Filmtreff

"Night on Earth" (FSK 16)

Freitag, 3. September,
21.00 Uhr, Gemeindesaal


Der Film von Jim Jarmusch erzählt Geschichten aus Taxis, die in der Nacht, alle zur selben Zeit, in Los Angeles, New York, Paris, Rom und Helsinki unterwegs sind. Es erwarten Sie Taxifahrten voller Emotionen, mit Tiefgang und hintergründigem Humor. Kommen Sie und steigen Sie mit uns ein bei den Taxifahrern Roberto Benigni, Winona Ryder und Armin Müller-Stahl.
Rolf Wohlfahrt

Secondhand-Basar

der Jakobi-Gemeinde am Sonnabend, dem 2. Oktober, von 14 bis 17 Uhr im Großen Saal des Gemeindehauses, Kl. Hillen 3. Verkauft wird alles rund ums Kind: Kleidung, Spielzeug, Kinderwagen- und Karren, Autositze, Kleinmöbel… Für Kinder gibt die Möglichkeit, gebrauchte Spielsachen, Bücher usw. auf einem Kinderflohmarkt zu verkaufen. Anmeldung unter 52 84 97
Susanne Gerland
Gottesdienste
Gemeindebriefe
Predigten in unserer Gemeinde
Bericht aus dem KV
Ordnung für die Konfirmandenarbeit in der Ev.-luth. Jakobi-Gemeinde Kirchrode
Ordnung für die Konfirmandenarbeit in der Ev.-luth. Jakobi-Gemeinde Kirchrode (Jahrgang 7/8)
Vereinbarung für die Konfirmandenarbeit
Charta Oecumenica

Basar

für Kinderbekleidung, Spielzeug und etc. ...
am 11.September 2010
von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr
im Kindergarten der Ev. Jakobi-Gemeinde
in der Aussiger Wende 31, Kirchrode

Eine Kaffeestube mit Brötchen und Kuchen lädt zur Pause ein.
Ute Neugebauer

Ein neues Gesicht in Ihrer Gemeinde

Haben Sie schon das neue Gesicht in Ihrer Gemeinde entdeckt und sich gefragt, wer das wohl ist? Seit dem 1. September ist das Pfarramt der Jakobi-Gemeinde wieder voll-ständig besetzt, und ich freue mich sehr, ab sofort bei und mit Ihnen als Gemeindepastorin zu leben und zu arbeiten. Schwerpunktmäßig werde ich mit einer Dreiviertelstelle für den Gemeindebezirk II zustän-dig sein.

Mein Name ist Stephanie von Lingen, geboren wurde ich vor 47 Jahren in Osnabrück. Von dort hat mich mein Theologiestudium zunächst nach Münster, danach nach Zürich und schließlich nach Göttingen geführt. Auch beruflich habe ich mittlerweile an so einigen Stationen Halt gemacht. Eindrücklich waren zunächst meine ersten sechs Berufsjahre in Werdum und Neuharlingersiel in Ostfriesland "mit Blick aufs Meer", wo ich mir mit meinem Mann Jan von Lingen eine Pfarrstelle geteilt habe. Meine Arbeitsschwerpunkte waren dort die Arbeit mit jungen Familien und Frauen, besondere Gottesdienstangebote und Veranstaltungen im Rahmen der Urlauberseelsorge sowie die Arbeit als Gehörlosenseelsorgerin und die Organisation des 3. ostfriesischen ökumenischen Kirchentags.

Seit mittlerweile neun Jahren leben wir mit unseren Kindern Moritz, 15 Jahre alt, und Mathilda, 10 Jahre alt, wieder in Hannover. In der Freizeit finden Sie unsere Familie "immer in Bewegung", was nicht zuletzt auch an unserem Cockerspaniel liegt, ansonsten schätzen wir das weit gefächerte kulturelle Angebot in Hannover.

