See gehören zum Leben“
- „Totentanz“ als Theater in der Lutherkirche
- „Herrlicher Tee und wunderbare Atmosphäre“
- „Der Orden ist mehr als eine fromme WG“
- Bläser stimmten sich auf neuen Kirchenkreis ein
- Frauen aus dem Sprengel setzten Segel
- Dem Koma-Trinken junger Menschen früh entgegentreten
- Nach anfänglichem Herzklopfen immer selbstbewusster
- Mit der Öffentlichkeitsarbeit auf einen neuen Weg eingelassen
- „Klöster in Ostfriesland“ als Vortragsreihe im Herbst
- Zukunftskonferenz machte Mut für neuen Kirchenkreis
- Kirchenpräsidentin aus Indien dankte für Unterstützung
- Ein Künstler mit Liebe zum Holz und zur Kettensäge
- Erfahrene Mutter an der Seite gibt ein gutes Gefühl
- Gute Kontakte zwischen Omsk und Leer
- Keine gentechnisch veränderten Pflanzen auf kirchlichen Ländereien
- "Dem Juca geht es gut!"
- In sieben Jahren diakonische Arbeit mit über 60.000 Euro gefördert- Stiftung Diakonie im Landkreis Leer / Spende an Kinderschutzbund aktuelles Beispiel
- Solidarität für Menschen in Krisen gefordert - Mitgliederversammlung des Kreisverbandes des Diakonischen Werkes für den Landkreis Leer / Beratungsstellen verzeichnen hohe Auslastung
- „Manchmal spielt auch das Leben Foul“
Pastor Ulrich Menzel aus der Kirchengemeinde verabschiedet
28.01.2012
Bis zur Neubesetzung der Stelle in Jherings-/Boekzetelerfehn ist das Pastorenehepaar Liebermann-Garbers Ansprechpartner
kkl Jherings-/Boekzetelerfehn. Zum letzten Mal stand am Sonntag Pastor Ulrich Menzel auf der Kanzel der Johanneskirche in Jherings-/Boekzetelerfehn. Er hielt seine Abschiedspredigt. Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde und ihr Kirchenvorstand müssten sich nun auf die Herausforderungen der Vakanz einstellen, sagte Superintendent Burghard Klemenz. Das Pastorenehepaar Dorle Liebermann-Garbers und Hans-Peter Garbers aus Stiekelkamperfehn werde bis zur Neubesetzung der Stelle die Vertretung übernehmen.
Vor sechseinhalb Jahren hatte Pastor Menzel gemeinsam mit seiner Frau, Pastorin Anita Schürmann-Menzel, aus Wiegboldsbur kommend den Dienst in Jherings-/ Boekzetelerfehn übernommen. Die Kinderkirche sei aufgeblüht, die langgehegten Pläne für den Umbau des Gemeindehauses umgesetzt worden und auch im musikalischen Bereich habe sich viel getan, führte Superintendent Klemenz als Beispiele für gelungenes Engagement an. Aber alles, was anderen Menschen geschehe, könne auch Pastoren passieren. Ende 2010 habe sich Anita Schürmann-Menzel von ihrem Mann getrennt und die Gemeinde verlassen. In den vergangenen Monaten habe Ulrich Menzel als alleinerziehender Vater festgestellt, den Ansprüchen der Gemeinde nicht gerecht werden zu können.
Im Namen des Kirchenvorstandes dankten Anolde Boelsen und Hans-Jörg Martens dem scheidenden Pastor für seinen Einsatz. Dazu habe eine intensive Konfirmandenarbeit gezählt. „Wir haben ihn auch gern im Kirchenchor gehört und ihn als lieben Menschen kennen gelernt“, sagte Boelsen. Martens überreichte Menzel ein Kreuz mit einer Friedenstaube. Für musikalische Überraschungsgeschenke sorgten der Kirchenchor unter der Leitung von Gerhard Schoone, Dr. Cathrin a Campo aus Emden als Solo-Sängerin sowie Kirchenkreiskantor Matthias Eich (Flügel) und seine Frau Jane (Violine).
Pastor Menzel war in seiner Predigt auch auf seine persönliche Situation eingegangen. „Ich stehe als jemand hier, der Schwä-chen und Fehler einräumen muss“, sagte er. Er sei dankbar für alle Unterstützung, die er in der Gemeinde erfahren habe. Beim Empfang im Gemeindehaus wies er darauf hin, dass er im Februar vorläufig eine halbe Stelle in der Jugendarbeit im Kirchenkreis Emden übernehme. Danach müsse sich seine berufliche Zukunft noch klären.
Die Reihe der Grußworte eröffnete Anton Lücht als Bürgermeister der Gemeinde Moormerland. Er dankte Menzel auch für des-sen kulturelles Engagement. Gute Wünsche gaben auch Vertreter aus benachbarten Gemeinden, aus Vereinen, Chören und aus der Mitarbeiterschaft dem Geistlichen mit auf den Weg.
Die Kirchenvorstands-Mitglieder Hans-Jörg Martens und Anolde Boelsen (verdeckt) überreichten Pastor Ulrich Menzel zum Ab-schied aus der Kirchengemeinde Jherings-/ Boekzetelerfehn ein Kreuz mit einer Friedenstaube. Superintendent Burghard Klemenz (links sitzend) hatte Menzel von den Aufgaben in der Gemeinde entpflichtet. Foto: Dübbel.
Frauen bereiten gemeinsam den Weltgebetstag vor
28.01.2012
Ökumenische Gottesdienste am 2. März / Anregungen für die Gestaltung gab es beim Treffen im Reformierten
kkl Leer. Kreative Stunden verbrachten 64 Mitarbeiterinnen der kirchlichen Frauenarbeit aus dem Kreis Leer miteinander, die im Gemeindehaus der Großen Kirche in Leer zu einer Werkstatt zum Weltgebetstag zusammenkamen. Hanna Wolterink von der Reformierten Gemeinde Leer hatte sie zu dieser ökumenischen Vorbereitungsrunde begrüßt. Dazu lädt in jedem Jahr eine der beteiligten Gemeinden ein.
“Steht auf für Gerechtigkeit“ lautet das diesjährige Thema des Weltgebetstages, der am 2. März gefeiert wird. Christinnen aus Malaysia haben diesmal die Gebetsordnung zusammengestellt. Der ökumenische Vorbereitungskreis in Leer bot den Teilnehmerinnen Anregungen für die Gestaltung der Gottesdienste in ihren Gemeinden. So informierten Mitarbeiterinnen über das Land Malaysia, seine Geschichte, seine Menschen und ihren Glauben. Unter der schwungvollen Leitung von Christa Pollmann-Busch übten die Frauen mit viel Freude neue Lieder ein.
Hanna Wolterink wies auch auf Ungerechtigkeiten in Malaysia hin. Viele Frauen und Mädchen in Malaysia, vor allem Migrantinnen, arbeiteten als Hausangestellte unter menschenunwürdigen Bedingungen. Das Deutsche Weltgebetstagskomitee und die malaysische Frauenrechtsorganisation Tenaganita hätten deswegen eine Unterschriftenkampagne gestartet: Sie fordern die Malaysische Regierung auf, die Situation von Hausangestellten in Malaysia zu verbessern.
„Frauen aller Konfessionen laden ein“, heißt es im Untertitel des Weltgebetstages. Sie freuen sich, wenn zu den Gottesdiensten auch Männer kommen.
Zu einer Werkstatt für den ökumenischen Weltgebetstag kamen im Gemeindehaus der Großen Kirche in Leer 64 Mitarbeiterinnen der kirchlichen Frauenarbeit im Kreis Leer zusammen. Beim Einzug symbolisierten fünf Frauen unterschiedliche Religionen in Malaysia, dem Land, aus dem die Gebetsordnung in diesem Jahr stammt. Foto: Dübbel.
Petrusbücherei: renoviert und mit EDV
28.01.2012
kkl Leer. Nach 18 Jahren ihres Bestehens hat in die Evange-lisch-lutherische Petrusbücherei Leer-Loga die elektronische Datenverarbeitung (EDV) Einzug gehalten.
Die Ausleihen werden nun im Computer verzeichnet, am persönlichen Umgang des ehrenamtlichen Teams mit den Lesern soll sich aber nichts ändern. Leiterin Regina van Lengen freut sich außerdem über die gelungene Renovierung der kleinen Bibliothek an der Ecke Verbindungsweg/Weidenweg.
Zum Bestand der Petrusbücherei gehören 2500 Medien – darunter Romane, Bilderbücher, Kinder- und Jugendbücher, Sachbücher, Kinder-Kassetten, Hörspiel-CDs und DVDs. Interessierte sind unabhängig von der Konfession willkommen. „Gucken kostet nichts – das Ausleihen auch nicht“, sagt Regina van Lengen. Jeweils sonntags von 11 bis 12 Uhr und mittwochs von 16 bis 18 Uhr ist geöffnet.
„Wir haben ein tolles Team, das mit anpackt“, erzählt die Büche-rei-Leiterin. Das habe sich auch bei der Renovierung gezeigt, als es galt, alles auszuräumen, zu tapezieren und Bücher und übriges Inventar wieder einzusortieren. Die Anerkennung ist gegenseitig: „Wir wüssten gar nicht, was wir ohne Regina machen sollten“, sagen einige der neun Mitarbeiterinnen. Die Leiterin sei der „Motor“ des Teams. Und wenn zusätzliche Kräfte vonnöten seien, ließen sich auch Männer gern mit einbinden.
Das Team der Evangelisch-lutherischen Petrusbücherei Loga mit seiner Leiterin Regina van Lengen (links) und den jungen Besucherinnen Tabea (links) und Rachel. Foto: Dübbel.
Aufruf an Wähler und Kompliment für Kandidaten
06.01.2012
Die Superintendenten Dr. Friedhelm Voges (Emden) und Burghard Klemenz (Leer) informieren über die Kirchenvorstandwahlen am 18. März / Ab 8. Januar liegen Wählerverzeichnisse aus / Bis zum 30. Januar sind Wahlvorschläge möglich
kkl Leer/Emden. Am 18. März werden in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers neue Kirchenvorstände gewählt. Aufgerufen, ihre Stimme abzugeben, sind dann auch 29.908 Mitglieder im Kirchenkreis Leer und 17.358 Wahlberechtigte im Kirchenkreis Emden. Im Hinblick darauf, dass es ab Ja-nuar 2013 den neuen Kirchenkreis Emden- Leer geben wird, machten die Superintendenten Dr. Friedhelm Voges (Emden) und Burghard Klemenz (Leer) gemeinsam auf die Bedeutung der Wahlen aufmerksam.
Zwei markante Daten auf dem Weg bis zum Wahltermin nannten die Superintendenten: Ab dem 8. Januar liegen in den Gemeinden die Wählerverzeichnisse aus. Und der 30. Januar ist Endtermin für Wahlvorschläge. „Allen, die zu einer Kandidatur für den KV (Kirchenvorstand) bereit sind, gilt unser Dank“, sagte Burghard Klemenz. Kirchenvorsteher hätten die Möglichkeit zu gestalten und das Motto der Wahl „Gemeinde stark machen“ umzusetzen. Für manche Bewerber bedeute die Amtszeit von sechs Jahren eine besondere Herausforderung.
„Wir müssen allen Kandidaten ein besonderes Kompliment machen, weil sie sich nur mit ihrem eigenen Namen zur Wahl stellen“, betonte Friedhelm Voges: Im Gegensatz zur Politik gebe es keine Partei hinter ihnen. Für den Emder Superintendenten ist die KV-Wahl „ein Tag, der gleich nach Weihnachten kommt“. Damit spielte er auf die Wahl-Beteiligung an, die in Landgemeinden bis zu 30 Prozent betrage.
„Wer möchte, dass in der Kirche etwas bewegt wird, muss sich an der Wahl beteiligen“, appellierte Superintendent Klemenz. Das gelte sowohl für die Teilnahme als Kandidat wie auch als Wähler.
Beide Kirchenkreis-Chefs hoffen, dass die Bewerber alle Altersgruppen abbilden. Schön wäre es, wenn sich auch Frauen und Männer bereit fänden, die junge Familien repräsentierten, sagten sie.
Unter den Wählern sollten gerade die neu in eine Gemeinde Gezogenen darauf achten, ob sie auch in der Wählerliste verzeichnet sind, erklärte Klemenz. Wichtig waren ihm und Dr. Voges der Hinweis, dass es auch bei der Kirche die Möglichkeit der Briefwahl gibt.
Wählen und gewählt werden
Das Wahlrecht haben alle Kirchenmitglieder, die bis zum Wahltag 16 Jahre alt sind, am Wahltag der Kirchengemeinde angehören und in die Wählerliste eingetragen sind. Etwa drei Wochen vor der Wahl erhalten die Wähler eine Wahlbenachrichtigung.
In den Kirchenvorstand kann gewählt werden, wer am Wahltag 18 Jahre alt ist und der Kirchengemeinde länger als drei Monate angehört. Formulare für Wahlvorschläge gibt es in der Kirchengemeinde. Jeder Vorschlag muss von mindestens zehn Wahlberechtigten des Wahlbezirks unterschrieben sein. Der Wahlvorschlag kann einen oder mehrere Namen enthalten. Der Kandidat sollte auf dem Formular sein Einverständnis zur Aufstellung erklären. Ein vorgedrucktes Formular ist nicht vorgeschrieben, aber eine Hilfe zum richtigen Vorgehen. Bis zum 30. Januar muss der Wahlvorschlag beim Kirchenvorstand eingegangen sein.
Werben für die Teilnahme an den Kirchenvorstandswahlen: Superintendent Dr. Friedhelm Voges aus Emden (links) und Superintendent Burghard Klemenz aus Leer. Foto: Dübbel.
Seniorinnen mit viel Jugendlichkeit gestalten Krippenspiel
20.12.2011
Im Frühstückskreis der Kirchengemeinde entstand die Idee
kkl Stiekelkamperfehn. Senioren-Frühstückskreis – das klingt einfach nach gemütlicher Runde. In der evangelisch-lutherischen St. Nikolai-Kirchengemeinde Stiekelkamperfehn müsste der Begriff eigentlich ausgeweitet werden. Dort gehören beispielsweise Spiele, Sitztanz, Feiern zu besonderen Anlässen und sehr viel Singen dazu. Und jetzt haben sich sechs Teilnehmerinnen etwas Außergewöhnliches vorgenommen: Sie wollen am Heiligen Abend im Familiengottesdienst um 15 Uhr ein Krippenspiel geben. Dann werden ihnen Augen und Ohren gerade vieler kleiner Besucher zugewandt sein.
„Mit Feuereifer und klopfenden Herzen sind sie dabei, sich vor-zubereiten“, hat Pastor Hans-Peter Garbers beobachtet. Die Anregung zu der Krippenspiel-Aufführung ist von Horst Bosse gekommen. Der gehört zum Senioren-Frühstückskreis und liest dort auch Geschichten vor. Dabei entstand die Idee. Und jetzt probt er mit den Frauen unter musikalischer Begleitung von Hedwig Stickan das Stück zum Geschehen in der Heiligen Nacht. Eigentlich will der frühere Schulleiter der Grundschule Neukamperfehn nicht viel Aufhebens um seine Person. Aber dann kommt der Ruheständler, der sich vielseitig ehrenamtlich betätigt, doch ins Schwärmen: „In den alten Menschen steckt enorm viel Jugendlichkeit“, sagt Bosse. Das Miteinander mache Spaß.
Heide Pohl, die mit Gudrun Seemann den Frühstückskreis leitet – beide wirken auch mit – bestätigt die Begeisterung. „Einmal die Maria sein“, dieser Wunsch ist für sie in Erfüllung gegangen. Weitere Mitwirkende sind Rinna Fecht, Alice Trey, Marianne de Freese und Anna Plaster.
Der Senioren-Frühstückskreis besteht seit 16 Jahren. An jedem Dienstag um 10 Uhr kommt er im Gemeindehaus zusammen. Etwa 30 Teilnehmer sind dabei. Es gibt jedoch nicht nur das Frühstück, sondern später auch ein Mittagessen. Gesa Freuden-berg kocht ostfriesische Gerichte, so etwa Updrögt Bohnen und Grau Arften. Alles kommt frisch auf den Tisch. Insgesamt elf Frauen kümmern sich um die Organisation. „Das geht Hand in Hand“, erklärt Heide Pohl.
Zwischen den Mahlzeiten sind die Teilnehmer aktiv. Kontaktpflege ist ihnen auch wichtig. Kürzlich war der Kinderchor der Grundschule zu Besuch. Munter ging es auch bei der Verknobelung zu. Beim Krippenspiel können zwar nicht alle Senioren mitmachen, ein bisschen mitfiebern werden sie aber wohl doch.
Im Senioren-Frühstückskreis der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Stiekelkamperfehn entstand die Idee, das Krippenspiel aufzuführen: im Vordergrund die Mitwirkenden. Foto: Dübbel.
Ehrenamtliche sorgten für gelungenen Weihnachtsmarkt
20.12.2011
kkl Leer. „Toll, was die Ehrenamtlichen wieder geleistet haben!“ So kommentierte Pastorin Sigrid Duhm-Jäckel den Weihnachtsmarkt in der Leeraner Oststadt. Die Christuskirchengemeinde hatte dazu – wie in den beiden Jahren zuvor – eingeladen. Ebenso wie über den gelungenen Weihnachtsmarkt freuten sich die Verantwortlichen über die gute Resonanz beim anschließenden Gottesdienst. Bürgermeister Wolfgang Kellner hielt eine der insgesamt neun Lesungen. Zu den Mitwirkenden gehörten auch der Chor "Da capo", geleitet von Kirchenkreiskantor Matthias Eich, der erweiterte Posaunenchor der Christuskirche unter der Leitung von Manfred Wasserwerg und Organist Michael Busch an der Orgel. Der Erlös des Weihnachtsmarktes fließt karitativen Zwecken zu.
Vor der Christuskirche und rund um das Katharina-von-Bora-Haus präsentierte sich der Weihnachtsmarkt in der Leeraner Oststadt. Er fand auch im dritten Jahr viel Resonanz. Foto: Dübbel.
Lange krank – Arbeitsplatz trotzdem behalten
20.12.2011
Mitarbeiterversammlung des Kirchenkreises Leer tagte / Dienstvereinbarung "Betriebliches Eingliederungsmanagement"
kkl Leer. Auch wenn ein Beschäftigter über längere Zeit hinweg krank gewesen sei, solle er nicht Angst um seinen Arbeitsplatz haben müssen. Das sagte in der Mitarbeiterversammlung des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Leer Siegfried Wulf. Er kommt aus Hameln und ist Vorsitzender des Gesamtausschusses der Mitarbeitervertretungen der lutherischen Landeskirche Hannovers. Sein Referat über das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) stand im Mittelpunkt des Treffens
Gertrud Ciesielski als Vorsitzende der Mitarbeitervertretung des Kirchenkreises Leer hatte die Teilnehmer im „Klottje-Hus“ des Heimatvereins in Leer begrüßt. Zu den Beschäftigten des Kirchenkreises gehören unterschiedliche Berufsgruppen wie Erzieherinnen, Küster, Kirchenmusiker, Diakone sowie Mitarbeitende aus verschiedenen Beratungsstellen und aus der Verwaltung. Zu Beginn des Jahres hätten die Mitarbeitervertretung und der Kirchenkreisvorstand eine Dienstvereinbarung über ein Betriebliches Eingliederungsmanagement geschlossen, sagte Ciesielski.
Das Sozialgesetzbuch verpflichtet Arbeitgeber dazu, allen Beschäftigten, die innerhalb eines Zeitraums von einem Jahr länger als sechs Wochen erkrankt waren, ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) anzubieten. Er empfehle, dieses Angebot anzunehmen und die Mitarbeitervertretung (MAV) einzubeziehen, sagte Siegfried Wulf. Im Grundsatz gehe es darum, gemeinsam herauszufinden, was getan werden könne, um den Arbeitsplatz dauerhaft zu erhalten. Das BEM sei nicht mit Wiedereingliederungs-Modellen zu verwechseln.
Superintendent Burghard Klemenz informierte über den Stand der Fusion, nach der im Januar 2013 zehn von 16 Gemeinden aus dem derzeitigen Kirchenkreis Emden und 16 von 19 Gemeinden aus dem jetzigen Kirchenkreis Leer zusammengeschlossen sein und den neuen Kirchenkreis Emden-Leer bilden werden. „Die Mitarbeiterstellen werden im Wesentlichen gehalten werden können“, sagte Klemenz mit Blick auf die Runde der Anwesenden.
Gertrud Ciesielski berichtete über die Arbeit der MAV. Der Informations-Austausch mit anderen Mitarbeitervertretungen in Ostfriesland und darüber hinaus habe dazu gehört. Die Zusammenarbeit mit der Personalabteilung des Kirchenamtes sei konstruktiv gewesen. Bei der Lösung von Konflikten habe die MAV Mitarbeiter unterstützt.
Siegfried Wulf, Vorsitzender des Gesamtausschusses der Mitarbeitervertretungen der lutherischen Landeskirche Hannovers, informierte über das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM).
Zur Mitarbeiterversammlung hatte die Mitarbeitervertretung des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Leer in das Klottjehus des Heimatvereins in Leer eingeladen. Fotos: Dübbel.
Nach zahlreichen Sitzungen Basis für die gemeinsame Zukunft
07.12.2011
Kirchenkreistage Leer und Emden kamen in Holtland zusammen / Zusammenschluss 2013 / Finanzplanung und Grundstandards vorgestellt
kkl Holtland. „Wir sind auf einem guten Weg“. Mit diesen Worten fasste Herbert Kroon als Vorsitzender des Kirchenkreistages Leer die Zwischenergebnisse der Gesamtplanung für den Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Emden-Leer zusammen. Die Kirchenkreistage Emden und Leer waren zur gemeinsamen Sitzung in Holtland zusammengekommen. In der Leitung wechsel-ten sich Kroon und der Emder Kirchenkreistagsvorsitzende Horst Maschmeyer ab.
Ab Januar 2013 werden zehn von 16 Gemeinden aus dem der-zeitigen Kirchenkreis Emden und 16 von 19 Gemeinden aus dem jetzigen Kirchenkreis Leer zusammengeschlossen sein. Im April des kommenden Jahres soll eine gemeinsame Finanzplanung verabschiedet werden. Für diese gab es in Holtland quasi eine „erste Lesung“.
Eine Vielzahl von Sitzungen haben die Finanzausschüsse und die Stellenplanungsausschüsse der beiden Kirchenkreise absolviert. Darüber berichteten Martina Welling als Emder Finanzausschuss-Vorsitzende und Armin Siegmund als Leeraner Stellenplanungsausschuss-Vorsitzender. Beide sprachen den Mitgliedern und den beteiligten Mitarbeitern des Kirchenamtes Dank für deren großen und konstruktiven Einsatz aus. Hilfreich sei das Hinzuziehen eines Moderators gewesen, weil es zwischenzeitlich wegen unterschiedlich favorisierter Finanzierungsmodelle schwierig gewesen sei, einen gemeinsamen Weg zu finden.
Vorgestellt wurden in der gemeinsamen Kirchenkreistagssitzung auch Grundstandards für die kirchlichen Handlungsfelder Gottesdienst, Seelsorge und Verkündigung, Leitung, Musik und Kulturarbeit, Bildung und Jugendarbeit. Diese Konzepte beschreiben, wie in den Bereichen schon gearbeitet wird und wie die Zielsetzungen für den neuen Kirchenkreis aussehen. Sie waren von kleinen Teams intensiv vorbereitet worden. Die Kirchenkreistagsmitglieder gingen in Gruppenarbeiten darauf ein und gaben Anregungen, die eingearbeitet werden sollen. Noch in Arbeit sind die Grundstandards für Diakonie und Verwaltung.
Neu in den Stellenplanungsausschuss des Kirchenkreises Leer wurde Pastor Sven Grundmann aus Holtland gewählt. Er rückt für Pastor Matthias Schäfer nach, der die Pfarrstelle Hesel verlassen hat.
Zur gemeinsamen Sitzung kamen die Kirchenkreistagsmitglieder der evangelisch-lutherischen Kirchenkreise Leer und Emden im Dorfgemeinschaftshaus Holtland zusammen. Im Gemeindehaus der Marien-Kirchengemeinde tagten später einige der Arbeitsgruppen zu den Grundstandards. Foto: Dübbel.
Manche Reaktionen waren erschreckend
07.12.2011
Das Jugendcafé des Kirchenkreises Leer initiierte Schweigemarsch und Andacht zum Welt-Aids-Tag
kkl Leer. „Es ist immer noch Aufklärungsbedarf zu HIV und Aids vorhanden“, lautet ein Fazit von Gunther Clemens. Er leitet das Jugendcafé (Juca) des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Leer. Gemeinsam mit etwa 20 Teilnehmern begab er sich in der Fußgängerzone in Leer am Welt-Aids-Tag (1. Dezember) auf einen Schweigemarsch.
Die jungen Leute hatten sich an dem Abend die roten Schleifen als Symbol der Solidarität mit HIV-Infizierten und Aids-Kranken angesteckt und trugen rote Kerzen. Manche Blicke der Weih-nachtsmarktbesucher wandten sich weg von den Ständen hin zu dem kleinen Zug. „Es gab aber auch erschreckende Reaktionen“, sagte Clemens. So hätten zwei Mädchen gefragt: „Was ist denn hier los?“ und nach der Information über den Aids-Schweigemarsch gelacht.
Im Juca an der Kupenwarf hielt zum Abschluss der Aktion Pastorin Elske Dreier aus Pogum eine Andacht. Vier Kerzen hatte sie angezündet. Jeweils eine stand für Liebe, Hoffnung und Glaube. Symbolisch für deren Verlust bei Erkrankten ließ sie die verlöschen. Die übrige Kerze stehe für die Anwesenden, die wieder Licht zu den Betroffenen bringen könnten, sagte sie.
Nicht von Aids Betroffene neigten dazu, das Thema zu verdrän-gen, erklärte Gunther Clemens. Erst wenn ein Bekannter erkranke, werde nachgehakt. Deshalb sei es wichtig, das Thema immer wieder ins Bewusstsein der Menschen zu rücken und zur Prävention aufzurufen. „Kondome sind mehr als Verhütung“, betonte der Juca-Leiter.
Etwa 20 Teilnehmer eines Schweigemarsches durch die vorweihnachtlich beleuchtete Fußgängerzone Leers, den das Jugendcafé des Kirchenkreises Leer initiiert hatte, machten auf den Welt-Aids-Tag aufmerksam. Foto: Dübbel.
Viele Glückwünsche zu frisch sanierten Räumen
07.12.2011
Altbauteil des Kindergartens Loga neu gestaltet / Mit Familiengottesdienst und Tag der offenen Tür gefeiert
kkl Leer-Loga. „Ohren, Herzen und Hände haben sich geöffnet.“ So drückte Pastor Wolfgang Schmidtke aus, dass sich Unterstüt-zer für eine Sanierung des Kindergartens der evangelisch-lutherischen Friedenskirchengemeinde Loga fanden. Am Altbauteil hatte der „Zahn der Zeit“ genagt. Im Rahmen eines Familiengottesdienstes und eines Tages der offenen Tür wurden die neu hergerichteten Räume offiziell ihrer Bestimmung übergeben.
Rund 200.000 Euro sind in das Projekt investiert worden. Stadt und Landkreis Leer sowie das Diakonische Werk der hannoverschen Landeskirche sind die Förderer. Denen gelte ebenso Dank wie den Sponsoren, die etwa dazu beitrugen, dass die Außenanlagen neu gestaltet und eine Schaukel angeschafft werden konnte. Das sagte bei der Begrüßung vieler Gäste im sanierten Altbauteil Hans-Hermann Woltmann als Vorsitzender des Kirchenvorstandes. Ganz besonders dankte er Rudolfa Menzi und Merrilyn von Preyss für ihr außerordentliches ehrenamtliches Engagement. Die beiden Frauen bilden den Kindergartenausschuss des Kirchenvorstandes. Sie hätten sich stark an der Bauaufsicht beteiligt, sagte Woltmann.
Gelungene Arbeit wurde Architekt Eerke-Ivo Bruns bestätigt. Der erinnerte daran, dass der alte Gebäudeteil mehrfach und nicht immer fachgerecht umgebaut worden sei. Das habe die Maßnahmen sehr aufwendig gemacht.
In Grußworten gratulierten der Superintendent des Kirchenkrei-ses Leer, Burghard Klemenz, und die Jugendamtsleiterin des Landkreises, Adelheid Andresen, die als Leiterin des Fachbereichs Jugend, Schule und Gesundheit sprach. Für die Elternvertretung des Kindergartens überreichten Monika van Wahden und Birte Hille Blumen an Sabine Larisch, die seit Oktober die Einrichtung leitet.
Den Familiengottesdienst hatten die Mädchen und Jungen des Kindergartens mitgestaltet. Sie präsentierten Lieder und kleine Spielszenen zum Umzug von den alten in die neuen Räume. Fröhlich ging es für Jung und Alt im Neubau weiter. Die Besucher konnten sich umschauen, sich über die pädagogische Arbeit informieren und ein buntes Programm genießen. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt.
Der Logaer Kindergarten hat besondere Wurzeln: Er wurde schon 1895 als Warteschule (oder auch Spielschule) durch Grä-fin Julia von Wedel gegründet. Der nun sanierte und zwischen-zeitlich umgebaute Teil stammt aus dieser Zeit. Die Planungen für die jetzige Sanierung begannen bereits 2009.
Jung und Alt waren in den Kindergarten Loga gekommen, um zu den sanierten und neu gestalteten Räumen zu gratulieren. Fotos: Dübbel.
Pfändungsschutz-Konto vermeidet Zahlungsunfähigkeit
07.12.2011
Ab 2012 sind Sozialleistungen aufgrund Gesetzesänderung nur noch so vor Pfändungen geschützt / Schuldnerberater informieren
kkl Leer/Bunde. Sozialleistungen sind vom neuen Jahr an nur noch über ein Pfändungsschutz-Konto, kurz „P-Konto“ genannt, vor Pfändungen geschützt. Vielen möglicherweise Betroffenen sei das nicht bekannt, sagte Gertraud Kramer, Schuldnerberate-rin beim Diakonischen Werk der evangelisch-lutherischen Kirchenkreise Leer und Rhauderfehn. Wichtig sei, rechtzeitig vor dem Jahreswechsel ein bestehendes Girokonto entsprechend umzuwandeln.
Diese Notwendigkeit unterstrichen als Kollegen Kramers von der evangelisch-reformierten Kirche Rebekka Schippers (Synodalverband Rheiderland in Bunde) sowie Stefan Hartema und Alfred Ruppelt (Synodalverband Südliches Ostfriesland in Leer). „Wenn kein Pfändungsschutz eingerichtet wird, könnte auf vielen Konten nur noch eine Null zu sehen sein“, drückte das Alfred Ruppelt aus.
Die alte Regelung und damit der besondere Schutz von Sozialleistungen entfalle zum 31. Dezember dieses Jahres (Paragraph 55 Sozialgesetzbuch I). Darauf wiesen die vier Schuldnerberater hin. Bislang könne Geld aus bestimmten Sozialleistungen auto-matisch 14 Tage lang abgehoben werden. Davon gingen Klienten oft aus. Das sei ab 2012 nicht mehr so.
Das P-Konto biete dem Inhaber bei einer Pfändung einen automatischen Pfändungsschutz in Höhe des Grundfreibetrages, der derzeit bei 1028,89 Euro bei Alleinlebenden liege, sagte Kramer. Dieser Betrag werde je nach Familiengröße aufgestockt, so zum Beispiel auf knapp 2000 Euro für eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern. Dafür brauche man aber eine Bescheinigung, die beispielsweise von Schuldnerberatungsstellen ausgestellt werden könne.
Allerdings, so ergänzte Ruppelt: „Das P-Konto kann nur ein plus-geführtes Konto sein“, also eines mit Guthaben. Ein sorgsames Umgehen mit ihrem Konto wünschen sich die Schuldnerberater von ihren Klienten, von den Kreditinstituten erwarten sie einen fairen Umgang mit den Kunden. Letzteres beziehen sie auch auf die Gestaltung der Kontoführungsentgelte. Diese werde bei den Banken und Sparkassen recht unterschiedlich gehandhabt. Ein klares Gesetz dazu gebe es nicht, wohl aber einzelne Gerichtsurteile, die es den Kreditinstituten verbieten, hohe Gebühren für ein P-Konto zu verlangen.
Es könnten noch so manche Fragen auftauchen, etwa im Hin-blick darauf, wenn nur ein Gemeinschaftskonto vorhanden sei. Die vier kirchlichen Schuldnerberater bieten ihre Beratung und Betreuung kostenlos an: Rebekka Schippers, Bunde (Weenerstraße 44), Tel. 04953-6522; Stefan Hartema und Alfred Ruppel, Leer (Großstraße 42-46), Tel. 0491-9277917; Gertraud Kramer, Leer (Friesenstraße 65a), Tel. 0491- 9768321.
Die Schuldnerberater in Einrichtungen kirchlicher Trägerschaft machten darauf aufmerksam, dass für Bezieher von Sozialleistungen ab 2012 ein Pfändungsschutzkonto wichtig sei: (von links) Rebekka Schippers, Stefan Hartema, Alfred Ruppelt und Gertraud Kramer. Foto: Dübbel
Auch die Tipps früherer Chefs wurden gern angenommen
07.12.2011
Mehrgenerationenhaus der Christuskirchengemeinde Leer bot Workshop rund um das Thema Bewerbungen an
kkl Leer. Sieben junge Leute absolvierten am Sonnabend sechs Stunden lang ein Bewerbungstraining. Es wurde zum dritten Mal vom Mehrgenerationenhaus in Leer angeboten, das sich in Trägerschaft der evangelisch-lutherischen Christus-Kirchengemeinde befindet. Ihre freie Zeit so investiert zu haben, tat den Schülern nicht leid. Das betonten sie im Gespräch da-nach. „Ich habe erfahren, was wichtig ist und worauf es weniger ankommt“, sagte Maike Meyerhoff.
In kleinen Gruppen zu arbeiten und auf die Teilnehmer eingehen zu können, darauf legten sie Wert, erklärten Mediatorin Diana Beitelmann und Diplom-Pädagogin Heike Albers. Sie leiteten den Workshop, der unter dem Motto stand: „Schule und dann? Mit Vollgas durchstarten!“. Auch der Spaß sei bei dem Miteinander nicht zu kurz gekommen, betonte Diana Beitelmann.
„Uns hat auch die Meinung der früheren Firmenchefs sehr geholfen“, sagte Schülerin Lina Kötter. Werner Gersema, ehemaliger Raiffeisen-Volksbank-Vorstand, gab seine Erfahrungen bei diesem Training schon zum dritten Mal weiter. Außerdem war diesmal Jan Meinders, früherer Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe des Landkreises Leer, dabei. Beiden Ruheständlern machte es Freude, Bewerbungstipps geben zu können.
Zum Abschluss überreichte Johann Nordbrock, kommissarischer Koordinator des Mehrgenerationenhauses, den Teilnehmern die Zertifikate. Damit haben sie schriftlich bestätigt bekommen, was sie gelernt haben: Die Themen-Palette reicht vom Erkennen persönlich passender Berufsbilder über verschiedene Formen der Bewerbung bis hin zu Körpersprache, Mimik und Gestik im Vorstellungsgespräch.
Froh seien die Verantwortlichen des Mehrgenerationenhauses auch über das erneute Sponsoring der Sparkasse Leer-Wittmund, das helfe, solche Veranstaltungen anbieten zu können, sagte Diana Beitelmann. Aufgrund begrenzter Mittel sei man immer auf der Suche nach Unterstützern.
Das Mehrgenerationenhaus der Christuskirchengemeinde Leer bot ein Training rund um das Thema Bewerbungen an. Die Workshop-Leiterinnen Diana Beitelmann (links) und Heike Albers (rechts) sowie Jan Meinders (oben links), Johann Nordbrock und Werner Gersema freuten sich mit den Teilnehmern über die erlangten Zertifikate.Foto: Dübbel.
„Die Orgel im Klassenzimmer“ faszinierte auch Konfirmanden
07.12.2011
Angebot des Organeums in Weener wurde von der Christuskirchengemeinde und der Hoheellernschule in Leer angenommen
kkl Leer/Weener. „Darf ich auch mal?“: Die Konfirmanden der evangelisch-lutherischen Christuskirchengemeinde waren mit Eifer bei der Sache, als ihnen die Funktion einer Orgel erklärt wurde und sie die Gelegenheit hatten, selbst die Tasten zu drü-cken. Pastor Thomas Jäckel freute sich, mit den Jugendlichen ein Angebot des Organeums in Weener nutzen zu können. „Die Orgel im Klassenzimmer“ ist es überschrieben.
Angetan vom Interesse der Schüler war auch Winfried Dahlke. Neben seiner Tätigkeit als Landeskirchenmusikdirektor der Evangelisch-reformierten Kirche ist Winfried Dahlke Direktor des Organeums in Weener. Dieses trägt gemeinsam mit dem Verein „Orgelmusikkultur in Ostfriesland“, dessen Vorsitzender Landschaftspräsident Helmut Collmann ist, das Projekt „Die Orgel im Klassenzimmer“. Es ist vor allem für Grundschulen gedacht. Daran nahm auch die Hoheellernschule teil, die sich gleich neben der Christuskirche befindet. Da bot es sich an, das Instrument in der Kirche zu präsentieren.
