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Die doppelte Pfarrwahl von 1665
Im Jahre 1627 war der damalige Pastor aus Grasdorf weggezogen. Wegen zu geringer Einkünfte blieb die Pfarrstelle unbesetzt und wurde von Wartienstedt aus mitvesorgt. Im Februar 1665 verstarb der Pastor Anton Böse aus Wartjenstedt. Dieser Anlass wurde genutzt, um die Pfarrstelle in Grasdorf neu zu besetzten.
Zwei Kandidaten bewarben sich um diese Pfarrstelle. Justus Böse, ein Vewandter von Anton Böse und Franziskus Böhme, der seinerzeit Hauslehrer beim Herrn von Steinberg war. Franziskus Böhme hatte in Grasdorf bereits vertretungsweise Gottesdienst gehalten. Die Sympathien der Grasdorfer waren geteilt, wobei Justus Böse vermutlich durch die Pastorswitwe, die beiden Müller, den Gastwirt und den drei größten Bauern die stärkste Unterstützung hatte.
Justus Böse wurde also als Pastor gewählt. Diese Wahl aber fochten seine Gegner an. Ein neuer Wahlgang wurde organisiert. Das Ergebnis war eine Mehrheit für Franziskus Böhme. Die Verwirrung war perfekt, zumal die Wahlberechtigung einiger Beteiligten unklar war.
Der heikelste Punkt in dieser Angelegenheit war offensichtlich das Geld. Justus Böse soll vor der Wahl 20 Taler als Zuschuss zum neuen Pfarrhaus versprochen, aber nichts bezahlt haben. Der Franziskus Böhme soll den Grasdorfern ebenfalls eine große Summe in Aussicht gestellt haben.
Die ev. Kirchenregierung in Hildesheim urteilte im Jahr 1665. Der Justus Böse ist gültig gewählt.
Im April 1666 wurde Justus Böse als Pastor in Grasdorf eingeführt und ist dann 50 Jahre hier als Pastor tätig gewesen.



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