In den vergangenen Jahren hatte ich das große Glück, in verschiedenen übergemeindlichen Arbeitsfeldern unserer Landeskirche tätig sein zu dürfen und Erfahrungen zu sammeln, von denen ich hoffe, sie an der einen oder anderen Stelle für die Arbeit bei Ihnen in Jakobi fruchtbar machen zu können.
So war ich u.a. rund um das Thema Kirche und Schule an der Organisation und Durchführung des Deutschen Evangelischen Kirchentags in Hannover 2005 beteiligt und konnte anschließend meine Arbeit mit Schülerinnen und Schülern als Schulpastorin am Humboldtgymnasium in Linden-Süd fortführen.

In den vergangenen vier Jahren schließlich lagen meine Arbeitsschwerpunkte im Ausbildungsdezernat unserer Landeskirche. Vor allem war ich für die Begleitung, Beratung und Ausbildung der Theologiestudierenden unserer Landeskirche zuständig, ebenso für die Nachwuchswerbung bei Schülerinnen und Schülern und unterschiedliche Aufgaben in der beruflichen Weiterbildung und in der Erwachsenenbildung.

Eines ist mir bei den verschiedenen Aufgaben in den letzten Jahren besonders wichtig geworden: mit den Menschen - auch mit den jüngeren - ins Gespräch darüber zu kommen, wie ihr persönlicher Glaube und Ihre Lebensgeschichte zusammenhängen. Dabei sind mir immer wieder viel Offenheit und Neugier für Glaubensfragen begegnet, die mich bestärkt haben, gerade heute und überall dort von Gott zu reden, wo Menschen ihren Alltag miteinander leben.

Nun bin ich sehr gespannt, Sie und die Jakobi-Gemeinde kennen zu lernen und nach und nach mit Ihnen zu teilen, was Sie in Kirchrode bewegt. Gern möchte ich im Team der Haupt- und Ehrenamtlichen "Kirche" als selbstverständlichen Bestandteil des täglichen Lebens in Kirchrode mitgestalten und Ihnen als Seelsorgerin mit offenem Ohr zur Seite stehen. Zu einem ersten Kennenlernen gibt es schon bald Gelegenheit - bei meiner Einführung am 19. September um 10.00 Uhr mit Gottesdienst und anschließendem Empfang im Gemeindehaus. Ich freue mich auf Sie!
Ihre Stephanie von Lingen

Kompetenzzentrum Demenz

Heinemanhof - ein Beratungs- und Betreuungszentrum stellt sich vor

Das Pflegezentrum Heinemanhof mit 150 Plätzen, davon 105 Plätze im gerontopsychiatrischen Bereich, hat am 20. August 2008 mit Eröffnung des neuen Demenzzentrums seine Türen für zu Hause lebende demente Menschen geöffnet. Inzwischen finden in dem Neubau mit Cafèbetrieb vielfältige Aktivitäten für Demenzerkrankte und ihre Angehörigen statt.
Zu den Angeboten zählen z.B. verschiedene Betreuungsgruppen, die über den zusätzlichen Betreuungsbetrag der Pflegeversicherung finanziert werden können. Diese Gruppen werden dienstags nachmittags, sowie mittwochs und freitags vormittags jeweils für 3 oder 4 Stunden angeboten und beinhalten ein Kaffeetrinken bzw. vormittags ein Mittagessen. Geschulte, ehrenamtliche DemenzhelferInnen betreuen dabei 6 - 8 demenzkranke Gäste und bieten ihnen Gedächtnisspiele, gemeinsames Singen, Spaziergänge oder Themen aus dem Alltagsleben an. Auch das Lachen kommt nicht zu kurz, denn die Gäste sollen sich vor allem wohlfühlen. Ziel ist es, den Betroffenen soziale Einbindung und Förderung sowie den Angehörigen stundenweise Entlastung zu bieten. Als neuestes Projekt startet im Mai eine Gruppe für demenzkranke Männer, um auch deren Bedürfnisse besonders aufgreifen zu können.
Für Betroffene, die das Haus schlecht verlassen können oder die sich in Gruppen nicht wohlfühlen, ist es auch möglich, eine stundenweise Betreuung durch Ehrenamtliche zu Hause zu organisieren. Die Alzheimer Gesellschaft bietet einmal im Monat eine Gesprächsgruppe für Angehörige von demenziell Erkrankten an. Darüber hinaus werden Angehörige umfassend zum Thema Demenz beraten oder können sich in der Mediathek des Demenzzentrums informieren.