Dank einer privaten Zuwendung sei im vergangenen Jahr ein Traum wahr geworden, sagte Dahlke: Es konnte eine kleine Demonstrations-Orgel mit 19 Tönen, fünf Registern, Zimbelstern, Tremulant und Nachtigall angeschafft werden. Gebaut worden ist diese von der Orgelmakerij van der Putten in Finsterwolde (Niederlande). Sie ist in alter Handwerkstradition gefertigt. An ihr sind alle Funktionen einzusehen. Von ihrem Klang zeigten sich auch die Konfirmanden beeindruckt. Winfried Dahlke und Michael Busch als einer der Organisten an der Christuskirche präsentierten das Instrument den jungen Leuten in lockerem Dialog.
„Was glaubt ihr, wie lange gibt es das Instrument Orgel schon?“, fragte Busch. Die Jugendlichen lagen mit ihren Schätzungen gar nicht schlecht, aber ganz kamen sie an die Ursprungszeit doch nicht heran: Das erste orgelartige Instrument wurde im dritten Jahrhundert vor Christus in Alexandrien (Ägypten) gebaut. Sie wird im Griechischen als „Hydraulis“ bezeichnet, was soviel heißt wie „Oboen-Instrument, das mit Wasser funktioniert“.
Theorie, Anschauen und Ausprobieren ließen die Unterrichtsstunde schnell vergehen. „Die Zeit ist eigentlich immer zu kurz“, erzählte Winfried Dahlke im Gespräch. Als seinen Bestimmungszweck gibt das Organeum an, „das einzigartige Kulturerbe der ostfriesischen Orgellandschaft bekannt zu machen und vor allem die Begeisterung für das faszinierende Instrument Orgel in der jungen Generation zu wecken“. „Bei unseren Konfirmanden ist auf jeden Fall ein Funke übergesprungen“, lautete ein Fazit von Pastor Jäckel.
Die Demonstrations-Orgel des Organeums Weener stieß bei den Konfirmanden der Christuskirchengemeinde Leer auf reges Interesse. Das Instrument erklärten Organist Michael Busch (links) und Winfried Dahlke, Direktor des Organeums (rechts). Interessierte Zuhörer waren auch Johann Nordbrock als Konfirmanden-Unterricht-Teamer und Pastor Thomas Jäckel (hinter den Konfirmanden stehend, von links).Fotos: Dübbel.
Kinderkleiderladen: warme Sachen zu kleinen Preisen
07.12.2011
Einrichtung des Diakonischen Werkes der lutherischen Kirchenkreise Leer und Rhauderfehn in der Friesenstraße 65 in Leer
kkl Leer. Gut bestückt mit Wintersachen ist zurzeit der Kinderkleiderladen in der Friesenstraße 65 in Leer. Dabei handelt es sich um eine Einrichtung des Diakonischen Werkes der evangelisch-lutherischen Kirchenkreise Leer und Rhauderfehn, die allen Interessierten offen steht. Öffnungszeiten sind jeweils dienstags von 9 bis 11 Uhr.
„Von Söckchen bis hin zu Schneeanzügen – alles gibt es zu kleinen Preisen“, sagt Kirchenkreis-Sozialarbeiterin Gertraud Kramer: Bei zehn Cent gehe es los, zwei Euro sei der Höchstpreis. Vorhanden ist Kinderbekleidung bis Größe 116.
Außerdem gibt es verschiedenes Zubehör, darunter Kinderwagen und Bettwäsche. Bestückt wird die Kleiderkammer aus gut erhaltenen Spenden. Diese werden nach telefonischer Vereinbarung angenommen (Telefon 0491-9768321).
Warme Sachen und manches mehr gibt es im Kinderkleider-laden des Diakonischen Werkes an der Friesenstraße 65 in Leer. Henny Meyer (links) als ehrenamtliche Mitarbeiterin und Kirchenkreissozialarbeiterin Gertraud Kramer freuen sich, dass auch Schneeanzüge gespendet worden sind. Foto: Dübbel.
Drei Leeraner auf der Konferenz für Jugendarbeit in Sibirien
07.12.2011
Michael Vogt als Jugendwart des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Leer knüpfte schon 2005 erste Kontakte nach Omsk
Leer. Mit einer Delegation von sieben Personen, der auch drei Leeraner angehörten, war die Jugendarbeit aus der hannoverschen Landeskirche auf der ersten Konferenz zur Jugendarbeit in Omsk/Russland vertreten. Die deutschen Gäste arbeiteten zu unterschiedlichen Themen mit den Jugendlichen aus den verschiedenen Regionen der russischen Partnerkirche. Zu allen Themen gehörten praktische Anregungen, Übungen und viele Materialien, die in der Jugendarbeit weiter Verwendung finden können. Für die deutschen Teilnehmenden waren die Offenheit und die große Motivation der russischen Teilnehmenden überraschend. Mit fast zu großer Disziplin wurde in einem strengen Programm von 9 Uhr morgens bis abends 18 Uhr gearbeitet. Zeit für Pausen blieb kaum. Wie groß die Motivation war, lässt sich auch daran ablesen, welche Mühen die jungen Leute aus den verschiedenen Regionen für die Teilnahme in Kauf genommen haben: Sie nahmen sich Urlaub und traten die Reise auf einer Strecke von 1800 km im Zug mit 31 Stunden Fahrtzeit an.
Kirchenkreisjugendwart Michael Vogt aus Leer hat seit den ersten Kontakten im Jahr 2005 immer wieder Gruppen junger Menschen aus der Region Omsk und aus Ostfriesland zu Trainings für ehrenamtliche Mitarbeit in der Kinder- und Jugendarbeit in Sibirien und in Norddeutschland zu internationalen Begegnungen zusammengebracht. Dass eine solche Arbeit Früchte trägt und junge Menschen aus anderen Regionen motiviert, sich auf den Weg zu machen, war sehr deutlich spürbar. In den nächsten Jahren soll die Zusammenarbeit weitergehen. Weitere Begegnungen jugendlicher Ehrenamtlicher und Kontakte zwischen den kirchlichen Verantwortlichen in beiden Kirchen sind in Planung. Nina Müller, Pia Schröer und Michael Vogt aus dem evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Leer in der deutschen Delegation sind sich sicher: „Diese Reise hat sich gelohnt.“
Bei der Konferenz für Jugendarbeit in Omsk (Russland) waren aus dem evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Leer als Ehrenamtliche Pia Schröer und Nina Müller (7. und 8. von rechts) sowie Kirchenkreisjugendwart Michael Vogt (etwas verdeckt hinten Mitte) vertreten. Foto: privat.
Jetzt gehören die Paramente der Kirchengemeinde
07.12.2011
Textilkünstler Klaus Schmidt hat sie gestickt und geschenkt
düb Leer-Logabirum - Es ist erst einige Wochen her, da ging der hannoversche Landesbischof Ralf Meister in der Evangelisch-lutherische Kirche Logabirum in die Knie: Er bestaunte im Rahmen seines Kirchenkreis-Besuches die dort ausgestellten Paramente, die Textilkünstler Klaus Schmidt gestickt hat. Feierliche Momente erlebte jetzt die Gemeinde im Gottesdienst, als ihr Schmidt und dessen Frau Heidrun die bislang zur Verfügung gestellten Werke schenkten.
Passend zu den Kunstwerken, die nicht mit gewöhnlichen Hobby-Handarbeiten zu vergleichen sind, waren die Schenkungsurkunde des Ehepaares Schmidt und die Dankesurkunde der Kirchengemeinde: Thea Olthoff hatte sie kalligrafisch gestaltet. „Wir schenken „die eigens für die Ev.-luth. Kirche Logabirum entworfenen und von Klaus Schmidt gefertigten Paramente für Kanzel, Altar und Lesepult in den liturgischen Farben des Kirchenjahres: Weiß, Grün, Rot, Violett und Schwarz, die im Zeitraum von 2008 bis 2010 entstanden sind“, heißt es da.
Klaus Schmidt verband die Schenkung mit zwei Bitten, die er im Gottesdienst vortrug: Gelegentlich möchte er seine Werke für Ausstellungen ausleihen und eine Informationsschrift solle seine Arbeiten Kirchenbesuchern näher bringen. Gerade im Sommer während der Aktion „Offene Kirche“ kämen ja auch viele Gäste von auswärts. Als Überraschung hatte der 69-Jährige noch ein großes grünes Altartuch mitgebracht, das gleich auf dem Altar ausgebreitet wurde. Außerdem überreichten Schmidts als weitere Geschenke – die Idee hatte Heidrun Schmidt – Abdecktücher in Grün und Weiß für das Taufbecken.
„Das ist ein ganz besonderer Tag für die Gemeinde“, sagte Pastor Andreas Bartels. Im Jahr 2006 habe der Kirchenvorstand erstmals überlegt, die alten Paramente zu ersetzen. Da Klaus Schmidt schon zweimal Bilder zu biblischen Themen für Gottesdienste zur Verfügung gestellt habe, sei die Idee entstanden, ihn zu bitten, Paramente zu gestalten, die dem Kirchenraum einen besonderen Akzent gäben. Im Ostersonntags-Gottesdienst 2009 seien als erstes die weißen Behänge und zum Zyklus-Abschluss Pfingsten 2010 die roten Paramente vorgestellt worden. „Ich war von Anfang an fasziniert“, betonte Bartels. Ein Fotobuch seiner Frau Anne mit Beiträgen zu den nach und nach entstandenen Werken im Gemeindebrief und aus Predigten, die auf die gestickten Bilder Bezug nahmen, könne nur ein kleiner Ausdruck des Dankes sein. Fast so schwer wie die winzigen Kreuzstiche seien die Arbeitsstunden Schmidts zu zählen.
„Mehr als die üblichen Trauben und Tauben“ solle auf seinen Paramenten zu sehen sein, sagte Klaus Schmidt einmal, als er die Arbeiten für die Kirchengemeinde begann. Entstanden sind ganz unterschiedliche Werke, die allesamt durch die Feinheit und besondere Farbwirkungen beeindrucken. Das Kreuz spielt in der Gestaltung eine große Rolle. Aber auch der Natur entnommene Formen werden als Ornamente umgesetzt. Bei den grünen Paramenten steht der Lebensbaum im Mittelpunkt: Am Lesepult ist er links zur Hälfte zu sehen, rechts steht das Alpha, die rechte Hälfte des Baumes verbunden mit dem Omega befindet sich am Behang der Kanzel, und der ganze Baum ist auf das Parament am Altar gestickt.
Zum Sticken kam der Logabirumer, als er krank war und eine sinnvolle Betätigung suchte. Die hat er mit den Jahren so perfektioniert, dass er schon auf Ausstellungen in mehreren Ländern Europas vertreten war. In seinen Arbeiten setzt er sich mit religiösen und gesellschaftlichen Themen auseinander.
Textilkünstler Klaus Schmidt (rechts) und dessen Frau Heidrun (3.v.r.) schenkten der Kirchengemeinde Logabirum die von ihm gefertigten Paramente, für die Pastor Andreas Bartels (links) herzlich dankte. Weiterer Dank galt für wichtige Zuarbeiten (von links) Thea Olthoff, Jannette Tielemann und Brigitte Ensinger. Foto: Dübbel.
Ein Eindruck von den Paramenten Klaus Schmidts zur liturgischen Farbe Weiß, die vor allem für die Zeit der hohen Christusfeste Weihnachten und Ostern gilt. Foto: Bartels.
"Klar zum Entern"
22.10.2011
Neue Kletterlandschaft der Evangelisch-lutherischen Kindertagesstätte Holtland eingeweiht / Samtgemeinde und Förderverein finanzierten Projektkosten von 20.000 Euro
Holtland. "Das ist ein schöner Tag heute." Mit diesen Worten begrüßte Samtgemeindebürgermeister Uwe Themann die anwesenden Erzieher, Elternvertreter und vor allem die Kinder auf dem Freigelände der Evangelisch-lutherischen Kindertagesstätte in Holtland Und damit war nicht nur das herrliche Herbstwetter gemeint, denn die Kinder der Tagesstätte durften sich über eine neue Kletterlandschaft auf ihrem Spielplatz freuen. Die alte Spielanlage war abgängig und musste entfernt werden.
Die Samtgemeinde Hesel hatte das Projekt mit Kosten in Höhe von 20.000 Euro gemeinsam mit dem Förderverein der Kindertagesstätte finanziert. So übermittelte die Vorsitzende des Fördervereins, Karin Brahms-Frerichs, Grüße und warb unter den anwesenden Eltern für eine Mitgliedschaft im Förderverein: "Ich freue mich, dass wir über so viele Jahre und Jahrzehnte hinweg die Arbeit in unserer Kindertagesstätte fördern konnten! Das spricht für ein gutes Miteinander von Elternschaft und Personal unserer Einrichtung." Gemeinsam mit Pastor Sven Grundmann, dem Vertreter der Marien-Kirchengemeinde Holtland als Träger der Kindertagesstätte Holtland, und Samtgemeindebürgermeister Uwe Themann gab sie dann die neue Kletterlandschaft zum Spielen frei.
Für die Kinder gab es kein Halten mehr, die Anlage wurde von allen Seiten geentert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kindertagesstätte bedankten sich anschließend noch in besonderer Weise bei den Mitarbeitern des Bauhofes der Samtgemeinde, die die Anlage aufgebaut hatten.
Die ebenso hörbare wie sichtbare Begeisterung der Kindern auf der neuen Anlage zeigte allen Anwesenden, dass sich diese Arbeit mehr als gelohnt hatte.
Über die neue Kletterlandschaft freuten sich die Mädchen und Jungen der Evangelisch-lutherischen Kindertagesstätte Holtland. Foto: Kirchengemeinde.
„Weglaufen vor Ängsten bringt nichts“
22.10.2011
Vortrag von Christa Schlottoff (Sandkrug) beim Kreisfrauentreffen in Leer
kkl Leer. „Für seine Ängste braucht sich kein Mensch zu schä-men oder zu rechtfertigen.“ Das sagte beim Kreisfrauentreffen des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Leer Christa Schlottoff. Sie war früher im Kirchenkreis Minden als Pfarrfrau und Lehrerin tätig und lebt jetzt im Ruhestand mit ihrem Mann in Sandkrug bei Oldenburg. Dort fühlten sie sich sehr wohl, sagte die Mutter dreier Kinder.
„Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?“ lautete das Thema, zu dem Christa Schlottoff im Katharina-von-Bora-Haus in Leer vor 70 Frauen sprach. Alle kannten das Spiel, aus dem das Motto stammte. „Niemand. - Und wenn er kommt? - Dann laufen wir!“ So heißt es darin weiter. „Weglaufen vor Ängsten bringt aber nichts“, sagte die Referentin. Man werde immer wieder davon eingeholt. Sich der eigenen Angst zu stellen, das eröffne neue Wege. „Was wir aussprechen können, verliert einen Teil seines Grauens“, erklärte Schlottoff. Als Beispiel nannte sie die Geschichte von der Sturmstillung aus dem Markus-Evangelium. Die Jünger hätten sich nicht gescheut, Jesus ihre Hilflosigkeit entgegenzuschreien. „Das sollten wir auch tun“, sagte die Rednerin. Nicht alle Angst machenden Umstände änderten sich sofort. „Aber wer Jesus hat, der hat das Leben, der hat Hoffnung. Das Sicherheitsnetz Gottes hält“, betonte Christa Schlottoff.
Beifall erhielten beim Kreisfrauentreffen auch Diakonin Marietta Meffert (Warsingsfehn) für ihre Andacht und Martina Buscher (Warsingsfehn) für die musikalische Begleitung am Keyboard. Christa Schlottoff und ihr Mann Bernd engagieren sich über das Hilfswerk „Global Care“ für eine Kinderklinik in Itaituba im brasilianischen Urwald. Dahin werden jetzt 400 Euro überwiesen, die als Spenden beim Leeraner Kreisfrauentreffen zusammenkamen – dazu gehört auch der Honorarverzicht der Referentin.
Monika Fiedler, Beauftragte für die Frauenarbeit des Kirchenkreises Leer, dankte zum Schluss auch ihrem Team, das für Tee und Kuchen und schön dekorierte Tische gesorgt hatte.
Zu Tee und Kuchen und zu einem interessanten Vortrag kamen 70 Teilnehmerinnen beim Kreisfrauentreffen im Katharina-von-Bora-Haus in Leer zusammen. Referentin Christa Schlottoff (vorne 2. von links, grauer Schal) unterhielt sich angeregt mit den Besucherinnen. Foto: Dübbel.
Beifall für das neue und wärmer klingende Geläut
22.10.2011
Kirchengemeinde Logabirum weihte Glockenstuhl und dritte Glocke
kkl Leer. Eineinhalb Monate lang waren die Glocken der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Logabirum stumm geblieben. Nun warteten die Gottesdienstbesucher am Sonntag besonders gespannt auf den neuen Klang: Der abgängige Glockenstuhl aus Stahl war durch einen aus Eichenholz ersetzt worden. Der nahm jetzt nicht nur die beiden bisherigen Glocken, sondern auch die neue dritte Glocke auf. Die war fünf Wochen zuvor als außergewöhnliches Ereignis auf dem Dorfplatz bei der Kirche gegossen worden.
Der festliche Gottesdienst zur Weihe von Glockenstuhl und Glocke begann in der Kirche. Zum feierlichen Moment bat Pastor Andreas Bartels die Besucher nach draußen. Dort läuteten nach den Segensworten des Pastors die beiden vor 50 Jahren geweihten Glocken und deren neue „Schwester“ einzeln und im Zusammenspiel. Kurz ließen die Zuhörer das Gehörte auf sich wirken, um dann herzlich Beifall zu spenden. Der galt sowohl dem hellen Klang der neuen und mit 287 Kilogramm kleinsten Glocke mit dem zweigestrichenen C als Schlagton wie auch dem Gesamtgeläut. Das hat jetzt wegen des Eichenholz-Glockenstuhls einen weicheren und wärmeren Klang.
„Lobet ihn mit hellen Zimbeln“, zitierte Pastor Bartels aus dem 150. Psalm. Statt „Zimbeln“ dürfe es an diesem Tag „Glocken“ heißen. Lob und Dank sollten den gesamten Gottesdienst prägen. Dazu trug auch der musikalische Rahmen bei, den Posau-nenchor, Junger Chor und Organistin Christel Altmann gestalteten.
Die beiden bisherigen Logabirumer Glocken waren am 19. März 1961 geweiht worden. Auf die Frage des Pastors, wer damals schon dabei gewesen sei, gingen einige Finger hoch. Fotos zeigten viele Leute, die damals das Ereignis miterlebten, erzählte Bartels. Die Umstände beim Werden der neuen Glocke seien anders, die Beteiligung der Gemeinde aber wiederum groß.
In seine Predigt ließ der Pastor den Glockenguss auf dem Dorfplatz am 3. September als ein unvergessliches Erlebnis einflie-ßen. Und auch die Vorgeschichte beleuchtete er. Im Jahr 2007 habe der Kirchenvorstand den Bau des neuen Glockenstuhls mit der Option auf eine dritte Glocke „zu gegebener Zeit“ beschlossen. Das sei sehr vorsichtig formuliert worden. Über 18.000 Euro der Gemeindemitglieder an Spenden und Kollekten hätten die Wunschvorstellung Wirklichkeit werden lassen. Dazu kämen noch Zuschüsse.
„Zeit ist ein besonderes Geschenk von Gott. Das halten Glocken uns vor Ohren. Sie sind eine Einladung zum Innehalten und zum Gebet“, betonte Pastor Bartels. „Freuet euch in dem Herrn allewege“ (Philipperbrief) lautet die Inschrift der neuen Glocke. „Das ist Programm des Geläuts“, so Bartels.
Als kleines und originelles Symbol des Dankes überreichte der Pastor gebackene Glocken an Glockengießer Simon Laudy und dessen Team aus Finsterwolde (Niederlande), an Helmut Hass vom Holzbau-Unternehmen aus Norden und an Jan Eiklenborg, der das Eichenholz aus dem Logabirumer Wald mit ausgesucht und gesägt hatte. Ein „dickes Danke“ sprach Bartels schließlich den Logabirumern für finanzielles und tatkräftiges Engagement aus. Nach dem Gottesdienst konnten die Besucher in kleinen Gruppen auf den Glockenturm steigen und Glockenstuhl und Geläut besichtigten.
Die Logabirumer Gottesdienstbesucher versammelten sich zur Weihe von Glockenstuhl und dritter Glocke vor dem Glockenturm und hörten beeindruckt das neue Geläut, rechts Pastor Andreas Bartels. Foto: Dübbel.
Der neue Glockenstuhl der Logabirumer Kirche mit den drei Glocken, von denen die kleinste neu dazu gekommen ist. Foto: privat.
Kirchenstiftungen „Apfelbäumchen“ der Gemeinden
22.10.2011
In Nortmoor und Logabirum sind jetzt die Kuratoriums-Mitglieder in ihre Ämter eingeführt worden / Stiftungs-„Boom“ im Kirchenkreis Leer
kkl Nortmoor/Logabirum. Die evangelisch-lutherischen Gemeinden Nortmoor und Logabirum haben seit kurzem jeweils eine Kirchenstiftung. In feierlichen Gottesdiensten wurden die Mitglieder der Stiftungs-Kuratorien jetzt in ihr Amt eingeführt. Andreas Bartels, Pastor der beiden pfarramtlich miteinander verbundenen Gemeinden, stellte dabei in den Mittelpunkt seiner Ansprache den Ausspruch Martin Luthers: „Und wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“.
Stiftungen seien wie solch ein Apfelbäumchen, das nun wachsen und Früchte für die Kirchengemeinden tragen könne, sagte Bartels. Sowohl in Nortmoor wie auch in Logabirum seien die Kirchenstiftungen in diesem Jahr gegründet und von der Landeskirche genehmigt worden. Beide hätten als Vermögen einen fest angelegten Kapitalstock, mit dessen Zinserträgen zukünftig in den Gemeinden verschiedene Vorhaben finanziell gefördert werden könnten. In Nortmoor beträgt der Kapitalstock 36.000 Euro, in Logabirum rund 50.000 Euro. Darin enthalten sind in Nortmoor 1200 Euro und in Logabirum 11.000 Euro, mit denen die Landeskirche gesammelte Gelder bonifiziert hat. Pastor Bartels verglich diese Unterstützung mit dem „Dünger für das Apfelbäumchen“. Durch Zustiftungen könnten die Stiftungen weiter wachsen.
„Die Kuratorien achten darauf, dass die Mittel der Stiftungen ordnungsgemäß verwendet werden“, sagte Bartels. Sie trügen die Idee der Stiftungen weiter und unterstützten auch künftig Aktionen zugunsten der Stiftungen.
Das Stiftungs-Kuratorium in Nortmoor bilden Christa Nannen, Anja Vollmers, Uwe Fecht, Wilfried Heikens, Tjarko Grünefeld und Andreas Bartels, das in Logabirum Ingrid Hilbrands, Hanna Hartema, Erhard Kannegießer, Wilfried Sagasser, Jan Croon, Gerhard de Vries und Andreas Bartels. Der Pastor ist jeweils mit dabei, weil laut Satzung ein Mitglied des Pfarramtes im Kuratorium mitarbeitet.
Mit der Nortmoorer und der Logabirumer Stiftung gibt es im Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Leer nun acht Gemeindestiftungen. Daran sind neun Gemeinden (Bingum und Holtgaste haben gemeinsam die Rheiderländer Kirchenstiftung) beteiligt. In einer zehnten Gemeinde läuft das Genehmigungsverfahren bei der Landeskirche. „Wir haben in den vergangenen vier Jahren einen Boom an Stiftungserrichtungen erlebt“, erklärte Pastor Armin Siegmund (Bingum) als ehrenamtlicher Fundraiser des Kirchenkreises Leer. Kirchenvorstände und Initiativen aus den Gemeinden hätten damit sichtbar Zeichen für kirchliche Arbeit vor Ort gesetzt.
Das Kuratorium der Kirchenstiftung Nortmoor (von links): Pastor Andreas Bartels, Tjarko Grünefeld (hinten), Horst Koppelkamm, Uwe Fecht, Wilfried Heikens, Christa Nannen und Anja Vollmers.
In Logabirum bilden das Stiftungs-Kuratorium (von links): Erhard Kannegießer, Ingrid Hilbrands, Hanna Hartema, Wilfried Sagasser, Pastor Andreas Bartels, Jan Croon und Gerhard de Vries. Fotos: Kirchengemeinden.
Für den Landesbischof gab es vieles zum Staunen
29.09.2011
Ralf Meister besuchte den Kirchenkreis Leer / Außerordentliches Engagement Ehrenamtlicher beeindruckte
kkl Leer. Landesbischof Ralf Meister hat bei seinem zweitägigen Besuch im Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Leer viele Menschen beeindruckt. Aber auch ihn haben die Begegnungen berührt. Vor allem dörfliche Gemeinden hat er kennengelernt. „Ich habe immer wieder ein außerordentliches Engagement Ehrenamtlicher vorgefunden“, resümierte Meister. Das sei in Städten nicht so ausgeprägt.
Der Kirchenkreis Leer war der 21., in dem der Bischof seit seinem Amtsantritt im März zu Gast war. Insgesamt 57 Kirchenkreise gibt es in der lutherischen Landeskirche Hannovers. Mit Freundlichkeit und Herzlichkeit sei er empfangen worden, sagte Ralf Meister. Oft habe er den Satz gehört: „Sie sind der erste Landesbischof, der zu uns gekommen ist.“ Besonders bewegend war für ihn, als ihm in Hatshausen/Ayenwolde die 72-jährige Fekea Venema die Geschichte der Kirchengemeinde vortrug und zum Schluss betonte, welche Ehre das für sie sei.
Immer wieder staunen zu können – das ist Meister wichtig. „Wer aufhört zu staunen, der hat Gott verloren“, sagte er in seiner Pre-digt beim festlichen Abendgottesdienst vor etwa 250 Zuhörern in der Lutherkirche in Leer. Darin setzte er sich mit dem Vers „Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst?“ aus Psalm 8 auseinander.
Zugewandt, nachfragend, anerkennend und auch staunend begegnete der Landesbischof seinen vielen unterschiedlichen Gesprächspartnern. Mit einem Teetrinken in lockerer Atmosphäre im Gemeindehaus Logabirum hatte der Besuch begonnen. Superintendent Burghard Klemenz und Kirchenkreistagsvorsitzender Herbert Kroon hießen den Gast willkommen. Kirchenvorstandsmitglieder, Mitarbeiter der Gemeinde, Vertreter aus Leitungsgremien des Kirchenkreises sowie die Vorsitzenden der Schutzgemeinschaft Wallheckenlandschaft waren mit dabei.
Zum Wallhecken-Umwelt-Zentrum (WUZ) führte dann ein Spaziergang. Dort gab es auch eine Gesprächsrunde mit Vertretern der Kirchengemeinde Holtgaste. Armin Siegmund als deren Pastor nannte als eine Herausforderung die Überlegungen mehrerer Unternehmen an, im Ort weitere Salzkavernen zu bauen. Vielen Bürgern mache das Angst. „Wir müssen als Kirchengemeinde ein offenes Ohr für die Sorgen der Menschen haben“, sagte Siegmund. Wichtig sei, mit den Energie-Konzernen im Gespräch zu bleiben. „Das ist für mich eine Lehrstunde“, sagte der Landesbischof zu diesem Thema.
Über konfessionelles Miteinander und das Zusammenwirken von Gemeinde und Diakonie sprachen Vertreter der Kirchengemeinde sowie Delegierte des Kirchenkreisvorstandes und des Kirchenkreistagsvorstandes in Warsingsfehn. Dort zeigte sich Ralf Meister auch von der ehrenamtlich geführten Bücherei der Gemeinde beeindruckt.
In Stiekelkamperfehn erwartete den Bischof nach Vorstellung der Gemeinde ein Rundgespräch mit den Pastoren und Diakonen des Kirchenkreises. Dabei ging es auch um kirchenleitendes Handeln.
Der Superintendent des Kirchenkreises besetze eine wichtige Schaltstelle, sagte Bischof Meister später im Pressegespräch. Intensiv habe er sich deshalb mit Burghard Klemenz ausgetauscht. „Wie wird Kirche in Zukunft gestaltet und organisiert werden?“ Das sei eine wesentliche Frage. Entscheidend werde sein, so der Landesbischof, dass sie nicht nur vom Pastor, sondern von vielen Menschen getragen werde. Als Problem zeichne sich ab, dass es in wenigen Jahren an pastoralem Nachwuchs mangeln werde.
Bei seinen Kirchenkreisbesuchen ist Meister auch wichtig, wirtschaftsrelevante Bereiche kennenzulernen. In Leer war er zu Gast beim Fachbereich Seefahrt der Hochschule Emden-Ler, umgangssprachlich Seefahrtschule genannt, im Maritimen Kompetenzzentrum (MARIKO) und bei der Nautitec GmbH. Zuhause werde er von einer Ausfahrt auf der Ems und einer Einfahrt in Hongkong erzählen, beschrieb der Bischof schmunzelnd sein Erlebnis im Schiffssimulator.
Sonnenschein lud Landesbischof Ralf Meister (3.v.l.) beim Besuchsprogramm im Kirchenkreis Leer zur Kaffeepause am Leeraner Hafen ein. Mit ihm am Tisch (von links): Bernhard Berends, 2. stellvertretender Superintendent, Herbert Kroon, Vorsitzender des Kirchenkreistages, Superintendent Burghard Klemenz, Andreas Bartels, stellvertretender Superintendent, Dr. Bettina Siegmund, Synodale, und Kirchenamtsleiter Carsten Wydora
Herzliche Empfänge gab es – wie hier in Hatshausen - in Gemeinden des Kirchenkreises Leer für Landesbischof Ralf Meister (im Vordergrund).
Fasziniert war Landesbischof Ralf Meister (3.v.l.) in Leer von seiner „Fahrt“ mit dem Schiffssimulator der Nautitec GmbH & Co. KG, in dem (von links) Michael Ippich, Geschäftsführer der Hartmann Schiffahrts GmbH & Co. KG, Georg Haase, Geschäftsführer der Nautitec GmbH & Co. KG und Prof. Kapt. Rudolf Kreutzer, Studiendekan des Fachbereiches Seefahrt der Hochschule Emden-Leer Erläuterungen gaben. Zu den Besuchern gehörten auch Herbert Kroon, Vorsitzender des Kirchenkreistages Leer und Beate Stammwitz, Vorsitzende des Stadtrates Leer.
Im Wallhecken-Umwelt-Zentrum (WUZ) in Logabirum waren an einer Gesprächsrunde mit Landesbischof Ralf Meister (7.v.r.) auch Vertreter der Kirchengemeinde Holtgaste beteiligt. Pastor Armin Siegmund (links stehend) machte auf Herausforderungen aufmerksam, zu denen auch Überlegungen von Energie-Konzernen zum Bau weiterer Salzkavernen gehörten. Fotos: Dübbel.
„Kinder werden Kartoffeln nun anders begegnen“
29.09.2011
Gruppe des evangelischen Hilfswerks „Brot für die Welt“ besuchte Kindertagesstätte „Regenbogenland“
kkl Leer. Besonderen Besuch hatte die Kindertagesstätte (Kita) „Regenbogenland“ der evangelisch-lutherischen Christuskirchengemeinde Leer: Eine Gruppe des evangelischen Hilfswerks „Brot für die Welt“ hielt dort für einen Tag bei ihrer Pilgertour durch Ostfriesland. Sie machte darauf aufmerksam, dass weltweit viele Menschen hungern.
Am Beispiel der Kartoffel als einem der wichtigsten Grundnahrungsmittel lernten die Kinder eine Menge zum Thema Ernährung. „Eine Kartoffel wurde in den Acker gelegt und trägt sicher Früchte", sagte zum Abschluss Uwe Becker, Beauftragter für „Brot für die Welt“ in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. „Die Kinder werden den Kartoffeln nun anders begegnen“, wolle er damit ausdrücken. Von der Leeraner Kita war Becker angetan: „Toller Kindergarten, tolle Kinder und Erzieherinnen und Erzieher“, fasste er zusammen.
Spielerisch hatte die „Brot für die Welt“-Gruppe gemeinsam mit dem Kita-Team den Kindern am Vormittag die Thematik näher gebracht. Liedermacher Frank Bode übte mit den Kleinen Bewegungslieder ein. Die führten sie am Nachmittag beim „Kartoffel-fest“ Eltern und Großeltern vor und erhielten viel Beifall. Die peruanische Kartoffelbäuerin Flavia Buitron Anyosa informierte – übersetzt von Dolmetscherin Tiffany Rackebrandt – über Anbau und Ernte in ihrem Land. Die Peruanerin nimmt an einem von „Brot für die Welt“ finanzierten Projekt teil. Dabei geht es darum, die einzigartige Vielfalt der Kartoffel im Andenland zu bewahren und die Ernährung der Bevölkerung zu sichern.
Wie vielfältig und lecker Kartoffeln zubereitet werden können, erlebten Kinder und Erwachsene beim gemeinsamen Essen zum Abschluss des Festes. Das genossen auch die beiden Studentinnen Nicole Bartz und Beatrice Lange, die sich für das Hilfswerk „Brot für die Welt“ engagieren und zur Gruppe gehörten.
Ingrid Cramer, Leiterin der Kindertagesstätte „Regenbogenland“ (von links) und Thomas Jäckel, Pastor der Christuskirchengemeinde sowie einige Kinder der Einrichtung freuten sich mit Beatrice Lange, Uwe Becker, Buitron Anyosa, Nicole Bartz, Tiffany Rackebrandt und Liedermacher Frank Bode von „Brot für die Welt“ über einen gelungenen gemeinsamen Projekt-Tag.
Bewegungslieder rund um das Thema Kartoffel mit Liedermacher Frank Bode machten Kindern und Publikum Spaß. Fotos: Dübbel.
Im Kindergottesdienst alle „unter einen Hut“ bringen
29.09.2011
Praxistag der Mitarbeitenden aus dem Sprengel Ostfriesland / Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr überraschend zu Gast
Ostfriesland. „Alle unter einem Hut!?“ So lautete das Motto des Kindergottesdienst-Praxistages für alle Mitarbeitenden im evangelisch-lutherischen Sprengel Ostfriesland. Das Team der Kirchenkreisbeauftragten konnte im Lutherhaus in Leer gut 30 Teilnehmende begrüßen. Superintendent Burghard Klemenz verdeutlichte mit seiner Andacht gleich zu Anfang die Wichtigkeit aller unterschiedlichen Menschen mit ihren Fähigkeiten und Begabungen, aber auch mit ihren Schwächen und Reibeflächen.
Diesen Faden nahm Pastor Dirk Schliephake vom Michaeliskloster Hildesheim in seinem Impulsreferat auf. Manchmal sei es ein ziemlicher Spagat, der von den Mitarbeitenden gefordert sei: Es gelte, mit allen Kindern, mit ihren Bedürfnissen und mit ihrer Lebenswirklichkeit Gottesdienst zu feiern. Bibelgeschichten, die „live“ erzählt würden, so Schliephake, erreichten aber alle Kinder.
Anschließend gab es verschiedene Gesprächs- und Kreativangebote. Besonders freute sich das Vorbereitungsteam über den spontanen Besuch von Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr. Unkompliziert mischte er sich unter die Teilnehmenden, gestaltete mit und suchte Gelegenheit zum Gespräch mit den Ehrenamtlichen. Der Regionalbischof sang auch begeistert mit, als Christa Pollmann-Busch neue Lieder einübte. „Schön, dass sich so viele Jugendliche und Erwachsene im Kindergottesdienst engagieren. Ihr leistet hier Basisarbeit!“ danke Klahr allen und bestärkte sie in ihrem Tun. Mit einer stärkenden Abendmahlsfeier endete der Fortbildungsnachmittag.
Kreativ beteiligte sich beim Kindergottesdienst-Praxistag im Lutherhaus in Leer auch Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr.
Die Teilnehmer des Kindergottesdienst-Praxistages in der Lutherkirche in Leer, in der sie auch neue Lieder eingeübt hatten. Fotos: privat.
Publizistischer Beirat tagte in Leer
29.09.2011
Superintendent Klemenz neuer Vorsitzender
öso. Leer. Ostfriesland. Der Publizistische Beirat Ostfriesland tagte im Martin-Luther-Haus in Leer und wählte Superintendent Burghard Klemenz (Leer) zum neuen Vorsitzenden. Nach dem Ausscheiden von Pastor i.R. Hajo Müller (Leer) hatte Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr (Aurich) bis zur Neuwahl eines Vorsitzenden die Leitung übernommen. „Ich freue mich, dass wir mit Herrn Klemenz nun wieder eine engagierte Leitung für den Beirat gewählt haben.“ Zweimal im Jahr tauschen sich Vertreter der Medien und beider evangelischen Kirchen darüber aus, wie Kirche in den Medien angemessen präsent ist. Auf der Sitzung berichtete der Geschäftsführer des Verbandes Evangelischer Publizistik Niedersachsen-Bremen, Hans-Christof Vetter, über die Neugestaltung der Evangelischen Zeitung und weitere Projekte des Evangelischen Medien-Service-Zentrums der Landeskirche Hannovers. Wolfgang Stelljes vom Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen (ekn) stellte die Fortbildungen vor, die er im Bereich des Bürgerfunks auch in der Region Ostfriesland durchführt. Momentan schult er Jugendliche in der Jugendbildungsstätte Asel und das überkonfessionelle Team der Sendung „Um Gottes Willen“, die freitags von 18.05 Uhr bis 19.00 Uhr durch Radio Ostfriesland ausgestrahlt wird. Jörg Nielsen gab einen Einblick in seine Arbeit als Redakteur des Evangelischen Pressedienstes (epd).
Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr (links) und der Geschäftsführer des Verbandes Evangelischer Publizistik Niedersachsen-Bremen, Hans-Christof Vetter (rechts) freuten sich darüber, dass Superintendent Burghard Klemenz (Bildmitte) die Wahl zum Vorsitzenden des Publizistischen Beirates Ostfriesland angenommen hat. Foto: Hannegreth Grundmann.
Balance zwischen Tradition und Neuem gemeistert
30.08.2011
Liudgerigemeinde Hesel verabschiedete Pastor Matthias Schäfer
kkl Hesel. Viele Menschen verabschiedeten sich am Sonntag in Hesel von Pastor Matthias Schäfer: Damit beim Abendgottesdienst alle Besucher Platz fanden, mussten zusätzliche Stühle in die Liudgerikirche gestellt werden. Der 49-jährige Seelsorger hat die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Hesel nach 15 Jahren verlassen und übernimmt die Pfarrstelle in der Martin-Luther-Gemeinde in Bremerhaven-Wulsdorf.
Burghard Klemenz, Superintendent des Kirchenkreises Leer, dankte Pastor Schäfer für dessen geleisteten Dienst und wünschte Gottes Segen für den Neuanfang. „Sehr verdient hat er sich um die Kinderkirche gemacht“, sagte Klemenz. In der Entwicklung neuer Gottesdienstformen sei Matthias Schäfer ebenfalls erfolgreich gewesen. Durchgestanden habe er auch Konflikte – sowohl in der Gemeinde wie auch persönliche. Im Kirchenkreis sei der Pastor ein verlässlicher Partner gewesen. In vielen Gremien habe er mitgearbeitet und sich besonders für „Brot für die Welt“ engagiert.
Matthias Schäfer wurde 1995 ordiniert und übernahm im August 1996 in Hesel seine erste Pfarrstelle. Bremerhaven ist nicht ganz neu für ihn, weil er nach dem Studium der Theologie in Münster und Marburg von 1989 bis 1990 bei der Seemannsmission gearbeitet hat. In den anschließenden fünf Jahren des Vikariats und der Probezeit war Schäfer in hannoverschen Stadtgemeinden tätig.
„Eine schwierige Zeit liegt vor uns“, sagte im Hinblick auf die Monate der Vakanz Inka Krumme. Sie wurde vom Kirchenvorstand zur neuen Vorsitzenden gewählt; bislang war Pastor Schäfer Vorsitzender. Bis zur Neubesetzung der Pfarrstelle ist Pastor Sven Grundmann aus Holtland für die Kirchengemeinde Hesel mit zuständig. Er hob nach dem Gottesdienst beim Empfang im Gemeindehaus die über neunjährige gute Zusammenarbeit mit Schäfer hervor. Dieser habe schon „Holtland auf gutem Kurs gehalten“, bevor er die Stelle dort übernommen habe.
Inka Krumme lobte die „nachhaltige“ Arbeit Matthias Schäfers. Ihm sei die Balance zwischen Tradition und modernen Ansätzen im Gemeindeleben gelungen. Der „Offene Kreis Gemeindeleben“, in dem gemeinsam viele Ideen entwickelt worden seien, bilde ein Beispiel dafür. Auch die Heseler Liudgeri-Stiftung habe der Pastor mit auf den Weg gebracht.
In Grußworten würdigten auch die stellvertretende Bürgermeisterin der Samtgemeinde Hesel, Anita Berghaus, der Bürgermeister der Gemeinde Hesel, Heiko Müller, sowie Sprecher aus Gruppen und Kreisen der Kirchengemeinde das Engagement Pastor Schäfers. Dieser dankte vielen Menschen, die ihn in der Liudgerigemeinde begleitet hatten, und erntete zum Abschluss einen langen Applaus.
Inka Krumme überreichte als Kirchenvorstandsvorsitzende Pastor Matthias Schäfer zu dessen Abschied aus der evangelisch-lutherischen Liudgerigemeinde Hesel ein Präsent. Zu einer ganzen Reihe von Geschenken gehörte auch der Fanschal des TSV Hesel.
Im Abschiedsgottesdienst in der Liudgeri-Kirche Hesel (von rechts): Pastor Matthias Schäfer, Pastor Sven Grundmann aus Holtland als Vakanz-Vertreter und Superintendent Burghard Klemenz. Fotos: Dübbel.
Gemeinde und Pastor dankbar für 25 gemeinsame Jahre
25.08.2011
Viel Anerkennung im Festgottesdienst für Bernhard Berends / Gleichzeitig 35-jähriges Kanzel-Jubiläum
kkl Firrel. „Wir sind froh, dass wir dich damals als Pastor bekommen haben“, sagte Ewald Pollmann als stellvertretender Kirchenvorstands-Vorsitzender am Sonntag im Gottesdienst der evangelisch-lutherischen Andreasgemeinde Firrel. Er richtete diese Worte an Bernhard Berends. Damals – das war vor 25 Jahren. Der Beifall der Besucher in der vollbesetzten Kirche unterstrich die Worte Pollmanns, der auch Prädikant ist und den festlichen Gottesdienst leitete.
„Es hat einfach alles gepasst“, beschrieb später beim gemeinsa-men Teetrinken Pastor Berends selbst das Verhältnis zwischen ihm und seiner Gemeinde. Zurückblicken konnte der 60-Jährige auch auf ein 35-jähriges Kanzeljubiläum: Bevor er nach Firrel kam, war er zehn Jahre lang Pastor in Langholt (Kirchenkreis Rhauderfehn). Glückwünsche hatten ihm die Superintendenten der Kirchenkreise Leer und Rhauderfehn, Burghard Klemenz und Gerd Bohlen, übermittelt.
Auf Plattdeutsch blickte Ewald Pollmann im Gottesdienst auf das Wirken Berends’ zurück. Der war am 12. Juli 1986 gemeinsam mit seiner Frau Annette mit einer Kutsche eingeholt worden. Offizieller Dienstbeginn war am 1. August, der Einführungsgottesdienst am 17. August. Rund 1000-mal stand der Pastor in Firrel auf der Kanzel. Das hat der Kirchenvorstand ausgerechnet.
Manches Bauprojekt habe Berends begleitet, erzählte Pollmann. 1999 habe die Gemeinde ihren Namen nach dem Jünger Andreas erhalten. So wie dieser laut Bibel seinen Bruder Simon zu Jesus geführt habe, bemühten sich Gemeinde und Pastor gemeinsam, Menschen den christlichen Glauben zu vermitteln. „Unser Pastor reist gern“, leitete der Kirchenvorsteher zum Überraschungs-Geschenk für den Jubilar über: die Fahrt mit einem Heißluftballon. Die musste ebenso wegen des schlechten Wetters verschoben werden wie der Fahrradkorso.
„Ich bin überwältigt“, sagte Bernhard Berends nach der Würdigung seines Wirkens. „Es gibt viele Menschen, die in der Ge-meinde mitarbeiten und die mit beten – auch für ihren Pastor. Dafür bin ich dankbar“, betonte er. Wie die Gemeinde hoffe er auf noch einige gesunde Jahre des Miteinanders.
Eigentlich sollte der Pastor an diesem Tag einmal ganz frei ha-ben. Aber Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr, der die Predigt halten wollte, war kurzfristig verhindert. Und so griff Berends in seinen Fundus und wandelte eine schon gehaltene Predigt spontan mit aktuellen Anmerkungen ab. Und zum Schluss des Gottesdienstes durfte er das tun, was er auch sonst gerne macht: einen Kanon anstimmen. Mit seiner sangesfreudigen Gemeinde klappt auch das ganz harmonisch.
Zum 25-jährigen Jubiläum als Pastor der evangelisch-lutherischen Andreas-Kirchengemeinde Firrel erhielt Bernhard Berends eine Ballonfahrt als Geschenk. Im Gottesdienst überreichten die Mitglieder des Kirchenvorstandes (von links) Ewald Pollmann, Anita Steenblock und Lenchen Meyer symbolisch einen gebastelten Heißluftballon sowie Blumen an Berends und dessen Frau Annette (ganz rechts). Foto: Dübbel.
Eine Nestschaukel für „Die kleine Eule“
25.08.2011
Frauen-Lions-Club Leer-Evenburg spendete der Tagespflegestelle das Spielgerät / Schon seit Jahren Unterstützung der diakonischen Einrichtung
kkl Leer. Über eine Nestschaukel freuen sich die Kinder der sozialpädagogischen Tagespflegestelle „Die kleine Eule“ in der Friesenstraße 31 in Leer. Gespendet hat ihnen diese der Lions-Club Leer-Evenburg. „Danke“ sagten nicht nur die Mädchen und Jungen mit gemalten Bildern, sondern auch Superintendent Burghard Klemenz als Vorsitzender des Kreisverbandes des Diakonischen Werkes für den Landkreis Leer, der Träger der Einrichtung „Die Eule“ ist, zu der die Tagespflegestelle gehört.
Und ihre Freude über das Spielgerät zeigten auch „Eule“-Leiterin Ulrike Nowack und ihre Mitarbeiterinnen. „Wir begleiten die Eule schon seit Jahren“, sagte Antje Hamer-Hümmling, Präsidentin des Frauen-Lions-Clubs Leer-Evenburg. Dessen Augenmerk liege besonders bei Familien und Kindern. Außerdem wolle er vor Ort etwas tun.
Seit Oktober vergangenen Jahres gibt es „Die kleine Eule“, „das jüngste Kind des Kreisverbandes“, wie Burghard Klemenz es ausdrückte. Die Einrichtung sei in enger Kooperation mit dem Jugendamt des Landkreises Leer eröffnet worden und habe sich mitten in der Stadt etabliert. „Die Idee dazu entstand aus der Notwendigkeit, kleine Kinder von jungen Frauen zu betreuen, die im „Eulennest“ wohnen“, erzählte Ulrike Nowack. Dabei handele es sich um ein Mütterwohnprojekt der „Eule“. Mit der Einrichtung der Tagespflegestelle sei die Möglichkeit geschaffen worden, vor allem junge Mütter mit Kindern von unter einem bis zu drei Jahren zu unterstützen. „Sie sollen während ihrer Beschäftigung ihre Kleinen gut betreut wissen“, betonte die Leiterin der „Eule“.
Zehn Plätze sind vorhanden. Zwei feste Mitarbeiterinnen und eine Vertretungskraft betreuen die Mädchen und Jungen montags bis freitags von morgens bis nachmittags.
Beeindruckt zeigten sich die Lions-Frauen auch von den Räu-men und deren Einrichtung, die sehr auf die Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet sind. Staunend standen sie etwa vor Bettchen und Kleinkind-Körben für den Mittagsschlaf und einem Wickeltisch, auf den die etwas größeren Kinder über eine Leiter klettern können.
Mit den Kindern der Tagespflegestelle „Die kleine Eule“ freuten sich über die neue Nestschaukel (von links) Marion Smidt (Kin-derpflegerin), Ina Schullerer (Erzieherin, vorn mit Kind), Ulrike Nowack (Leiterin der „Eule“), Heike Bereck (Vizepräsidentin Lions-Club Leer-Evenburg), Burghard Klemenz (Vorsitzender Kreisverband Diakonisches Werk) sowie als weitere Vertreterinnen des Lions-Club Leer-Evenburg Antje Hamer-Hümmling (Präsidentin), Jurine Abeln (Sekretärin) und Tina Rauert (Schatzmeisterin). Foto: Dübbel.
Kulturnacht sorgte für stimmungsvolles Miteinander
07.07.2011
Leeraner Altstadt-Kirchengemeinden hatten zum achten Mal eingeladen
kkl Leer. „Das Kontrastprogramm reizt mich besonders an der Kulturnacht der Leeraner Altstadtkirchen“, sagte Taline Friese. Dieses Empfinden teilte die Heseler Kirchenmusikerin mit vielen Teilnehmern. Etwa 800 begeisterte Besucher dürften es am Frei-tagabend gewesen, die zwischen Lutherkirche, katholischer Kirche St. Michael und dem Gemeindesaal der wegen Renovierung geschlossenen reformierten Großen Kirche pendelten. Stündlich wechselte das Programm.
„Köstlich amüsiert“ habe sie sich gerade bei den plattdeutschen Sketchen der Theatergruppe Oldersum im rappelvollen Gemeindesaal, erzählte Taline Friese. Sie freue sich bereits auf „Stormy weather“, die Bigband der Kreismusikschule, die für sie als „Klassiker“ einfach dazu gehöre. Bereits zum achten Mal hatten die drei Altstadt- Gemeinden zur Kulturnacht eingeladen und wieder für eine Mischung von Bewährtem und Neuem im Programm gesorgt.
„Ich bin erstaunt über die Kulturoffenheit hier und das Miteinander von Jung und Alt“, sagte Gabriele Sagasser. Die Berlinerin, die in Leer aufgewachsen ist, lernt seit einigen Monaten Cello spielen. Daher sei sie besonders von den „Saitensprüngen“ des Rheiderland Barock-Consort fasziniert gewesen. Und auch die elfjährige Tochter Luna, die meinte, „nicht alles ist meine Musik“, hatte ihren Spaß. Sie war sehr beeindruckt vom Kölner Figurentheater von Andreas Blaschke, das in der vollbesetzten Kirche St. Michael „Dr. Faust“ zeigte. Dort gab es einen kleinen Wermutstropfen, weil bei den leisen Tönen akustische Probleme auftraten. Davon ließen sich die Gäste die Stimmung aber nicht verdrießen.
Mit Beifall wurde bei allen Darbietungen nicht gespart. Tosenden Applaus konnte im reformierten Gemeindesaal die klassische Gitarristin Tatyana Ryzhkova für sich verbuchen. Die mit vielen Preisen ausgezeichnete gebürtige Weißrussin lebt in Bremen.
Für eine gelungene Überraschung sorgte der nicht auf dem Programm stehende Feuertänzer Michael van Santen aus Osnabrück. Menschentrauben versammelten sich am Lutherhaus, wenn er brennende Seile herumwirbelte und Feuerornamente entstehen ließ.
In den Pausen – und manchmal auch darüber hinaus – sah man die Besucher beim geselligen Miteinander unter Pavillons und im Lutherhaus Wein, Wasser und warme Brezeln genießen.
Parallel zur Kulturnacht begann in Aurich der Tag der Nieder-sachsen. Der fand 2003 in Leer statt. Eine ökumenisch gestaltete Kirchenmeile gehörte dazu. Und die stieß auf soviel Resonanz, dass bei den Pastoren der drei Altstadtgemeinden eine Idee reifte: „So etwas müssen wir jedes Jahr anbieten“, hätten sie sich bei einem Glas Rotwein gesagt und damit die Kulturnacht auf den Weg gebracht. Daran erinnerte jetzt Superintendent Burghard Klemenz.
Zu den Mitwirkenden der Kulturnacht gehörten: Hajo Wienroth (Traversflöte) und Winfried Dahlke (Basso continuo), Chor „Blue Note“ der Lutherkirche, Kinderchor „Jelly Beans“ und Songgrup-pe „Molekül“ der Gemeinde St. Bonifatius Rhauderfehn, Rheiderland-Barock-Consort, ökumenischer Projektchor „Dreiklang“ aus Leer, Moormerland und Rheiderland, Big Band „Stormy weather“ der Kreismusikschule Leer, VHS-Chor „Voices“, Gitarristin Tatyana Ryzhkova, Kölner Figurentheater und Theatergruppe Oldersum.
Um Feuertänzer Michael van Santen versammelten sich bei der Kulturnacht große Menschentrauben, um seine Darbietungen zu sehen.
Dicht besetzte Besucherreihen prägten in den Kirchen und im Gemeindesaal bei der Kulturnacht der Leeraner Altstadtkirchen das Bild – so wie hier in der Lutherkirche.
Der Kinderchor „Jelly Beans“ und die Songgruppe „Molekül“ der Gemeinde St. Bonifatius Rhauderfehn begeisterten die Besucher in der Kirche St. Michael.
Das Kölner Figurentheater von Andreas Blaschke präsentierte in der Kirche St. Michael „Dr. Faust“. Alle Fotos: Dübbel.
Einen Namen hat der neue Kirchenkreis schon
29.06.2011
Gemeinsame Sitzung der evangelisch-lutherischen Kirchenkreistage Emden und Leer in der Hochschule Emden/Leer
kkl Emden/Leer. „Evangelisch-lutherischer Kirchenkreis Emden-Leer“ wird der am 1. Januar 2013 neu gebildete Kirchenkreis heißen. Das beschlossen einmütig die Kirchenkreistage Emden und Leer in ihrer gemeinsamen Sitzung in der Hochschule Emden/Leer in Emden. Dann werden 16 von 19 Gemeinden aus dem jetzigen Kirchenkreis Leer und zehn von 16 Gemeinden aus dem derzeitigen Kirchenkreis Emden im neuen Kirchenkreis zusammengeschlossen sein.
Über den Namen stimmten die Kirchenkreistage getrennt ab. Bei den Leeranern gab es lediglich eine Enthaltung, bei den Emdern eine Gegenstimme und zwei Enthaltungen. 42 Mitglieder aus dem Kirchenkreis Leer und 32 aus dem Kirchenkreis Emden waren anwesend.
Mit dem künftigen Namen gebe es eine Gemeinsamkeit mit der Hochschule, sagte Horst Maschmeyer als Vorsitzender des Kirchenkreistages Emden. Ein Grußwort sprach die Vizepräsidentin der Hochschule Emden/Leer, Professorin Dr. Katharina Belling-Seib. Auch sie führte eine Parallele von Hochschule und Kirchenkreisen an: „Wir fühlen uns gegenüber den Menschen und der Schöpfung verantwortlich“, sagte sie.
Über den Stand der Fusion der Kirchenkreise berichteten deren Superintendenten Dr. Friedhelm Voges (Emden) und Burghard Klemenz (Leer). Gearbeitet werde an gemeinsamen Grundstandards, also Konzepten für kirchliche Handlungsfelder, die von der Landeskirche gefordert würden. Dazu gehörten etwa Verkündigung und Seelsorge, Kirchenmusik und kirchliche Kulturarbeit, diakonische Arbeitsbereiche und die Leitung des Kirchenkreises. In einigen Bereichen sei man schon ziemlich weit, in anderen noch am Anfang, sagte Voges. Das sei verglichen mit den Prozessen in anderen Kirchenkreisen normal.
Superintendent des neuen Kirchenkreises wird Burghard Klemenz sein, Friedhelm Voges tritt dann seinen Ruhestand an. Einen Kirchenkreis mit zwei Zentren zu leiten werde keine leichte Aufgabe, blickte Voges voraus. Auch derzeit sei es nicht einfach, immer eine gemeinsame Linie zu finden. Gespräche hätten die Emder außer mit den Leeranern mit dem Kirchenkreis Norden zu führen, der ja auch Gemeinden aufnehme. Gleichzeitig sei überall der Kürzungsdruck durch die Landeskirche zu berücksichtigen.
Superintendent Klemenz rief dazu auf, trotz allem vertrauensvoll in die Zukunft des gemeinsamen Kirchenkreises aufzubrechen. In der Finanz- und Stellenplanung bemühe man sich um gegenseitiges Verstehen unterschiedlicher Denkmodelle. Eine Arbeitsgruppe befasse sich mit dem Erscheinungsbild des neuen Kirchenkreises in Form von Logo, Flyer und Siegel. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagte Klemenz.
Aus der Synode der Landeskirche berichtete als Synodale des Kirchenkreises Leer Dr. Bettina Siegmund (Bingum)
Über 70 Mitglieder der evangelisch-lutherischen Kirchenkreistage Emden und Leer kamen in der Hochschule Emden/Leer zur gemeinsamen Sitzung zusammen.
Die Vizepräsidentin der Hochschule Emden/Leer, Professorin Dr. Katharina Belling-Seib, sprach als Gastgeberin vor den Kirchenkreistagsmitgliedern ein Grußwort. Neben ihr (links) der Vorsitzende des Kirchenkreistages Emden, Horst Maschmeyer, und (rechts) der Vorsitzende des Kirchenkreistages Leer, Herbert Kroon. Fotos: Dübbel.
Taufe als Dienstleistung oder missionarischer Auftrag
29.06.2011
Vortrag von Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr in der ge-meinsamen Sitzung der evangelisch-lutherischen Kirchenkreistage Emden und Leer in der Hochschule Emden
kkl Emden/Leer. „Die Taufe ist Geschenk und Gnade Gottes“. Diese Aussage war Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr bei seinem Vortrag in der gemeinsamen Sitzung der evangelisch-lutherischen Kirchenkreistage Emden und Leer in der Hochschule Emden/Leer in Emden besonders wichtig. „Mit allen Wassern gewaschen – Taufe als Dienstleistung oder missionarischer Auftrag“ lautete das Thema des Regionalbischofs.
In Vorbereitung auf das 500-jährige Reformationsjubiläum 2017 begeht die Evangelische Kirche in Deutschland das Jahr 2011 als „Jahr der Taufe“. Es zeichne sich in der Landeskirche Hannovers bereits als „Erfolgsjahr“ ab, sagte Klahr. Viele Menschen hätten sich angesprochen gefühlt. Die Beteiligung an besonderen Tauf-Feiern sei sehr groß. Das sei auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Zahl der Taufen in Ostfriesland eine Größe habe, für die man in anderen Gegenden dankbar wäre.
Andererseits, so der Landessuperintendent, sei eine gewisse Beliebigkeit zu beobachten: Mit den Worten „Ach, das ist doch nur ein Ritus“ werde die Taufe manchmal abgetan. Glaube sei Voraussetzung für die Taufe. Stellvertretend für das Kind übernähmen Paten und Gemeinde die Verantwortung dafür, dass dieses einmal zum Glauben komme. „Wenn man ein Kind tauft, vertraut man es Gott an“, sagte Klahr. Dafür müsse keine Leistung erbracht werden, es sei ein Geschenk. Er ermutige Eltern, ihr Kind Gott hinzuhalten. Es werde mit der Taufe in die Gemein-de und in die weltweite Gemeinschaft der Christen hineinge-nommen. „Vergessen sollten wir nicht, dass auch für die aus der Kirche Ausgetretenen immer noch die Taufe gilt“, betonte der Regionalbischof.
Taufe als Dienstleistung oder missionarischer Auftrag? Sie sei immer auch beides, erklärte Klahr. Dabei müsse aber Dienstleistung als Dienst am Menschen und missionarischer Auftrag im Sinne eines öffentlichen Bekenntnisses des Glaubens verstan-den werden. Kirche dürfe sich nicht auf das einlassen, was von üblichen Dienstleistern bekannt sei. Sie solle aber eine einladende Institution sein. Über bestimmte Mechanismen der Werbung und Kundenbindung nachzudenken lohne sich durchaus. Die 74 Kirchenkreistagsmitglieder bedachten den Vortrag mit kräftigem Beifall.
Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr sprach in der gemeinsamen Sitzung der evangelisch-lutherischen Kirchenkreistage Emden und Leer in der Hochschule Emden über das Thema „Taufe“. Foto: Dübbel.
Ob mit oder ohne Schirm: Alle Besucher „Optimisten“
29.06.2011
Waldgottesdienst auf Gut Stikelkamp / Pastorin Ina Schulz aus Emden predigte / Elf lutherische Gemeinden aus den Kirchenkreisen Leer und Aurich beteiligt
kkl Hesel-Stikelkamp. Mit einer launigen Begrüßung stimmte am Sonntag Pastor Andreas Bartels (Logabirum) die etwa 700 Teilnehmer des 37. Waldgottesdienstes auf Gut Stikelkamp in der Samtgemeinde Hesel ein: Sie seien doch alle Optimisten: die mit Schirm, weil sie den wegen der Sonne mitgebracht hätten – und die ohne Schirm, weil sie nicht mit Regen rechneten.
Das Wetter spielte dann auch mit. Sonne und Wolken wechselten und tauchten die beeindruckende Kulisse von Wald und Gutsgebäude in wechselndes Licht. Die Atmosphäre insgesamt faszinierte wieder die Besucher, die mit dem Gesang der Vögel im Hintergrund gern in fröhliche Kirchenlieder einstimmten.
Um das Hören ging es in der Predigt von Ina Schulz aus Emden, die Berufsschulpastorin und Beauftragte für Schule und Kirche im Sprengel Ostfriesland ist. Sie war diesmal von den elf ausrichtenden Gemeinden aus den evangelisch-lutherischen Kirchenkreisen Leer und Aurich als Gastpredigerin gewonnen worden. „Höre Israel“, so beginne der Predigt-Text aus dem 5. Buch Mose (6, 4-9), sagte die Pastorin. „Hören steht am Anfang des Glaubens. Deshalb ist es wichtig, schon Kindern von Gott zu erzählen“, erklärte sie. Und von Gottes Liebe, die ihnen bereits mit der Taufe zugesprochen werde, wolle sie auch als Erwachsene immer wieder gerne hören.
Am Waldgottesdienst beteiligt waren die Gemeinden Bagband, Hesel, Holtland, Jherings-Boekzetelerfehn, Logabirum, Loga (Petrusgemeinde), Mittegroßefehn, Nortmoor, Neukamperfehn/Stiekelkamperfehn, Timmel und Warsingsfehn. Für den musikalischen Rahmen sorgten vereinigte Kirchenchöre der beteiligten Gemeinden unter der Leitung von Kirchenkreiskantor Matthias Eich, vereinigte Posaunenchöre der Gemeinden unter der Leitung von Johann Berghaus aus Hesel sowie der Chor „Offerandum“ aus Bagband unter der Leitung von Susan Hölscher. Zeitgleich fand ein Wald-Kindergottesdienst statt, den das Team des "KinderKirchenKlub" und der "KinderKirche Mini" aus Hesel gestaltete.
Allen Beteiligten wurde mit Beifall gedankt. Zu denen gehörten auch die ehrenamtlichen Helfer, die den Gottesdienst vorbereiteten und die für die Sitzbänke sorgten, die Mitglieder von Feuerwehr und DRK sowie das Gutsverwalter-Ehepaar Bruns und der Landkreis Leer, der das Gut Stikelkamp zur Verfügung stellte.
Die Kollekte des Gottesdienstes geht an die Leeraner Tafel, die Ausgabestellen in Leer und Moormerland hat.
Elf Gemeinden aus den lutherischen Kirchenkreisen Leer und Aurich hatten wieder zum Waldgottesdienst vor der Kulisse des Gutes Stikelkamp eingeladen. Rund 700 Teilnehmer freuten sich, dass auch das Wetter mitspielte.
Ina Schulz aus Emden, die Berufsschulpastorin und Beauftragte für Schule und Kirche im Sprengel Ostfriesland ist, predigte beim Waldgottesdienst auf Gut Stikelkamp. Fotos: Dübbel.
Hausaufgabenhilfe für Migrantenkinder wird unterstützt
29.06.2011
Förderung durch Initiative „Zukunft(s)gestalten“ des Diakonischen Werkes / Referentin Heike Krause aus Hannover besuchte Christuskirchengemeinde Leer
kkl Leer. „Sie machen das vorbildlich“, lautete ein Lob, das jetzt die evangelisch-lutherische Christuskirchengemeinde Leer für ihr Projekt „Hausaufgabenhilfe“ erhielt. Ausgesprochen wurde es von Heike Krause vom Diakonischen Werk der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Sie ist dort Referentin für die Initiative „Zukunft(s)gestalten - Allen Kindern eine Chance" und für Freiwilligenarbeit. Ihre Anerkennung galt besonders den Ehrenamtlichen, ohne die dieser Dienst nicht möglich wäre.
Im Katharina-von-Bora-Haus erhalten 15 Kinder, die vorwiegend aus Migrationsfamilien kommen, montags von 15 bis 17 Uhr Hausaufgabenhilfe. Über dieses Projekt und andere diakonische Initiativen informierten die Besucherin aus Hannover Pastorin Sigrid Duhm-Jäckel, Diana Beitelmann als ehrenamtliche Mitarbeiterin, Kirchenvorstandsvorsitzender Werner Gersema und Gundi Martensson, Leiterin des Mehrgenerationenhauses der Christuskirche. Sie führten Heike Krause auch durch das Gebäude, wo sie in verschiedenen Räumen Ehrenamtlichen und Kindern bei der Hausaufgabenhilfe Fragen stellen konnte.
Trotz Ehrenamtlichkeit gibt es Kosten - etwa für die Ausstattung mit guten Materialien, Fahrten mit den Kindern und Aufwandsentschädigungen der Ehrenamtlichen. Mit der Initiative des Diakonischen Werkes solle geholfen werden, sagte die Referentin. Bis höchstens drei Jahre lang fördert Zukunft(s)gestalten ein Projekt. Die Christuskirchengemeinde Leer kann für ihr erstes Förderjahr, das bis zum 1. Mai 2012 reicht, 2500 Euro abrufen. 500 Euro muss sie selbst beisteuern.
„Ehrenamtliche einzubinden und die Zielgruppe zu erreichen sind Kriterien“, erklärte Krause. Ihr sei wichtig, nicht nur am Schreibtisch zu arbeiten, sondern sich vor Ort ein Bild zu machen und zu beraten. Sie helfe auch gern bei der Antragstellung. Außerdem könne sie Erfahrungen weitergeben, die an anderen Orten schon gemacht worden seien. Andererseits nehme sie gute Ideen mit. Bei der Christuskirchengemeinde zeigte sich die Projektberaterin besonders von deren Offenheit und Vernetzung beeindruckt.
Vor allem Sprachverständnis und Lesekompetenz der Kinder würden bei der Hausaufgabenhilfe gefördert, sagte Diana Beitelmann. Mit wachsenden Kenntnissen nutzen sie dann auch andere Angebote. Wichtig sei die spielerische Form des Lernens. Die Einbindung der Eltern solle dazu beitragen, die Kinder langfristig zu fördern und zu integrieren.
„Die Kinder kommen gern hierher“, betonte eine Mutter gegenüber Heike Krause. Bevor die sich wieder auf den Weg nach Hannover machte, hatte sie noch eine Anregung für das Leeraner Team: Jedes Kind solle möglichst ein eigenes Buch erhalten, das zum Lesen anrege. Das wurde von den Verantwortlichen gern aufgenommen. Immerhin hätten Lesepatenschaften Ehrenamtlicher zur Einrichtung der Hausaufgabenhilfe geführt.
Frauke Haring-Krüger, hier mit einer Schülerin bei der Hausaufgabenhilfe im Katharina-von-Bora-Haus der Christuskirchenge-meinde Leer, war eine der Ehrenamtlichen, die sich von Heike Krause vom Diakonischen Werk der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers (rechts neben ihr sitzend) zuschauen ließ. Über das Projekt informierten (von links) Gundi Martensson, Werner Gersema, Sigrid Duhm-Jäckel und Diana Beitelmann. Foto: Dübbel.
Statt auf zwei ging es auf vier Rädern zu den Gotteshäusern
23.06.2011
Aktion „Kirche auf Rädern“ im Landkreis Leer litt unter dem schlechten Wetter / Begegnung fand trotzdem statt
kkl Leer. Radler gab es am Aktions-Sonntag „Kirche auf Rädern“ im Landkreis Leer kaum zu sehen. Die extremen Schauer am Morgen und der weiterhin kaum Pause machende Regen hielten die Menschen davon ab, aufs Zweirad zu steigen. Trotzdem fiel die Initiative nicht ins Wasser.
Im Gemeindehaus der Marienkirche in Holtland etwa begegneten sich zahlreiche Interessierte aus unterschiedlichen Gemeinden, die auf vier Räder umgestiegen waren. „Ich freue mich, dass sich trotz des schlechten Wetters so viele Menschen auf den Weg gemacht haben“, sagte Pastor Sven Grundmann. Der Holtlander Seelsorger kam sofort mit Besuchern ins Gespräch.
Die von den evangelisch-lutherischen Kirchenkreise Rhauder-fehn und Leer haben vor über zehn Jahren „Kirche auf Rädern“ ins Leben gerufen. Gemeinden anderer Konfessionen haben sich angeschlossen, so dass mittlerweile an diesem Tag etwa 70 Kirchen und Gemeindehäuser geöffnet sind. Dass die Aktion sogar kirchenkreisübergreifend wirkt, bewies das Ehepaar Bonder aus der reformierten Gemeinde Jarssum bei Emden. Bernhild Bonder ist im CVJM Neermoor aktiv und war dort auf die Hefte mit der Übersicht der beteiligten Gemeinden aufmerksam geworden. Eigentlich wollten sie und ihr Mann Jann das Auto in Holtland, wo sie das Mittagessen genossen, stehen lassen und dann noch nach Hesel und Firrel radeln. Aber auch so war der Tag für sie interessant. Sie bewunderten beispielsweise die erst vor wenigen Monaten renovierte Marienkirche. Und augenzwinkernd meinte Jann Bonder: „Nächstes Jahr kommen wir wieder – allein schon wegen der leckeren Salate“.
Waren in Holtland Gäste etwa aus Steenfelde, Loga, Logabirum und Leer anzutreffen, so fand sich eine Gruppe aus Holtland im Gemeindehaus in Jherings-/Boekzetelerfehn ein. „Wir wollten zu neunt radeln, haben uns dann aber für Autos entschieden“, erzählte Hans-Joachim Wittmann. Bei Tee und selbstgebackenem Kuchen hörten er und eine interessierte Runde im Gemeindehaus einen Vortrag mit Bildern über die Arbeit, die der „Freundeskreis „Sukuta-Moormerland“ seit 25 Jahren in Gambia leistet. Der Bericht von Holger Schneider über die Partnerschule in Sukuta erhielt viel Beifall. Für Gaumenfreuden sorgte anschließend ein afrikanisches Buffet.
In manchen anderen Gemeindehäusern ging es recht ruhig zu. Aber so ungünstig wie in diesem Jahr sei das Wetter ja selten, war zu hören. Und Hermann Buß wollte noch abwarten, ob seine Jheringsfehntjer Gruppe und er sich später auf vier oder auf zwei Rädern auf den Weg machten.
Unerschrocken zeigten sich einige Heisfelder: Von der Pauluskirche radelte eine Gruppe von älteren Kindern und einigen Teamern der Kinderkirche innerhalb Leers von Kirche zu Kirche. Annemarie Brüggemann meinte trotzig dem Dauerregen gegenüber: "Ostfriesen sind doch nicht aus Zucker."
Muntere Tischrunden gab es am Sonntag im Gemeindehaus Holtland. Wegen des regnerischen Wetters hatten zur Aktion „Kirche auf Rädern“ viele Teilnehmer das Auto statt des Fahrrades genommen, um sich die Gelegenheit zur Begegnung nicht nehmen zu lassen.
Zweiräder vor der Kirche in Holtland – auf dem Auto-Fahrradträger mitgenommen für den Fall, dass das Wetter bes-ser wird. Bilder: Dübbel.
Diese Heisfelder Gruppe wurde in den umliegenden Kirchen und Gemeindehäusern herzlich willkommen geheißen und deren Wetterfestigkeit bestaunt. Foto: C. Erchinger.
Mitwirkung an Buch der Landeskirche
23.06.2011
Ostfriesen bei Buchvorstellung in Hannover
öso. Holtland. Hannover. Anlässlich der Buchvorstellung, „Wenn Anna Papa von Gott erzählt“, waren die Vertreterin des Leitungsteams der Evangelisch-lutherischen Kindertagesstätte Holtland, Beate Giesmann (Detern), und Pastorin Hannegreth Grundmann, Öffentlichkeitsbeauftragte des Sprengels Ostfriesland, nach Hannover gereist. Sie hatten Beiträge für dieses Buch geschrieben. Der Geschäftsführer des Lutherischen Verlagshauses, Christof Vetter, freute sich darüber, dass das Buch bereits ausverkauft war. Es wird nun in einer zweiten Auflage erscheinen. Die Landeskirche Hannovers hatte 2500 Exemplare an ihre Kirchengemeinden, Kindertagesstätten, Familienbildungsstätten, Aus- und Fortbildungseinrichtungen, Fachberatungen und an die Kindergottesdienstbeauftragten der Kirchenkreise verschickt. Mit diesem Buch setzt die Landeskirche Hannovers einen Schwerpunkt innerhalb der Deutschland weiten Kampagne „Kurse zum Glauben“, um Kinder im Alter von null bis zehn Jahren und deren Eltern religionspädagogisch zu begleiten. „Durch ihre überraschenden Fragen und phantasievollen Aussagen tragen Kinder dazu bei, dass sich Erwachsene neu auf die Spur des Glaubens begeben“, sagte Landesbischof Ralf Meister. „Gemeinsame religiöse Erlebnisräume sind gefragt. Dabei wollen die Impulse des Buches unterstützen.“
Das Praxisbuch ist in einer breiten Kooperation von Einrichtungen der Landeskirche entstanden und richtet sich an alle, die sich in der religionspädagogischen Arbeit mit Erwachsenen und Kindern engagieren. Es ist im Lutherischen Verlagshaus erschienen (168 Seiten mit beigefügter CD-ROM, ISBN 978-3-7859-1046-7, für 16, 90 Euro).
