Jakobi-Stiftung:  „..so tue er’s mit Lust“                                    

Jahresbericht 2008

 

„Gibt jemand, so gebe er einfältig. Übt jemand Barmherzigkeit, so tue er’s mit Lust“ schreibt Paulus an die Gemeinde in Rom (12,8). Strenger klingt da unser Namenspatron Jakobus: „Wer das Gute tun kann und es nicht tut, der sündigt.“ (4,17). Da bleibt nun die Frage, was da „Gutes“ getan werden kann. Sie gilt uns allen, aber auch dem Tun unserer Jakobi-Stiftung:

 

Im Sinne ihres Satzungszwecks konnte die Stiftung einen wichtigen Beitrag dazu leisten, eine lebendige Jakobi-Gemeinde und Kirchroder Aktivitäten für ein attraktives Gemeindeleben zu fördern - auch weiter um den Kirchturm herum. Wichtige und wahrnehmbare Gemeindeinitiativen, für die es an Kirchensteuermitteln fehlt, wurden durch die Zuschüsse von Sach- oder Personalkosten angestoßen oder weiterhin ermöglicht. Das gilt etwa für unsere Kirchenmusik, für die erfolgreiche Fortsetzung der Arbeit in der Kinderkantorei, für ermutigende Unternehmungen der Jugend- und Konfirmandenarbeit, ferner für besondere Anschaffungen für den Gottesdienst und die ehrenamtlich wirkende Bücherei der Gemeinde. Gefördert wurde auch das Freiwillige Soziale Jahr eines Gemeindegliedes im Auslandseinsatz bei der Behindertenarbeit, zusammen mit Jugendlichen aus aller Welt.

Im Erfahrungsbericht aus England heißt es: „Ich arbeite derzeit in einem Doppelhaus, in jeder Hälfte leben drei Behinderte. Wir sagen hier allerdings nicht „Behinderte“ sondern „Members“. Es geht um Authisten und das Downsyndrom, um Psychosen und Lernschwierigkeiten. Meine Aufgabe ist es nicht, sie zu pflegen. Solche Aufgaben können sie komplett allein bewältigen Ich übernehme die Rolle eines Mitbewohners und baue freundschaftliche Beziehungen zu ihnen auf. Ich erledige nichts für sie, sondern mit ihnen gemeinsam…Wird diese einjährige Erfahrung mein Leben positiv verändern. Vielleicht werde ich auch derjenige sein, der das Leben andere verändert?“

 

Diese Frage könnte uns alle bewegen, Geber wie Geförderte, Helfer wie Stiftung. Gefragt sind Phantasie und Initiative, Opfer- und Risikobereitschaft. Gewiss bedarf es auch kluger, langfristiger Planung: So zeichnet sich im Zuge aktueller Einschränkungen kirchlicher Haushalts- und Stellenpläne für die Jakobi-Gemeinde die bedeutsame Frage ab: Inwieweit kann die Stiftung die in ihrer bisherigen Ausstattung akut gefährdete zweite Pfarrstelle ermöglichen?

 

Wie ist all dies zu leisten?

Dank des Spendenengagements in unserer Gemeinde und besonders großzügiger Zustiftungen eines treuen Gemeindeglieds hat die Stiftung nicht nur ihren Grundstock erheblich erhöhen können, sondern auch den Umfang der laufenden Förderung. Mit Spenden und Kapitalerträgen konnten im letzten Geschäftsjahr Projekte in Höhe von über 21.000 € bezuschusst und zuzüglich 18.000 € für mehrjährige Projekte, z.B. für Kinderkantorei oder Familientreff, bereitgestellt werden.

 

Die Leitung und Verwaltung durch Stiftungsvorstand und -kuratorium geschieht weiterhin ehrenamtlich, ebenso die Erstellung der Jahresrechnung durch Frau Wirtschaftsprüferin Weiss. Sie attestiert der Stiftung  eine ordnungsmäßige Verwaltung und – trotz des wachsenden Umfanges der Stiftungsaktivitäten – eine Beschränkung der Kosten auf ein Mindestmaß (3,4% d. Fördermittel / 2,4 Promille d. Vermögens). Dies sind vor allem Gebühren für den Stadtkirchenverband, dessen Kapital-Fonds unser Stiftungsvermögen betreut. Freilich beeinträchtigt die konjunkturbedingt sinkende Rendite des Stiftungsvermögens vorerst die Erträge und damit auch spürbar die derzeitigen Fördermöglichkeiten. Dies sollte aber durch weitere Anstrengungen auszugleichen sein. Dabei hilft der Staat durch Steuerbefreiung der Spender. Und die Landeskirche fügt in einer befristeten Sonderaktion allen Zuwendungen „zur Vermögensaufstockung“ zusätzlich ein Drittel als Prämie hinzu. Damit verbindet sich die Hoffnung auf ein verstärktes Engagement in Gemeinde und Bürgerschaft. Fragen und Förderideen von Spendenden und Stiftenden sind willkommen und verhelfen unserem gemeinsamen Jakobi-Stiftungs-Schiff zu guter Fahrt. Machen Sie mit! Entscheidend aber bleibt die Bitte: 

„Der Herr, unser Gott sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände bei uns.“

                                                                                                                                   H. Claessen

 

Jakobi-Stiftung: Kl. Hillen 1, 30559 Hannover / Tel. 514298

Bank: Ev. Kreditgenossenschaft Hannover Ktonr. 618 586 (BLZ 250 607 01)