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1398 wird Langeoog erstmals urkundlich erwähnt. Ob die Insel zu dieser Zeit schon
besiedelt war, ist nicht
sicher. Frühe Siedlungsspuren, die im Laufe des letzten Jahrhunderts mehrfach in tieferen Schichten von einer
Sturmflut für kurze Zeit freigelegt wurden, können auch aus noch älterer Zeit stammen, als der Meeresboden
der Deutschen Bucht noch zum Festland gehörte. Gesicherte Kunde von einem kleinen Kirchdorf auf Langeoog haben
wir erst aus der Zeit nach dem dreißigjährigen Krieg.
Die jeweiligen Regierungen waren vor allem aus zwei Gründen an den Inseln und einer stetigen Bewohnerschaft
dort interessiert:
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die seit der Jahrtausendwende fortschreitende Eindeichung der südlichen Nordseeküste
brauchte die Inseln als vorgelagerte Wellenbrecher. Zur Sicherung der Inseln selbst aber gehörte die systematische
Befestigung der Wanderdünen durch Helmpflanzung.
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Die damals noch ansehnlichen Mengen an Strandgut dienten den Herrschenden zur Aufbesserung ihrer Staatsfinanzen.
Dieser Anspruch ließ sich aber nur durchsetzen, wenn das Strandgut von eigenen Bürgern geborgen und
an die zuständigen Stellen abgeliefert wurde. Was z.B. an ostfriesischen Stränden von vorbeifahrenden
holländischen Fischern eingesammelt wurde, war für die Staatskasse in Aurich verloren.
Abgesehen von den Eigenanteilen am Bergelohn fristeten die Insulaner in diesen Jahrhunderten ihr kärgliches
Leben mit einer bescheidenen Landwirtschaft auf der Wattseite der Insel. Anders als den Küstenbewohnern blieb
ihnen das Meer als Existenzgrundlage weitgehend verschlossen: Fischfang oder Lotsendienst war den Insulanern nicht
möglich, weil es wegen des flachen Wassers keinen Hafen auf der Insel gab. 1717 verheert die große Weihnachtsflut
die gesamte Nordseeküste. Zehntausende kommen in den Fluten um, die sich nach der Zerstörung der damals
noch recht niedrigen Deiche bis weit ins Land hinein ergießen. Auf Langeoog wird das kleine Dorf so schwer
zerstört, dass die Menschen die Insel aufgeben müssen. Für eine Reihe von Jahren ist Langeoog
nun völlig entvölkert. Die Neuansiedlung macht, nicht zuletzt wegen des häufigen Zerbrechens der
Insel in drei Teile, große Mühe und zieht sich bis ins 19. Jahrhundert hin. Erst um 1850 hat sich das
Leben auf Langeoog wieder soweit normalisiert, dass dem Kirchdorf erneut die Selbständigkeit von Esens
zugesprochen werden kann. 1859 wird eine kleine Kirche eingeweiht. In den Sommermonaten werden erste Badegäste
registriert.
1885 eröffnet das (evangelische) Kloster Loccum ein Hospiz auf Langeoog, um vor allem Pastoren, Lehrern und
Offizieren eine Heilkur auf der Insel zu ermöglichen. 1890 wird im Blick auf den dadurch zunehmenden Tourismus
eine neue größere Inselkirche gebaut. 1892 folgt der Bau einer Landungsbrücke
für größere Fährschiffe. Seit 1895 gibt es wenigstens in den Sommermonaten einen Arzt auf
der Insel. 1902 wird, ebenfalls auf Initiative des Klosters, mit der Pferdebahn vom Anleger zum Hospiz der direkte
Vorläufer der Inselbahn eingerichtet. 1909 erhält die Insel durch den Bau des Wasserturms eine geregelte
Trinkwasserversorgung sowie eine Kanalisation, ab 1923 auch Elektrizität. 1927 löst die Kommune das Kloster
in der Verantwortung für die Kurverwaltung ab und baut die 1908 begonnenen Kuranwendungen weiter aus.
1932 beginnt mit der Eindeichung des Inseldorfes, dem ‚Schniederdamm', eine neue Entwicklungsphase: Das Feuchtgebiet
im Westen (‚Flinthörn') wird trocken gelegt und zusammen mit dem Bau eines großen Hafenbeckens für
einen Militärflugplatz hergerichtet. Das Inseldorf verändert in den folgenden Jahren mit der neuen Ideologie
von Grund auf sein Gesicht; zahlreiche neue Straßenzüge entstehen, ganze Dünenketten werden abgetragen:
die Urlaubsinsel wird zur Garnison. Das Ende des Kriegs bedeutet dann allerdings auch das Ende dieses Spuks. In
die Leerstehenden Militärgebäude ziehen Flüchtlinge und Kurkinder ein, die von Wohlfahrtsorganisationen
in großer Zahl zur Erholung von den Kriegsschäden auf die Insel geschickt werden. Damit beginnt Langeoogs
endgültiger Start zum Nordseebad. Und wie so oft in solchen Fällen überholt der Letzte bald seine
Vorläufer: Langeoog wird von der ärmsten und unterentwickeltsten zur größten unter den dörflichen
InselnachbarInnen (abgesehen von den städtischen Staatsbädern Borkum und Norderney).
Im Unterschied zur teilweise hektischen Entwicklung des Inseldorfes ist die neuere Kirchengeschichte Langeoogs
eher von Kontinuität geprägt. Die Inselpastoren Otto Harms (1894 - 1938), Heinrich v. Osten (1938 - 1977)
und Klaus von Mering (1978 - 2001) steuern das Langeooger Kirchenschiff jeweils über mehrere Jahrzehnte durch
den Wechsel der Zeiten. So kommt es zu einer gesunden Mischung von Tradition und Fortschritt.
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