Wenn Sie Interesse an den Angeboten haben oder sich engagieren möchten, wenden Sie sich bitte an Cordula Bolz (Koordinatorin), 168 34018

Neue Krabbelgruppe

Ab November möchte ich mit einer neuen Krabbelgruppe für Kinder beginnen, die dann etwa ein Jahr alt sind. Wir selbst wohnen seit dem Frühjahr in Kirchrode und unsere 2. Tochter wird Anfang November ein Jahr alt. Ich würde mich freuen, wenn noch mehr Mütter oder Väter mit ihren Kindern dabei sind. Die Krabbelgruppe findet immer donnerstags von 10 bis 11 Uhr im Gemeindehaus statt. Das erste Treffen ist am 4.11.2010. Kontakt: Familie Schiebel ( 3 53 80 88)

Dank an Pastorin Kleybolte

Seit Anfang April war Pastorin Christine Kleybolte aus Hainholz mit der Unterstützung des Pfarramtes unserer Jakobi-Gemeinde in der durch Urlaub und Stellenwechsel faktisch verlängerten Vakanzzeit beauftragt. Einige Gemeindemitglieder konnten Sie in ihrem Gottesdienst am 18. Juli erleben, andere haben sie anlässlich von Kasualgottesdiensten kennengelernt. Mit dem Dienstantritt unserer neuen Pastorin Stephanie von Lingen endet diese Beauftragung. Pfarramt und Kirchenvorstand danken Pastorin Kleybolte für ihren Dienst und wünschen Ihr und Ihrer Familie alles Gute!
Rolf Wohlfahrt

Unsere Jakobi-Stiftung feiert Geburtstag

Unter dem Motto "Stiften ist menschlich" errichtete im Jahre 2000 die Jakobi-Gemeinde mit Hilfe eines Vermächtnisses eine selbständige Stiftung bürgerlichen Rechts zur ideellen und finanziellen Förderung kirchlicher Aufgaben in ihrem Bereich. Sie wurde von der Landeskirche als kirchliche und vom Land als gemeinnützige Stiftung anerkannt.

In den 10 Jahren ihres Bestehens erfuhr die Jakobi-Stiftung wachsenden Zuspruch in der Gemeinde und Bürgerschaft Kirchrodes. Durch reichliche Spenden und Zustiftungen, durch Vermächtnisse und Erbschaft vieler Förderer und Helfer, denen unser Gemeindeleben am Herzen liegt, verbunden mit tatkräftigem ehrenamtlichem Engagement wuchs der Stiftung bis heute ein beträchtliches Vermögen zu. Dessen stetig steigende Erträge verhalfen zu einem Fördervolumen von bisher über 150.000 €.

Dies ermöglichte eine nachhaltige Förderung zielgerichteter Initiativen Kirchroder Bürger und Gemeindeglieder zur Erhaltung und stetiger Erneuerung des Gemeindelebens. Sie gilt besonderen Projekten, die angesichts der landeskirchlichen Haushaltseinbußen nicht mehr zu finanzieren wären. Bisherige Schwerpunkte waren im diakonischen Bereich vor allem die Arbeit an sozialen Brennpunkten wie dem Familientreff am Spargelacker, der erfolgreiche Aufbau der Kinderchöre, attraktive Unternehmungen für eine aufblühende Jugend- und Konfirmandenarbeit, die stattliche und beliebte Gemeinde-Bücherei und nicht zuletzt auch die Pflege anspruchsvoller Kirchenmusik. Über viele weitere Zuwendungen für Turmglocken bis hin zum Klavier für den Senioren-Tanzkurs wurde regelmäßig im Gemeindebrief berichtet. Vor uns steht überdies eine besondere Herausforderung mit der Haushaltsreduzierung der zweiten Pfarrstelle. Sie wird alle verfügbaren Kräfte, auch die Hilfe der Stiftung beanspruchen, die uns eine dauerhafte Lösung erhoffen lassen.