Weitere Informationen unter www.kurse-zum-glauben-hannover.de
Hannegreth Grundmann (links) und Beate Giesmann mit Landesbischof Ralf Meister bei der Buchvorstellung „Wenn Anna Papa von Gott erzählt“ in Hannover. Foto: Privat.
„Ein attraktives Programm gestrickt“: Altstadtkirchen laden zur Kulturnacht ein
16.06.2011
Buntes Unterhaltungs-Angebot am 1. Juli ab 19.30 Uhr / Auch die Geselligkeit an Ständen mit Getränken und Brezeln soll gepflegt werden
kkl Leer. „Wir haben ein attraktives Programm gestrickt“, waren sich die Pastoren der drei Leeraner Altstadtkirchen einig: Für den 1. Juli laden Superintendent Burghard Klemenz von der Lutherkirchengemeinde, Pastor Uwe Wiarda von der Reformierten Gemeinde und Pfarrer Dr. Andreas Robben von der katholischen Gemeinde St. Michael zur mittlerweile achten Kulturnacht ein. „Bewährtes und Neues“ versprach Burghard Klemenz den Besuchern, die wieder zu allen Veranstaltungen freien Eintritt haben.
Um 19.30 Uhr geht’s los, um Mitternacht klingen die Darbietun-gen aus. Das gesellige Miteinander – das haben vergangene Kulturnächte bewiesen – kann durchaus noch etwas länger andauern. „Für das leibliche Wohl wird natürlich auch wieder gesorgt“, ergänzte Andreas Robben. Neben kühlen Getränken soll es die schon zur Tradition gehörenden warmen Brezeln geben.
Der Reformierte Kirchgang werde diesmal für den Fahrzeugverkehr gesperrt, informierte Uwe Wiarda. Denn wegen der Renovierungsarbeiten an der Großen Kirche sei auch die Nutzung des Platzes davor beeinträchtigt, so dass mit den Getränkeständen auf die Straße ausgewichen werde.
Statt der Großen Kirche steht bei der Kulturnacht das Gemeindehaus zur Verfügung. „Wir haben darin die leiseren Teile des Programms angesiedelt“, sagte Wiarda. Mit hoher Qualität der Darbietungen soll es dort gleich losgehen: „Heitere Galanterien“ haben Hajo Wienroth (Traversflöte) und Winfried Dahlke (Basso continuo) ihr Konzert überschrieben. Auch die klassische Gitarristin Tatyana Ryzhkova wird im Gemeindesaal der Großen Kirche auftreten. Werke von Bach bis Tarrega und eigene Lieder will die mit vielen Preisen ausgezeichnete gebürtige Weißrussin, die in Bremen lebt, vorstellen.
Ein Beispiel für die Vielfalt des Kulturnacht-Programms ist das Kölner Figurentheater von Andreas Blaschke, das in der Kirche St. Michael „Dr. Faustus“ aufführt. Lustiges will die Theatergruppe Oldersum in der Großen Kirche bieten. Darüber hinaus gibt es in allen drei Altstadtkirchen ein buntes musikalisches Angebot. Mitwirkende sind (neben den bereits Erwähnten): Chor „Blue Note“ der Lutherkirche, Kinderchor „Jelly Beans“ und Songgruppe „Molekül“ der Gemeinde St. Bonifatius Rhauderfehn, Rheiderland-Barock-Consort, ökumenischer Projektchor „Dreiklang“ aus Leer, Moormerland und Rheiderland, Big Band „Stormy weather“ der Kreismusikschule Leer und VHS-Chor „Voices“.
In allen drei Kirchen wechselt stündlich das Programm. Dazwi-schen gibt es 15-Minuten-Pausen und um 21.15 Uhr eine drei-viertel Stunde Zeit, um beim geselligen Miteinander keine Darbietung versäumen zu müssen. Die Programme liegen rechtzeitig in den Kirchen aus.
Der Umgang mit den Stricknadeln ist nicht wirklich ihre Sache, aber im Stricken attraktiver Kulturnacht-Programme haben sie Erfahrung (von links): Pastor Uwe Wiarda, Pfarrer Dr. Andreas Robben und Superintendent Burghard Klemenz. Am 1. Juli erwartet die Besucher in den Altstadt-Kirchen Leers wieder ein buntes Unterhaltungsangebot. Foto: Dübbel.
Waldgottesdienst auf Gut Stikelkamp
16.06.2011
Hesel-Stikelkamp. Zum traditionellen Waldgottesdienst auf Gut Stikelkamp laden elf Gemeinden aus den evangelisch-lutherischen Kirchenkreisen Leer und Aurich für Sonntag, 26. Juni, ein.
Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr. Beteiligt sind die Gemeinden Bagband, Hesel, Holtland, Jherings-Boekzetelerfehn, Logabirum, Loga (Petrusgemeinde), Mittegroßefehn, Nortmoor, Neukamperfehn/Stiekelkamperfehn, Timmel und Warsingsfehn. Die Predigt im Waldgottesdienst hält die Berufsschulpastorin und Beauftragte für Schule und Kirche im Sprengel Ostfriesland Ina Schulz aus Emden.
Für Leitung und Liturgie des Gottesdienstes ist Pastor Andreas Bartels aus Logabirum verantwortlich. Den musikalischen Rahmen gestalten vereinigte Kirchenchöre der beteiligten Gemeinden unter der Leitung von Kirchenkreiskantor Matthias Eich, vereinigte Posaunenchöre der Gemeinden unter der Leitung von Johann Berghaus aus Hesel sowie der Chor „Offerandum“ aus Bagband unter der Leitung von Susan Hölscher.
Zeitgleich findet ein Wald-Kindergottesdienst statt, den das Team des "KinderKirchenKlub" und der "KinderKirche Mini" aus Hesel gestaltet.
In den Kirchen der beteiligten Gemeinden ist an dem Sonntag kein Gottesdienst. Bei Regen findet der Waldgottesdienst in der Kirche zu Jherings-/Boekzetelerfehn statt.
Elf Gemeinden aus den evangelisch-lutherischen Kirchenkreisen Leer und Aurich laden für Sonntag, 26. Juni, zum Waldgottesdienst auf Gut Stikelkamp ein. Hier ein Eindruck aus dem vergangenen Jahr. Da begann der Gottesdienst bei von Wolken verhangenem Himmel, später ließ sich dann aber auch die Sonne blicken. Foto: Dübbel.
Gemeinden laden zu „Kirche auf Rädern“ ein
16.06.2011
Am Sonntag, 19. Juni, stehen Kirchen und Gemeindehäuser im Kreis Leer Besuchern bis 18 Uhr offen
Leer. Einmal von Kirche zu Kirche zu radeln, nette Leute zu treffen und sich bewirten zu lassen. Dazu lädt die Aktion „Kirche auf Rädern“ für Sonntag, 19. Juni, ein. Seit über zehn Jahren gibt es die Initiative der Kirchen im Landkreis Leer, die von den evangelisch-lutherischen Kirchenkreisen Rhauderfehn und Leer ins Leben gerufen worden ist. Gemeinden anderer Konfessionen haben sich angeschlossen. So stehen den Radfahrern mittlerwei-le an diesem Tag etwa 70 Kirchen und Gemeindehäuser bis 18 Uhr offen.
Jeweils nach den Gottesdiensten sind die Gemeindehäuser geöffnet. Dort wird auch Tee und Gebäck angeboten, außerdem in einigen Gemeinden über die Region verteilt Mittagessen.
Die Kirchen laden zum Verweilen ein, in manchen gibt es Füh-rungen und musikalische Veranstaltungen. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass Menschen bei dieser Gelegenheit gern einmal den Gottesdienst in einer Nachbargemeinde besuchen. Eine Anmeldung für „Kirche auf Rädern“ ist nicht erforderlich. Nur Gruppen, die gemeinsam zu Mittag essen wollen, sollten sich anmelden.
Ein Verzeichnis aller beteiligten Gemeindehäuser mit genaueren Informationen liegt rechtzeitig in Kirchen und Gemeindehäusern sowie in vielen Geschäften der Region aus. Kosten entstehen den Teilnehmern nicht, es sei denn, sie wollen sich mit einer kleinen Spende für Tee und Gastfreundschaft bedanken.
Auch am Sonntag, 19. Juni, werden wieder kleinere oder auch größere Gruppen im Landkreis Leer bei „Kirche auf Rädern“ unterwegs sein. Diese Teilnehmer machten im vergangenen Jahr an der Logabirumer Kirche Halt. Foto: Dübbel.
Unter 100.000 Gästen auch viele Ostfriesen beim Glaubensfest
27.05.2011
Für den Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden haben sich allein 112 Dauerteilnehmer bei den Kreisjugenddiensten Leer und Emden angemeldet kkl Leer. Über 570 Kilometer zeigt der Routenplaner für die Strecke von Leer nach Dresden an. Das ist für Hunderte von Ostfriesen kein Hinderungsgrund, vom 1. bis 5. Juni zum 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag in die sächsische Landeshauptstadt zu fahren. Allein 112 Dauerteilnehmer des Glaubensfestes haben bei Kreisjugendwart Michael Vogt, der für den Kirchenkreis Leer auch Beauftragter für den Kirchentag ist, Karten und die Busfahrt dorthin reserviert.
Da im Hinblick auf die Fusion der Kirchenkreise Leer und Emden die Kreisjugenddienste bereits zusammen arbeiten, hat Vogt auch für Interessierte von dort gebucht. Und er freut sich, dass sogar eine Gruppe aus dem russischen Omsk mitfährt. Mit der dortigen Christuskirchengemeinde pflegt der Leeraner Kreisjugenddienst seit Jahren internationale Begegnungsarbeit. Außerdem hat Vogt für manche privat fahrenden Kirchentagsgäste die Unterlagen besorgt.
Im Jugendcafé des Kirchenkreises konnten die Teilnehmer jetzt ihr Kirchentagspaket, zu dem auch das Programm und ein Liederbuch gehören, abholen. „Wir freuen uns schon sehr auf diese Tage“, war die übereinstimmende Meinung aller. Die meisten von ihnen hatten schon Kirchentags-Erfahrungen. Neben den ganz unterschiedlichen Programm-Angeboten schätzen sie die Begegnung mit vielen Menschen. Rund 100 000 Dauerteilnehmer werden in Dresden sein. „Erstaunlicherweise trifft man dort immer auch Bekannte aus Ostfriesland“, hat Gudrun Buss aus Jheringsfehn festgestellt.
Viele Teilnehmer freuen sich auf den Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden und haben bei Kreisjugendwart Michael Vogt (2.v.l. stehend) im Jugendcafé des Kirchenkreises Leer ihre Unterlagen abgeholt. Da gab es spontan schon Blicke auf die Karte hinsichtlich der Unterbringung und in das über 2000 Veranstaltungen umfassende Programm. Foto: Dübbel.
Helfer in blauen Westen auf Bahnhöfen nicht wegzudenken
27.05.2011
„Tag der Bahnhofsmission“ in Leer mit ehrenamtlichen und hauptberuflichen Mitarbeiterinnen aus den Kirchenkreisen Leer und Emden kkl Leer/Emden. „Dann ist es für Reisende schön, wenn eine Dame in blauer Weste da steht und winkt.“ Das sagte am Sonn-abend der Superintendent des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Leer, Burghard Klemenz. Er sprach beim „Tag der Bahnhofsmission“ in Leer und konnte viele Beispiele für die vielseitige Arbeit der Einrichtung nennen. Ein Paket dieser blauen Westen gehörte auch zu den Geschenken, die Barbara Ziegler als Geschäftsführerin der Landesgruppe Niedersächsischer Bahnhofsmissionen aus Hannover mitgebracht hatte.
Die Bahnhofsmission in Leer wünscht sich Unterstützung von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Für die sie kennzeichnende Oberbekleidung ist also schon gesorgt. Über eine gute Besucher-Resonanz freuten sich Elfi Hessenius als Leiterin der Station Leer und Erasmus Kröger-Vodde. Der Kirchenkreissozialarbeiter aus Emden hat eine besondere Aufgabe: Im Hinblick auf die anstehende Fusion der Kirchenkreise Leer und Emden sollen sich auch die Bahnhofsmissionen in ihrer Arbeit annä-hern. Kröger-Vodde hat deshalb für beide die Leitung übernommen. Barbara Ziegler lobte diese Kooperation, mit der Emder und Leeraner in Niedersachsen eine Vorreiter-Rolle übernähmen.
In Leer lag bislang fast die gesamte Arbeit bei zwei angestellten Mitarbeiterinnen. In Emden waren dagegen – wie in den meisten Bahnhofsmissionen – stärker ehrenamtliche Kräfte im Einsatz. Derzeit arbeitet Rosemarie Müller als dortige Leiterin mit fünf Ehrenamtlichen zusammen. Auf ähnlichen Zuwachs hoffen die Verantwortlichen nun auch in Leer. Eine Besucherin konnte sich gut vorstellen, sich hier zu engagieren.
Bei Kaffee, Tee und Kuchen kamen die ehrenamtlichen und hauptberuflichen Mitarbeiterinnen aus den Kirchenkreisen Emden und Leer mit den Gästen ins Gespräch. Die hatten damit auch Gelegenheit, die neu gestalteten Räume anzuschauen. In warmen Farben gestrichene Wände und neue Möbel wurden als sehr ansprechend empfunden. Zu den Besuchern gehörten auch Leers Bürgermeister Wolfgang Kellner und – überraschend – der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Dr. Detlef Klahr. Mit beiden ergaben sich intensive Gespräche.
Den „Tag der Bahnhofsmission“ hatte Superintendent Klemenz mit einer Andacht eröffnet. In seiner anschließenden Rede beleuchtete er den Dienst der Einrichtung. Er erinnerte sich an Schulkinder, die früher während der Wartezeit auf den Bus mit Kakao und Stullen versorgt worden seien. Sie hätten bei der Bahnhofsmission auch Schularbeiten machen und sich Sorgen von der Seele reden können. „Manche Träne ist hier getrocknet worden“, sagte Klemenz.
Die Formen der Zuwendung seien ganz unterschiedliche, führte der Superintendent aus. Im Wesentlichen seien es Reisende, denen die Mitarbeiterinnen der Bahnhofsmission mit Rat und Tat zur Seite stünden. Aber auch um Altersverwirrte und Obdachlose kümmerten sie sich. Durch Zuhören und Gespräche erhielten Menschen ebenfalls Hilfe bei der „Reise durch das Leben“. Oft seien Alleinerziehende mit ihren Kindern – und manchmal Mädchen und Jungen allein auf ihrer Fahrt zwischen Vater und Mutter – unterwegs und für Hilfe dankbar, erzählte Klemenz. Von Leer aus werde notwendige Unterstützung auch durch Anrufe bei Missionen anderer Bahnhöfe geordert, damit den Reisenden dann dort beim Eintreffen gleich wieder ein Helfer in blauer Weste zuwinke.
Mitarbeiterinnen und Verantwortliche, die beim „Tag der Bahn-hofsmission“ in Leer über ihren Dienst informierten (von links): Käthe Schütt, Elisabeth Ockenga (beide Ehrenamtliche aus Emden), Elfi Hessenius (Leiterin Leer), Erasmus Kröger-Vodde (Koordinator für beide Kirchenkreise), Barbara Ziegler (Geschäftsführerin Niedersachsen), Rosemarie Müller (Leiterin Emden), Superintendent Burghard Klemenz, Heike Becker (Leiterin Osnabrück) und Margarete Leemhuis (Mitarbeiterin in Leer aus Weener-Möhlenwarf).
Besucher ließen sich in den neu gestalteten Räumen der Bahn-hofsmission in Leer zu Kaffee und Kuchen einladen.
Fotos: Dübbel.
„Leeraner Tafel“ braucht finanzielle Unterstützung
27.05.2011
Mitgliederversammlung des Kreisverbandes des Diakonischen Werkes für den Landkreis Leer / Anerkennung für Arbeit der Beratungsstellen kkl Leer. In jeder Mitgliederversammlung stellt der Kreisverband des Diakonischen Werkes für den Landkreis Leer die Arbeit einer seiner vier Einrichtungen näher vor. Diesmal war das die „Leeraner Tafel“, derzeit das „Sorgenkind“ des Verbandes. „Sie stellt für uns im Augenblick ein finanzielles Risiko dar“, sagte Superintendent Burghard Klemenz als Vorsitzender in seinem Jahresbericht. Die Versammlung tagte im Gemeindehaus in Logabirum.
Der Vorstand wolle bis Ende des Jahres daran arbeiten, eine bessere finanzielle Basis für die „Leeraner Tafel“ zu entwickeln. Solle das nicht gelingen, müsse man sich eventuell nach einem Kooperationspartner umsehen, erklärte Klemenz. Andererseits sei auch jede der anderen Einrichtungen schon in finanziell schwierigem Fahrwasser gewesen – und jedes Mal habe man eine Lösung gefunden. Der Kreisverband verstehe sich als christliches Hilfswerk. Diese Arbeit verzichte nicht nur auf Profitabsichten, sie müsse manchmal auch Phasen der Unsicherheit in Kauf nehmen, um glaubwürdig zu bleiben.
Lothar Ortmann als Leiter der „Leeraner Tafel“ erläuterte deren Situation. Über 1.345 Familien (das sind 1.770 Erwachsene und 1.126 Kinder) haben einen Kundenausweis und sind damit in der im März 2008 eröffneten „Leeraner Tafel“ an der Friesen-straße in Leer und in der Dr.-Warsing-Straße in Moormerland einkaufsberechtigt. Ortmann machte auch auf ein örtliches Phänomen aufmerksam: Hier zählten im Verhältnis zu der Zahl der Erwachsenen doppelt so viele Kinder wie im Bundesgebiet zu den Kunden. Bei der Leeraner Tafel käme statistisch auf 1,6 Erwachsene ein Kind, bundesweit stünde drei Erwachsenen ein Kind gegenüber. Etwa 40 ehrenamtliche Mitarbeiter kümmerten sich um Abholen, Sortieren und Verteilen der gespendeten Lebensmittel.
Erhebliche Kosten verursachte, so Ortmann, der damals ge-braucht gekaufte und nun sehr reparaturanfällige Transporter. Ein neues Fahrzeug sei dringend notwendig. Für dessen Finan-zierung, aber auch für die Deckung von Grundkosten sei die Tafel auf Spenden angewiesen, betonte auch Burghard Klemenz. Ein Fundraising-Konzept solle helfen, ein Beziehungsnetz von Unterstützern zu knüpfen.
Wie wichtig der Beitrag der 52 lutherischen und reformierten Mitgliedsgemeinden ist, machte am Beispiel der Tafel auch Vor-standsmitglied Reinhard Kleen in seinen Erläuterungen zum Haushaltsplan des Kreisverbandes deutlich. Mit großer Mehrheit beschlossen die Delegierten die Erhöhung des Mitgliedsbeitrages von 50 auf 100 Euro jährlich pro Kirchengemeinde. Einstimmig fielen die Beschlüsse zur Jahresrechnung 2009, zum Haushaltsplan 2011 und zu formalen Satzungsänderungen.
Der Diakonie-Kreisverband ist neben der erst 2008 eröffneten Tafel seit vielen Jahren Träger der Evangelischen Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe- und Lebensfragen, der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention und der Einrichtung „Die Eule“ (sozialpädagogische Lernhilfe, sozialpädagogische Beratung, soziale Gruppenarbeit, Mütterwohnprojekt „Eulennest“ und sozialpädagogische Tagespflegestelle „Die kleine Eule“). Klemenz als Vorsitzender beleuchtete Schwerpunkte der Einrichtungen und sprach den Mitarbeitern Anerkennung für ihre Arbeit aus.
Meldungen aus dem Kreisverband
Vorstand:
Neu in den Vorstand des Kreisverbandes wurde einstimmig Reinhard Bansemeier (Collinghorst) gewählt. Er rückt an die Stelle von Pastor Dr. Friedrich Ley, der Völlenerkönigsfehn ver-lassen hat. Bansemeiers Platz als stellvertretendes Vorstands-mitglied nimmt nach ebenfalls einstimmigem Votum Joachim Hacker aus Rhauderfehn ein. Zum Vorstand gehören außerdem Vorsitzender Superintendent Burghard Klemenz (Leer, für den Kirchenkreis Leer), stellvertretender Vorsitzender Wolfgang Wagenfeld (Veenhusen), Präses Hilke Klüver (Leer, für den Synodalverband Südliches Ostfriesland), Lydia Erfkamp (Driever), Reinhard Kleen (Leer) und Pastor Andreas Bartels (Logabirum).
Diakoniestation:
Der Kreisverband ist auch einer der beiden Gesellschafter der Diakoniestation Stadt Leer gGmbH. Pastor Thomas Jäckel als deren Geschäftsführer berichtete von einer positiven wirtschaftlichen Situation. Sorge bereite aber der Mangel an Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt. Die Diakoniestation plane, nun selbst auszubilden.
Neu in den Vorstand des Kreisverbandes des Diakonischen Werkes für den Landkreis Leer wurde Reinhard Bansemeier aus Collinghorst (ganz links) gewählt. Neben ihm Vorsitzender Burghard Klemenz, Lydia Erfkamp, stellvertretender Vorsitzender Wolfgang Wagenfeld, Hilke Klüver, Reinhard Kleen und Andreas Bartels
Statt Zwei-Euro-Stücken alte Fußball-Münzen zurück
27.05.2011
Lutherkirchengemeinde stellt Gießkannen-Pfandsystem auf dem Friedhof wegen Diebstahl von Pfandgeld ein kkl Leer-Loga. Etwa zwei Jahre lang funktionierte das Gießkannen-Pfandsystem auf dem lutherischen Friedhof an der Heisfelder Straße in Leer prima. Aber vor allem in letzter Zeit ist es so sehr von Unbekannten missbraucht worden, dass die Lutherkirchengemeinde entschied, die Pfandschlösser wieder abzubauen. „Wir sehen uns leider dazu gezwungen“, sagte Superintendent Burghard Klemenz. Karl Wieken, seit 25 Jahren Friedhofsmitarbeiter, machte sich mit der Zange ans Werk.
Immer wieder musste die Kirchengemeinde Pfandgeld zurückerstatten – rund 50 Euro schon in diesem Jahr. „Wir können ja nicht sagen, ,da haben Sie Pech gehabt’“ erklärte Wieken. Die Täter steckten statt der geforderten Zwei-Euro-Münze „Falschgeld“ in die Schlitze. Darunter befanden sich passend ausgesägte Plastikscheiben, aber auch Shell-Fußball-Münzen aus dem Jahr 1969. Darauf sind Spieler wie etwa Wolfgang Overath aus der damaligen „Traum-Elf“ abgebildet. Mit der Gießkanne holten sie sich dann von einem gerade genutzten Halter die zwei Euro – und wer seine Kanne wieder zurückbrachte, kam nicht mehr an sein Geld. Dafür, dass manche Grabpflegende dann verärgert reagierten, hatte die Kirchengemeinde durchaus Verständnis.
„Wir können auf Dauer besser in Gießkannen investieren als Pfandgeld einlösen“, sagte Karl Wieken. Aber er und seine Kollegen sind enttäuscht darüber, dass eine gute Sache so endet: Das Pfandsystem sei damals eingeführt worden, weil immer wieder Gießkannen verschwanden. Manchmal waren sie einfach irgendwo stehen gelassen worden – ein Phänomen wie bei den Einkaufswagen vor Einführung von Pfandmünzen. Sechs Stationen mit jeweils sechs Kannen wurden auf dem lutherischen Friedhof errichtet. Mittlerweile sind nicht nur Pfandgelder gestohlen worden, sondern auch Gießkannen – trotz des Aufdrucks „Luth. Friedhof“. Und auch zwei Schubkarren haben Unbekannte entwendet.
Karl Wieken baut die Pfandschlösser für die Gießkannen auf dem lutherischen Friedhof in Leer wieder ab. Allzu oft haben in letzter Zeit Unbekannte mit Hilfe von falschen Münzen die eingelegten Zwei-Euro-Stücke entwendet. Die Luthergemeinde hat dann das Pfandgeld erstattet. Foto: Dübbel.
Nun eine gemeinsame Verwaltungsstelle für drei Kirchenkreise
10.05.2011
Das erweiterte Kirchenamt in Leer wurde eingeweiht / Zuständig für die Kirchenkreise Emden, Leer und Rhauderfehn kkl Leer. „Evangelisch-lutherisches Kirchenamt Leer für die Kirchenkreise Emden, Leer, Rhauderfehn“ steht auf dem neuen Schild am Haus mit der Nummer 3 im Hoheellernweg. Vor zahlreichen Gästen wurde die Tafel anlässlich der Einweihung des erweiterten Gebäudes von Amtsleiter Carsten Wydora enthüllt. Ein festlicher Gottesdienst und ein Empfang bildeten den Rahmen für die Feier. In der Verwaltungsstelle gehören nun auch sieben Mitarbeitende, die vorher im Kirchenamt Emden tätig waren, zum Kollegenkreis.
Das Kirchenamt ist für 52 Kirchengemeinden mit 95.000 Kir-chenmitgliedern zuständig. Vielen diakonischen Einrichtungen – darunter allein 16 Kindertagesstätten - stehen die insgesamt 37 Mitarbeiter mit Rat und Tat zur Seite. Dazu kommen außerdem weitere Einrichtungen der Kirchenkreise sowie die Verwaltung von 41 Friedhöfen, rund 550 Mitarbeiterstellen und fast 250 Gebäuden.
Superintendent Dr. Friedhelm Voges (Emden) begrüßte im Einweihungs-Gottesdienst Vertreter aus Kirchen, Kommunen und weiteren Bereichen des öffentlichen Lebens. An die Sparvorga-ben der Landeskirche erinnerte in seiner Ansprache Superintendent Burghard Klemenz. Bis zum Jahr 2020 müssten die Kirchenämter von 42 auf 20 und die Zahl der Mitarbeiter von 700 auf 500 reduziert werden. Immerhin hätten die Ostfriesen es erreicht, dass der Sprengel im Zuge der Reform zwei Kirchenämter in Aurich und Leer behalte. Vorgesehen sei nur ein Amt gewesen.
Die Einweihung des erweiterten Gebäudes markiere den Umbau der Verwaltung, sagte Klemenz. Der gemeinsame Start sei für die Mitarbeiterschaft auch mit Abschieden und einem schmerzlichen Wandel verbunden. „Wir werden gemeinsam voneinander profitieren“, sagte in seinem Grußwort Walter Klapproth im Namen der Mitarbeitervertretung. „Mittlerweile sehen wir im gemeinsamen Amt auch eine Chance“, erklärte die Leiterin der Jugendwerkstatt des Kirchenkreises Emden, Ute Schoolmann.
Die Grüße des Landkreises Leer richtete Herbert Broich als stellvertretender Landrat aus. „Hier ist ein neues Kapitel aufgeschlagen worden“, sagte er. Es sei gut, dass zwei Kirchenämter in Ostfriesland blieben.
Einen originellen Willkommensgruß hatten sich die Mitarbeiter für ihre sechs neuen Kolleginnen und den einen neuen Kollegen einfallen lassen: Erste-Hilfe-Kästen für’s Büro. Deren Inhalt reichte von Kaffee über Blasenpflaster bis zu Taschentüchern. Maike Jacobs, Heike Winterboer und Heike Warfsmann überreichten diese Geschenke mit den entsprechenden Erklärungen. Superintendent Dr. Voges segnete alle Mitarbeitenden für ihren gemeinsamen Dienst.
Das erweiterte Amt wirke im Vergleich zu anderen „bescheiden“, biete aber gute Arbeitsbedingungen, sagte Superintendent Gerd Bohlen (Rhauderfehn). Architekt und Handwerker hätten gute Arbeit geleistet. Kirchenamtsleiter Carsten Wydora dankte allen Beteiligten.
Die Kosten beliefen sich auf 500.000 Euro. Davon bringt 300.000 Euro der Kirchenkreis Emden mit ein, der sein Gebäude verkauft hat. 50.000 Euro kommen vom Kirchenkreis Leer und einen Zuschuss von 150.000 Euro zahlt die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers.
Mitarbeiter und viele Gäste kamen zur Einweihung des erweiterten Kirchenamtes in Leer, das Verwaltungsstelle für die evangelisch-lutherischen Kirchenkreise Emden, Leer und Rhauderfehn ist. Ein entsprechendes neues Schild am Gebäude wurde enthüllt.
Mit einem Gottesdienst in der Christuskirche begann die Einwei-hungsfeier für das erweiterte Kirchenamt. In dem wirkten mit (vorne von links) Amtsleiter Carsten Wydora sowie die Superin-tendenten Burghard Klemenz (Leer), Dr. Friedhelm Voges (Emden) und Gerd Bohlen (Rhauderfehn).
Eine „Erste Hilfe für’s Büro“ war der originelle Willkommensgruß von drei Kolleginnen an die neuen Mitarbeitenden aus Emden.
Walter Klapproth, Mitarbeiter im Kirchenamt Leer und Mitglied der Mitarbeitervertretung (MAV). Fotos: Dübbel.
Gute Chancen für das Mehrgenerationenhaus in Leer
04.05.2011
Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfamilienministerium Dr. Hermann Kues (MdB) lobte die Einrichtung als „Leuchtturmprojekt“ / Positive Voraussetzungen für weitere Finanzierung kkl Leer. „Die Signale stehen auf Grün!“ So fasste die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann das Rundgespräch zur Zukunft des Mehrgenerationenhauses (MGH) in Leer mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesfamilienministerium Dr. Hermann Kues (MdB) zu-sammen. Dabei ging es vor allem um die weitere Finanzierung. Das MGH Leer ist eines von 500 Häusern in Deutschland, die das Ministerium im Rahmen eines Aktions-Programms mit 40.000 Euro jährlich fördert.
Menschen verschiedener Altersgruppen wird im Mehrgenerationenhaus die Möglichkeit gegeben, sich zu begegnen und gegenseitig von den Kompetenzen zu profitieren. Träger in Leer ist die evangelisch-lutherische Christuskirche. In ihrem Gemeindehaus am Hoheellernweg 7 ist auch das MGH untergebracht.
Beim „Tag der offenen Tür“ vor wenigen Wochen hatte die Leiterin des MGH, Gundi Martensson, Sorgen geäußert. Die Leeraner Einrichtung erhalte die Förderung durch den Bund nun im vierten Jahr, mit dem fünften Jahr würde dieses Programm auslaufen. Deshalb überlege man, auf ein Nachfolge- Programm umzusteigen, das am 1. Januar 2012 beginne. Dabei gebe es für drei Jahre Bundesmittel – allerdings nur 30.000 Euro pro Jahr mit der Maßgabe, 10.000 Euro selbst einzuwerben. Da liege die Hoffnung auf Unterstützung von kommunaler Seite. Gitta Connemann als Patin des MGH hatte deshalb neben Dr. Kues auch Vertreter aus der Kommunalpolitik und aus der Verwaltung eingeladen.
Der Parlamentarische Staatssekretär lobte das Leeraner Haus als „Leuchtturmprojekt“. Für die Qualität der Arbeit, die hier geleistet werde, seien die dahinter stehenden Menschen und die diakonische Ausrichtung verantwortlich. Dr. Hermann Kues empfahl, sich für das Folgeprogramm zu bewerben. Er sehe gute Chancen. „Aber dort, wo die kommunale Seite nicht mitmacht, wird es schwer werden“, räumte er ein.
Dieter Baumann sagte als Vorsitzender der CDU/BfR-Gruppe im Leeraner Kreistag, diese sei für eine Beteiligung des Landkreises mit 5000 Euro an der Förderung des MGH. Er gehe davon aus, „dass auch die anderen Fraktionen mitziehen“.
„Die ideelle Unterstützung der Stadt Leer ist schon gewiss“, er-klärte deren Erster Stadtrat Heinz Hauschild. Finanzielle Versprechungen könne er nicht machen, sich aber eine positive Diskussion im Rat vorstellen.
Die Arbeit des MGH hatten Pastorin Sigrid Duhm-Jäckel und Leiterin Gundi Martensson vorgestellt. Die Frage „Braucht man für bestimmte Angebote das MGH?“ beantwortete Martensson selbst mit einem klaren „Ja“. Besonders verdeutlichte sie das am Beispiel der Betreuung von Demenzkranken in Zusammenarbeit mit der Diakoniestation. Beide allein könnten dieses Angebot zur Entlastung der Angehörigen nicht machen. Der Bedarf sei groß und werde steigen. Zu den Angeboten ohne Alternative gehöre auch eine intensive Hausaufgabenbetreuung von Migrantenkindern. „Alter und Pflege“ sowie „Integration und Bildung“ hatte Staatssekretär Dr. Kues als Schwerpunkte des Förderprogramms genannt. Weitere seien „haushaltsnahe Dienstleistungen“ und „freiwilliges Engagement“.
Staatssekretär Dr. Hermann Kues (stehend) machte gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann (CDU) (rechts) beim Besuch im Mehrgenerationenhaus in Leer Hoffnung auf eine weitere finanzielle Förderung. Die Arbeit des Hauses erläuterten (von links) Leiterin Gundi Martensson, Werner Gersema (Kirchenvorstand der Christuskirchengemeinde) und Pastorin Sigrid Duhm-Jäckel. Foto: Dübbel.
Nach 50 Jahren Abschied als Kirchenmusikerin
04.05.2011
Sonja Plath setzt zum Jubiläum in der Friedenskirche Loga auch einen Schlusspunkt / Gottesdienst und Teetafel am 8. Mai kkl Leer-Loga. „Das Orgelspiel am Sonntagmorgen gehörte zu meinem Leben“, sagt Sonja Plath. Über 50 Jahre lang war sie Kirchenmusikerin in der evangelisch-lutherischen Friedenskir-chengemeinde Loga. Mit einem Gottesdienst und einer anschließenden Teetafel soll am Sonntag, 8. Mai, ab 10 Uhr das Jubiläum gefeiert werden. Gleichzeitig verabschiedet sich die 81-Jährige von ihrem Dienst als Organistin.
Wie sie sich danach fühlen wird, weiß sie noch nicht. Aber sie hat selbst die Entscheidung getroffen, einen Schlusspunkt zu setzen. Danach wird Sonja Plath etwas tun, wozu ihr bislang die Zeit fehlte: Sie will die ostfriesischen Kirchen mit ihren schönen alten Orgeln besuchen und sich die Instrumente auch in den Gottesdiensten anhören.
Etwas leichter macht der Logaerin der Abschied von ihrem Dienst, dass sie ihre Nachfolge gut geregelt weiß. Daran hat sie selbst mitgewirkt. Friedemann Seitz und Martin Gadow werden künftig abwechselnd die Gottesdienste in der Friedenskirche an der Orgel begleiten. Beide dürfen sich auf sangesfreudige Besucher freuen: „Die Gemeinde singt gut“, betont Sonja Plath. Dazu hat sie beigetragen.
Der Organistin war es wichtig, dass nicht immer die gleichen Lieder im Gottesdienst gesungen werden. Schließlich biete das Gesangbuch eine große Vielfalt. Dieser Schatz sollte sich auch immer mehr der Gemeinde erschließen. Um mit ihr Kanons oder neue Lieder einzuüben, kam Sonja Plath auch gern manches Mal vom Orgelboden herunter.
Die Liturgie und die Mitgestaltung des Gottesdienstes lagen der Organistin immer am Herzen. Mit zwei Pastoren hat sie in all den Jahren gut zusammengearbeitet: mit Gerhard Straakholder, der sie ab dem 1. April 1961 eingestellt hatte, und anschließend mit dem jetzigen Seelsorger Wolfgang Schmidtke. In Hannover hatte sie in den 1950er Jahren Kirchenmusik studiert und die C-Prüfung abgelegt.
Den Orgeldienst empfand Sonja Plath während ihrer Berufstätigkeit als Lehrerin und Schulrätin als guten Ausgleich. Ihre drei Kinder habe sie an ihrem musikalischen Wirken beteiligen können. Dazu gehörte lange Zeit auch die Chorarbeit. Diese begann 1962 mit einem Kinderchor, später kam der Kirchenchor hinzu. In den vergangenen 20 Jahren hat sich Sonja Plath aber vorwiegend auf das Orgelspiel konzentriert. Sie schätzt das 1964 von der Orgelbauwerkstatt Ahrend & Brunzema in Loga fertiggestellte Instrument sehr, das später noch zwei neue Register – darunter den Zimbelstern – erhalten hat.
Aktiv ist Sonja Plath auch im Kirchenkreistag und in der Synode gewesen. Viele Jahre gehörte sie dem liturgischen Ausschuss der VELKD (Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands) an. Dort erwarb sie viele Kenntnisse und war mit Freude dabei. „Mit dem Organistendienst gibt sie nun ihre letzte offizielle Tätigkeit in unserer Kirche auf“, sagt Pastor Schmidtke. Beim Festgottesdienst und bei der anschließenden Teetafel am 8. Mai werde man gemeinsam in Dankbarkeit zurückschauen.
Über 50 Jahre lang spielte Sonja Plath die Orgel in der evange-lisch-lutherischen Friedenskirchengemeinde Loga. Gleichzeitig mit der Feier des Jubiläums verabschiedet sich die Kirchenmusi-kerin am 8. Mai von ihrem Dienst. Foto: Dübbel.
