| Andacht | ||||
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,,Aller Augen warten auf dich, Herr, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.“ (Psalm 145,15) Liebe Leserinnen und Leser, am ersten Sonntag im Oktober feiern wir wie jedes Jahr das Erntedankfest. Der Sommer ist endgültig zu Ende, mitten im Herbst befinden wir uns, die dunkle Jahreszeit kündigt sich an. Für mich ist das Erntedankfest ,,mittendrin“ zwischen hell und dunkel, kalt und warm, fröhlich und traurig. Beeindruckend finde ich, wenn anlässlich von Erntedank unsere Kirche geschmückt wird, wenn die Sinne angesprochen werden: Augen - Ohren - Nase. Im Altarraum liegen Kartoffeln und Äpfel, Stroh und Blumen, es sind Gläser mit selbst gemachter Marmelade und Honig von einem Imker aus unserer Gemeinde zu sehen, ein Strohballen und ein Bund Mohrrüben. Der Duft von Obst, Gemüse und Blumen erfüllt den Kirchraum, wir hören davon, wofür wir dankbar sein können: für unsere Nahrung und für die, die all das hergestellt und produziert haben. Eine große Freude herrscht, wenn die Kinder der Grundschule kommen, um in einem Gottesdienst Erntedank zu feiern. In diesem Jahr hören wir die Geschichte von der Maus ,,Frederick“. Rund um die Wiese steht eine alte Steinmauer, in der eine Familie schwatzhafter Feldmäuse wohnt. Da es bald Winter wird, sammeln sie Körner, Nüsse, Weizen und Stroh. Bis auf einen - Frederick. Frederick bereitet sich anders auf die Winterzeit vor - er ,,sammelt“ die Sonnenstrahlen, die Farben der blauen Kornblumen und roten Mohnblumen und Worte, damit er dies nicht vergisst, wenn es Winter wird. Als der erste Schnee fällt, ziehen sich die Feldmäuse in ihre Wohnung zurück. Zunächst erzählen sie von ihren Erlebnissen im Sommer, essen ihre Vorräte auf und werden dann immer stiller. Da bricht Frederick plötzlich das Schweigen und entdeckt die andere Nahrung wieder: die Sonnenstrahlen, die Farben des Sommers und die Wörter. Und er erzählt mit großer Hingabe, dass heller Hoffnungsschimmer und große Freude die Feldmäuse erfüllt. Am Ende seiner Rede ermuntert er die Feldmäuse, mit ihm zu beten: Wer hat die Sonne denn gemacht, den Mond und all die Sterne? Wer hat den Baum hervorgebracht, die Blumen nah und ferne? Wer schuf die Tiere, groß und klein? Wer gab auch mir das Leben? Das tat der liebe Gott allein. Drum will ich Dank ihm geben.
Pastor Andreas Anke
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