All dies gibt Anlass, unsere Stiftung zu feiern, zum Dank an alle Förderer und "Täter des Wortes", die zu diesem Erfolg durch ihre Zuwendungen sowie mit Rat und Tat beigetragen haben, und zum Lobe Gottes, der uns mit seinem Segen so reichlich bedacht hat.

Daher sind alle zum Festvortrag von Prof. Dr. von Campenhausen, zum Grußwort von Bürgermeister Dr. Benkler und zum Festkonzert (siehe Seite 1), dieses Mal ohne Kollekte, herzlich eingeladen!
Herbert Claessen

Lebendiger Adventskalender

Liebe Gemeindemitglieder,

es ist kaum zu glauben, aber wir haben schon wieder mit der Planung für den lebendigen Adventskalender angefangen. Seit 7 Jahren existiert er in unseren Gemeinden und erfreut sich von Jahr zu Jahr einer größeren Anhängerschaft.

Deswegen wollen wir auch in diesem Jahr vom 1. bis zum 23. Dezember 2010 an der Tradition festhalten. Dazu suchen wir 23 Gemeindemitglieder, die sich bereit erklären, dieses im Advent täglich wiederkehrende Ereignis um 18 Uhr zu gestalten. Es bedarf dazu nur eines Fensters, das adventlich schön geschmückt wird, Kerzenschein, Musik, Gedichten, vorweihnachtlicher Stimmung und Spaß bei der Gestaltung. Der Fantasie jedes einzelnen steht dabei nichts im Weg, und sollten noch Fragen offen sein, scheuen Sie nicht davor, uns anzurufen. Wir freuen uns über Ihre Anmeldung! Jeder darf mitmachen und ist herzlichst willkommen!

Bitte melden Sie sich bis zum 30.09. bei Christine von der Wense unter 511 988 oder CvdWense@arcor.de!

Ihr Adventskalender-Team
Elisabeth Kortmann,
Gabriele Sewening und
Christine von der Wense

"Wer Christus hat, hat alles und kann alles" - Ein Interview mit Philipp Melanchthon
Herr Melanchthon, Sie sind vor 450 Jahren gestorben. Herzlichen Dank, dass Sie trotzdem für ein Interview zur Verfügung stehen!

Wir sind dazu geboren, uns im Gespräch einander mitzuteilen.

Wie meinen Sie das? Können Sie das näher erläutern?

Die Menschen sollen einander über Gott und die Aufgaben der Ethik unterrichten. Das wechselseitige Gespräch möge in guter Gesinnung erfolgen, d.h. es soll eine wirklich angenehme Auseinandersetzung über diese grundlegenden Dinge sein.

Das hört sich gut an, ist aber z.B. in der Konfirmandenarbeit nicht ganz einfach umzusetzen.

Die Jugend recht bilden ist etwas mehr als Troja erobern.

Höre ich da so etwas wie Resignation oder gar Kapitulation heraus?

Die Jugend in den Schulen vernachlässigen, heißet nichts anderes, als den Frühling aus dem Jahre hinweg nehmen. Wahrhaftig die nehmen den Frühling aus dem Jahre hinweg, welche die Schulen verfallen lassen, weil ohne sie die Religion nicht erhalten werden kann. Und schreckliche Finsternisse werden in der ganzen bürgerlichen Gesellschaft die Folge sein, wenn man das Studium der Wissenschaften vernachlässigt.

Hätte mich auch gewundert, wenn Sie als Lehrer Deutschlands klein beigeben. Worauf würden Sie heute in einer Konfirmandenstunde besonders achten?

Selbst wenn ich mit einer Wasseruhr oder einem Trichter meinen Hörern das für sie Nützliche einflößen könnte, würde ich doch nicht erreichen, dass sie wenigstens so lange still hielten, bis ich eingegossen hätte. Bei uns in der Kirche ist diese Unaufmerksamkeit leider noch viel größer. Und doch kann die Weisheit nicht eingehämmert werden, und nicht dem Verächter, sondern dem Beter wird der Heilige Geist gegeben.
Sie messen den Wissenschaften eine hohe Bedeutung bei. Warum?