Mehr als 50 Mädchen und Jungen in der Kinderbibelwoche
04.05.2011
Osterferien-Angebot der Christuskirchengemeinde Leer kkl Leer. "Vom Tropfen zum Mee(h)r" - so war die Kinderbibelwoche der evangelisch-lutherischen Christuskirchengemeinde Leer überschrieben. Mehr als 50 Mädchen und Jungen im Alter zwischen sechs und elf Jahren sowie 16 Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter kamen von Mittwoch bis Freitag vormittags im Katharina-von-Bora-Haus zusammen. Den Abschluss bildete ein Familiengottesdienst am 1. Mai um 10 Uhr in der Christuskirche.
Die Leitung der Kinderbibelwoche hatte Pastorin Sigrid Duhm-Jäckel. Sie erzählte in den Morgenandachten biblische Geschichten zum Thema Taufe. „Ich freue mich über die Begeisterung und Freude der Kinder und ein tolles Team: Ehrenamtliche, die mit so viel Liebe und kreativen Ideen bei der Kinderbibelwoche mitarbeiten“, sagte die Pastorin.
Kinderbibelwoche war wieder in der Christuskirchengemeinde Leer angesagt. Die mehr als 50 Mädchen und Jungen machten mit viel Spaß im Katharina-von-Bora-Haus mit. Foto: Dübbel.
„Ein Zufluchtsort für die Seele“
04.05.2011
Wiedereinweihung der Holtlander Marienkirche nach umfangreicher Sanierung Holtland. „Die Arbeit hat sich gelohnt“, mit diesen Worten sprach einer der ersten Gottesdienstbesucher am Ostermontag aus, was viele dachten. Zum Festgottesdienst anlässlich der offiziellen Wiedereinweihung der Holtlander Marienkirche nach fast viermonatiger Schließung hatten sich zahlreiche Besucherinnen und Besucher in dem Gotteshaus eingefunden. Sie alle waren gespannt, den neu gestalteten Innenraum der über 750 Jahre alten Kirche zu sehen. Eine Grundsanierung im Umfang von 55.000 Euro war notwendig geworden, da im Laufe der Zeit immer mehr Schäden am Putz und am Mauerwerk bemerkbar wurden. Zudem hatte der Zahn der Zeit ein Übriges getan, so dass auch die gesamten Bänke, sowie die Emporen neu gestrichen werden mussten. „Bei der Farbgebung haben wir uns am Zustand der Kirche vor der letzten großen Renovierung vor 45 Jahren orientiert“, erläuterte Pastor Sven Grundmann. Er dankte im Namen des Kirchenvorstandes allen an der Renovierung beteiligten Firmen ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit.
Sein besonderer Dank galt jedoch den Gemeindegliedern, die durch ihre Spenden und ihren ehrenamtlichen Einsatz die Neugestaltung maßgeblich unterstützt hätten.
Der Superintendent des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Leer, Burghard Klemenz, hielt die Festpredigt und gratulierte der Gemeinde zu der gelungenen Sanierung: „Eine schöne Kirche ist ein Lobgesang Gottes und ein Zufluchtsort für die Seele.“ In Grußworten der Bürgermeister Karl-Heinz Groß (Holtland) und Bernhard Janssen (Brinkum), sowie des Heseler Samtgemeindebürgermeisters Uwe Themann wurde der Kirchengemeinde zur gelungenen Sanierung gratuliert und das Engagement der Handwerker gewürdigt.
Der Posaunen- und der Kirchenchor der Kirchengemeinde sorgten mit ihren Beiträgen für einen festlichen Rahmen des Gottesdienstes.
Pastor Sven Grundmann (Holtland)(rechts) und sein Sohn Keno zeigten Superintendent Burghard Klemenz (Leer) die frisch renovierte Marienkirche. Foto: privat.
„Jahreszeiten im Leben einer Frau“ beleuchtet
04.05.2011
Lektorin Tini Beyen hielt den Vortrag beim Kreisfrauentreffen kkl Leer„Manche Schwierigkeiten könnten wir uns ersparen, wenn wir rechtzeitig an unseren eigenen Winter dächten“, sagte Lektorin Tini Beyen aus Warsingsfehn. Sie sprach beim Kreis-frauentreffen des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Leer zum Thema „Die Jahreszeiten im Leben einer Frau“. Es gehe darum, das eigene Leben unter neuen zeitlichen Perspektiven zu sehen und die Inhalte des Lebens zu überdenken, erklärte die Referentin.
Monika Fiedler, Beauftragte für die Frauenarbeit des Kirchenkreises Leer, hatte die 61 Zuhörerinnen im Katharina-von-Bora-Haus in Leer begrüßt. Susanne Kretzschmar, Diakonin in der Paulus-Kirchengemeinde Heisfelde, hielt eine Andacht über die Geschichte von Maria und Martha aus dem Lukas-Evangelium. Im Mittelpunkt des Abends stand der Vortrag von Tini Beyen. Die Lektorin, deren Hobby das Malen ist, hatte passend zum Thema einige ihrer Bilder mitgebracht. Besonders gestaltet wurde das Referat auch durch Elemente wie eine Sprechmotette. Mehrere Frauen gingen dabei in Beiträgen auf die unterschiedlichen Jahreszeiten ein.
Für jede Jahreszeit beschrieb Tini Beyen deren schöne Seiten, aber auch kritische Phasen – sowohl auf die Natur bezogen wie auch auf das Leben von Frauen übertragen. Der Herbst etwa sei mit der Erntezeit, aber auch mit heftigen Stürmen verbunden. „War das schon alles?“ sei im Herbst des Lebens eine oft gestell-te Frage. Es gelte, ein Ja zu Herbst und Winter und zum Sterben zu finden.
Im Spätherbst müsse der Garten für den Winter vorbereitet wer-den. Im Leben könne das heißen, Erbsachen zu regeln, Menschen Schuld zu vergeben und im Frieden mit Gott zu sein. Frauen sollten wissen, dass es die fünfte Jahreszeit gebe. Sie bedeute kein Ende, sondern den Beginn des großen Frühlings mit der Hoffnung auf das Erwachen in der Ewigkeit. Die Kollekte beim Kreisfrauentreffen für die Arbeit der Spastiker-hilfe Leer ergab 120 Euro.
Tini Beyen sprach über die „Jahreszeiten im Leben einer Frau“ und hatte dazu auch von ihr gemalte Bilder mitgebracht.
Beim Kreisfrauentreffen im Katharina-von-Bora-Haus in Leer gehörte auch gemeinsames Singen zum Programm. Fotos: Dübbel.
Mehrgenerationenhaus hofft auf Unterstützung
12.04.2011
„Tag der offenen Tür“ präsentierte Angebote für Jung und Alt / Beim Umstieg auf ein anderes Förderprogramm müssen selbst Mittel eingeworben werden kkl Leer. „Es war eine gute Entscheidung, dass Sie trotz des schönen Wetters hierher gekommen sind“, lobte Gundi Martensson als Leiterin des Mehrgenerationenhauses (MGH) Leer die Besucher. Sie war mit der Resonanz beim „Tag der offenen Tür“ am Sonnabendnachmittag sehr zufrieden. Aufmerksam machte sie auf Sorgen, die sich auf die Finanzierung für die Zukunft bezogen.
Zunächst hatte Gundi Martensson mit einer falschen Vorstel-lung vieler Menschen aufgeräumt: Im MGH am Hoheellernweg 7 wohnten nicht mehrere Generationen unter einem Dach. Es sei eines von 500 Häusern in Deutschland, die das Bundes-Familienministerium mit 40.000 Euro jährlich fördere. Diese sollten Begegnungsstätten sein. Die Christuskirche sei in Leer Träger, das Haus stehe aber unabhängig von der Konfession allen Menschen offen.
Das MGH Leer erhalte die Förderung durch den Bund nun im vierten Jahr, sagte Martensson. Mit dem fünften Jahr würde diese auslaufen. Deshalb versuche man, auf ein anderes Förderprogramm umzusteigen, das am 1. Januar 2012 beginne. Dabei gebe es für drei Jahre Bundesmittel – allerdings nur 30.000 Euro pro Jahr mit der Maßgabe, 10.000 Euro selbst einzuwerben. „Wir hoffen, dass auch von kommunaler Seite gesagt wird, ,das ist uns wichtig’“, erklärte die MGH-Leiterin und verband damit den Wunsch nach finanzieller Hilfe. Denn es nütze nichts, wenn „tolle Arbeit“ bestätigt werde, aber keine Unterstützung komme. Immerhin habe es „vier Jahre Angucken zum Nulltarif“ gegeben.
Es gebe zudem eine Initiative des Netzwerkes Mehrgeneratio-nenhäuser in Niedersachsen, die nach dem Auslaufen des Bundesprogramms eine solide Finanzierung über Bund, Land und Kommunen zur Sicherung der Häuser sehen wollten, sagte Martensson. Karten mit der Überschrift „Mehrgenerationenhäuser brauchen Zukunft“ lagen zum Unterschreiben aus.
An vielen Ständen konnten sich die Besucher über die Angebote und Dienstleistungen des MGH informieren. Das Café als Gesprächs-Treffpunkt, Hausaufgabenbetreuung für Migrations-Kinder und die Betreuung von Demenzkranken sind nur einige Beispiele. „Praktische Nachbarschaftshilfe soll hier zum Leben erweckt werden, bei der der eine dem anderen mit seinen Fähigkeiten unter die Arme greift“, umschrieb Gundi Martensson ein Ziel des Programms. Bei Kaffee, Tee und Kuchen sah man nicht nur Alt und Jung miteinander im Gespräch, sondern auch jene, die die Angebote schon nutzen sowie am Kennenlernen Interessierte. Beifall für das musikalische Rahmenprogramm erhielt das Gitarren-Ensemble der Musikschule „Der Notenschlüssel“ mit Schülern aus Leer und dem Ammerland unter der Leitung von Peter Borchers (Apen).
Gundi Martensson, Leiterin des Mehrgenerationenhauses in Leer, bei der Begrüßung zum „Tag der offenen Tür“.
Das Mehrgenerationenhaus in Leer hatte zum „Tag der offenen Tür“ eingeladen und seinem Anspruch entsprechend Alt und Jung unter den Gästen. Die zollten den Worten von Leiterin Gundi Martensson und dem musikalischen Rahmenprogramm des Gitarren-Ensembles der Musikschule „Der Notenschlüssel“ Beifall. Fotos: Dübbel.
Diakonie in die Gemeindearbeit einbinden
31.03.2011
Kirchenkreistag Leer / Vortrag von Dr. Christoph Künkel als Direktor des Diakonischen Werkes / Diakonische Einrichtungen stellten sich vor kkl Leer. Vor allem im Zeichen der Diakonie stand die jüngste Kirchenkreistags-Sitzung des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Leer im Katharina-von- Bora-Haus der Christuskirche Leer. Der Direktor des Diakonischen Werkes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Dr. Christoph Künkel, sprach über „Die Auswanderung der Diakonie aus den Köpfen der Gemeinden“. Zehn diakonische Einrichtungen aus dem Kirchenkreis präsentierten Eindrücke ihrer Arbeit. Pastorin Sigrid Duhm-Jäckel stellte die Christuskirche Leer als diakonische Gemeinde vor.
Die Suppenküche und die Gruppe „Frauen helfen Frauen“ waren die beiden Initiativen, für die die Christuskirche 2005 von der Landeskirche das Siegel „Diakonische Gemeinde“ erhielt. Aber Pastorin Duhm-Jäckel konnte noch eine ganze Reihe anderer Beispiele für diakonische Arbeit beschreiben. Diese werde auch im Mehrgenerationenhaus geleistet, sagte sie. Das beschrieb deren Leiterin Gundi Martensson näher. Es gebe Angebote für Alt und Jung: vom Offenen Cafe über PC-Kurse für Senioren bis hin zu Hausaufgabenhilfen.
Manches praktische Beispiel, das er von Sigrid Duhm-Jäckel gehört hatte, ließ Dr. Künkel in seinen Vortrag mit einfließen. So etwa die strickende über 90-Jährige, die mit ihren Socken und Schals Armen helfe und damit „ihren Ort“ gefunden habe. Eine diakonische Gemeinde erkenne man daran, dass sie der Innovationskraft Ehrenamtlicher und Veränderungen Raum gebe. Entscheidend seien nicht große Plakate und fromme Sprüche, sondern der gelebte Glaube als Haltung.
„Gehört zu Ihrem Christsein das diakonische Element sofort dazu?“, fragte der Referent die Zuhörer. Die Diakonie habe einen unterschiedlichen Stellenwert innerhalb der Kirche und sei unterschiedlich verankert. Wenn sie wandere – und zwar zu den Menschen – sei das gut. Würde sie auswandern, hieße das, dass auch Christus auswandere.
„Hilfe zur Selbsthilfe“ sei erforderlich, sagte der Präsident des Diakonischen Werkes. Die Diakonie müsse in die Gemeindear-beit eingebunden werden. Eine Vernetzung mit unter-schiedlichen Altersgruppen und Akteuren sei notwendig. Aber keine „Projektitis“, sondern „Nachhaltigkeit“ sei gefragt. Für die Diakonie müssten bestimmte Haushaltstitel zur Verfügung gestellt werden, damit sie selbstbestimmt und unabhängig von staatlicher und kommunaler Unterstützung arbeiten könne. „Wir müssen mehr wagen“, appellierte Künkel.
Nach dem Vortrag hatten die Kirchenkreistagsmitglieder Gelegenheit, sich an den Ständen der Einrichtungen über vielfältige diakonische Arbeit im Kirchenkreis zu informieren. Vertreten waren die Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe- und Lebensfragen, die Krankenhausseelsorge, der Arbeitskreis Obdachlose, die Matthäigemeinde Bingum (Familiennetzwerk-Angebote), „Die Eule“ (Unterstützung für Kinder, Jugendliche und ihre Familien), das evangelische Jugendhilfezentrum Leinerstift, die Kirchenkreis-Sozialarbeit, die Kindertagesstätten, die Leeraner Tafel und das Mehrgenerationenhaus.
Dr. Christoph Künkel, Direktor des Diakonischen Werkes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.
Diakonische Einrichtungen und deren Mitarbeiter stellten ihre Arbeit den Kirchenkreistagsmitgliedern vor. Fotos: Dübbel.
Kirchenkreistag: Mit Hilfe für Japan Zeichen setzen
31.03.2011
kkl Leer. „Ich glaube, dass Japan auf ein Zeichen wartet“, sagte Superintendent Burghard Klemenz am Donnerstagabend in der Sitzung des Kirchenkreistages des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Leer. Der tagte im Katharina-von-Bora-Haus der Christuskirchengemeinde Leer. Als eine „Herausforderung an die Nächstenliebe“ bezeichnete Klemenz die Situation der Menschen in Japan nach Erdbeben, Tsunami und nuklearer Katastrophe. Die Diakonie-Katastrophenhilfe der Landeskirche habe um Spenden und Kollekten gebeten. Diesem Aufruf sollten sich die Kirchengemeinden im Kirchenkreis Leer anschließen und am Sonntag die Gottesdienst-Kollekte der Hilfe für Japan widmen. - Die Sitzung des Kirchenkreistages beginnt immer mit einer Andacht. Die Pastorin der Christuskirchengemeinde, Sigrid Duhm-Jäckel, sprach nicht zu ihrem ursprünglich vorgesehenen Thema, sondern widmete sich in eindringlichen und bewegenden Worten der Situation der vom Unglück betroffenen und leidenden Menschen in dem asiatischen Land.
Bibliothek lädt mit Geschenken zu sich ein
16.03.2011
An der bundesweiten Aktion „Willkommen in Gottes Welt“ beteiligt sich auch die Petrusgemeinde Loga / 800 Buchbeutel gehen an acht Kirchengemeinden
kkl Leer-Loga. „Was ist wohl in dieser Tasche?“ fragte Regina van Lengen kleine Mädchen und Jungen. Die waren mitgekommen, als Vertreter der drei Logaer Kirchengemeinden und der Kirchengemeinde Logabirum bei der Leiterin der Evangelisch-lutherischen Petrus-Bücherei in Loga ihr Material zur Aktion „Willkommen in Gottes Welt!“ abholten. Ein Steppke tastete den Beutel ab und erriet: „Ein Buch“.
Doch nicht nur das Bilderbuch „Weißt du, wie viel Sternlein stehen?“, in dem das Kinderlied mit Bildern von Katja Gehrmann neu illustriert ist, befindet sich in der Baumwolltasche. Eine Elternbroschüre, in der die Themen frühes Vorlesen, Beten mit Kindern und Taufe angesprochen und die Eltern dazu ermutigt werden, ist ebenfalls darin. Außerdem wurde eine CD mit alten und neuen, religiösen und weltlichen Kinderliedern mit hineingelegt.
Das Evangelische Literaturportal richtet die bundesweite Aktion aus, die mit Mitteln der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gefördert wird. Partner, die das Verschenken vor Ort übernehmen, können den Buchbeutel durch eigene Informationen ergänzen. Diese Gelegenheit hat auch die Petrusbücherei genutzt und Informationen über sich und ihre Gemeinde hinzugefügt. Leiterin Regina van Lengen riet den anderen Beteiligten – der Friedenskirchengemeinde Loga, der Evangelisch-reformierten Gemeinde Loga und der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Logabirum -, das auch zu tun.
Die Logaer Bücherei gehört mit 800 bestellten Willkommens-Buchbeuteln zu den Großabnehmern. 400 hat sie verteilt, weitere 400 erwartet sie noch für vier Heseler Kirchengemeinden. Die Bibliothek lädt mit diesen Geschenken, die Familien mit kleinen Kindern übergeben werden, zu sich ein. „Bilderbücher angucken und vorlesen kann man schon ganz früh“, sagte die Bücherei-Leiterin.
Das Evangelische Literaturportal ist der Dachverband der evangelischen öffentlichen Büchereien. Aus der Erfahrung der Bü-chereiarbeit entstand die Idee, frühe Sprachförderung mit Impulsen für erste religiöse Rituale zu verknüpfen.
Bei der Eröffnung der Aktion „Willkommen in Gottes Welt“ Ende Januar wies Präses Nikolaus Schneider, Vorsitzender des Rates der EKD, darauf hin, dass die Initiative am Anfang des „Jahr der Taufe“ stehe. Sie erinnere damit an zwei grundlegende Aussa-gen, die in der Taufe deutlich und spürbar würden: an den Dank für das Leben und den Schutz und Segen Gottes für den Täufling.
Regina van Lengen als Leiterin der Petrusbücherei Loga und Pastor Udo Joswig (von links) hatten Vertreter der beteiligten Gemeinden eingeladen, ihre Buchbeutel der Aktion „Willkommen in Gottes Welt“ abzuholen. Foto: Dübbel.
Schon mit den Kleinsten Gottesdienst feiern
08.03.2011
Pastorin Hannegreth Grundmann aus Holtland hat Erfahrungen aus ihrer Projektpfarrstelle zur Kindertheologie in einem Buch zusammengefasst und gibt Anregungen
kkl Leer/Rhauderfehn. „Auch ganz kleine Kinder haben das Recht auf einen ihnen gemäßen Gottesdienst“, sagt Pastorin Dr. theol. des. Hannegreth Grundmann. Erschienen ist jetzt ihr Buch „Mit den Kleinsten Gottesdienst feiern“. Es ist aus den Erfahrungen in ihrer Projektpfarrstelle „Kindertheologie als Impuls für den Gemeindeaufbau“ entstanden. Die hatte sie von September 2007 bis August 2010 im Umfang einer halben Pfarrstelle inne. In dieser Zeit besuchte die Pastorin auf Anfrage 15 Gemeinden in den evangelisch-lutherischen Kirchenkreisen Leer und Rhauderfehn und arbeitete dort mit 23 Eltern-Kind- Gruppen zusammen.
Dankbar ist Hannegreth Grundmann für finanzielle Unterstützung durch den Innovationsfonds der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, die beiden Kirchenkreise, den Sprengel Ostfriesland und durch unterschiedliche Stiftungen. Damit wurde das Projekt möglich.
Die Idee, Krabbelgruppen aktiv in das Gemeindeleben zu integ-rieren, kam der Mutter eines mittlerweile achtjährigen Sohnes und Frau des Holtlander Gemeindepastors Sven Grundmann, als sie sich noch in der Elternzeit befand. Etwas später hörte sie einen Vortrag des Religionspädagogen Professor Karl Ernst Nipkow und war fasziniert. Hannegreth Grundmann kam mit ihm über die Kindertheologie ins Gespräch, das wiederum zur Kon-zeption des Projektes beitrug. Nipkow wurde ihr theologischer Berater.
Wie kann gottesdienstliche Arbeit mit unter Dreijährigen und deren Eltern aussehen? Darauf gibt der im Lutherischen Verlagshaus Hannover erschienene Band Antworten. Enthalten sind auch Entwürfe für Krabbelgottesdienste quer durch das Kirchenjahr. Ergänzend dazu zeigen Anregungen zur Gestaltung von Elternabenden, wie Mütter und Väter bei der religiösen Begleitung ihrer Kinder einbezogen und unterstützt werden können.
Herausgegeben hat das Buch, das in der Reihe „Gemeinsam Gottesdienst gestalten“ erschienen ist, Dr. Jochen Arnold. Er ist Direktor des Evangelischen Zentrums für Gottesdienst und Kir-chenmusik im Michaeliskloster Hildesheim. In dem Band kommt er ebenso zu Wort wie Professor Nipkow, der Religionspädagoge Dr. Friedhelm Kraft und Dirk Schliephake als Kindergottesdienst-Beauftragter der Landeskirche.
Ihr Projekt zur Kindertheologie habe Kreise gezogen, ist im Gespräch mit der Leiterin zu hören. Nachfragen erhielt sie auch aus Gemeinden außerhalb Ostfrieslands. Im Kindertagesstättenbereich gebe es ebenfalls Interesse. „Mit dem Ausbau des Angebotes an Krippenplätzen steigt auch der Bedarf an religionspädagogischer Begleitung“, erklärt Hannegreth Grundmann. Sie ist seit Juni 2010 Öffentlichkeitsbeauftragte des Sprengels Ostfriesland. Eltern Mut zu machen, auch selbst Krabbelgottesdienste zu gestalten, wird ihr ein Anliegen bleiben. „Dürfen wir das denn auch – ohne Pastor?“, ist sie von einer Mutter gefragt worden. Ihre Antwort: „Natürlich dürft ihr das!“ Mit ihrem Buch will sie Hilfen geben, die unkompliziert und schnell realisierbar sind.
Gemeinsam mit Hannegreth Grundmann freuen sich über deren Buch „Mit den Kleinsten Gottesdienst feiern“ die Superintendenten Burghard Klemenz (links) und Gerd Bohlen. Es enthält Erfahrungen und Anregungen aus dem Projekt „Kindertheologie als Impuls für den Gemeindeaufbau“, das die Pastorin aus Holtland in den Kirchenkreisen Leer und Rhauderfehn umgesetzt hat. Foto: Privat.
Neue Ideen für die Gestaltung von Kindergottesdiensten
08.03.2011
Susanne Kretzschmar als Beauftragte des Kirchenkreises Leer hatte zur Fortbildung eingeladen
kkl Leer. In fast allen Kirchengemeinden des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Leer wird regelmäßig Kindergottesdienst oder Kinderkirche gefeiert. „Viele Ehrenamtliche tragen diese wichtige Arbeit und investieren ihre Zeit. Immer wieder sind Kreativität und neue Ideen gefragt“, sagt Diakonin Susanne Kretzschmar. Sie ist Kirchenkreis-Beauftragte für den Kindergottesdienst und lädt einmal jährlich zum „Auftanken“ zu einer Fortbildung ein. 16 Teilnehmerinnen aus sechs Gemeinden im Alter von 15 bis über 50 Jahren waren jetzt im Gemeindehaus der Pauluskirche Heisfelde dabei.
Diesmal bastelten die Kindergottesdienst-Mitarbeiterinnen Erzählpuppen. Reisstrohbesen wurden umgedreht und mit Gesicht und Umhang zur Erzählfigur umfunktioniert. Die Arbeit war schwieriger als es zunächst aussah. Am Schluss zeigten sich aber alle Teilnehmerinnen stolz auf ihre Puppen, die nun in den Kindergottesdiensten zum Einsatz kommen können. Für die Visualisierung, also das Veranschaulichen, von Bibelge-schichten wurden außerdem Pappfiguren für die Filzwand gebastelt. Darüber werden sich besonders die Kleinen in den Kindergottesdiensten freuen.
Auch die Musik kam nicht zu kurz. Christa Pollmann-Busch brachte den Teilnehmerinnen neue schwungvolle Lieder bei. Besonders „Sani bonani“, ein afrikanisches Begrüßungslied, fand viel Anklang.
Auch neue Lieder lernten die Teilnehmerinnen der Kindergottesdienst-Fortbildung des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Leer. Foto: Dübbel
Erzählpuppen aus Reisstrohbesen und Pappfiguren sollen in den Kindergottesdiensten Geschichten aus der Bibel veranschaulichen. Foto: Erchinger
Mitarbeiter fühlten sich informiert und inspiriert
26.02.2011
Die evangelisch-lutherischen Kirchenkreise Emden und Leer hatten zur Fortbildung eingeladen
kkl Emden/Leer. „Das war ein reich gefüllter und atmosphärisch angenehmer Tag!“ So fasste Superintendent Dr. Friedhelm Voges die Mitarbeiterfortbildung zusammen, zu der die evangelisch-lutherischen Kirchenkreise Emden und Leer in die Paulusgemeinde Emden-Barenburg eingeladen hatten. Als informativ und anregend empfanden auch die rund 80 Teilnehmer die Veranstaltung mit Vorträgen und Workshops. Das Miteinander am Sonnabend wurde auch als weiterer Schritt auf dem Weg in den Kirchenkreis Emden-Leer gesehen, der ab 2013 eine neue Einheit bilden soll.
Mit einer Andacht hatte Superintendent Burghard Klemenz (Leer) auf den Tag eingestimmt. „Mit weniger Geld kreativ sein“ lautete dann das Impulsreferat von Superintendent Heinz Behrends aus Northeim. Er ist in Leer-Loga aufgewachsen und leitet seit 2001 den Kirchenkreis Leine-Solling. Dieser entstand vor zehn Jahren durch Zusammenschluss der Kirchenkreise Einbeck, Northeim und Uslar.
Superintendent Behrends berichtete über seine Erfahrungen mit Sparzwängen und stellte Schritte vor, wie diese zu bewältigen seien. Mehr Bibel lesen und beten stand an erster Stelle. Der Umgang mit Geld sei eine geistliche Frage. An ihr entscheide sich das Verhältnis der Menschen zu sich selbst, zu einander und zu Gott.
Auch vorausschauendes Planen und ein Verschlanken der Verwaltung empfahl der Redner. „Was wir nicht für die Verkündigung brauchen, stoßen wir ab“, erklärte Behrends weiter und meinte damit den Verkauf von Gebäuden. Statt in Steine solle in Menschen investiert werden. „Gute Nachbarschaft“ war ein weiteres Stichwort und meinte die Zusammenarbeit von Gemeinden. „Ehrenamtliche sind nicht die Sparschweine der Kirche“ betonte der Superintendent. Sie müssten gepflegt und beachtet werden.
Einsparen heiße auch, nicht weniger Gottesdienst anzubieten, aber in unterschiedlichen Formen. In manchen Gemeinden gelinge es, dass deren Mitglieder selbst Andachten gestalteten. Öffentlichkeitsarbeit und das Erschließen neuer Finanzquellen sah Heinz Behrends ebenfalls als wichtige Aufgaben. Gute Erfahrungen gebe es mit der Gründung von Stiftungen.
Unverzichtbar seien sowohl die Gotteshäuser wie auch die Pastoren, sagte der Referent. Er schloss mit der Aussage, „Kirche hat immer eine große Zukunft“. Sie werde in einer Gesellschaft, die immer mehr auseinanderdrifte, mehr gebraucht denn je.
Die Teilnehmer der Fortbildung hatten anschließend die Möglichkeit, in zwei von insgesamt sieben verschiedenen Workshops mitzumachen. Darin ging es um Fundraising, Armut im ländlichen Raum, Frauengottesdienste, Energiemanagement, biblische Lesungen, neue geistliche Lieder und unterschiedliche christliche Gruppierungen. Geleitet wurden sie von Paul Dalby (Evangelisches Medien-Service-Zentrum Hannover), Marlis Winkler (Hannover, Diakoniewissenschaftlerin), Daniela Dombrowski (Frauenwerk Ostfriesland), Dipl.-Ing. Jens Lüning (Gebäude- und Energiemanagement der Stadt Leer), Kreiskantor Elmar Werner (Emden), Kreiskantor Matthias Eich (Jheringsfehn) und Pastor Ingo Wiegmann aus Hage (Beauftragter des Kirchenkreises Norden für Weltanschauungsfragen).
Rund 80 Teilnehmer ließen sich von den evangelisch-lutherischen Kirchenkreisen Emden und Leer zur Fortbildung in die Emder Pauluskirche einladen.
Sowohl die Einladenden als auch die Leiter der Workshops freuten sich bei der Mitarbeiterfortbildung der evangelisch-lutherischen Kirchenkreise Emden und Leer über das Interesse (von links): Superintendent Dr. Friedhelm Voges (Emden), Paul Dalby (Evangelisches Medien-Service-Zentrum Hannover), Marlis Winkler (Hannover, Diakoniewissenschaftlerin), Daniela Dombrowski (Frauenwerk Ostfriesland), Dipl.-Ing. Jens Lüning (Gebäude- und Energiemanagement der Stadt Leer), Superintendent Burghard Klemenz (Leer), Kantor Elmar Werner (Emden), Superintendent Heinz Behrends (Northeim) und Kreiskantor Matthias Eich (Jheringsfehn). Im Bild fehlt Pastor Ingo Wiegmann aus Hage (Beauftragter des Kirchenkreises Norden für Weltanschauungsfragen), der erst nachmittags seinen Workshop leitete, als andere Leiter nicht mehr anwesend waren. Fotos: Dübbel
Müttern Mut zur Kur machen
01.02.2011
Gertraud Kramer und Beate Behnen bieten in kirchlichen Beratungsstellen Hilfe an
kkl Leer. Gertraud Kramer und Beate Behnen arbeiten in Einrichtungen, die sich konfessionell unter unterschiedlichen Dächern befinden. Sie haben aber ein gemeinsames Anliegen: „Wir treten für Mütter ein, die eine Kur benötigen“, sagen sie. Ermutigen möchten sie Frauen, sich von ihnen beraten zu lassen.
Gertraud Kramer ist als Diplom-Sozialarbeiterin beim Diakoni-schen Werk der evangelisch-lutherischen Kirchenkreise Leer und Rhauderfehn in Leer unter anderem für diesen Arbeitsbereich zuständig. Beate Behnen arbeitet als Diplom-Sozialpädagogin und -Sozialarbeiterin in der Beratungsstelle Leer des Caritasverbandes Ostfriesland.
Rund 250 Frauen, die sich in einer Mütter- oder einer Mutter-Kind-Kur erholen wollten, sind im vergangenen Jahr von Kramer und Behnen beraten worden. „Die Frauen sind erschöpft und krank“, erklären die Sozialarbeiterinnen. Sie kämen aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Umfeldern. Die Krankenschwester gehöre ebenso dazu wie etwa die Alg II-Bezieherin. Beate Behnen hat festgestellt, dass zunehmend Mütter betroffen sind, die nach der Geburt eines Kindes schnell wieder in den Beruf einstiegen, weil sie befürchteten, sonst ihren Arbeitsplatz zu verlieren. An den Kräften zehre jedoch auch, dem gesellschaftlichen Ideal von einer „perfekten Mutter“ gerecht werden zu wollen. Aber auch einige Väter sind jeweils unter den Ratsuchenden.
Die Beraterinnen helfen beim Stellen des Antrages auf die ent-sprechende Kur ebenso wie bei einem Widerspruchsverfahren. Denn manche Kassen lehnten erst einmal eine Kurmaßnahme ab. Gertraud Kramer empfiehlt, sich nach der Verordnung einer Mütter- oder einer Mutter-Kind-Kur durch den Arzt von vornherein beraten zu lassen. Werde der Antrag selbst gestellt und abgelehnt, sei die Bearbeitung des Widerspruchs für sie und ihre Kollegin schwieriger, weil die Inhalte der eingereichten Unterlagen nicht bekannt seien. „Wir sind keine Rechtsberatungsstelle“, sagt sie. Dennoch erreichen die beiden Sozialarbeiterinnen in vielen Fällen, dass es im „zweiten Anlauf“ mit der Kur klappt.
„Manche Mütter nehmen eine Ablehnung persönlich“, erläutert Beate Behnen. „Ich tue doch so viel für meine Kinder – und jetzt geht es mir mal nicht gut...“, sagten diese Frauen. Sie fühlten sich verletzt und resigniert. Dann sei es gut, in eine Beratungsstelle zu kommen.
Gertraud Kramer hat im vergangenen Jahr 79 Kuren für Mütter und vier Kuren für Väter vermittelt, davon kamen elf erst nach Widersprüchen zustande. Beate Behnen verzeichnete 73 Kuren von denen 16 erst nach einem Widerspruch genehmigt wurden.
Die Hilfe der Kur- und Erholungsberatung reicht vom Erstgespräch, dem Stellen des Antrages und der Vorbereitung auf die Maßnahme über Gespräche mit den Krankenkassen bis zur Nachbereitung der Kur. Gertraud Kramer ist unter der Telefon-nummer 0491-9768321, Beate Behnen unter 0491-9279560 zu erreichen.
Beate Behnen (links) und Gertraud Kramer bieten in kirchlichen Beratungsstellen ihre Hilfe an, wenn Frauen eine Mütter- oder eine Mutter-Kind-Kur beantragen wollen Foto: Dübbel.
Tischfußball im Juca zugunsten Japan-Hilfe
31.03.2011
kkl Leer. "Kickern für Japan " lautet derzeit ein Motto im Jugendcafé (Juca) des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Leer. Das Team um Elske Dreier, Gunther Clemens und Kreisjugendwart Michael Vogt hatte die Idee, den Spaß der jungen Leute am Tischfußball mit der Hilfe für Menschen in Not zu verbinden. Bis zum Beginn der Osterferien geht jetzt im Juca in Leer jeweils ein Euro pro Spiel in eine große Kasse. Deren Inhalt wird dann an die Diakonie-Katastrophenhilfe der Landeskirche überwiesen. Die hatte zur Solidarität mit den von Erdbeben, Tsunami und nuklearer Katastrophe betroffenen Menschen aufgerufen. "Wir freuen uns über die gute Resonanz, die die Aktion bei den Juca-Besuchern gefunden hat", sagte Elske Dreier. Einen Eindruck davon machte sich auch Superintendent Burghard Klemenz.
Einen Eindruck von der Aktion "Kickern für Japan" machte sich auch Superintendent Burghard Klemenz (rechts im Bild) und bewies nebenbei am Kicker Übersicht und Reaktions-Schnelligkeit. Rechts am Tisch stehend beoabachteten Gunther Clemens und Elske Dreier das Spiel Foto: Privat.
Kirche muss bei Unrecht „dem Rad in die Speichen fallen“
31.03.2011
Vortrag von Professor Dr. Heinrich Grosse über Dietrich Bonhoeffer / Lutherkirchengemeinde Leer hatte eingeladen
kkl Leer. „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ – dieses später auch vertonte Gedicht Dietrich Boenhoeffers kennen die meisten Menschen. Viele kirchliche Einrichtungen und auch Straßen sind nach dem evangelischen Theologen benannt. Wie aktuell die Bedeutung des Widerstandskämpfers ist, der vom nationalsozialistischen Regime 1945 hingerichtet wurde, machte Professor Dr. Heinrich Grosse aus Hemmingen bei Hannover bei seinem Vortrag in Leer deutlich. Er freue sich „über das gemischte Publikum“ sagte er, nachdem er von Superintendent Burghard Klemenz im Namen der Lutherkirchengemeinde begrüßt worden war: Unter den etwa 70 Zuhörern im Lutherhaus war auch der gemeinsame Leistungskurs Religion des Teletta-Groß-Gymnasiums und des Ubbo-Emmius-Gymnasiums vertreten.
„Tu deinen Mund auf für die Stummen!“ Immer wieder habe Bonhoeffer an dieses Bibelwort (Sprüche 31,8) erinnert, erklärte Grosse, der damit auch seinen Vortrag überschrieben hatte. Der 1942 geborene Referent, der viele Jahre Gemeindepastor in Wolfsburg war, ist langjähriges Mitglied der Bonhoeffer-Gesellschaft und hat Texte zu Bonhoeffers Leben und Werk veröffentlicht. Er beleuchtete das Leben des Theologen, der sich dem Widerstand gegen das NS-Regime anschloss, von vielen Seiten. Bonhoeffer sei „alles andere als ein unumstrittener Heili-ger“, sagte Grosse.
„Dietrich Bonhoeffer und seine Bedeutung für unser Christsein heute“ lautete der Untertitel des Vortrages. Dem widmete sich der Professor im Schlussteil. Dabei zitierte er auch den früheren Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, der sagte: „Für die Zukunft hat er (Bonhoeffer) gerade dort Aufgaben hinterlassen, wo ihm selbst Erfüllung versagt blieb. Herausfordernd für unsere Generation ist er nicht durchs Gelingen, sondern durch den unerschrockenen Versuch.“
„Im Christsein gehören Beten und Tun zusammen“, erklärte Heinrich Grosse. Dazu gehöre die Solidarisierung mit Leidenden. „Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist“, habe Bonhoeffer gesagt. Wenn vermeintliche Neutralität des Einzelnen oder der Kirche eine Komplizenschaft mit Unrecht bedeute, sei politisches Handeln geboten. „Wir müssen dem Rad in die Speichen fallen", sei die Überzeugung Bonhoeffers gewesen.
