EVANGELISCH-LUTHERISCHE KIRCHENGEMEINDEN HANNOVER
MÜHLENBERG - RICKLINGEN - OBERRICKLINGEN
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www.kirchentag.de

Es fängt an mit dem "Abend der Begegnung" am 25. Mai. Im Anschluss an die zentralen Eröffnungsgottesdienste in der Stadt gilt es dort an Ständen, Buden und Bühnen 300 000 (!) Menschen mit Speis und Trank zu versorgen und zu unterhalten. Die vier Gemeinden unserer Region werden dabei sein, mit einem Stand und mit Chören auf der Bühne. Ein wichtiger Teil unserer Gastgeberschaft wird in der Unterbringung und Betreuung der Gäste bestehen. Jugendgruppen, Posaunenchöre usw. werden in den Schulen untergebracht (ganz Niedersachsen bekommt schulfrei!) und brauchen dort Betreuung und Versorgung mit Frühstück. Gerechnet wird mit einem Bedarf von 10 - 12 Helferinnen und Helfern pro Schule, die wir unter uns finden müssen. Darüber hinaus suchen wir pro Gemeinde 100 - 150 kostenlose private Schlafplätze für die erwachsenen Kirchentagsbesucher. In unserer messeerfahrenen Stadt müsste das doch möglich sein, oder? Ein Kirchentagshöhepunkt in unseren Gemeinden wird der für den Sonnabend vorgesehene "Feierabendmahls-" Gottesdienst sein, einschließlich der sich daran anschließenden "Langen Kirchennacht". Hier sind unsere Chöre, Musikgruppen und Gottesdienstkreise gefragt, während an den übrigen Abenden das Programm vom Kirchentag selbst bestimmt wird und wir lediglich unsere Kirchen und Gemeindehäuser zur Verfügung stellen. Also, denken Sie ruhig schon einmal darüber nach, wo und wie Sie mitmachen können und möchten und tragen Sie den 25. - 29. Mai 2005 ganz dick in Ihren Kalender ein!

jh


Pastor Jörg Haunert

Liebe Leserin, lieber Leser!

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr: Im Jahre 2005 kommt der Deutsche Evangelische Kirchentag nach Hannnover. Vom Erscheinungstermin dieser Ausgabe an sind es noch genau 298 Tage bis zur Eröffnung am 25. Mai.

Bis zum Abschlussgottesdienst am Sonntag, dem 29. Mai, auf dem Schützenplatz, werden dann voraussichtlich weit über 100 000 Mitwirkende und Teilnehmende aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland bei und mit uns den Glauben und seine Auswirkungen für das alltägliche Leben bis hinein in die große Politik bedenken, diskutieren und feiern.


Viele werden sich noch an den letzten Kirchentag 1983 in Hannover erinnern: Lila Tücher, harte, aber faire Auseinandersetzungen um die Atomwaffen, fröhliche, singende Menschen überall auf den Plätzen und in den Bahnen der Stadt, volle Kirchen und schöne, mit viel Phantasie gestaltete Gottesdienste und ein zu Herzen gehender Abschluss im Niedersachsenstadion haben jene Tage damals geprägt.

Immer wieder haben die Kirchentage ja wichtige Impulse, neue Erkenntnisse und hilfreiche Veränderungen in die Gemeinden getragen, besonders auch im Bereich von Gottesdienstgestaltung und Kirchenmusik: Das so gern gesungene Lied "Komm, Herr segne uns" war 1983 der Kirchentagsschlager.

Und ganz Entscheidendes ist zum Beispiel durch die Kirchentage mit ihrem sogenannten "Feierabendmahl" in Hinblick auf unsere Abendmahlspraxis in Gang gesetzt worden.

Führte das Abendmahl in unserer Evangelischen Kirche - jedenfalls in Deutschland - doch fast Jahrhunderte lang ein Schattendasein, beschränkt auf Karfreitag und Buß- und Bettag und ab und zu einmal im Anschluss an den Gottesdienst.

Eine meist bitterernste Angelegenheit mit dem Gedanken an persönliche Schuldbeladenheit und den Tod Jesu Christi im Zentrum, der man eigentlich nur mit einer gewissen "protestantischen Zerknirschtheit" und natürlich auch nur als Erwachsener angemessen begegnen konnte.

Von der Freude über die Auferstehung und die Anwesenheit Christi mitten unter den Feiernden, vom Gedanken der Gemeinschaft, die durch das Mahl gestiftet und gestärkt wird, war für viele lange nichts zu spüren gewesen. Bis hin zur Konfirmation, die nur "in Schwarz" und in der "stillen" Zeit vor Ostern denkbar war. Dass da heute vieles anders ist, dass wir das Abendmahl auch mit fröhlichen Liedern und Herzen feiern können, dass es wieder viel selbstverständlicher in unsere Gottesdienste gehört, dass auch Kinder nach einer gewissen Vorbereitung daran teilhaben dürfen, und dass sogar der Wunsch nach einer gemeinsamen Mahlfeier mit den katholischen Glaubensgeschwistern nicht mehr aus der Welt zu

bringen ist, das ist mit Sicherheit auch Ergebnis der Kirchentage von Nürnberg 1969 bis Berlin 2003. Darum freue ich mich auch auf den kommenden Kirchentag und bin gespannt, was er uns bringen wird. Hoffnungszeichen für die Benachteiligten in unserem Land, weitere Schritte in der Ökumene und Ermutigung für die Arbeit in unseren kleiner werdenden Gemeinden stehen ganz oben auf meiner Wunschliste. Wobei ich mich natürlich auch fragen muss: Was bin ich bereit von mir mit in diesen Kirchentag einzubringen? Die Vorbereitungen sind inzwischen in vollem Gange. Doch alles lässt sich nicht planen, schon gar nicht das Wirken von Gottes Geist. Und vieles hängt auch von den beteiligten Menschen ab, nicht zuletzt von uns Hannoveranern. Wir sind die Gastgeberinnen und Gastgeber. Eine nicht ganz leichte, aber sehr schöne Aufgabe. Vielleicht haben Sie ja auch Lust an der einen oder anderen Stelle mitzuarbeiten, wenn wir in den nächsten Wochen und Monaten auf Sie zukommen und Sie um Mithilfe bitten werden.

Manchmal stellt man ja hinterher fest, dass man einen Engel bei sich hatte.

In diesem Sinne, Ihr

Signum Pastor Jörg Haunert
www.evkmr.de
  Region/Kirchentag © 31.08.2004