Was anderes verschafft dem gesamten Menschengeschlecht größere Vorteile als die Wissenschaften? Keine Kunst, kein Handwerk, wahrhaftig auch kein landwirtschaftliches Produkt, ja sogar nicht einmal die Sonne, die viele für die Urheberin des Lebens gehalten haben, ist in dem Grade notwendig wie die Kenntnis der Wissenschaften.

Weil ohne Recht und Gesetz und ohne Religion weder staatliche Gemeinschaft aufrechterhalten noch Vereinigungen von Menschen zusammengeführt und regiert werden können, würde das Menschengeschlecht nach Art wilder Tiere umherstreifen, wenn die Wissenschaften untergehen. Die Sitten der Völker würden notwendigerweise in Barbarei ausarten, wenn sie nicht durch die Wissenschaften und Frömmigkeit angetrieben und angeleitet werden.

Wir leben im Wissenschaftszeitalter. Trennendes gibt es aber trotz alledem. Beim Ökumenischen Kirchentag in München gab es beispielsweise keine gemeinsame Abendmahlsfeier über die Konfessionsgrenzen hinweg.

Herr, wann wirst du Friede in deinem Reiche schaffen! Man wird sich noch so lange streiten, bis es den Heiden ein Gräuel ist. Da disputieren sie über das Abendmahl, gleich als ob sie in den Himmel gesehen und Jesum gefragt hätten, wie er die Worte "Das ist mein Leib" verstanden habe. Sie werden es doch hier auf Erden nicht ausmachen und es gehört auch wohl nicht für uns Schwache, alles ergrübeln und erforschen zu wollen. Genug, wenn wir nur wissen und glauben, was zu unserm Heile nötig ist. Das übrige macht nur Zank, woran gewiss der Herr keinen Gefallen hat. Ich für meinen Teil werde so gesinnt bleiben und mich nicht versündigen.

Sie sprechen vom Glauben…

Glauben heißt, ohne irgendeine Berücksichtigung irgendwelcher Werke allein auf die göttliche Barmherzigkeit zu vertrauen. Wer Christus hat, hat alles und kann alles.
Das hätte Martin Luther genauso sagen können. Martinus ist viel größer und bewunderungswürdiger, als ich es mit Worten ausdrücken könnte.
Luther hat die wahre und notwendige Lehre wieder an den Tag gebracht. Denen, die über den Zorn Gottes nachdenken und erschrocken sind, hat er den festen Trost für die Seele gezeigt.

Luthers Mühen, sein Glaube, seine Standhaftigkeit und seine weiteren Begabungen sind zu rühmen. Die Reinheit der Lehre hat er standhaft verteidigt und die Gewissen unversehrt gehalten. Ja, wo gibt es den, der ihn gekannt hat und nicht wüsste, wie menschenfreundlich er war, wie liebenswürdig im vertrauten Kreise, wie wenig streitsüchtig oder zänkisch. Er hatte ein Herz ohne Falsch und einen Mund voller Freundlichkeit.

Das haben andere durchaus anders gesehen!

Einige, die nicht zu verachten sind, haben sich beklagt, Luther sei schärfer gewesen, als es ertragbar sei. Ich antworte darauf mit dem, was Erasmus oft gesagt hat: Weil die Krankheiten so groß sind, hat Gott diesem letzten Zeitalter einen scharfen Akzent gegeben.

Kommen wir zurück in unser Zeitalter: Was möchten Sie uns in Kirchrode mit auf den Weg geben? Almosen geben armet nicht - Kirchengehen säumet nicht.

Kurz und bündig. Eine letzte Frage, die auch heute viele Menschen interessiert, Sie müssen das ja wissen: Was kommt nach dem Tod?

Du entkommst den Sünden. Du wirst von Trübsal befreit und von der Wut der Theologen. Du wirst zum Licht gelangen. Du wirst Gott sehen. Du wirst den Sohn Gottes schauen. Du wirst die wundersamen Geheimnisse erfahren, die du in diesem Leben nicht begreifen konntest: nämlich, warum wir geschaffen wurden und wie die beiden Naturen in Christus miteinander verbunden sind.