Die Bereitschaft zur Schuldübernahme und glaubwürdiges christliches Handeln waren weitere Punkte, die Grosse für das Christsein heute ableitete. Friede müsse - inspiriert von der Bergpredigt - gewagt werden. Christen sollten gegen jede Form des Antisemitismus Widerstand leisten. Ökumenische Erfahrungen seien notwendig zur Bereicherung und Infragestellung des eigenen Glaubens und Handelns. „Mich beeindruckt an Dietrich Bonhoeffer besonders, dass er mehrfach die Möglichkeit hatte, sich selbst der Bedrängnis im nationalsozialistischen Deutschland zu entziehen und dass er sich aus seinem christlichen Glauben heraus stets dagegen entschied“, sagte Heinrich Grosse. Seine Ausführungen wurden mit viel Beifall bedacht. Ein reges Gespräch schloss sich an.
Etwa 70 Interessierte hörten im Lutherhaus Leer den Vortrag von Professor Dr. Heinrich Grosse (stehend) über Dietrich Bonhoeffer. Superintendent Burghard Klemenz (vorn rechts sitzend) hatte den Referenten begrüßt. Foto: Dübbel.
Gottesdienst mit „Phantasie und Liebe“
08.03.2011
Am Weltgebetstag luden wieder Frauen zum ökumenischen Miteinander ein
kkl Leer. „Amen“ singend zog ein langer Besucher-Strom zum Abschluss des Weltgebetstags-Gottesdienstes aus der Evangelisch-reformierten Kirche in Loga. Die Besucher hatten einen sehr klangvollen Abend erlebt. Und sie hatten gemeinsam darüber nachgedacht, was es bedeutet, zu teilen. „Wie viele Brote habt ihr?“ lautete das Motto in diesem Jahr.
In 170 Ländern der Erde feiern viele Christen am ersten Freitag im März den Weltgebetstag. Frauen aus Chile hatten diesmal die Liturgie erarbeitet. Die Gottesdienste verstehen sich als Ausdruck lebendiger Ökumene. „Frauen aller Konfessionen laden ein“ heißt es jeweils. Und so bereiten meist Frauen aus mehreren Gemeinden gemeinsam einen Gottesdienst vor, laden dazu aber gleichfalls die Männer ein – und einige von ihnen kommen dann auch.
In Loga feierten die beiden dortigen lutherischen Gemeinden und die reformierte Gemeinde sowie die lutherische Gemeinde Logabirum den Gottesdienst. Pastorin Christine Kimmich von der gastgebenden reformierten Gemeinde begrüßte die Teilnehmer. „Der Weltgebetstag ist Globalisierung in der schönsten Form“, sagte sie. Der Gottesdienst sei „mit Phantasie und Liebe“ vorbereitet worden.
Mit Bildern und Informationen erhielten die Gäste einen Eindruck von Land und Menschen Chiles. In Lesungen und Darstellungen in verteilten Rollen gingen die Mitwirkenden aus dem Vorbereitungskreis auf biblische Texte und die Situation der Menschen in Chile ein. Sie erinnerten an Unterdrückung unter verschiedenen Machthabern und machten auf die Ausbeutung von Naturressourcen durch ausländische Konzerne aufmerksam. Materielle Güter seien für viele Männer und Frauen zum höchsten Lebensziel geworden.
Vorgetragen wurde im Gottesdienst die Geschichte aus dem Markus-Evangelium von der Speisung der Fünftausend, aus der der Satz „Wie viele Brote habt ihr?“ stammt. Die Gottesdienstteilnehmer wurden aufgerufen, auf Zettel zu schreiben, was sie teilen könnten. Die Kollekte des Weltgebetstages ist jeweils für Frauenprojekte auf der ganzen Welt bestimmt. Allein 434 Euro wurden in Loga eingesammelt.
Die Frauen aus den vier Gemeinden hatten nicht nur den Gottesdienst vorbereitet, sondern auch für ein großes und buntes Büfett im Gemeindehaus gesorgt, das auch chilenische Köstlichkeiten enthielt. Empanadas (gefüllte Teigtaschen) und Pan Amasados (chilenische Brötchen) gehörten dazu.
Beim Weltgebetstags-Gottesdienst in Loga gingen Frauen aus verschiedenen Gemeinden mit Lesungen auf das Thema „Wie viele Brote habt ihr?“ ein. Auch für musikalische Begleitung der Lieder war gesorgt.
Im Anschluss an den Weltgebetstags-Gottesdienst genossen viele Besucher das Miteinander und die Köstlichkeiten vom Büfett. Fotos: Dübbel.
Wunderbare Musik bei Kerzenschein faszinierte
05.01.2011
Ensemble „Cappella Musica Dresden“ gastierte zum sechsten Mal in der Evangelisch-lutherischen Kirche Logabirum
Von Käthe Dübbel - Leer-Logabirum. Schon über eine Stunde vor Beginn des Kon-zertes der „Cappella Musica Dresden“ stand der erste Besucher-Pulk vor der Evangelisch-lutherischen Kirche Logabirum. Zum sechsten Mal gestaltete das Ensemble aus Sachsen das „Konzert zwischen den Jahren bei Kerzenschein“. Viele Zuhörer wissen, dass es dann in der kleinen Dorfkirche mit ihrer besonderen Atmosphäre eng wird und sichern sich rechtzeitig einen guten Platz.
Es kommen aber auch immer wieder neue Interessierte. „Das war ein wunderbarer Abend“, fasste ein Leeraner, der erstmals in der Logabirumer Kirche zu Gast war, seinen Eindruck zusammen. Der Beifall der rund 160 Besucher zwischen den Stücken und zum Schluss zeigte die Begeisterung insgesamt, die die Künstler aus Dresden jedes Mal hervorrufen.
Unter der Leitung von Professor Helmut Branny (Kontrabass) spielten Susanne Branny (Violine), Jörg Kettmann (Violine), Cornelia Schumann (Viola) und Andreas Priebst (Violoncello). Die Mitglieder des Ensembles, das 1995 gegründet wurde, gehören der Sächsischen Staatskapelle Dresden an. Neben dem Orchesterdienst in der Semperoper und auf der Konzertbühne erarbeiten sie mit Begeisterung und Idealismus Musik verschiedener Genres und Stil-Epochen.
Für eine organisatorische Programmänderung hatte das Publikum in Logabirum großes Verständnis: Weil einige der Musiker noch am selben Abend zurück nach Dresden fahren wollten und das Wetter nichts Gutes für die Straßen verhieß, wurde auf die Pause verzichtet.
Mit beschwingten Klängen aus einer der Salzburger Sinfonien Wolfgang Amadeus Mozarts eröffnete die „Cappella Musica“ den Abend. Mehrere dieser Divertimenti, die Mozart im Alter von 16 Jahren schuf, waren dann noch zu hören. „Divertimento bedeutet Zerstreuung, Freude, Vergnügen. Mozart zu spielen ist uns ein Vergnügen – und ganz besonders hier in Logabirum“, erklärte Andreas Priebst für das Ensemble. Als einen weniger bekannten Komponisten sagte er Joseph Leopold Edler von Eybler an. Mozart gehörte zu dessen Förderern und später wurde er in Wien Hofkapellmeister als Nachfolger Antonio Salieris. Auch das von den Dresdnern gespielte Quintett in D-Dur von Eyblers faszinierte die Zuhörer.
Nach einer Mozart-Zugabe wünschte Andreas Priebst den Gäs-ten bereits einen guten Heimweg. Die erklatschten sich dann aber noch den Bach-Choral „Ich steh an deiner Krippen hier“ als stimmungsvollen Konzert-Abschluss. Im Gespräch hinterher war vom Ensemble zu erfahren, dass es gern wieder nach Logabirum kommen würde.
Das Ensemble „Cappella Musica Dresden“ gastierte bereits zum sechsten Mal „zwischen den Jahren“ in der Evangelisch-lutherischen Kirche Logabirum. Das Publikum war erneut begeistert. Foto: Dübbel.
Frühere Konfirmandin überzeugt Pastor
14.12.2010
Buch „Momentaufnahmen“ präsentiert Kurzandachten von Eckhard Oldenburg und Bilder von Gabi Marks
kkl Leer. „Schick’ mir die mal – wir machen ein Buch“. „Die“ – damit meinte Gabi Marks die Kurzandachten, die Eckhard Oldenburg für die NDR 2-Sendereihe „Moment mal“ geschrieben hatte. Die begeisterte Fotografin, die in Leer-Loga wohnt, reizte es, den Betrachtungen des Pastors, den sie schon aus ihrer Zeit als Konfirmandin in Collinghorst kennt, Interpretationen durch ihre Bilder hinzuzufügen. Seit August ist das Buch unter d em Titel „Momentaufnahmen“ im Handel erhältlich und hat schon eine rege Nachfrage erfahren.
„Ohne Gabi Marks gäbe es das Buch nicht“, schreibt Oldenburg im Vorwort. Seit Mai 2007 ist er Pastor der St. Nicolai-Gemeinde Lüneburg, davor war er elf Jahre lang Leiter des Missionarischen Zentrums in Hanstedt. Zu den Einkehrtagen dort fuhr auch Gabi Marks und überzeugte Oldenburg mit Beharrlichkeit davon, „die Texte den Weg vom Radio ins Buch“ finden zu lassen, wie er selbst sagt.
Zwei Jahre lang haben Autor und Fotografin intensiv an dem Werk gearbeitet. Aus fast 100 Radio-Andachten haben sie 52 ausgewählt. Das Buch beginnt mit dem Titel „Prosit Neujahr“ und endet mit „Wertvolle Zwischenzeiten“. Zum Inhalt passend hat Gabi Marks eine Schatzkiste und den Ausschnitt aus einem Familienkalender fotografiert.
„Dieses Buch mit den Bildern möchte zum Betrachten einladen und dazu, das Angedachte weiter zu denken als Ermutigung zum Glauben“, sagt der Pastor. Der 54-Jährige will Impulse geben. Die Leser finden vieles aus ihrem Alltag wieder, oft mit Humor verpackt. Da geht es etwa um das Navi im Auto, um den Umzug in eine andere Stadt oder um die Suche nach dem kleinen Glück – also im weitesten Sinne auch um Orientierung im Leben.
„Ich habe durch Eckhard Oldenburg zum Glauben gefunden“, sagt Gabi Marks. Schon in jungen Jahren hat sie sich in der Jugendarbeit der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Collinghorst eingebracht. Und heute ist die 37-jährige Sozialpädagogin ehrenamtliche Kindergottesdienst- Mitarbeiterin in der Petrusgemeinde Loga. Mit ihrem Mann Jürgen Paluch hat sie drei Kinder im Alter von drei, neun und zehn Jahren.
Die Bilder für das Buch sind in der eigenen Familie, in der Umgebung, aber auch in Frankreich, Berlin, auf Usedom, am Bodensee und in Norditalien entstanden. Menschen, Dinge aus Alltag und Kunst, Eindrücke aus Natur und Landschaft bilden die Motive. Meist ist die Fotografin dicht an ihr Objekt herangegangen und bringt es damit im doppelten Sinn den Betrachtern nahe. Eine ihrer Lieblingsaufnahmen zeigt ihren kleinen Sohn, der mit großer Begeisterung vom Baum fallendes Herbstlaub auffängt. „Momentaufnahmen“ ist im Kawohl-Verlag in einer Auflage von 4000 Exemplaren erschienen und hat 128 Seiten (Format: 12 x 17 cm). Das Buch kostet 9,95 Euro.
Eckhard Oldenburg und Gabi Marks haben zwei Jahre lang am Buch „Momentaufnahmen“ gearbeitet. Es enthält eine Auswahl der Radio-Andachten des Pastors aus Lüneburg, der früher die Gemeinde in Collinghorst betreute, und Bilder von Gabi Marks aus Loga. Foto: privat.
Stimmungsvoller Einstand beim „Lebendigen Adventskalender“
08.12.2010
Gemeinden im Kirchenkreis Leer laden zu kleinen Feiern ein
kkl Leer. Mehrere Gemeinden im Kirchenkreis Leer laden zum „Lebendigen Adventskalender“ ein. Dabei gibt es Unterschiede in der Häufigkeit und im Ablauf. Gemeinsam ist allen aber das Ziel, in der allgemeinen Hektik der Vorweihnachtszeit für eine Weile zur Ruhe zu kommen und sich auf das Fest der Menschwerdung Gottes einzustellen.
Die Kirchengemeinde Logabirum bietet ein Beispiel. Trotz eiskalt wehenden Windes machten sich gleich am ersten Abend mehr als 30 Logabirumer zum „Lebendigen Adventskalender“ auf. Gitta und Fokko Penning in der Hohen Heide waren die Gastgeber und ließen im vorweihnachtlich dekorierten Fenster die „1“ leuchten. Die Aktion war erstmals im vergangenen Jahr von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Logabirum angeboten worden – mit großer Resonanz an allen 23 Tagen.
Auch diesmal meldeten sich für jeden Tag Gastgeberfamilien. Mit dem gemeinsam gesungenen Adventslied „Macht hoch die Tür“ begann der Abend bei Pennings. Beginn ist immer um 18 Uhr, so dass es auch für Kinder nicht zu spät wird. Dann versammelte sich die Runde vor dem Fenster, in dem die Beleuchtung eingeschaltet wurde. Gitta Penning las die heiter-besinnliche Geschichte von dem Engel Hillel, der einen besonderen Auftrag von Gott erhalten hat. Der anschließend ausgeschenkte heiße Früchtepunsch war nicht nur lecker, sondern auch wärmend. Vor allem die kleinen Besucher freuten sich über Lebkuchen und Dominosteine, die die Gastgeber herumreichten.
„So gibt es an jedem Tag einen besonderen Ruhepol inmitten der allgemeinen Hektik“, sagt Pastor Andreas Bartels über den „Lebendigen Adventskalender“. „Alles hat seine Zeit. Advent ist im Dezember“ lautet eine Initiative der Evangelische Kirche in Deutschland. Dabei geht es darum, die Adventszeit als eine Zeit der Einkehr und der Stille, der Vorfreude und der Erwartung wahrzunehmen. Dazu soll auch die Aktion beitragen.
Zu welchem Haus an welchem Tag eingeladen wird, ist dem Logabirumer Gemeindebrief „KarLo“ zu entnehmen. Die Gäste können durch mitgebrachte Kerzen oder Laternen zusätzlich zu adventlicher Stimmung beitragen.
Nicht allen gefallen wollen
08.12.2010
Kreisfrauentreffen in Leer / Vortrag von Diakonin Regine de Vries
kkl Leer. Nein, eine Königin wollten sie nicht sein, sagten einige Teilnehmerinnen beim Kreisfrauentreffen im Katharina-von-Bora-Haus in Leer. Die Frage hatte zu Beginn ihres Vortrages Diakonin Regine die Vries gestellt, die das Leben von Frauen aus der Bibel beleuchtete. Um es vorwegzunehmen: Nach dem Referat wollten alle Zuhörerinnen gerne Königinnen sein.
Monika Fiedler als Beauftragte für die Frauenarbeit des evange-lisch-lutherischen Kirchenkreises Leer hatte etwa 50 Teilnehmerinnen und die Referentin begrüßt. „Eine Königin herrscht, geht aufrecht“, sagte Regine de Vries. Der Wunsch, von allen geliebt zu werden, hindere Frauen manchmal daran, klare Grenzen aufzuzeigen. Erst wenn sie frei seien von dem kindlichen Verlangen, allen gefallen zu wollen, könnten sie zur Königin werden. Eine Königin benötige kein Reich und keine Krone, sondern Selbstbewusstsein und Würde. Rahab, die im Alten Testament beschriebene Hure, habe Menschen gerettet und eine königliche Haltung bewiesen.
Den Frauen in Leer stellte sich Daniela Dombrowski aus Aurich als neue Referentin im Haus kirchlicher Dienste der Landeskirche für die Arbeit mit Frauen in der Region Ostfriesland vor. Sie dankte dem Frauen-Team des Kirchenkreises Leer für dessen Engagement. Daraus verabschiedet wurde mit herzlichem Dank Gudrun Buss aus Jheringsfehn, die wegen anderer Aufgaben dieses Ehrenamt abgab.
Viel Beifall erhielten Anne-Laure Hunsmann (Harfe) und ihre Tochter Noélie (Keyboard) aus Warsingsfehn, die das Kreisfrauentreffen musikalisch begleiteten.
Ein Dankeschön von Monika Fiedler gab es auch für Anne-Laure Hunsmann (Harfe) und ihre Tochter Noélie (Keyboard) aus Warsingsfehn, die das Kreisfrauentreffen musikalisch begleiteten, und für Gudrun Buss (rechts), die sich aus dem Kreisfrauenteam verabschiedete. Fotos: Dübbel.
Zweiter Weihnachtsmarkt in der Oststadt lockte viele Besucher
30.11.2010
Die evangelisch-lutherische Christuskirchengemeinde hatte eingeladen
kkl Leer. Über einen rundum gelungenen Weihnachtsmarkt in der Oststadt freute sich Sigrid Duhm-Jäckel, Pastorin der evangelisch-lutherischen Christuskirchengemeinde Leer. Die hatte am Sonnabend rund um Kirche, Katharina-von-Bora-Haus und Kindertagesstätte „Paul-Gerhardt-Haus“ ein vielseitiges Programm geboten, das regen Anklang fand. Und beim Gottesdienst zum Abschluss war die Kirche voll besetzt. Bürgermeister Wolfgang Kellner ließ es sich trotz des gleichzeitig eröffneten Weihnachtsmarktes in der Innenstadt nicht nehmen, wieder einen Bibeltext zu lesen. Das hatte er auch schon im Vorjahr getan, als die Gemeinde erstmals den Weihnachtsmarkt veranstaltete.
Feierlich eröffnet wurde der Weihnachtsmarkt mit Klängen einer Projekt-Bläsergruppe. Zum Gelingen trugen auch diesmal viele Beteiligte bei. Pastorin Duhm-Jäckel fand es schön, dass auch alle Gruppen und Kreise der Christuskirche mitmachten. Der Erlös ist für karitative Projekte vorgesehen. Eine große Auswahl von Weihnachtsschmuck war gebastelt worden. Aber auch für das leibliche Wohl bekamen die Besucher vieles angeboten. Die Kinder freuten sich über Ponyreiten, Schminken und Kerzenfär-ben. Großer Andrang herrschte im Katharina-von-Bora-Haus, in dem sich die Gäste bei Kaffee und Kuchen aufwärmten und mit-einander ins Gespräch kamen.
Im Gottesdienst wirkten mit die Chöre „The Christmas Carolers“, geleitet von Joachim Robbe, und „Wegweiser“, geleitet von Insa Schmidt-Dannert, mit. Die Besucher stimmten bei vielen Liedern mit ein.
Die Stände beim Weihnachtsmarkt in der Oststadt hatten viel zu bieten. Die Palette reichte von Gebasteltem für die Adventszeit und Weihnachten bis hin zu besonderen Leckereien. Foto: Dübbel.
Hilfe für junge Menschen beim Weg in die berufliche Zukunft
24.11.2010
Mehrgenerationenhaus der Christuskirchengemeinde Leer bot Workshop rund um das Thema Bewerbungen an
kkl Leer. „Zwei Teilnehmerinnen haben sich spontan getraut, ein Bewerbungsgespräch zu simulieren“, erzählte Diana Beitelmann. Sie leitete als Mediatorin am Sonnabend gemeinsam mit Diplom-Pädagogin Heike Albers einen Workshop für junge Leute rund um das Thema Bewerbungen. Der wurde zum zweiten Mal vom Mehrgenerationenhaus in Leer angeboten, das sich in Trägerschaft der evangelisch-lutherischen Christus-Kirchengemeinde befindet.
„Das alles hat Spaß gemacht. Wir wissen jetzt über vieles Bescheid“, sagte eine der Teilnehmerinnen. Interessant seien auch die Ratschläge von Werner Gersema und Werner Kotulla gewe-sen, die als erfahrene Firmenchefs Fragen aus der Praxis beant-worteten. Auch sie waren schon im vergangenen Jahr dabei. „Wir machen das gern und wir wollen Mut machen, nicht aufzugeben“, sagte Kotulla, langjähriger Inhaber einer Elektro-Elektronik-Firma. Gersema, Bankdirektor im Ruhestand, stimmte zu: „Wir sind auf das eingegangen, was auf den Nägeln brannte“. Dazu gehöre es auch, den jungen Leuten die Angst zu nehmen, ohne gute Noten keine Chancen zu haben. Wichtig sei, dass ein Arbeitgeber den Willen, etwas zu leisten, bei den Bewerbern spüre. „Aufgeregt zu sein macht nichts, man darf das im Gespräch auch zugeben“, erklärte Diana Beitelmann. Das wirke sich nicht nachteilig aus.
Während bei vielen Gleichaltrigen sonnabends eher „chillen“ angesagt ist, setzten sich die acht Teilnehmer im Mehrgenerationenhaus am Hoheellernweg in Leer von 10 bis 16 Uhr mit dem Thema Bewerbung auseinander. Das begann mit einem Theorie-Block. Schriftliche Bewerbungen, aber auch Stellenrecherche über das Internet wurden erläutert. Körpersprache, Mimik, Gestik – alles Mögliche, das vielleicht mit entscheidend bei einem Vorstellungsgespräch sein kann, stand später auf dem Programm.
„Wir hatten bewusst keine zu große Gruppe im Workshop“, sagte Diana Beitelmann. „Wichtig war uns, auf die Teilnehmer eingehen zu können“, ergänzte Heike Albers. Froh sei man auch über das Sponsoring der Sparkasse Leer-Wittmund, das helfe, solche Veranstaltungen anbieten zu können.
Die Jugendlichen, die aus Leer, Bunde und Warsingsfehn kamen, hatten in der Mittagspause Gelegenheit, sich auszutauschen. In der Feedback-Runde äußerten sich die 14- bis 17-Jährigen sehr positiv über Inhalte und Atmosphäre des Work-shops. Zum Abschluss überreichte Gundi Martensson, Leiterin des Mehrgenerationenhauses, den Teilnehmern die Zertifikate. Eine Jugendliche hatte gleich am Montag Gelegenheit, in einem Bewerbungsgespräch das Gelernte anzuwenden. „Schön ist, dass wir uns auch später noch mit Fragen melden dürfen“, sagte ein Mädchen.
Das Mehrgenerationenhaus der Christuskirchengemeinde Leer bot einen Workshop rund um das Thema Bewerbungen an. Die Workshop-Leiterinnen Heike Albers (links) und Diana Beitelmann (rechts), Gundi Martensson (daneben) als Leiterin des Mehrgenerationenhauses sowie Werner Kotulla (links) und Werner Gersema freuten sich mit den Teilnehmern Anneke Beenken, Tineke de Boer, Charlotte de Boer, Lara Beenken, Annika Stübich, Miriam Kotulla, David Behrends und Mareike Weinbecker über die erlangten Zertifikate. Foto: Dübbel.
Auch Kirchenkreis Leer will Energieanbieter wechseln
15.11.2010
Kirchenkreistag fasste in Heisfelde deutlichen Beschluss
kkl Leer. Auch der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Leer wird den Stromanbieter wechseln. Das hat der Kirchenkreistag am Donnerstagabend in seiner Sitzung in Heisfelde bei lediglich einer Gegenstimme beschlossen. Zwei Tage zuvor hatte bereits der Kirchenkreistag Rhauderfehn die gleiche Entscheidung getroffen.
Vorausgegangen war dem Votum des Leeraner Kirchenkreista-ges eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema „Energiemanagement“ im Kirchenkreisvorstand (KKV). Pastor Andreas Bartels (Logabirum) erläuterte vor dem Kirchenkreistag die Beschlussvorlage. Der KKV empfehle den Kirchengemeinden auch, den Gasliefervertrag mit der EWE AG in Oldenburg zu kündigen. Dem Kirchenkreis Leer gehören 19 Gemeinden an.
Das Energiemanagement als Teil des Gebäudemanagements solle auf das Kirchenamt in Leer übertragen werden, heißt es im Beschluss des Kirchenkreistages. Konkret werden die Kirchen-gemeinden aufgefordert, dem Kirchenamt die Kündigung der Gaslieferverträge und die Auswahl eines neuen Lieferanten zu übertragen.
Weiter werden die Kirchengemeinden aufgefordert, dem Kirchenamt die Kündigung der Stromlieferverträge und die Auswahl eines neuen Lieferanten zu übertragen. Ein Wechsel des Stromanbieters wird aus politischen und aus Kostengründen angestrebt. „Zielrichtung muss dabei preiswerter, ökologisch erzeugter Strom sein“, heißt es im Beschluss. Der Stromanbieterwechsel soll zum nächstmöglichen Zeitpunkt vorgenommen werden. „Wir wollen die Wucht aller Gemeinden“, sagte Bartels.
Der Entscheidung ging eine rege Diskussion der Kirchenkreistagsmitglieder voran. Einen Antrag hinsichtlich Einsparungen im Energiebereich mit einem möglichen Anbieterwechsel für Strom und Gas hatte Pastor Sven Grundmann (Holtland) in das Gremium eingebracht, den er dann vor dem Hintergrund des detaillierteren Beschlussvorschlages des Kirchenkreisvorstandes zurückzog. Die breite Diskussion um Preis-erhöhungen der EWE habe die Bestrebungen eines Wechsels mit ausgelöst. Grundmann hob auch die ökologische Verantwortung der Kirche hervor.
Auf das Kirchenamt komme mit dieser Entscheidung nach der bereits intensiven Arbeit im Vorfeld weiterhin eine große Belastung hinzu, waren sich Amtsleiter Carsten Wydora und Mitglieder des Kirchenkreistages einig. „Der Markt muss dauerhaft beobachtet werden“, erklärte Wydora.
Der Kirchenkreistag des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Leer beschloss in seiner Sitzung einen Wechsel der Energieanbieter. Foto: Dübbel.
Kirchenkreis will einen Fundraiser einstellen
15.11.2010
Leer. Im evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Leer soll es künftig einen Fundraiser geben. Das beschloss der Kirchenkreistag. Ein Fundraiser sei weit mehr als ein Spendensammler, erläuterte Pastor Armin Siegmund (Bingum) als Mitglied der Arbeitsgruppe Fundraising der Kirchenkreise Leer und Rhauderfehn. Über systematisches Fundraising könne kirchliche Arbeit gefördert und weiterentwickelt werden. Der Beschluss für die Stelle gilt ab der erstmaligen Besetzung für bis zu fünf Jahre. Die Finanzierung erfolgt zu zwei Dritteln aus Eigenmitteln des Kirchenkreises und zu einem Drittel aus Mitteln des Mitarbeiterfonds des Kirchenkreises. Sollten die Kirchenkreise Emden und/oder Rhauderfehn mit eingebunden werden, haben diese einen entsprechenden Anteil zu übernehmen. Beim Fundraising gehe es nicht nur darum, finanzielle Mittel einzuwerben, sagte Siegmund. Auch „an-packendes“ ehrenamtliches Mithelfen sei gefragt. Um dafür wei-tere Interessierte zu gewinnen, sei es wichtig, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Im Gegenzug zu einigen kritischen Stimmen wiesen Vertreter aus Gemeinden darauf hin, dass sie wichtige Unterstützung bei der Einrichtung von Stiftun-gen durch die Fundraising-Arbeitsgruppe erhalten hätten. Deren Mitglieder könnten aber wegen ihrer anderen beruflichen Aufgaben nur begrenzt helfen, so dass er die Stelle des Fundraisers empfehle, erklärte Armin Siegmund.
Kirchenkreistag stimmt der Umgliederung von Gemeinden zu
15.11.2010
Leer. Die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Bunde, Firrel und Weener haben beschlossen, ab dem Jahr 2013 vom Kirchenkreis Leer in den Kirchenkreis Rhauderfehn umgegliedert zu werden. Formal war es notwendig, dass der Kirchenkreistag Leer dem zustimmte. Das erfolgte in der jüngsten Sitzung. Die endgültige Regelung trifft das Landeskirchenamt Hannover.
Seit zehn Jahren „Frühstück für jedermann“
11.11.2010
Der „Arbeitskreis Obdachlose“ sorgt für das Angebot / Zusammenarbeit zwischen lutherischer Paulusgemeinde Heisfelde und reformierter Gemeinde Leer
kkl Leer. Seit zehn Jahren bietet der „Arbeitskreis Obdachlose“ in Leer das „Frühstück für jedermann“ an, zu dem besonders Menschen in finanzieller Notlage eingeladen sind. Zum kleinen Jubiläum gab es im Gemeindehaus der Großen Kirche ein festliches Büfett. Die Akademie Überlingen hatte so manche Leckereien ansprechend angerichtet und gemeinsam mit anderen Sponsoren auch für die Finanzierung gesorgt.
Susanne Kretzschmar, Diakonin in der evangelisch-lutherischen Paulusgemeinde Heisfelde, begrüßte im Namen des Arbeitskreises die Besucher. Mitglieder aus ihrer Gemeinde haben den Kreis, der zunächst für die Übernachtungsstelle des DRK 14-tägig Suppe kochte, ins Leben gerufen. Nach dem Umzug der Übernachtungsstelle in die Deichstraße gab es kein entsprechendes Angebot in der Innenstadt. So entstand die Idee zum „Frühstück für jedermann“. Mit Hilfe der schon bestehenden Kontakte zur „Wohnungslosenhilfe“ der reformierten Kirche startete es im Herbst 2000.
Mittlerweile bilden 15 ehrenamtlich wirkende Frauen und Männer den „Arbeitskreis Obdachlose“. Sie bereiten das Frühstück vor, das jeweils mittwochs von 9.30 Uhr bis 11 Uhr angeboten wird. Bis zu 50 Bedürftige kommen. Susanne Kretzschmar dankte den Mitarbeitenden und Unterstützenden, „die sich aus dem Glauben heraus hier engagieren“. Auch die Pastoren der beiden beteiligten Gemeinden, Christian Erchinger von der Pauluskirche und Uwe Wiarda von der reformierten Kirche, würdigten den Einsatz.
Vier Mitglieder des Stadtrates gehörten zu den Sponsoren des Fest-Frühstücks. Margrit Bächle-Fiks sprach dem Arbeitskreis auch im Namen von Beate Stammwitz, Susanne Westermann und Bruno Schacher Dank aus. Unterstützung und Spenden von vielen Seiten sind für das regelmäßige Frühstück gefragt. Die Bäckerei Bruhns etwa spendet seit Bestehen des Arbeitskreises Brot und Brötchen vom Vortag. Küchenmeister Gerrit Mansholt von der Akademie Überlingen ist soziales Engagement ein Anliegen. So stand er bei der kleinen Feier gern mit seinem Team parat.
Nicht nur das Essen sei wichtig, erklärte Diakonin Kretzschmar. Bei den Frühstückstreffen spielten auch die sozialen Kontakte eine wichtige Rolle. Das bestätigen die Gäste, unter denen so-wohl junge als auch ältere Teilnehmer vertreten waren. Auch eine Mutter mit Kind kam zum Jubiläums-Frühstück.
Ein besonderes Büfett gab es anlässlich des zehnjährigen Bestehens des „Frühstücks für jedermann“, das der „Arbeitskreis Obdachlose“ anbietet, hier im Bild mit Unterstützern seines Engagementes. Foto: Dübbel.
Alle haben nach der Pfeife des Todes zu tanzen
24.11.2010
Aufführung der Motette „Der Totentanz“ von Hugo Distler in der Lutherkirche beeindruckte mehr als 250 Besucher
kkl Leer. Der Beifall war gedämpft, aber lang anhaltend: Ein frenetischer Applaus hätte weder zum Stück noch zum Tag gepasst. Die Motette „Der Totentanz“ von Hugo Distler hinterließ am Abend des Ewigkeitssonntages tiefen Eindruck bei den mehr als 250 Besuchern in der Lutherkirche in Leer. Das Zusammenwirken vieler Beteiligter trug zum Gelingen der Aufführung bei. Ganz vorne zu nennen sind der Heinrich-Schütz-Chor Ostfriesland unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Joachim Gehrold und Ludwig Brundiers von der Freien Kunstschule Leer, der die Inszenierung übernommen hatte.
So wurde das Publikum gefangen genommen von den gesungenen Sprüchen des Angelus Silesius, die sich mit gesprochenen Dialogen abwechseln. Der Heinrich-Schütz-Chor und sein Leiter erhielten viel Anerkennung für die Umsetzung des anspruchsvollen Werkes. Nicht weniger faszinierte, wie die Dialoge, die der Tod mit den von ihm ausgesuchten Menschen führt, in Szene gesetzt wurden. Hervorragend waren auch die von Susanne Seitz gespielten Flötenvariationen auf das Volkslied „Ist ein Schnitter, heißt der Tod“, nach denen der Todes-Reigen getanzt wird.
Ob arm oder reich, ob groß oder klein – der Tod als Sensenmann lässt die zum Sterben bestimmten Personen nach seiner Pfeife tanzen. Kaiser, Bischof, Arzt, Edelmann und Kaufmann, sie alle sind nicht auf den Abgang von dieser Welt vorbereitet und haben Schuld auf sich geladen. Aber auch das unschuldige Kind wird in „Gottes ewigen Saal“ gerufen. Nur der Greis ist froh, endlich geholt zu werden. „Dein Leiden wirst du bald vergessen, wenn du vor Gottes Fuß gesessen“, eröffnet ihm der Tod. „Die Seele, weil sie geborn zur Ewigkeit, hat keine wahre Ruh in Dingen dieser Zeit. Drum ist’s verwunderlich, dass du die Welt so liebst und aufs Vergängliche dich allzu sehr begibst“, heißt es im letzten Spruch. Den Bach-Choral „Komm süßer Tod, komm sel‘ge Ruh, komm führe mich in Frieden“ ließ Kirchenmusikdirektor Gehrold als versöhnlichen Abschluss der Aufführung singen.
Große Bewunderung der Besucher galt auch den Kostümen und Masken der Darsteller. Judith Böke von der Freien Kunstschule war für Maske und Maskenbau verantwortlich, Anja Gräfe für die Kostüme. An denen wirkten ganz besonders die Malereien von Künstler Klaus G. Müller-Bochum. Ins richtige Licht setzte Chor und Darsteller in den wechselnden Szenen Torsten Hagemann. Alles in allem war es ein Abend, den die Besucher der Lutherkirche nicht so schnell vergessen werden.
Nach der Aufführung des szenischen Chorkonzertes „Der Totentanz“ verneigten sich sowohl Mitwirkende als auch die Verantwortlichen, die im Hintergrund gewirkt hatten, vor dem Publikum in der Lutherkirche. Foto: Dübbel.
Friedhöfe und faszinierende Grabsteine auf Bilder gebannt
24.11.2010
Fotoausstellung mit Werken von Steffi Herrmann und Chris Tettke aus Ochtrup im Lutherhaus Leer
kkl Leer. Wenn Steffi Herrmann und Chris Tettke nach ihrem Urlaub gefragt werden, kommt in der Antwort immer „Wir haben schöne Friedhöfe fotografiert.“ Eindrücke der Aufnahmen des Künstlerpaares aus Ochtrup sind bis zum 5. Dezember im Lutherhaus am Patersgang in Leer zu dessen Öffnungszeiten zu sehen. „...eine kleine Spanne Zeit ward uns zugemessen…“ lau-tet der Titel der Ausstellung. Der Eintritt ist frei.
Zur Eröffnung begrüßte im Namen des Fördervereins „Kultur und Musik an der Lutherkirche Leer“ Superintendent Burghard Klemenz viele Interessierte. „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden”, heiße es in Psalm 90. Auch Grabsteine könnten das ausdrücken, sagte Klemenz. „Man kann auf Friedhöfen auch sehr viel über die Lebenden erfahren“, betonte Chris Tettke.
Auf ihren Reisen durch Europa haben Steffi Herrmann und Chris Tettke nicht nur die großen und bekannten, sondern vor allem die kleinen, vergessenen Friedhöfe mit ihren faszinierenden Grabsteinen und ihrer intimen Atmosphäre fotografiert. Monumentale Andenken an Verstorbene sind ebenso zu sehen wie schlichte Holzkreuze – festgehalten mit dem Blick des Künstlers, dessen Werke zum Innehalten und Nachdenken anregen.
Steffi Herrmann und Chris Tettke stellen im Lutherhaus in Leer Fotografien mit Eindrücken von Friedhöfen in Europa aus. „GO-NE“ steht schlicht auf dem abgebildeten Grabstein, den Tettke auf dem Newington Cemetery in Edinburgh als beeindruckendes Motiv empfunden hat. Foto: Dübbel.
Kirchturm im Dunkeln sichtbar - mit wenig Energieverbrauch
18.10.2010
Lutherkirchengemeinde Leer hat viele energetische Maßnahmen umgesetzt
kkl Leer. Während Teile der Altstadt Leers in den Lichterglanz des Gallimarktes getaucht wurden, blieb auch die Lutherkirche nicht dunkel: Wie in der Adventszeit wurde sie festlich ange-strahlt. Dass jetzt dafür nur ein Bruchteil der Energie anderer Jahre verbraucht wurde und das Licht ein etwas anderes war, fiel manchen Anwohnern gar nicht auf. „Wir sind sehr zufrieden mit der neuen Anlage“, erzählt Klaus Schmelz, Baubeauftragter im Kirchenvorstand der Luthergemeinde.
