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Predigt

von Dietmar Vogt, Pastor St. Georg, Bad Salzdetfurth

Liebe Konfirmanden und Konfirmandinnen, liebe Eltern und liebe Gemeinde, vier Wochen lang haben wir uns in den Konfirmandenstunden auf den heutigen Gottesdienst vorbereitet.

Über Äthiopien war da immer wieder die Rede, und ein paar von Euch haben diese große Karte gemalt. Die Flagge und die Symbole, die jetzt alle hier hängen, wurden fertiggestellt, und Stück für Stück entstanden die Texte, die Ihr heute vorgelesen habt. Anspiele, die wir gleich noch sehen werden, habt Ihr Euch ausgedacht und geprobt. Die Fotowand musste beklebt und betitelt werden, und nachdem alle Aufgaben verteilt worden waren, gab es in der letzten Stunde noch die Generalprobe, wo ja auch noch ein paar Lieder geübt wurden.

Viel Arbeit liegt da also hinter Euch und ich denke zuerst einmal: Es hat sich gelohnt. Wer heute aufgepasst hat, weiß nämlich, wie es um die Menschen in Äthiopien bestellt ist. Aber worauf kommt es nun eigentlich an, wenn man einen solchen Gottesdienst wie heute vorbereitet hat. Was ist das Ziel von all dem?

Vielleicht könntet Ihr Konfirmanden und Konfirmandinnen nach der wochenlangen Vorbereitung dieses Ziel jetzt eindeutig benennen, denn das ist ja klar: Da gibt es 'Brot für die Welt' und das ist ein Hilfsorganisation, der man vertrauen kann. Diese Organisation möchte gerne Menschen in Äthiopien helfen, und da besonders dem Volk der Afar, das dringend Beratung in Gesundheitsfragen braucht, wo Hebammen hingesandt werden müssen und wo dringend Lesen und Schreiben gelehrt werden muss, denn weit über 90% der Afar können das nicht. Dazu soll unser Geld, das wir heute sammeln helfen.

Aber warum ist das so wichtig: Geld sammeln, um anderen zu helfen? Ihr und vielleicht auch Sie mögen jetzt vielleicht denken: Das ist eine dumme Frage, denn dass Menschen anderen helfen, das ist doch irgendwie selbstverständlich, und sicherlich ist das richtig: Aber wir feiern dieses Gottesdienst nun heute in der Kirche, wo es um Gott und den Glauben geht, und natürlich ist es auch für Christen wichtig zu helfen. Nur Christen helfen nicht nur deshalb weil das irgendwie selbstverständlich ist, sondern Christen tun das auch, weil sie an Gott glauben.

Schon der heutigen Gottesdienst hat das übrigens deutlich gesagt, denn Menschen, die glauben, handeln in einer ganz bestimmten Weise. Jessica hat das Euch und Ihnen vorhin vorgelesen: Erinnert Ihr Euch und erinnern Sie sich: "Gebt den Hungrigen zu essen", hieß es da und: "Wer Notleidenden hilft, dessen Leben wird hell sein".

Wer anderen Menschen hilft, dem ist also auch von Gott her viel versprochen. Aber das beschränkt sich nun nicht einfach nur darauf, dass wir als Christen einfach nur Gutes tun, sondern, wenn man Gutes tut, dann soll das auch einen gewissen Zweck haben. So haben alle diesjährigen Brot für die Welt' - Projekte die Überschrift: Auf eignen Füßen stehen. Ihr habt das vorhin schon gesagt und dazu diesen Fuß hier (zeigen) an die Äthiopienkarte geheftet. Wenn Christen helfen, dann soll das also - das sagt diese Überschrift - den Zweck haben, dass andere Menschen auf eigenen Füßen stehen können, und das heißt für die Menschen in Äthiopien, sie sollen selbstständiger werden.

Man soll also - aus christlichen Hintergrund - nicht nur einfach Geld, Geld und nochmals Geld geben oder Hilfe, Hilfe und immer wieder Hilfe leisten, sondern man sollte auch dafür sorgen, dass wenn Geld und Hilfe nicht mehr fließen, doch etwas in Gang gesetzt wurde, was bleibt. Ziel christlichen Handelns soll es also sein, zu helfen, dass Menschen selbstständiger werden und auf eigenen Füßen stehen können.