Herr Melanchthon, ich bedanke mich für dieses Gespräch!
(Die Fragen stellte Rolf Wohlfahrt)

Pfarrhausgeflüster Folge 23

Tiqui-Taca-Land

Während der Fußball-Weltmeisterschaft hatten viele Autofahrer eine Fahne. Gut, wenn die dann am und nicht im Auto war! Eine Deutschlandfahne am Auto kann zwar abgebrochen und angezündet werden, eine selbsternannte "AG Vaterlandsverrat" (häh?) hatte das in einer "politischen Aktion" (soso.) nach eigenem Bekunden "fachgerecht" (aha!) gemacht. Sehr mutig. Problematischer aber, wenn die Fahne im Auto war, weil der Fahrer einen deutschen Sieg etwas zu euphorisch mit euphorisierenden Getränken feierte. Wir in der Kirche wissen: Abstinenz ist die beste Job-Garantie. Spätestens ab 1,54 Promille kann es richtig Ärger geben. Denn Ampeln gibt's fast überall. Und Alkohol am Steuer wird in den allermeisten Fällen nicht als Entschuldigung akzeptiert.

Einige hatten dementsprechend auch keine Fahne, sondern eine Badekappe in den landestypischen Farben am Außenspiegel angebracht. Und echte Profis schmückten den rechten Spiegel noch mit der Badekappe des Partners. Wodurch der natürlich wieder ´ne Fahne brauchte. Außen, wohlgemerkt!

Mein Tipp für das WM-Endspiel ist übrigens voll aufgegangen: Ich hatte prophezeit, dass Brasilien gegen Holland und Spanien spielt. Na ja, fast voll aufgegangen. Konnte ja nicht ahnen, dass Brasilien so früh ausscheidet und darum nur zwei Mannschaften ins Finale kommen.

Es gab bei der WM weitere Überraschungen. So hatte sich die deutsche Nationalelf nach Jahren der Abstinenz entschlossen, endlich mal wieder Fußball zu spielen. Das war wirklich schön anzusehen, und es ist ja auch schon etwas, doppelt so viele Tore wie der Weltmeister zu schießen und Weltmeister der Herzen zu werden! Kurios fand ich allerdings die sechs polnischen Tore, obwohl Polen sich gar nicht für die WM qualifiziert hatte...

Meine Bewunderung gilt den Männern aus dem Tiqui-Taca-Land. Das hat nichts mit Pippi Langstrumpf zu tun, die war im Taka-Tuka-Land, und das ist 'was ganz anderes! "Tiqui-Taca" nennen die Spanier ihr gepflegtes Kurzpassspiel, bei dem der Gegner mindestens tausend Stationen nicht an den Ball kommt, gefühlt also tagelang. "Tiqui-Taca" heißt wohl so etwas wie "Pass-Pass". Das geht dann:

Pass-Pass-Pass-Tor! Wobei ein Tor reicht, weil das gegnerische Team ja ohnehin nie den Ball hat. Deswegen haben die Spanier die letzten vier Spiele alle 1:0 gewonnen. Ein gutes Pferd springt eben nicht höher als es muss. Gut, dass das mal jemand sagt. Soll das Pferd doch wissen.

Seit Mitte Juli ist nun mein Fernseher kaputt! Seit Wochen schon suche ich den richtigen Sender, aber ich kriege die Fußball-WM einfach nicht mehr rein. Wenn das so weiter geht, ziehe ich demnächst vielleicht ins Taka-Tuka-Land, da ist bestimmt besserer Empfang. Und außerdem gibt's da gute Freunde, mathematische Kuriositäten und mit Herrn Nillson, ne, das ist doch der Affe, also, meine Recherche vor und in der Jakobi-Bücherei hat ergeben: mit Kleiner Onkel schon mal ein gutes Pferd. Das braucht man ja zum Fußballspielen.

Sollte ich da wirklich hinfahren, ins ferne Taka-Tuka-Land, dann natürlich mit Fahne. Da aber der Pfarrer auch Fahrer ist, fahre ich ganz bestimmt ganz nüchtern über die (Promille-)Grenze.
Pass-Tor Wohlfahrt