Die drei alten Scheinwerfer seien abgängig gewesen. Ein Bericht in der Tageszeitung über die Erneuerung der Rathausturm-Beleuchtung habe für Aufmerksamkeit gesorgt, so Schmelz. Der Kirchenvorstand setzte sich mit Lichtgestalter Dr. Till Schmeling in Verbindung. So wurden die drei Lampen mit jeweils 400 Watt gegen drei Quecksilber-Hochdruck-Dampflampen mit jeweils 35 Watt ausgetauscht. „Das ist nur ein Beispiel für viele Maßnahmen, mit denen wir uns bemühen, weniger Energie zu verbrauchen - also umweltschonend zu handeln“, erklärt Pastor und Kirchenvorstandsmitglied Dietmar Vogt.
„Angefangen hat unser kirchliches Umwelt-Management vor drei Jahren mit dem neuen Gemeindehaus am Patersgang“, erinnert sich Klaus Schmelz. Das habe beispielsweise eine Heizung, die mit einer speziellen Steuerung auf die Nutzung der Räume abgestellt sei. Und natürlich würden Energiesparlampen eingesetzt. Im vergangenen Jahr habe die Gemeinde auch die rund 140 Glühlampen in der Lutherkirche ausgewechselt. Damals habe man zunächst vor dem Problem gestanden, dimmbare Energiesparlampen zu finden. Das sei gelöst worden. „Ein großer Aufwand war es, die Kronleuchter-Lampen in 15 Metern Höhe auszutauschen“, erzählt der Baubeauftragte. Nach einem Jahr Beobachtung konnte er mit Freude feststellen, dass es keinen Ausfall gegeben hatte. „Sonst waren doch immer irgendwo einzelne Lampen defekt“, weiß er noch.
Energetisch auf neuesten Stand gebracht habe man ebenfalls das Pfarrhaus des Bezirks II und die Superintendentur, beide ebenfalls am Patersgang, ergänzen die Kirchenvorsteher. Klaus Schmelz weist dazu auf das Umwelt-Managementsystem der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers hin, das den Titel „Der Grüne Hahn“ trägt. In den Begründungen dafür heißt es, die Kirche müsse glaubwürdig den Auftrag vertreten, die Schöpfung zu bewahren. Sie müsse nachhaltig handeln, damit die Erde für kommende Generationen bewohnbar bleibe. Kirchengemeinden hätten daran zu denken, dass in vielen Bereichen die Umwelt entlastet und gleichzeitig betriebswirtschaftlich gespart werden könne. „Das Engagement in unserer Lutherkirche könnten wir dem entsprechend unter das Motto ,Der Grüne Schwan’ stellen“, meint augenzwinkernd Baubeauftragter Schmelz hinsichtlich des Lutherschwans auf dem Kirchturm.
Der Turm der Lutherkirche Leer wird während der Gallimarktstage sowie in der Advents- und Weihnachtszeit (bis zum 6. Januar) jeweils von 19 bis 23 Uhr angestrahlt. Neue Scheinwerfer mit Quecksilber-Hochdruck-Dampflampen helfen, Energie zu sparen. Foto: Dübbel.
Hilfe für junge Menschen beim Weg in die berufliche Zukunft
26.10.2010
Mehrgenerationenhaus der Christuskirchengemeinde Leer bietet Workshop rund um das Thema Bewerbungen an
kkl Leer. Einen Workshop rund um das Thema Bewerbungen bietet am 20. November zum zweiten Mal das Mehrgenerationenhaus in Leer an. Es befindet sich in Trägerschaft der evangelisch-lutherischen Christus-Kirchengemeinde. Deren Pastorin Sigrid Duhm-Jäckel freut sich, dass Diplom-Pädagogin Heike Albers und Mediatorin Diana Beitelmann wieder die Leitung übernehmen.
„Wir haben aus dem Vorjahr sogar zwei Rückmeldungen von Eltern bekommen, deren Kindern die Teilnahme geholfen hat“, berichtete Diana Beitelmann. „Was möchte ich werden und wie kann ich das erreichen?“, mit diesen Fragestellungen befassen sich die jungen Leute im Alter zwischen 15 und 20 Jahren am 20. November von 10 bis 16 Uhr im Mehrgenerationenhaus am Hoheellernweg 7. Spaß und Spannung sollen an dem Sonn-abend nicht zu kurz kommen.
Unterstützung erhalten Beitelmann und Albers von der Leiterin des Mehrgenerationenhauses, Gundi Martensson. Die wird den Teilnehmern zum Abschluss auch Zertifikate ausstellen. Nachmittags werden beim Workshop Werner Gersema und Werner Kotulla als erfahrene Firmenchefs Ratschläge für ein Vorstellungsgespräch geben.
„Wir wollen auf Fragen und Wünsche der Teilnehmer einge-hen“, sagt Diana Beitelmann. Für Verpflegung und Material werden fünf Euro eingesammelt. Die Veranstaltung soll eine Ergänzung zu anderen Informationsmöglichkeiten wie etwa denen des Arbeitsamtes sein. Es werde auch auf andere Möglichkeiten, sich Rat zu holen, hingewiesen, sagen die Organisatorinnen.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Nähere Informationen und Anmeldungen (bis zum 15. November) sind möglich bei Diana Beitelmann (Telefon 0491/ 66 456) und bei Heike Albers (HeikeB79@web.de).
Das Mehrgenerationenhaus der Christuskirchengemeinde Leer bietet einen Workshop rund um das Thema Bewerbungen an. Darüber informierten (von links) die Leiterin des Mehrgenerationenhauses Gundi Martensson, Mediatorin Diana Beitelmann, Diplom-Pädagogin Heike Albers und Pastorin Sigrid Duhm-Jäckel.Foto: Dübbel.
„Stürme und unruhige See gehören zum Leben“
26.10.2010
Leeraner Seefahrergottesdienst mit Pastor Burghard Westphal
kkl Leer. „Der Seefahrergottesdienst ist bei uns zu einer guten Tradition geworden“, sagte am Sonntagabend Sigrid Duhm-Jäckel. Die Pastorin der evangelisch-lutherischen Christuskir-chengemeinde Leer freute sich über ein „volles Haus“ und begrüßte als Prediger Pastor Burkhard Westphal von der Dreifaltig-keitsgemeinde Collinghorst. Der Shantychor „ Overledinger Jungs“ aus Collinghorst unter der Leitung von Igor Kuzmin sorgte auch beim siebten maritimen Gottesdienst in der Christuskirche für den entsprechenden musikalischen Rahmen und will im kommenden Jahr wieder dabei sein.
„Stürme und unruhige See gehören auch zum Leben von Christen“, sagte Pastor Westphal. Er ging in seiner Predigt auf den Text aus dem Matthäus-Evangelium (14, 22-33) über Jesus und den sinkenden Petrus auf dem See ein. Wunder seien unerklärlich. Sie wirkten manchmal auch gespenstisch und ließen Angst entstehen. Jesus helfe Petrus durch seinen Zuspruch, die Furcht zu überwinden, erklärte der Prediger. Das gelte auch für die Menschen heute. „Kümmere dich um Jesus, dann kümmert er sich um dich und deinen Glauben“, rief Westphal den Besuchern zu.
Seemannspastor Meenke Sandersfeld, Leiter des Seemannsheims Emden der Ostfriesischen Evangelischen Seemannsmission, war wie in den vergangenen maritimen Gottesdiensten in Leer dabei. Er erläuterte die Arbeit der Seemannsmission und erinnerte an die 202 im vergangenen Jahr weltweit auf See ge-bliebenen und 398 vermissten Seeleute. Gedacht werden solle auch an Flüchtlinge sowie an Opfer in der Sport- und Freizeitschifffahrt. Mit Pastorin Duhm-Jäckel hielt Sandersfeld Fürbitte für die Besatzungen der Schiffe in aller Welt, für deren Angehörige und für alle, die an Land mit der Seefahrt verbunden sind. Die Lieder der Gemeinde, zum Teil in Seefahrerfassung gesun-gen, begleitete im Gottesdienst Mathilde Buse an der Orgel. Zum Schluss gab es einen langen Applaus, der dem Shanty-Chor, aber auch allen anderen Beteiligten, galt. Die Kollekte in Höhe von 561,20 Euro kommt zu gleichen Teilen dem Seemanns-heim in Emden und der Suppenküche der Christuskirchengemeinde zugute.
Die Hauptbeteiligten des siebten Seefahrergottesdienstes in der evangelisch-lutherischen Christuskirche in Leer: in der Mitte vorn (von links) Seemannnspastor Meenke Sandersfeld aus Emden, Gemeindepastorin Sigrid Duhm-Jäckel und Pastor Burkhard Westphal aus Collinghorst, alle umgeben vom Shanty-Chor „Overledinger Jungs“ Collinghorst. Foto: Dübbel.
„Totentanz“ als Theater in der Lutherkirche
11.11.2010
Aufführung mit dem Heinrich-Schütz-Chor Ostfriesland am 21. November
kkl Leer. Aus den Worten von Kirchenmusikdirektor Joachim Gehrold und Ludwig Brundiers von der „Freien Musikschule Leer“ klang deutlich die Begeisterung für ihre gemeinsame Arbeit: Am Ewigkeitssonntag, 21. November, um 18 Uhr werden sie die Motette „Der Totentanz“ von Hugo Distler als szenisches Chorkonzert in der Lutherkirche in Leer aufführen. Veranstalter ist der „Förderverein Kultur und Musik an der Lutherkirche Leer“. Er widmet mit einer anschließenden Ausstellung und einem Vortrag am 26. November zwei weitere Veranstaltungen dem Gedenken an die Verstorbenen und dem Erinnern an das Leben nach dem Tod.
Bei der Aufführung des „Totentanzes“ liege die Dominanz bei der Musik, betonte Gehrold. Unter seiner Leitung wird der Heinrich-Schütz-Chor Ostfriesland singen. „Die Chorproben haben schon ungeheuer Eindruck gemacht“, sagte Brundiers. Er und Judith Böke, die für Maske und Maskenbau verantwortlich ist, hätten gern zugesagt, als die Kunstschule um Mitwirkung gebeten worden sei. Der Theaterfachmann machte aber auch neugierig auf das, was er sich für die Inszenierung einfallen lassen hat. Mit der Kostüm-Malerei hat er den Künstler Klaus G. Müller-Bochum beauftragt, für das richtige Licht sorgt Torsten Hagemann.
Über den Hintergrund von Totentänzen informierte Joachim Gehrold. Es gibt sie bereits seit dem Mittelalter. Sie haben ihren Ursprung in der allegorischen Literatur, in der sich die Personifikation des Todes als Sensenmann im Gespräch mit den Todge-weihten befindet. In der bildenden Kunst entwickelte sich vor allem als Reaktion auf die Pestepidemien vom 14. Jahrhundert an ein Genre der sakralen Malerei, ein Reigen der zum Sterben bestimmten Personen aller Stände mit dem Tod und der „Frau Welt“. Weil so der Tanz zum Bildmotiv wurde, nahm sich auch die Musik seiner an. Der Tod befiehlt allen Menschen, nach seiner Pfeife zu tanzen. Eine der prächtigsten Totentanzdarstellungen war die in der Lübecker Marienkirche, die bei einem Luftangriff 1942 vollständig zerstört wurde. Nur acht Jahre vorher hatte Hugo Distler aus einer Nachdichtung der ursprünglich niederdeutschen Verse seine vierstimmige Motette mit gesprochenen Dialogen geformt.
In Distlers anspruchsvollem Chorwerk wechseln sich die vier-stimmig gesungenen Sprüche des Angelus Silesius mit den Dialogen ab, die der Tod mit den von ihm ausgesuchten Menschen führt. Es sind zwölf, vom Kaiser bis zum Kind. Sie tanzen ihren Reigen jeweils nach Flötenvariationen auf das Volkslied „Ist ein Schnitter, heißt der Tod“ (Flöte: Susanne Seitz). Als „versöhnlichen Abschluss“ hat der Kirchenmusikdirektor den Bach-Choral „Komm süßer Tod, komm sel‘ge Ruh, komm führe mich in Frieden“ gesetzt.
Die Besucher sollen von der Aufführung am Ende des Kirchenjahres auf vielfältige und anrührende Weise mit hineingenommen werden in die Thematik vom Leben und vom Sterben. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 8 Euro.
Zu den Ausführenden gehören neben den bereits Genannten: Adolf Meyer (Tod), Hans Squar (Kaiser), Gerhard Oehler (Bischof), Hartmut Rebuschat (Edelmann), Hinrich Gerdes (Arzt), Geert Schaa (Kaufmann), Oliver Friemel (Landsknecht), Alfred Hinrichs (Schiffer), Kai-Uwe Hanken (Klausner), Christoph Meskendahl (Bauer), Janina Kuhlmann (Jungfrau), Dieter Zimmermann (Greis), Julia Schaa (Kind), Rebekka Olthoff (Frau Welt); Assistenz und Soufflage Cedric Hecht, Kostüme Anja Gräfe.
Im Anschluss an das Konzert wird eingeladen zur Eröffnung einer Fotoausstellung im Lutherhaus mit dem Titel „...eine kleine Spanne Zeit ward uns zugemessen…“. Steffi Herrmann und Chris Tettke haben Friedhöfe in Europa fotografiert. Die Ausstellung ist nach der Eröffnung zwei Wochen zu den Öffnungszeiten des Lutherhauses zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.
Einen Vortrag mit Bildern und Worten zum Thema „Was uns Friedhöfe so alles erzählen können“ halten Albert Wehner und Dr. Gerd Klausing am Freitag, 26. November, um 20 Uhr im Lutherhaus.
Versprechen eine beeindruckende Aufführung des „Totentanzes“ von Hugo Distler am 21. November in der Lutherkirche in Leer: (von links) Kirchenmusikdirektor Joachim Gehrold, Superintendent Burghard Klemenz, Pastor Dietmar Vogt, der für das Foto Kostüm und Maske des Greises im Stück präsentiert, Ludwig Brundiers von der Freien Kunstschule Leer und Hasko de Buhr, Vorsitzender des „Fördervereins Kultur und Musik an der Lutherkirche“. Das Plakat hat Udo Steinigeweg, Mitglied im Förderverein, künstlerisch gestaltet. Foto: Dübbel.
„Herrlicher Tee und wunderbare Atmosphäre“
04.10.2010
Auf der Ostfrieslandschau präsentierten sich die Kirchenkreise Leer und Rhauderfehn / Viel Resonanz
kkl Leer. „Hier ist man von Kirchen umrahmt“, umschrieb Gerd Koopmann den Stand der evangelisch-lutherischen Kirchenkreise Leer und Rhauderfehn auf der Ostfrieslandschau in Leer. Er meinte damit die Stellwände, die die Kirchtürme aus den 37 Gemeinden der beiden Kirchenkreise als farbige Silhouette darstellen. Vor dieser Kulisse legte der 73-Jährige aus Groß-Midlum mit seinem Bruder Menne beim Rundgang eine Pause ein.
Gut aufgelegt nutzten die beiden Senioren die Gelegenheit zum Gespräch mit den Ehren- und Hauptamtlichen, die den Stand betreuten, und mit anderen Besuchern. „Herrlicher Tee, freundli-che Bedienung, wunderbare Atmosphäre“, lobten sie.
In wechselnden Schichten kümmerten sich Mitarbeiter aus den Gemeinden um die Gäste der Verbrauchermesse, die am 25. September begann und am 3. Oktober endet. Traute Oltmanns, Kirchenvorsteherin aus Logabirum, gehörte erstmals zum Team. Sie fand es schön, beim Tee-Ausschenken auch viele Bekannte zu treffen, die sie lange nicht gesehen hatte. Sich mit der Kirche auf solch einer Veranstaltung zu präsentieren, war auch für Vikarin Stefanie Pehlke neu und machte ihr Spaß. Sie ist in den Gemeinden Logabirum und Nortmoor im Dienst und wird dort in ihrer Ausbildung von Pastor Andreas Bartels begleitet, der an diesem Vormittag ebenfalls da war. Auch er freute sich über die gute Resonanz.
Alt und Jung machte beim Kirchenstand Halt. Auch eine Gruppe von sechs Jugendlichen aus Bingum trank dort Tee. „Wir wohnen alle in der Nachbarschaft“, erzählten sie. Die „gemütliche Ecke“ der Kirchenkreise wirkte auch auf Maike Modder und Stefan Sanders, ein junges Paar aus Großefehn, einladend. Teetrinken und lockere Gespräche standen für die meisten Besucher im Vordergrund. Manche suchten sich aber auch sie Interessierendes vom Informationsmaterial über Einrichtungen und Dienste der Kirche aus. Und beim Blick auf die Plakate mit den Kirchentüren der vertretenen Gemeinden nahmen sich einige Gäste vor, beim nächsten Kirchenbesuch noch einmal genau hinzugucken.
Diese jungen Leute aus Bingum fühlten sich vor der Kirchturm-Silhouette wohl und ließen sich von Traute Oltmanns mit Tee versorgen. Foto: Dübbel.
„Der Orden ist mehr als eine fromme WG“
04.10.2010
Franziskaner Thomas Abrell (Georgsmarienhütte) sprach in der Vortragsreihe „Klöster in Ostfriesland“ der Liudgerigemeinde Hesel
kkl Hesel. „Das war sehr interessant“, war von vielen der etwa 60 Besucher zu vernehmen, die zum zweiten Abend in der Vortragsreihe „Klöster in Ostfriesland“ gekommen waren. Die evangelisch-lutherische Liudgerigemeinde Hesel hatte dazu eingeladen. Pastor Matthias Schäfer begrüßte diesmal als Referenten Thomas Abrell. Er leitet die Franziskaner-Brüdergemeinschaft im Haus Ohrbeck in Georgsmarienhütte und sprach im Martin-Luther-Haus über „Das Ordensleben heute“.
Der „Offene Kreis Gemeindeleben“, der die Vortragsreihe vorbereitete, hatte sich bereits über die Resonanz der ersten Veranstaltung gefreut: 75 Gäste waren beeindruckt von den Ausfüh-rungen Dr. Rolf Bärenfängers (Direktor der Ostfriesischen Landschaft), der Archäologisches zur mittelalterlichen Klosterwelt Ostfrieslands beleuchtete.
Neben der Geschichte solle aber auch die Gegenwart bedacht werden, sagte Pastor Schäfer. Und dazu habe man Bruder Thomas eingeladen. Der erklärte auf die Frage, was einen Franziskaner-Orden ausmache: „Man könnte sagen, das ist eine fromme WG“. Es sei aber mehr. Es gebe eine gemeinsame spirituelle Grundlage. Damit fühle man sich auch in anderen Franziskaner-Gemeinschaften auf der Welt wohl. Außerdem gelte die Entscheidung zum Eintritt nicht für eine bestimmte Phase, sondern für ein ganzes Leben. Der 45-Jährige ist selbst 1988 in den Orden eingetreten.
Vor vier Jahren sei er nach Norddeutschland berufen worden, erzählte der gebürtige Allgäuer, der mit acht Brüdern im Kloster Ohrbeck lebt. Drei von ihnen – wie Thomas Abrell - arbeiten als Referenten in der katholischen Bildungsstätte Haus Ohrbeck. Das ist eine anerkannte Heimvolkshochschule des Landes Niedersachsen in Trägerschaft des Bistums Osnabrück und des Franziskanerordens. „Wir engagieren uns in verschienenen Bereichen für die Menschen“, sagte der Franziskaner. So seien andere zum Beispiel als Pfarrer und als ambulanter Krankenpfleger der Sozialstation tätig.
Gefragt wurde beim Vortrag auch nach der Ökumene. Ordensgründer Franz von Assisi habe das Trennende der Religionen nicht gewollt, sagte Thomas Abrell. So gebe es neben den vor-wiegend katholischen durchaus andere franziskanische Gemeinschaften, auch evangelische. Nach dem Vorbild des heiligen Franziskus setze sich die Gemeinschaft für Gerechtigkeit und Frieden ein. Auch international engagiere sie sich für Menschenrechte und Bildung.
Großes Interesse hatten die Heseler Zuhörer daran, wie der Weg in den Orden aussehen kann - aber auch, wie jemand wieder ausscheiden kann. „Wir versuchen, in der Ausbildung herauszufinden, ob jemand auf der Flucht vor der Welt ist oder ob er eine Entscheidung für das Leben im Sínne des heiligen Franziskus treffen will“, sagte Bruder Thomas dazu und gab ausführliche Erläuterungen. Er stand Interessierten auch nach dem Vortrag noch Rede und Antwort. Fortgesetzt wird die Veranstaltungs-Reihe am 4. Oktober (19.30 Uhr, Martin-Luther-Haus): Dr. Paul Weßels, Leiter der Landschaftsbibliothek Aurich, spricht über die Geschichte des Klosterplatzes Barthe.
Im Gespräch mit Franziskaner Thomas Abrell (rechts) nach dessen Vortrag (von links): Pastor Matthias Schäfer, Walter Engelmann, Heiko Müller, Kirchenvorstandsmitglied der Liudgerigemeinde und Bürgermeister der Gemeinde Hesel sowie Regina van Lengen, Leiterin der Gemeindebücherei Hesel, die an einem Abend Mitveranstalterin der Vortragsreihe ist. Foto: Dübbel.
Bläser stimmten sich auf neuen Kirchenkreis ein
04.10.2010
Posaunenchöre aus den Kirchenkreisen Leer und Emden musizierten am Wochenende gemeinsam
kkl Leer. Einen kräftigen Schluss-Applaus spendeten am Sonntag die Besucher des festlichen Bläsergottesdienstes in der Lu-therkirche in Leer. Ganz besonders galt der Beifall den Mitgliedern der Posaunenchöre aus den evangelisch-lutherischen Kir-chenkreisen Leer und Emden. Die hatten im Hinblick auf die für das Jahr 2013 anstehenden Fusion der beiden Kirchenkreise am Wochenende ein erstes Fest des Kennenlernens und gemeinsamen Musizierens gefeiert und dazu auch Zuhörer eingeladen. „Die Zukunft ist sein Land“ lautete das Motto.
Begonnen hatten die Bläserinnen und Bläser ihr Kreisposaunenfest am Sonnabend mit einem Kurrende-Blasen in Krankenhäusern, einem Altenheim und dem Hospiz in Leer. Brigitte Pahlke, Pastorin an der Lutherkirche und Krankenhausseelsorgerin, band ihre Eindrücke von dem kleinen Konzert am Klinikum in ihre Predigt mit ein. Dort hätten es die Bläser nicht leicht gehabt, denn in ihre Musik mischten sich die Kratzgeräusche einer Putzer-Kolonne am Neubau. Sie habe von den Menschen draußen aber auch Worte vernommen, die den Einsatz der Bläser als Zeichen für kirchliches Engagement würdigten. „Die spielen nicht zu einem Senioren-Geburtstag? - Das finde ich ja toll“, habe es etwa geheißen.
Sowohl Pastorin Pahlke wie auch der Landesposaunenwart des Sprengels Ostfriesland, Michael Junker aus Leer, freuten sich über den gemeinsam gestalteten Gottesdienst. „Uns auf diese Weise integrieren zu können, war sehr schön“, sagte Junker. Abwechselnd mit Pastor Andreas Bartels aus Logabirum dirigier-te er die 42 Bläserinnen und Bläser, die gelungen zu Gehör brachten, was sie am Vortag eingeübt hatten.
Der Landesposaunenwart hatte Fortbildungsangebote zu verschiedenen Themenbereichen der Bläsermusik vorbereitet. Insgesamt hätte er sich noch etwas mehr Resonanz aus den Posaunenchören gewünscht. „Aber für die, die dabei waren, war es eine tolle Sache“, sagte er. Gerade auch das Zwischenmenschliche unter den Teilnehmern sei gepflegt worden.
„Die Erde ist des Herrn“ heißt ein Lied von Jochen Riess, das Pastorin Pahlke zum Thema der Predigt machte. Die Bläsermeditationen zwischen den Predigtabschnitten wurden von den Zuhörer schon mit einem dezenten Applaus gewürdigt. „Geh auf den andern zu“, lautet eine Lied-Zeile. Diese Aufforderung gelte auch für die Fusion der Kirchenkreise, sagte Brigitte Pahlke. Schmerzhaften Prozessen der Ablösung stünden Chancen des Neuanfangs gegenüber. Zum Abschluss des Gottesdienstes dankte die Pastorin für den „Leckerbissen“ der Bläser. Für die Lutherkirche sei das auch insofern etwas ganz Besonderes, weil sie zwar ein großes musikalisches Angebot – darunter die Ahrend- Orgel, die Kirchenmusikdirektor Joachim Gehrold erklingen ließ -, aber keinen Posaunenchor habe.
Die Bläser aus Posaunenchören der evangelisch-lutherischen Kirchenkreise Leer und Emden unter der Leitung von Landesposaunenwart Michael Junker erhielten für ihre Darbietungen im Festgottesdienst in der Lutherkirche in Leer viel Beifall. Foto: Dübbel.
Frauen aus dem Sprengel setzten Segel
08.09.2010
Dreitägige Freizeit in Ratzeburg beeindruckte die 19 Teilnehmerinnenkkl Ostfriesland. „Frischer Wind in den Segeln“ war die dreitägige Freizeit überschrieben, zu der das Frauenwerk der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers eingeladen hatte. Und über frischen Wind bei vorwiegend sonnigem Wetter freuten sich auch die 19 Teilnehmerinnen aus dem Sprengel Ostfriesland, die zum CVJM-Freizeit- und Segelzentrum Ratzeburg gefahren waren. „Die Zeit war spannend und erholsam“, lautete ein Fazit der Frauen bei der Gesprächsrunde zum Abschluss.
Die Leitung der Segelfreizeit hatten die Referentin des Frauenwerks, Rita Steinbreder (Osnabrück), und die Beauftragte für die Frauenarbeit des Kirchenkreises Leer, Monika Fiedler (Warsingsfehn). Sie und ihr Mann Herbert Fiedler sind auch Se-gellehrer. Manche der Teilnehmerinnen nutzten auch die Gelegenheit zum Kanu fahren. Wasser spielte ebenfalls eine Rolle bei der Bibelarbeit, in der es um die Geschichte des Propheten Jona ging, den Gott durch einen großen Fisch rettete.
Die Ostfriesinnen erkundeten auch die idyllische Umgebung der Inselstadt, besichtigten den Ratzeburger Dom und nahmen dort an einem Gottesdienst teil. Bei der Teilnahme an den Angeboten gab es kein „Muss“ und es blieb Zeit, „die Seele baumeln“ zu lassen. Beeindruckt zeigten sich die Frauen von der guten Gemeinschaft, in der auch viel gelacht wurde. „Das war einfach alles rund“, drückte eine Teilnehmerin ihr Lob aus.
Bereits vor zwei und vor vier Jahren machten Teilnehmerinnen aus dem Sprengel begeistert bei dieser Segelfreizeit in Ratzeburg mit. Vorher gab es das Angebot schon von der Frauenarbeit des Kirchenkreises Leer. Einige Ostfriesinnen waren bereits mehrfach dabei und wollen auch in zwei Jahren wieder kommen.
Viel Spaß hatten die Teilnehmerinnen der Freizeit beim Segeltörn mit der „Alten Liebe“ auf dem Ratzeburger See. Foto: Dübbel.
Dem Koma-Trinken junger Menschen früh entgegentreten
09.09.2010
Projekt „HaLT - Hart am LimiT“: Harald Spreda von der Fachstelle für Sucht und Suchprävention der Diakonie berät Jugendliche und Eltern
kkl Leer. Ein Kind wird mit einer Alkoholvergiftung in die Klinik eingeliefert und dort behandelt. „Nach solch einem Ereignis kann man nicht einfach zum Alltag übergehen, sagt Harald Spreda. Er ist Sozialtherapeut und betreut bei der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention in Leer das Projekt „HaLT - Hart am LimiT“. Die Einrichtung des Kreisverbandes des Diakonischen Werkes für den Landkreis Leer ist für den reaktiven Baustein von HaLT zuständig, das heißt, sie sucht zeitnah zum missbräuchlichen Alkoholkonsum das Gespräch mit den jungen Menschen und deren Eltern.
Das Projekt läuft bereits in vielen Orten der Bundesrepublik und soll flächendeckend angeboten werden. Für die Ledastadt hat es der Präventionsrat Leer initiiert. Die Stadt Leer, die das Projekt auch zusammen mit dem Landkreis Leer finanziell fördert, küm-mert sich um den proaktiven Baustein. Dazu gehört die Bildung eines kommunal verankerten Netzwerkes. „Frühintervention auf individueller Ebene“ ist der Baustein überschrieben, für den Harald Spreda verantwortlich ist. Es geht hier noch nicht um eine aktuelle Suchterkrankung, sondern um die kurz- und langfristigen Risiken des exzessiven Alkoholkonsums bei Kindern und Jugendlichen. Wenn Eltern und Kind sich einverstanden erklärt haben, nimmt das jeweilige Krankenhaus Kontakt zu Spreda auf. Die erhielten dann für den folgenden Montag – meist komme es ja am Wochenende zu den Vorfällen – eine Einladung zum „Brücken-Gespräch“ in der Fachstelle, sagt der Sozialtherapeut. Nach Beginn des Projektes am 1. August konnte er sich gleich um einen 15-Jährigen kümmern.
„HaLT ist als Reaktion auf die Zunahme des so genannten ,Koma-Trinkens’ entstanden,“, betont Harald Spreda. Der Präventionsrat habe im Jahr 2008 in den beiden Leeraner Krankenhäusern die Einlieferung von 96 jungen Menschen mit Alkoholvergiftungen registriert, 2006 seien es 53 gewesen. Ihm gehe es darum, dass die Kinder und Jugendlichen, mit denen er spreche, sich mit ihrem Verhalten auseinandersetzten und zu mehr Entscheidungs- und Handlungskompetenz im Umgang mit Alkohol kämen, erklärt der Berater. Sehr wichtig sei ihm dabei die Unterstützung der Eltern. Und so wirbt Spreda auch für eine Offenheit der Betroffenen, sich helfen zu lassen: „Hier können sie nur gewinnen, nichts verlieren, und daher wünschen wir uns das Vertrauen der Eltern und der Jugendlichen“, sagt er. Zur Verfügung stehe er auch jenen Jugendlichen, die nicht im Krankenhaus landeten, sondern etwa von der Polizei direkt den Eltern übergeben würden oder in Schulen und Betrieben durch Alkoholgenuss auffielen.
Das Projekt sieht grundsätzlich nach dem Erst-Gespräch einen Risiko-Check als Gruppenangebot mit acht bis zwölf Jugendli-chen in eineinhalb Tagen vor. In Leer werde es das in einer ab-gewandelten Form mit bis zu vier Teilnehmern an einem halben Tag geben, erläutert Spreda. Darauf folge ein Abschlussgespräch. Wenn es notwendig erscheine, vermittle er weiterführende Hilfen. „HaLT, das bedeutet auch Halt sagen und Halt geben“, betont der Therapeut.
Sozialtherapeut Harald Spreda betreut bei der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention des Diakonie-Kreisverbandes in Leer das Projekt „HaLT - Hart am LimiT“. Damit soll früh dem exzessiven Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen begegnet werden. Foto: Dübbel.
Mit der Öffentlichkeitsarbeit auf einen neuen Weg eingelassen
24.08.2010
kkl Leer. Dr. des. Hannegreth Grundmann im Gottesdienst von Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr als Sprengel-Öffentlichkeitspastorin eingeführtLandessuperintendent Dr. Detlef Klahr listete eine ganze Reihe von Eigenschaften auf, die Pastorin Dr. des. Hannegreth Grundmann auszeichneten und sie für ihre neue Aufgabe empfohlen hätten: In einem feierlichen Gottesdienst in der Lutherkirche in Leer führte der Regionalbischof aus Aurich die 43-Jährige in ihr Amt als Beauftragte für Presse- und Öffent-lichkeitsarbeit des evangelisch-lutherischen Sprengels Ostfriesland ein.
„Theologische Zusammenhänge einfach und verständlich weitergeben zu können ist eine ihrer Stärken“, sagte Klahr. Dabei kämen ihr die Erfahrungen der dreijährigen Arbeit auf der Projektstelle "Kindertheologie als Impuls für den Gemeindeaufbau" in den Kirchenkreisen Leer und Rhauderfehn zugute. „Öffentlichkeitsarbeit braucht einen weiten Horizont“, betonte der Regionalbischof. Das könne auch bedeuten, sich auf einen neuen Weg einzulassen, wie Hannegreth Grundmann das getan habe.
Die Mitwirkenden und Gäste im gut besuchten Gottesdienst waren vom Leeraner Superintendenten Burghard Klemenz begrüßt worden. Assistenten bei der Einführungs-Handlung waren Pastor Dirk Schliephake (Kindergottesdienstbeauftragter der Landeskirche im Evangelischen Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik im Michaeliskloster Hildesheim), Käthe Dübbel (Pressebeauftragte des Kirchenkreises Leer), Pastorin Ina Schulz (Emden, Schulbeauftragte im Sprengel Ostfriesland) und Pastor Enno Haaks (Generalsekretär des Gustav-Adolf-Werkes in Leipzig).
In ihrer Predigt (Apostelgeschichte 9) ging die Öffentlichkeitspastorin auf die Berufung des Apostels Paulus ein. Er habe wie kein anderer zur Verbreitung des Evangeliums beigetragen. Auch heute sei Öffentlichkeitsarbeit wichtig, „damit alle Menschen die gute Nachricht erfahren“, sagte Grundmann.
Beim anschließenden Empfang im Lutherhaus wurden der Theologin in vielen Grußworten von Vertretern der Landeskirche, des Sprengels, des Kirchenkreises und aus Gemeinden Segenswünsche mit auf den Weg gegeben. Auch Wegbegleiter aus ihren bisherigen Tätigkeiten sowie Familienangehörige und Freunde gratulierten.
Hannegreth Grundmann wohnt mit ihrem Mann, Pastor Sven Grundmann, und Sohn Keno in Holtland. Sie hatte zum 1. Juni die Nachfolge von Öffentlichkeitspastor Jörg Buchna übernommen, der im März in den Ruhestand gegangen ist.
Im Namen der hannoverschen Landeskirche gratulierte deren Pressesprecher, Pastor Dr. Johannes Neukirch, der neuen Öffentlichkeitspastorin. Dirk Schliephake als Kindergottesdienstbeauftragter der Landeskirche ehrte Hannegreth Grundmann mit dem Goldenen Kindergottesdienst-Kreuz. Mit einem fröhlichen Sketch gingen Frauen aus Steenfelde auf den neuen Dienst der Theologin ein, die deren Engagement in der Krabbelgruppe kennen gelernt hatten. Humorvoll und bewegend zugleich waren die Worte, die Pastor i.R. Harald Richter aus Ladelund für seine Tochter fand. „Ich habe erlebt, wie aus einer Nordfriesin eine Ostfriesin geworden ist“, sagte er.
Die neue Öffentlichkeitspastorin des Sprengels Ostfriesland, Dr. Hannegreth Grundmann, nach dem Gottesdienst beim Auszug aus der Lutherkirche mit ihrem Sohn Keno und Landessuperin-tendent Dr. Detlef Klahr. Foto: Hartmut Dübbel.
Nach anfänglichem Herzklopfen immer selbstbewusster
24.08.2010
kkl Leer. 20. Frauengottesdienst in der evangelisch-lutherischen Pauluskirche Heisfelde gefeiertSogar Glückwünsche von der Landeskirche gab es, als die evangelisch-lutherische Paulus-Kirchengemeinde Leer-Heisfelde jetzt ihren 20. Frauengottesdienst feierte. Überbracht wurden die Grüße von Daniela Dombrowski aus Aurich. Sie ist seit dem 1. August neue Referentin des Frauenwerkes der hannoverschen Landeskirche für den Sprengel Ostfriesland. „Ich bin beeindruckt“, sagte sie über das Engagement der Heisfelderinnen, das über die eigene Gemeinde hinaus ausstrahle.
Der Gottesdienst war gut besucht. Auch Frauen aus anderen Gemeinden und Männer wurden willkommen geheißen. Diakonin Susanne Kretzschmar hatte alle begrüßt. Ein besonderer Dank galt dem Projektchor unter der Leitung von Christa Pollmann-Busch für dessen Mitgestaltung.
Die Frauengottesdienste haben eine besondere Vorgeschichte. Darauf wies Susanne Kretzschmar die Gäste hin. Der weltweite Ökumenische Rat der Kirchen hatte von 1988 bis 1998 die Dekade „Solidarität der Kirchen mit den Frauen“ ausgerufen. Die Landeskirche nahm diese zum Anlass, ihren Gemeinden zu empfehlen, einmal im Jahr einen Frauengottesdienst zu feiern. Das Frauenwerk gibt seit 1991 eine Arbeitshilfe dazu heraus. Die damalige Pfarrfrau Renate Olearius griff die Anregung auf und gestaltete in der Pauluskirche erstmals mit anderen Frauen einen Gottesdienst.
Ab 1992 übernahmen Mitglieder des neu gegründeten Frauentreffs unter Leitung von Diakonin Kretzschmar diese Aufgabe. „Wir waren zunächst mit Herzklopfen dabei und wurden dann immer selbstbewusster“, sagte sie. Die Frauengottesdienste sollten Bestandteil der Gemeinde bleiben.
