
Die Evangelische Jugend St. Georg, Bad Salzdetfurth hat den "Global March" als Anlaß genommen, sich mit dem Thema Kinderarbeit auseinanderzusetzen.
Als Ergebnis und Höhepunkt der Aktion wurde ein Info- und Aktionsstand am 24. April 1998 zur Marktzeit auf dem Georgsplatz in Bad Salzdetfurth organisiert.
Wir hatten verschiedene Stellwände mit Informationen zum Thema Kinderarbeit vorbereitet.


Diese Daumenabdrücke sind mit einer Unterschrift zu vergleichen. Viele von Kinderarbeit betroffene Kinder können weder schreiben noch lesen. So unterschreiben Sie, auch wenn sie einmal erwachsen sind, ihre Verträge und Dokumente mit einem Daumenabdruck.

Die gesammelten Daumenabdrücke werden am 13. Mai in Hannover an den Marsch übergeben, der auf seinem Weg nach Genf durch Deutschland kommt.

Manche Leute reagierten allerdings sehr skeptisch, als wir sie ansprachen.
In Pakistan verlassen Jahr für Jahr rund 40 Millionen Fußbälle die Region. Das sind 80% der Weltproduktion.
Rund 25000 Kinder nähen allein in der Stadt Sialkot - der Fußballproduktionsstadt überhaupt - Fußbälle. Sie sind zwischen 4 und 15 Jahren alt.
Ein Kind schafft am Tag 2 bis 3 Fußbälle. Für 9 Stunden Arbeit am Tag kriegt es dann 2,70 DM (90 Pfennige pro Ball). In Europa werden die Bälle allerdings für 40 bis 160 DM verkauft.
Die Arbeitsbedingungen in den Firmen sind katastrophal. Die bekanntesten Markenhersteller lassen in Pakistan produzieren.
Jeder dort produzierte Ball wird mit dem offiziellen Segen des Fußball-Weltverbandes, der FIFA, zugelassen und geprüft.
Die meisten Kinder müssen wegen der Schuldknechtschaft in diesen Firmen arbeiten, d.h. sie müssen die Schulden ihrer Eltern/Familien abarbeiten, die sich von Generation zu Generation "weitervererben".
Bei unserem Torwandschießen gab es als Preis einen garantiert nicht in Kinderarbeit gefertigten Fußball zu gewinnen, der uns von der gepa zur Verfügung gestellt wurde.

Unser Müllberg war etwas klein und gebrannt hat er auch nicht, aber er war ja auch nur symbolisch gemeint.

Bei einer Tasse fair gehandeltem Kaffee oder Tee boten wir ein Video über das Leben der Müllkinder an. Die Plätze unter unserem Pavillion waren immer gut besetzt.


In Indien arbeiten rund 300.000 Kinder in der Teppichindustrie. Sie sitzen oft 14 bis 16 Stunden am Tag in dunklen, schlecht belüfteten Räumen am Knüpfstuhl. Sie erleiden z.B. durch einseitige Sitzhaltung, hohe Konzentration von Wollfasern in der Luft und mangelnde Ernährung schwere Gesundheitsschäden. Wie die meisten Kinderarbeiter und -arbeiterinnen können Sie keine Schule besuchen und finden so später als Erwachsene - wenn überhaupt - nur schlecht bezahlte Arbeitsplätze.
Wir holten den damals gebauten Knüpfstuhl wieder hervor, an dem die Passanten das Teppichknüpfen hautnah erleben und selbst ausprobieren konnten.


Es ist gar nicht so einfach, einen großen Teppich fertig zu stellen, unser Teppich ist an diesem Nachmittag nur ca. 1 cm "gewachsen".

Hier sind noch mal (fast) alle zu sehen, die bei dieser Aktion mitgemacht haben.

Falls Ihr ähnliche Aktionen durchgeführt habt bzw. plant, mailt uns doch mal an.
| Bilder | Carsten Meyer |
| HTML | Jörg Neelen |
| Texte |
Ilona Wewers Jörg Neelen Ev. Jugend Bad Salzdetfurth |