Egal, ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Auto. Der Weg zur Jugendwerkstatt ist nicht nur für die dort arbeitenden Jugendlichen mit ihren ganz unterschiedlichen Lebensläufen eine holprige Angelegenheit - so kommts mir in den Sinn, wenn ich mich im Morgengrauen über das buckelige Kopfsteinpflaster dem freundlichen Quergebäude auf dem ehemaligen Hefe-Sprit-Gelände nähere.

Doch nicht nur der Weg und das Gebäude haben irgendwie etwas Exotisches, das mich angenehm berührt: Kaum habe ich die Jugendwerkstatt betreten, schlagen mir all die guten Gerüche entgegen, an denen ich mich schon als Kind in klassischen Handwerksbetrieben "berauscht" habe.

Sie sind der Wegweiser in dem für den Fremden zunächst unüberschaubaren Labyrinth: Riecht es nach Kettenöl oder Gummi, weiß man, die Fahrradwerkstatt kann nicht weit sein; verglühte Metallspäne und Rostschutz signalisieren die Schlosserei; der Geruch von Holz und Lasur verrät die Nähe zur Tischlerei. Und selbst das Möbellager im Obergeschoß hat seine ganz spezielle Duftnote, die allerdings deutlich von den Kaffedüften aus der benachbarten Küche überlagert wird, in der fleißige Hände schon mit dem Vorbereitungen des Mittagessens beschäftigt sind.

Überall ist nun "Äkschn" angesagt. Die Crew vom Transport wuchtet Möbel in ihren Kleinlaster. Wenig später rückt die Malerkolonne aus, während in der Tischlerei gerade wieder ein prächtiger Schaukelelefant aus Holz eine letzte Imprägnierung erwartet.

Es geht schon langsam gegen Mittag, als wieder zwei voll restaurierte Bikes aus der Fahrradwerkstatt geschoben werden, und auch die Schlosser haben ein gutes Dutzend riesengroße, prächtige Kerzenständer vollendet, die - wie man mir sagt - "weggehen, wie warme Semmel".

Mittags trifft sich dann die große "Familie" zum gemeinsamen Schmaus. Anschließend noch einen Kaffee und weiter gehts. Es gibt noch viel zu tun bis Feierabend, der für die, die voll bei der Sache bleiben, dann doch viel schneller kommt als erwartet.

Und so holpern sie schließlich alle - ob zu Fuß, mit dem Rad oder Auto - vom Gelände auf die platte Piste der Gesellschaft, wo wieder ganz andere Stolpersteine auf sie warten....