Ihre Kreativität bewiesen auch diesmal die Beteiligten. In einem Rollenspiel gingen sie auf das Thema des Gottesdienstes „Ich lobe meinen Gott, der meinen Zorn versteht, auf dass ich lebe“ (Psalm 59) ein. Betroffenheit wurde bei den Besuchern besonders deutlich, als die Darstellerinnen symbolisch mit Pfeilen zeigten, wie eine Frau mit Worten und durch Ausgrenzung verletzt wurde. Andere Frauen trösteten sie und entfernten die Pfeile – bis auf den letzten, den sie selbst mit den Worten „Das lass’ ich mir nicht mehr gefallen“ zog.
Eine Würdigung der Heisfelder Frauengottesdienste war auch einem Brief von Ingrid Keßler-Woertel, der Vorsitzenden des Kreisfrauenrates, zu entnehmen. Den las Kirchenvorsteherin Beate Stammwitz vor.
Nach dem Gottesdienst gab es ein geselliges Miteinander im Gemeindehaus, in dem auch für ein vielseitiges Suppenbuffet und leckeren Nachtisch gesorgt worden war.
Kreativ gestaltete das Team des Frauentreffs unter der Leitung von Diakonin Susanne Kretzschmar (hintere Reihe 2. von links) auch den 20. Frauengottesdienst der evangelisch-lutherischen Paulus-Kirchengemeinde Heisfelde und nahm Daniela Dombrowski aus Aurich (hintere Reihe, 4. von rechts), die neue Referentin des Frauenwerks für den Sprengel Ostfriesland, in ihre Mitte. Foto: Dübbel.
„Klöster in Ostfriesland“ als Vortragsreihe im Herbst
09.09.2010
Liudgeri-Kirchengemeinde Hesel lädt zu fünf Abenden ein / Beginn am 13. September mit Dr. Rolf Bärenfänger
Hesel. „Klöster in Ostfriesland“ ist eine Vortragsreihe überschrieben, zu der die evangelisch-lutherische Liudgerigemeinde Hesel einlädt. Fünf Veranstaltungen sind in der Zeit zwischen dem 13. September und 8. November geplant. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr im Martin-Luther-Haus, nur am 25. Oktober geht es erst um 20 Uhr in der Kirche los.
Zu den Themen wurden namhafte Referenten eingeladen. So spricht am Montag, 13. September, Dr. Rolf Bärenfänger, Direktor der Ostfriesischen Landschaft, über „Archäologisches zur mittelalterlichen Klosterwelt Ostfrieslands. Vorgesehen ist eine Pause, bei der ein Imbiss angeboten wird. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Bei jeder Veranstaltung können Interessierte das Gewicht des vermutlich ältesten Ziegelsteins im so genannten Klosterformat schätzen. Die drei Besucher, die mit ihrem Tipp am nächsten liegen, gewinnen einen Preis. Der Stein wird am letzten Vortragsabend gewogen.
Als Hingucker für die Vortragsreihe hat die Gemeinde drei Gegenstände abgebildet: den Klosterformatstein, ihr ältestes Kirchenbuch, dessen Eintragungen 1631 beginnen, und den Kelch, der seit 1632 bei Abendmahlsfeiern in Gebrauch ist. Die Vorträge werden zum Teil um Jahrhunderte weiter zurück in die Geschichte gehen: in eine Zeit, in der die Region hier mehr Klöster als andere Gegenden aufzuweisen hatte.
Damit nicht nur historisch Interessierte auf ihre Kosten kommen, hat die Kirchengemeinde einen Franziskaner eingeladen. Er wird berichten, wie Mönche heute leben. Der aktuelle Trend zum Pilgern wird in einem reich bebilderten Vortrag aufgegrif-fen, der von der Samtgemeinde-Bücherei als Mitveranstalterin angeboten wird und in der Kirche stattfindet: Dabei geht es um den Jakobsweg, der auch von Klöstern gesäumt wird, die manchmal als Herberge dienen.
„Wenn Menschen heutzutage pilgern oder auf Zeit ins Kloster gehen, treffen sie zwar auf Zeugnisse der Vergangenheit. Dennoch ist ihr Vorhaben keine Reise in die Vergangenheit. Es geht eher darum, sich selbst und Gott auf die Spur zu kommen“, sagt Matthias Schäfer als Pastor der Liudgerigemeinde Hesel. Auch die Begegnung mit anderen Menschen sei dabei anregend. In diesem Sinne freue sich die Gemeinde auf die Abende mit den Vortragenden und den Besuchern.
Eine Übersicht über alle Vorträge ist unter „Veranstaltungen“ zu finden.
Das Gewicht des vermutlich ältesten Ziegelsteins im so genannten Klosterformat können Besucher der Vortragsreihe über Klöster in Ostfriesland schätzen. Außerdem im Bild das älteste Kirchenbuch und der Abendmahlskelch der veranstaltenden Liudgerigemeinde Hesel. Foto: privat.
Zukunftskonferenz machte Mut für neuen Kirchenkreis
17.08.2010
kkl Leer. 64 Teilnehmer aus den evangelisch-lutherischen Kirchenkreisen Leer und Emden tagten im Emder Kulturbunker
kkl Emden/Leer. Zum Schluss lobte Moderator Matthias Wöhrmann das Engagement der 64 Teilnehmer, die am Freitag und Sonnabend im Kulturbunker in Emden Visionen für den neuen Kirchenkreis entwickelten. Dieser wird am 1. Januar 2013 aus Gemeinden der heutigen evangelisch-lutherischen Kirchenkreise Leer und Emden gebildet.
„Das macht Mut“, sagte am Ende der Zukunftskonferenz auch Superintendent Dr. Friedhelm Voges (Emden). Schließlich hätten die Frauen und Männer statt all dieser Stunden des konzentrierten Nachdenkens bei sommerlichen Temperaturen auch ihre Freizeit genießen können. „Ohne Vorbehalte haben sie sich auf die Menschen des jeweils anderen Bereichs eingelassen“, freute sich Voges.
Ehrenamtlich und hauptamtlich in der Kirche Tätige, Jüngere und Ältere, Vertreter aus den verschiedenen Regionen (städtisch oder ländlich), Leitende der jetzigen Kirchenkreise und Menschen mit einem besonderen Blick aus der Gesellschaft: Sie alle waren gezielt und in der Zusammensetzung ausgewogen eingeladen worden. Begleitet und moderiert wurde die Veranstaltung von Matthias Wöhrmann, Caroline Warnecke und Jörg Engmann. Sie sind Mitarbeiter der Gemeindeberatung im Haus kirchlicher Dienste der hannoverschen Landeskirche.
Zufrieden äußerten sich in einer Schlussrunde auch die Teilnehmer mit Aussagen wie etwa: „Gute Atmosphäre“, „kompetente Moderation“ oder kurz „spitze“. Die letzten Schritte der Methode „Zukunftskonferenz“ hatten in der Formulierung von Zielen und Absprachen zu deren Umsetzung bestanden. Dabei waren unterschiedliche Voraussetzungen in den beiden Kirchenkreisen zu berücksichtigen und es galt, wie es ein Teilnehmer ausdrückte, „Gutes zu bewahren und für Neues offen zu sein“.
Ein funktionierender Informationsfluss stand bei Wünschenswertem ganz vorn. Mitteilungen über das Internet, ein Kirchenkreis-Magazin und kirchliche Stellungnahmen auch zu brisanten Themen waren einige Vorschläge dafür. Mit Öffentlichkeitsarbeit befasste Beauftragte beider Kirchenkreise werden sich noch vor den Herbstferien näher damit beschäftigen.
Ähnlich wurde mit einer ganzen Reihe anderer Ziele verfahren. Nachdem sie durch ein Punktesystem eine Priorität erhalten hatten, wurden die „Kümmerer“ dafür benannt. Netzwerke bilden, Gottesdienste attraktiver gestalten, die Diakonie bekannter machen, Ehrenamtliche motivieren und viele weitere Anregungen gehörten dazu.
Auch die Themen, die aus zeitlichen Gründen nicht intensiv bearbeitet werden konnten, sollten nicht unter den Tisch fallen, sagte Moderator Wöhrmann. Die Steuerungsgruppe werde sich darum kümmern. Alles, was in den Gruppen-Runden diskutiert und auf Flipcharts festgehalten worden ist, gelangt in eine Dokumentation, die auf CD Teilnehmer und Mitglieder von Fachausschüssen erhalten.
Zur Zukunftskonferenz kamen am Wochenende 64 Teilnehmer aus den evangelisch-lutherischen Kirchenkreisen Emden und Leer in Emden zusammen. Sie entwickelten Perspektiven für den gemeinsamen Kirchenkreis, der durch die Fusion zum 1. Januar 2013 entsteht.
Das Bild entstand an der Pauluskirche, in der auch eine Andacht gehalten wurde. Begrüßt hatte die Mitwirkenden der Emder Superintendent Dr. Friedhelm Voges (ganz links), als Vierter von links (stehend) ist Superintendent Burghard Klemenz aus Leer zu sehen.
Intensiv dachten die Teilnehmer der Zukunftskonferenz über Ziele und deren mögliche Umsetzung für den künftigen gemeinsamen Kirchenkreis nach.
Fotos: Dübbel.
Kirchenpräsidentin aus Indien dankte für Unterstützung
06.08.2010
kkl Leer. Begegnungsabend in Firrel mit Esther Rani und Paul Raj - Gemeinde spendet seit vielen Jahren für Kinderheim
kkl Firrel. Mit den Erlösen seiner kreativen Arbeiten hat der Bastelkreis der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Firrel schon sehr dazu beigetragen, dass beträchtliche Summen für die Unterstützung eines Kinderheimes im indischen Dorf Yedavalli zusammenkamen. Jetzt erhielt er persönlichen und sehr herzlichen Dank: Esther Rani, Präsidentin der Good She-pherd Ev.- luth. Church (GSELC), und ihr Stellvertreter Paul Raj waren Gäste beim Indien-Begegnungsabend im Firreler Gemeindehaus.
Neben Mitgliedern des Bastelkreises nahmen weitere interessierte Gemeindemitglieder an dem Abend teil und ließen sich über das Kinderheim, ein sogenanntes Hostel, im Süden Indiens informieren. Georg Collmann aus Nordgeorgsfehn begleitete die Gäste aus Indien und übersetzte Fragen und Antworten aus dem Englischen. Collmann ist Vorsitzender des Partnerschaftsausschusses des Kirchenkreises Rhauderfehn, der seit 16 Jahren Kinderheime in Sandrakunta und Vinayakapuram unterstützt. In der Familie Collmann waren Esther Rani und Paul Raj während ihres Aufenthaltes in Ostfriesland zu Gast.
„Teachers for Tribals – Lehrer für Stammesleute“ ist das indische Bildungsprojekt überschrieben, das der Kirchenkreis Rhauderfehn jährlich mit 25.000 Euro unterstützt. Und dankbar ist man auch für die Hilfen aus Gemeinden des Kirchenkreises Leer - wie aus Firrel. Fast 6000 Euro konnten die Firreler im vergangenen Jahr für Yedavalli aufbringen. Auch sie seien schon rund 15 Jahre für das indische Dorf aktiv, sagte Pastor Bernhard Berends, der die Gäste begrüßt hatte.
Esther Rani und Paul Raj hatten Ende Juli an der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Stuttgart teilgenommen. Ihre Kirche wurde dort als Vollmitglied aufgenommen. Besuche in den mit ihr verbundenen Gemeinden gehörten anschließend zum Aufenthalt der Präsidentin und ihres Vertreters.
„Wie kommt das Geld aus Firrel den Kindern zugute?“ lautete eine Frage beim Begegnungsabend. Der Unterricht selbst, Unterrichtsmaterial, Schultaschen, Verpflegung, Kleidung und auch die Versorgung mit Hygiene-Artikeln gehörten dazu, erfuhren sie. 25 Kinder besuchten die Schule, manche der Eltern lebten in dem Dorf, andere außerhalb. Kein Problem sei dort das Klima zwischen Christen und Hindus, sagte Paul Raj.
„Man muss die Menschen einfach lieben“, betonte Georg Collmann, der schon dreimal die Inder besuchte. Im Oktober wird er wieder mit einer neunköpfigen Reisegruppe dorthin fliegen – natürlich nicht auf Kosten der Spender. Dieser gegenseitige Austausch sei wichtig, sagte er. In Firrel zeigte er Bilder von den indischen Kindern und ihrer Umgebung, dorthin wird er Aufnahmen aus Ostfriesland mitnehmen – auch die, die an dem Abend gemacht worden sind.
Esther Rani und Paul Raj stellten sich im Firreler Gemeindehaus mit (von links) Pastor Bernhard Berends, Bastelkreis-Leiterin Marlies Janssen und Georg Collmann vom Partnerschaftsausschuss des Kirchenkreises Rhauderfehn zum Erinnerungsfoto. Foto: Dübbel.
Ein Künstler mit Liebe zum Holz und zur Kettensäge
19.07.2010
kkl Leer. Ausstellung zeigt in der Lutherkirche Leer Skulpturen und Zeichnungen von Gerd Christmann
„Gib nicht auf, schlaf nicht ein, bleib wachsam“ – das steht unter einer der Zeichnungen von Gerd Christmann. Das sei auch eine der Botschaften des Künstlers, sagte Dr. Michael Künne aus Schöningen, der am Sonntag die Eröffnungsrede zur Ausstellung unter dem Titel „Sechs Figuren für Deutschland“ mit Skulpturen und Zeichnungen hielt.
Sie sind bis mindestens zum 8. August, eventuell auch länger, in der Lutherkirche in Leer am Patersgang zu sehen.
Ein gut besuchter Kunstgottesdienst stimmte auf die Ausstellung ein. Das Wort „Kunst“ habe sowohl mit Können als auch mit Verkündigung zu tun, sagte Superintendent Burghard Klemenz in seiner Predigt. Die Werke Christmanns seien nicht nur als kunstvoll ästhetische Formgebungen zu sehen, sondern sollten als Zeichen gedeutet werden. „Sie wollen künden von geschichtlichen Ereignissen, von geistesgeschichtlichen Verbindungen und von moralischen Positionen“, erklärte Klemenz.
Zeitgenössische Orgelmusik von Arvo Pärt, dargeboten von Kirchenmusikdirektor Joachim Gehrold, und Texte von Hans Dieter Hüsch und Joseph Beuys parallel zu den biblischen Lesungen verliehen dem Gottesdienst besondere Akzente. Viele Besucher ließen sich anschließend vom Verein für Kultur und Musik an der Lutherkirche zu einem kleinen Empfang einladen und setzten sich mit den Werken Christmanns auseinander.
Leer sei für seine Kunstliebe bekannt, sagte Dr. Michael Künne, der selber Künstler ist. Der Pastor im Ruhestand und ehemalige Dozent am Religionspädagogischen Institut der Evangelischen Akademie Loccum kennt Christmann schon seit 30 Jahren. „Seine Liebe gilt – neben der zur Literatur - dem Holz und der Kettensäge“, sagte Künne.
Gerd Christmann ist vor knapp einem Jahr aus Braunschweig als ein in der dortigen Kunstszene bekannter Bildhauer nach Leer gekommen. Er hat unter anderem Freie Kunst und Kunstpädagogik studiert. An der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig hatte er einen Lehrstuhl. Kunst-Unterricht gibt er nun am Gymnasium Rhauderfehn. Der 62-Jährige ist verheiratet und Vater dreier Töchter.
Die „Sechs Figuren für Deutschland“ bilden eine Werkgruppe. Anfangspunkt ist der „Mann im Dunkeln mit Blitzschlag“. Der Blitz ist ein zentrales Motiv in der Reihe. In der Figur „Ulrike geht“ erschließt er sich im Herumgehen. Dieses Werk ist, wie der Künstler selbst sagt, ein „Schlaglicht auf deutsche Befind-lichkeit am Beginn der 80er Jahre“. Anregen lassen hat sich Gerd Christmann dabei von einem Pressefoto, das Ulrike Meinhof zeigte, deren Gesicht gegen ihren Willen Pressefotografen zugewandt wird.
Die Ausstellung ist an Werktagen von 15 bis 17 Uhr und sonnabends von 10 bis 12 Uhr in der Lutherkirche in Leer zu sehen.
Bildhauer Gerd Christmann (rechts) und Dr. Michael Künne, der die Eröffnungsrede zur Ausstellung in der Lutherkirche Leer hielt, zwischen drei Skulpturen der Werkgruppe „Sechs Figuren für Deutschland“. Foto: Dübbel.
Erfahrene Mutter an der Seite gibt ein gutes Gefühl
09.06.2010
kkl Leer. Anja Ehmen hatte das erste halbe Jahr mit ihrem Sohn Malte als extrem anstrengend in Erinnerung, als sie wieder schwanger war. Und so stand für die 33-Jährige aus Hesel fest: „Ich nehme die Unterstützung, von der ich gehört habe, in Anspruch“. Dabei ging es um das Projekt „wellcome – praktische Hilfe für Familien nach der Geburt“ des Diakonischen Werkes der Kirchenkreise Leer und Rhauderfehn.
In der Praxis ihres Frauenarztes hatte Anja Ehmen den „wellcome“-Flyer gesehen. So wendete sie sich schließlich an Koordinatorin Teelke Jäger in Leer. Die vermittelte ihr für ein paar Stunden Entlastung in der Woche die ehrenamtliche Helferin Heike Neeland aus Boekzetelerfehn. Sie ist Mutter von Zwillingen, von Beruf Krankenschwester und schon bei mehreren Familien für „wellcome“ im Einsatz gewesen.
Familie Ehmen lernte sie schon kennen, bevor der kleine Tobias im März zur Welt kam. Sein „großer“ Bruder Malte ist fünf Jahre.Beide Söhne wurden vier Wochen vor dem Geburtstermin geboren. Malte war ein Schreikind und hatte Koliken. Seine Mutter hatte nach der Entbindung noch eine Notoperation und darauf folgend eine Depression, so dass die Freude über die Geburt getrübt war.
„Hätte ich nur damals schon von wellcome gewusst“, bedauert Anja Ehmen. Der kleine Tobias musste wegen einer Virus-Erkrankung ins Krankenhaus, als er gerade zwei Wochen zu Hause war. Mit Unterstützung der Hebamme und Heike Neelands habe die Familie diese schwierige Phase gemeistert, erinnert sich die 33-Jährige.
„Malte liebt Heike Neeland“, sagt seine Mutter. Die Helferin habe ihn auch schon vom Kindergarten abgeholt und mit ihm Pfannkuchen gebacken. Für Anja Ehmen bedeutet es ein gutes Gefühl, von einer erfahrenen Mutter unterstützt zu werden.
„Ich kann dann mal einkaufen oder zum Zahnarzt gehen, ohne unruhig zu werden“, sagt sie. Ihre Eltern leben nicht mehr, die Schwiegermutter ist berufstätig, Nachbarn zum Aushelfen gibt es nicht und Ehemann Holger ist beruflich sehr eingespannt.
Gerade für solche Familien ist „wellcome“ ins Leben gerufen worden. Im März 2002 wurden die ersten beiden „wellcome“-Standorte in den Evangelischen Familien-Bildungsstätten Hamburg-Niendorf und Norderstedt durch deren Leiterin Rose Volz-Schmidt gegründet (Internet www.wellcome-online.de).
Jede Familie, die sich Entlastung wünscht, kann bis zum ersten Lebensjahr des Kindes die Hilfe von „wellcome“ gegen eine ge-ringe Gebühr anfragen (Diakonisches Werk, Friesenstraße 65 a, Leer, Telefon: 0491-9768321). Darauf weist Koordinatorin Teelke Jäger hin.
Aber auch weitere ehrenamtliche Kräfte sind ihr sehr willkommen.
Für diese bietet die Dipl. Sozialpädagogin auch Treffen zum gegenseitigen Austausch und Fortbildungen an.

Anja Ehmen aus Hesel, hier mit ihrem Sohn Tobias, freut sich über die Hilfe aus dem Projekt „wellcome“ durch Heike Neeland (rechts) und Koordinatorin Teelke Jäger. Foto: Dübbel.
Gute Kontakte zwischen Omsk und Leer
09.06.2010
kkl Leer. Zwischen dem Kreisjugenddienst des Kirchenkreises Leer und der Christuskirchengemeinde in Omsk (Sibirien) gibt es seit fünf Jahren Begegnungen Jugendlicher. Darüber berichtete vor dem evangelisch-lutherischen Kirchenkreistag Leer Kreisjugendwart Michael Vogt.
Abwechselnd fänden Besuche statt.
Eindrücke davon vermittelte Vogt mit Bildern.
Für das nächste Jahr sei im Februar eine Studienreise nach Sibirien geplant. Die gegenseitigen Kontakte hätten für eine beiderseitige Bereicherung der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen geführt, erklärte der Kreisjugendwart.

Beeindruckt waren diese Gäste aus dem sibirischen Omsk bei ihrem zehntägigen Besuch 2007 auch vom Jugendcafé „Juca“ in Leer, vor dem sie sich mit Kreisjugenddiakon Michael Vogt (rechts oben) zum Erinnerungsfoto stellten. Foto: Dübbel.
Keine gentechnisch veränderten Pflanzen auf kirchlichen Ländereien
09.06.2010
Dr. Bettina Siegmund (Bingum) informierte den Kirchenkreistag Leer über Beschlüsse der Synode, darunter das von ihr eingebrachte Verbot von gentechnisch veränderten Pflanzen auf kirchlichen Ländereien. Foto: Dübbel.
kkl Leer. Dr. Bettina Siegmund (Bingum) informierte über den Beschluss der Synode kkl Leer. „Nehmen Sie in Ihre Pachtverträge eine Klausel auf, nach der ein Anbau von gentechnisch verändertem Saat- und Pflanzgut auf Ihren Ländereien verboten ist“, forderte Dr. Bettina Siegmund in der Sitzung des evangelisch-lutherischen Kirchenkreistages Leer die Vertreter der Gemeinden auf.
Die Agrar-Ingenieurin aus Bingum, die Mitglied in der Synode der Landeskirche ist, gab damit das weiter, was dort nur eine Woche zuvor beschlossen worden war und wofür sie sich eingesetzt hatte.
Das Gremium hatte sich mehrheitlich gegen einen Anbau von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) auf kirchlichen Länderein in der Hannoverschen Landeskirche ausgesprochen.
„Die Einführung solcher Pflanzen ist in Deutschland weder ökonomisch noch ökologisch notwendig“, sagte Siegmund.
Die Kirchengemeinden trügen sowohl Verantwortung für den Umgang mit der Schöpfung als auch für den sozialen Frieden in ihrem Umfeld. Jeder Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen führe zu Spannungen.
"Dem Juca geht es gut!"
09.06.2010
Pastorin Elske Dreier (Pogum) berichtete vor dem Kirchenkreistag Leer über die Arbeit des Jugendcafés. Foto: Dübbel
kkl Leer. „Das Juca lebt, es geht ihm gut“, sagte in ihrem Bericht vor dem evangelisch-lutherischen Kirchenkreistag Leer Pastorin Elske Dreier (Pogum). Mit großer Begeisterung erzählte sie von ihrem ehrenamtlichen Einsatz für das Jugendcafé des Kirchenkreises in Leer, das vor einem Jahr kurz vor der Schließung stand. Grüße richtete sie von den rund 60 Besuchern aus, die an jenem Tag im Juca gewesen seien.
Neben den Schülern, die in Freistunden oder beim Warten auf den Bus das Juca aufsuchten, entdeckten verstärkt auch andere Besucher die Gelegenheit zum Gespräch in der Einrichtung. Probleme in der Schule, im häuslichen Bereich oder allgemein menschlicher Art seien es, für die Jugendliche Zeit für Beratung oder einfach für’s Zuhören in Anspruch nähmen, erzählte Elske Dreier. „Gunther Clemens ist ein phantastischer Mitarbeiter“, betonte sie. Er hat dort eine auf zwei Jahre befristete Stelle, die vom Zentrum für Arbeit gefördert wird. Trotz der extrem verkürzten Öffnungszeiten (11 bis 15 Uhr) kämen täglich 40 bis 70 Besucher.
Beispiele nannte die Pastorin auch für das geistliche Leben im Juca. Dazu gehörten ein Gottesdienst am Welt-Aids-Tag und eine Passionsandacht.
Zur Fußball-Weltmeisterschaft werde ein Public Viewing ohne Alkohol-Ausschank angeboten. „Wir wollen zeigen, dass man miteinander ein Sport-Event feiern kann, ohne dass es zum Be-säufnis wird“, sagte die Leiterin des Juca.
Auch die Zusammenarbeit des Juca mit anderen Institutionen funktioniere. Schüler der Greta-Schoon-Schule probierten sich beispielsweise in der Mithilfe im Service, hinter der Theke und in der Küche aus. Tolle Entwicklungen seien erkennbar, freute sich Elske Dreier. Auch für Schulpraktika sei die Einrichtung offen. Eine Teilnehmerin habe sich danach für eine Ausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe entschieden. Der EC-Jugendverband („Entschieden für Christus“) komme neuerdings wieder zu seinen Bistro-Abenden im Juca zusammen.
Auf die finanzielle Unterstützung aus den Gemeinden sei man aber nach wie vor angewiesen, sagte Dreier. Darauf wies auch Kirchenamts-Leiter Carsten Wydora hin, der die finanzielle Situation des Juca erläuterte. Spenden sollten auch für die Haushaltsjahre 2011/2012 bereitgestellt werden. Der Jahresabschluss 2009 für das Juca sei aber besser als erwartet gewesen. Ein Defizit von 6000 Euro werde durch Rücklagen gedeckt.
In sieben Jahren diakonische Arbeit mit über 60.000 Euro gefördert- Stiftung Diakonie im Landkreis Leer / Spende an Kinderschutzbund aktuelles Beispiel
01.01.2010

Über eine Spende der „Stiftung Diakonie im Landkreis Leer“ in Höhe von 3.100 Euro, übergeben durch deren Vorsitzenden Burghard Klemenz (rechts), freuten sich für den Kinderschutz-bund Leer von links) Anita Berghaus, Antje Hoß, Vorsitzender Klaus Hinzpeter, Roelfiene Stolz und Gudrun Schulte. Foto: Dübbel
kkl Leer. Herzlichen Dank sprach Klaus Hinzpeter als Vorsitzen-der des Kinderschutzbundes Leer der „Stiftung Diakonie im Landkreis Leer“ für deren jüngste Spende in Höhe von 3100 Euro aus. Superintendent Burghard Klemenz als Vorsitzender der Stiftung hatte den Scheck übergeben. Mit dem Geld soll am Kinderschutzhaus der Sandkasten neu angelegt werden. Auch die gesamte bisherige Unterstützung würdigte Hinzpeter. Sie stellt wiederum nur einen Teil dessen dar, was die Stiftung in den vergangenen sieben Jahren mit insgesamt 60.423,25 Euro gefördert hat.
Die „Stiftung Diakonie im Landkreis Leer“ wurde 2002 als rechtsfähige Stiftung gegründet. Möglich wurde sie durch eine Erb-schaft. Das Stiftungskapital beträgt derzeit 238.000 Euro. Die Stiftung verfolgt den Zweck, die Arbeit in diakonisch tätigen Einrichtungen, Gemeinden und Verbänden anzuregen, zu fördern und Anschubfinanzierungen für Projekte zu leisten.
Förderbeispiele aus der Vergangenheit sind die Ausbildung von Suchtkrankenhelfern und die Finanzierung eines Pflegebettes für das stationäre Hospiz in Leer. Unterstützt wurden auch der Aufbau der Leeraner Tafel, das Bewegungsangebot im Altstadtkindergarten, die Ausstattung des Raumes der Stille im Hospiz und das Väter-Projekt der Erziehungs-, Ehe- und Lebensberatungsstelle.
In diesem Jahr bedachte die Stiftung bei der Ausschüttung neben dem Kinderschutzbund die Einrichtung „Die Eule“ mit 2000 Euro für eine Tischtennisplatte im Außenbereich. Die gleiche Summe erhielten die Leeraner Tafel für Einrichtungsgegenstände und Arbeitskleidung sowie die Suchtberatungsstelle für vorbeugende Maßnahmen gegen Alkoholmissbrauch durch Jugendliche.
Dem Vorstand der „Stiftung Diakonie im Landkreis Leer“ gehören Personen aus Kirche und Politik an. Neben dem Vorsitzenden Burghard Klemenz sind das Gitta Connemann (MdB), Präses Hilke Klüver, Werner Gersema, Bürgermeister Wolfgang Kellner und Alf Wemhörner.
Solidarität für Menschen in Krisen gefordert - Mitgliederversammlung des Kreisverbandes des Diakonischen Werkes für den Landkreis Leer / Beratungsstellen verzeichnen hohe Auslastung
20.06.2010
kkl Leer. Von einem „Spannungsfeld zwischen angestrengter Haushaltssituation und hoher Nachfrage nach Hilfen und Unterstützung“ sprach Superintendent Burghard Klemenz in seinem Jahresbericht über die Arbeit des Kreisverbandes des Diakonischen Werkes für den Landkreis Leer.
Als dessen Vorsitzender gab er in der Mitgliederversammlung den Delegierten aus den 53 lutherischen und reformierten Mitgliedsgemeinden schließlich eine Bitte für die Beratungen in den Kirchenvorständen mit auf den Weg: Sie sollten sich für die Erhöhung des Mitgliedsbeitrages von 50 auf 100 Euro jährlich pro Kirchengemeinde entscheiden und damit zu einem ausgeglichenen Haushalt beitragen. Der Diakonie-Kreisverband ist Träger der Evangelischen Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe- und Lebensfragen, der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention, der Einrichtung „Die Eule“ (sozialpädagogische Lernhilfe, sozialpädagogische Beratung, soziale Gruppenarbeit und Familienhilfe) und der „Leeraner Tafel“.
Vorsitzender Klemenz ging während der Sitzung im Gemeindehaus der reformierten Kirche Loga auf alle vier Arbeitsbereiche ein. Zuvor hatte er politische Kritik geübt: „Es schmerzt, zu sehen, dass für viele konsequente sozialpolitische Maßnahmen die Mittel verweigert wurden, die in der Finanzkrise dann ohne Gemeinwohlbindung in das Spekulationsloch geworfen wurden“.
Den Delegierten lagen von allen Einrichtungen ausführliche Jahresberichte vor. Jeweils eine Einrichtung stellt sich in der Mitgliederversammlung näher vor. Das war diesmal die „Eule“. Leiterin Ulrike Nowack und ihr Team gaben Einblicke in die Arbeit und veranschaulichten diese durch Rollenspiele. Dargestellt wurden beispielsweise die Probleme einer alleinerziehenden Mutter mit ihren Kindern, der durch Beratung und Unterstützung geholfen und der Kontakt zum Vater der Kinder wieder hergestellt werden konnte.
Als neuen Arbeitsbereich eröffnete die „Eule“ im Herbst 2009 das „Eulennest“: In Zusammenarbeit mit dem Jugendamt des Landkreises wurden zwei Plätze als Wohnprojekt für junge Mütter und ihre Kinder geschaffen. Aufgrund persönlicher und sozialer Schwierigkeiten benötigten die Mütter für sich und ihre Kinder gezielte Hilfen und seien bereit, diese anzunehmen, hieß es.
Beschlossen wurde von der Mitgliederversammlung der Haushaltsplan 2010, der ein Gesamtvolumen von 1.362.380 Euro hat. Vorstandsmitglied Reinhard Kleen erläuterte den Etat. Die Ansätze belaufen sich in Einnahmen und Ausgaben auf insgesamt 393.500 Euro für die Erziehungs-, Ehe- und Lebensberatungsstelle, auf 240.010 Euro für die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention, auf 629.570 Euro für die „Eule“, auf 37.600 Euro für die „Leeraner Tafel“ und auf 61.700 Euro für den Kreisverband.
Auf die notwendige Erhöhung der Mitgliedsbeiträge war als Vorstandsmitglied Präses Hilke Klüver eingegangen. Für den Haushalt der Erziehungs-, Ehe- und Lebensberatungsstelle sei ein Defizit von 7500 Euro auszugleichen.
Vorstands-Wahlen:
Bei den Vorstandswahlen standen Pastor Walter Holthusen (Backemoor), der mittlerweile weggezogen ist, und (Weert Reinders Neermoorpolder) aus persönlichen Gründen nicht wieder zur Verfügung. An ihre Stelle rückten Pastor Dr. Friedrich Ley (Völlenerkönigsfehn) und Lydia Erfkamp (Driever). Wiedergewählt wurden Superintendent Burghard Klemenz (für den Kirchenkreis Leer), Reinhard Kleen (Leer), Pastor Andreas Bartels (Logabirum), Präses Hilke Klüver (Synodalverband) und Wolfgang Wagenfeld (Veenhusen). Stellvertreter für die Vorstandsmitglieder sind Pastor Armin Siegmund (Bingum), Reinhard Bansemeier (Collinghorst), Pastor Christian Erchinger (Heisfelde), Erika Thomas (Rhauderfehn), Heike Saathoff (Leer), Hermine Luikinga (Ihrenerfeld) und Gisela Ferlemann (Leer). Die Amtszeit dauert vier Jahre. Über Vorstandsvorsitz und weitere Funktionen bestimmt der Vorstand in seiner nächsten Sitzung.

Ulrike Nowack (im Vordergrund mit Manuskript), Leiterin der „Eule“, und ihr Team vermittelten in der Mitgliederversammlung des Diakonie-Kreisverbandes Leer Eindrücke aus der Arbeit der Einrichtung. Foto: Dübbel.
„Manchmal spielt auch das Leben Foul“
20.06.2010
Waldgottesdienst auf Gut Stikelkamp / Pastor Henning Busse als Sportbeauftragter der Landeskirche predigte / Zwölf lutherische Gemeinden aus den Kirchenkreisen Leer und Aurich beteiligt
kkl Hesel-Stikelkamp. „Ein Moment im Sport entscheidet über Sieg oder Niederlage, ein Augenblick im Leben manchmal über ein ganzes Dasein“. Das sagte am Sonntag der Sportbeauftragte der hannoverschen Landeskirche, Pastor Henning Busse, beim traditionellen Waldgottesdienst auf Gut Stikelkamp in der Samt-gemeinde Hesel. Ihn hatten die zwölf Gemeinden aus den Kir-chenkreisen Leer und Aurich als Ausrichter der Freiluft-Veranstaltung passend zum zehnten Spieltag der Fußball-Weltmeisterschaft als Prediger gewonnen.
Bei gutem Wetter kamen schon um die 1000 Teilnehmer zum Waldgottesdienst, etwa die Hälfte davon machte sich diesmal bei von grauen Wolken verhangenem Himmel auf den Weg. Manche Besucher hatten noch die Verlegung in die Kirche Jherings-/Boekzetelerfehn wegen Dauerregens vor einem Jahr in Erinnerung. Umso herzlicher begrüßte Pastor Oliver Vorwald aus Bagband, der die liturgische Leitung des Gottesdienstes hatte, Mitwirkende und Gäste.
Später ließ sich sogar die Sonne blicken.
„Manchmal spielt auch das Leben Foul“, sagte Busse, der auch Landespastor für Männerarbeit ist. Er hielt seine Predigt zum Bibel-Text aus Jesaja 54 „Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen...“. Teils humorvoll, teils nachdenklich, beleuchtete er das Thema an Beispielen aus dem Sport und aus der Vielfalt des Lebens insgesamt. Schicksal, Gottes Zorn? So etwas müsse man im Fußball nicht fragen, betonte der Prediger und holte diesen Sport bei aller Begeisterung auf die Ebene herunter, die er habe: „Fußball bleibt ein Spiel“. Zu den wirklichen Nöten der Menschen sagte Busse: „Wer glauben, hoffen und auf Gott vertrauen kann, der kann auch mit den Widersprüchen des Lebens leben“. Beifall gab es für die Predigt, aber auch für den musikalischen Rahmen das Waldgottesdienstes. Den gestalteten vereinigte Kirchenchöre der beteiligten Gemeinden unter der Leitung von Kirchenkreiskantor Matthias Eich, vereinigte Posaunenchöre der Gemeinden unter der Leitung von Johann Berghaus aus Hesel sowie der Gitarrenchor „Wegbegleiter“ aus Hesel unter der Leitung von Anne Tammen.
Die Kollekte des Gottesdienstes geht an das Evangelisch-lutherische Missionswerk Hermannsburg für Wasseraufbereitungsanlagen am Amazonas. Am 36. Waldgottesdienst beteiligt waren die Gemeinden Bagband, Hatshausen, Hesel, Holtland, Jherings-Boekzetelerfehn, Logabirum, Loga (Petrusgemeinde), Mittegroßefehn, Nortmoor, Stiekelkamperfehn, Timmel und Warsingsfehn. Für die kleinen Besucher gab es einen Wald-Kindergottesdienst.
Zwölf Gemeinden aus den lutherischen Kirchenkreisen Leer und Aurich hatten wieder zum Waldgottesdienst vor der Kulisse des Gutes Stikelkamp eingeladen. Prediger war Pastor Henning Busse, Sportbeauftragter der Landeskirche (vorn rechts), neben ihm Pastor Oliver Vorwald aus Bagband, der die liturgische Leitung hatte.*
Pastor Henning Busse, Sportbeauftragter der Landeskirche, predigte beim Waldgottesdienst auf Gut Stikelkamp. Fotos: Dübbel

