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Langeooger holen alljährlich erntefrische Mangos aus Burkina Faso ins Harlingerland
Vom 10.-14. Mai 2004 startet zum 14. Mal auf Langeoog die Mango-verkaufs-Aktion. Jedes Jahr werden rund 2000 dieser exotischen Früchte
mit einem Leih-LKW aus Böblingen
an die Küste geholt. Ein Teil der Fracht wurde auch in einigen Eine-Welt-Läden am Festland angeboten.
Der Preis für die besonders schmackhafte und zartfleischige Mangosorte aus Westafrika
liegt zwischen 3,- und 4,- € pro Exemplar. In manchen Jahren dauert die ganze Aktion auf der Insel nur wenige Stunden.
Der Andrang ist auf Grund der Erfahrungen aus all den Jahren so groß, dass die Früchte gleich Kartonweise
mitgenommen werden. Wer Anfang Mai nicht auf Langeoog dabei sein kann, hat die Möglichkeit, sich einen Karton
schicken zu lassen. Je nach Größe der Früchte kostete ein Originalkarton
25,- bis 30,- € (+ Porto).
Mit dem Reinerlös aus dem Mangoverkauf finanzieren die drei deutschen Burkina-Faso-Gruppen
von Brot-für-die-Welt in Böblingen, Wetzlar und Langeoog den Unterhalt von kirchlichen Schulen in dem
westafrikanischen Land. Obwohl die Christen in Burkina Faso nur 10 % der Bevölkerung stellen und zu den ärmsten
Kirchen der Welt gehören, finanzieren sie etwa 30 Schulen in allen Teilen des Landes, weil die Regierung wegen
chronischer Geldknappheit nur etwa für ein Drittel aller Kinder einen Schulplatz anbieten kann. Für eine
friedliche Weiterentwicklung des Landes ist aber eine Schulbildung der Bevölkerung die wichtigste Voraussetzung.
Denn die rund 9 Mill. Einwohner Burkina Fasos sprechen von Haus aus mehr als 60 Stammessprachen und können
sich über die Grenzen eines Dorfes oder einer Region hinaus nur über die Staatssprache französisch
miteinander verständigen. Dass diese Sprachbarriere in Burkina noch nicht, wie in anderen afrikanischen
Staaten, zu Spannungen oder gar zum Bürgerkrieg geführt hat, ist nicht zuletzt der aufopferungsvollen
Bemühung der christlichen Minderheit um Integration zu verdanken.
Die Initiatoren der Mango-Aktion, die kürzlich durch den Präsidenten von Burkina Faso mit einem Orden
geehrt wurden, hoffen auch in diesem Jahr wieder auf einen Reinerlös von ca.
50 000,- €. Auf die Landeswährung
CFA umgerechnet können mit dieser Summe drei Schulen mit ca. 250 Kindern zwischen 7 und 12 Jahren ein Jahr
lang unterhalten werden. Für die kleinen Burkinabé bedeutet das auch eine warme Mahlzeit pro Tag, für
afrikanische Kinder keine Selbstverständlichkeit.
Die Kirchengemeinde Langeoog hatte sich Ende der 90er Jahre entschlossen, die Früchte selbst aus Böblingen
abzuholen, um eine pünktliche Anlieferung der erntefrischen Früchte auf Langeoog zu gewährleisten.
Ein Geheimnis der besonderen Qualität dieser Früchte liegt schließlich in dem kurzen Weg zwischen
Baum und Kunde: In Burkina Faso werden die Früchte von Mitarbeitern des kirchlichen Entwicklungsbüros O.D.E. bei den Erzeugern abgeholt und zum Flugplatz in der Hauptstadt Ouagadougou gebracht. Von dort geht es in
wenigen Stunden nach Paris, wo die Fracht von Mitgliedern der Böblinger Gruppe abgeholt und in die württembergische
Heimat gebracht wird.
Hier übernehmen die Langeooger Fahrer die Staffette.
"Es wäre schön, wenn möglichst bald auch bei uns möglich würde, was in Böblingen
schon bewährte Praxis ist", kommentierte Pastor von Mering einmal diesen Transport: "In Böblingen
stellt eine örtliche Firma die benötigten LKWs kostenlos zur Verfügung, die Kirche braucht aus ihren
Reihen nur geeignete Fahrer auszusuchen. Oder ein Transportunternehmen nutzt eine Leerfahrt, selbstverständlich
gegen Spendenbescheinigung. Der kleine Anteil von ca. 1,6 to. zu uns an die Küste - das
müsste doch
machbar sein!" Vor einigen Jahren hat
z.B. allerdings ein Buuten-Insulaner
aus Hannover mit einer großzügigen Spende jedes Mal die Sachkosten für den Transport ausgeglichen.
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