Frank Niemann
Über die Mitte meines Glaubens

Also aus meiner Sicht: Es ist ein besonderes Kreuz: Kein senkrechter Balken, kein Querholz, alles ist aufgegliedert, angeordnet. Verschiedene Elemente dessen, was im Neuen Testament von der Kreuzigung erzählt wird, sind aufgenommen und sichtbar gemacht. Starker Anknüpfungspunkt - in der Zeitung stand schon davon zu lesen, und auch im Gespräch mit Herrn Schomerus ist mir das ganz deutlich geworden - senkrecht, in der Mitte, da wo üblicherweise ein Balken ist, ist nichts bzw. ein Riss.

Gesamtansicht des Kreuzes

Im Neuen Testament wird erzählt, dass in dem Moment, als Jesus am Kreuz stirbt, der Vorhang im Tempel zerreißt. Wo ein Vorhang zerreißt, wird nicht nur etwas zerstört, sondern positiv gesagt wird der Blick frei auf etwas, das der Vorhang verdeckt hat. In der Sprache des Neuen Testamentes: Der Blick auf das Allerheiligste im jüdischen Tempel in Jerusalem, der Blick auf Gott wird frei. Der Blick auf Gott wird frei in dem gekreuzigten Menschen Jesus, der das Antlitz Gottes trägt. Als der Vorhang zerreißt, wird klar, wer da gekreuzigt wird, und ebenso wen oder was die Menschen repräsentieren, die dabei stehen. Auch das ist in diesem Kreuz eingefangen.
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