Auch die Bibel erzählt übrigens eine solche Geschichte, wo Jesus einem Menschen hilft wieder auf eigenen Füßen zu stehen. Es ist eine Heilungsgeschichte, die eigentlich zeigen will, dass Jesus Macht hat, Sünden zu vergeben. Aber in ihr wird eben auch jemand auf die eignen Füße gestellt. Deshalb hören Sie und hört Ihr selbst, was da im Matthäusevangelium von Jesus erzählt wird: Dort heißt es:

"Jesus stieg wieder ins Boot, fuhr über den See zurück und ging in seine Stadt. Dort brachten einige Männer einen Gelähmten auf seiner Matte zu ihm. Als Jesus sah, wieviel Vertrauen sie zu ihm hatten, sagte er zu dem Gelähmten: "Hab' keine Angst! Deine Schuld ist dir vergeben!" Da dachten einige Gesetzeslehrer: "Dieser Mann lästert Gott!" Jesus wusste sofort, was sie dachten, und sagte: "Warum habt ihr so böse Gedanken? Was ist leichter zu sagen: 'Deine Schuld ist dir vergeben' oder: 'Steh auf und geh!' Aber ihr sollt sehen, dass der Menschensohn auf der Erde das Recht hat, Schuld zu vergeben." Und er sagte zu dem Gelähmten: "Steh auf, nimm deine Matte und geh nach Hause!" Und der Mann stand auf und ging. Als die Leute das sahen, erschraken sie und lobten Gott, dass er den Menschen solche Macht gegeben hat.

Wenn Christen handeln, dann tun sie das also weil sie Jesus folgen, der sagt: 'Steh auf und geh!' und sie helfen somit, dass Menschen auf eignen Füßen stehen: So sagt es das Motto von 'Brot für die Welt'. Worauf es beim christlichen Handeln ankommt, kann man übrigens auch singen: Wir wollen das jetzt einmal ausprobieren. Auf dem Liederzettel ist das passenden Lied: Steh auf, bewege dich!

Steh auf bewege dich!

Pastor Vogt und Diakonin Wewers spielen Gitarre

Menschen zu helfen auf eignen Füßen zu stehen, darauf kommt es also an, wenn Christen helfen. Nur wie kann das gehen, wenn man an die Menschen in Äthiopien denkt, wo im Volk der Afar die Gesundheit verbessert werden muss , wo durch Hebammen geholfen werden soll, damit es weniger Komplikationen bei Geburten gibt und wo Lehrer gebraucht werden, damit Menschen lesen und schreiben lernen. Ihr habt in den Konfirmandenstunden ein paar Anspiele entworfen und geprobt, die zeigen, welche Schritte nötig sind, damit die Menschen in Äthiopien auf eigenen Füßen stehen. Zuerst einmal müssen die Stammesführer davon überzeugt werden, dass Hilfe nötig ist. Wir wollen jetzt sehen, wie das gehen kann. Dazu kommen Dustin und Sebastian nach vorne. Sie spielen ein Gespräch zwischen der Hilfsorganisation und den Stammesführern. Sie sollen überzeugt werden, dass ihr Volk nur dann stark ist, wenn es auf eignen Füßen stehen kann. Nachdem wir das Anspiel gesehen haben, soll das, worauf es ankommt, noch einmal gesungen werden: Steh auf bewege dich!

Anspiel und Lied

Aber nicht nur die Stammeshäuptlinge müssen von der Notwendigkeit von Gesundheitshelfern, Hebammen und Lehrern überzeugt werden, damit ihr Volk auf eigenen Füßen stehen kann. Auch die Mütter z.B. müssen erkennen, dass Medizin wirklich helfen kann. Auch das habt Ihr als Anspiel vorbereitet. Lara und Kirsten stellen uns vor, wie eine solche Überzeugungsarbeit geleitet werden könnte. Auch danach wollen wir das, worauf es ankommt wieder singend festhalten: Steh auf, bewege dich!

Anspiel und Lied.

Konfirmanden beim Anspiel

Es bliebe nur noch die Schule oder das Erlernen von Lesen und Schreiben. Auch hier gilt es in Äthiopien Überzeugungsarbeit zu leisten, damit das Volk der Afar auf eigenen Füßen stehen kann. Diese Überzeugungsarbeit zeigen uns Dennis und Dennis. So jedenfalls könnte man sie sich vorstellen und auch hier soll es nach dem Anspiel noch einmal zu hören sein, worauf es eigentlich ankommt:

Steh auf, bewege dich!

Anspiel und Lied

Mit Ihren Spenden, die wir im ganzen jetzt beginnenden Kirchenjahr sammeln werden, soll also Überzeugungsarbeit geleistet werden, damit in Äthiopien ein neues Selbstbewusstsein wächst. Denn nur wenn auch das Volk der Afar mehr über Gesundheit weiß, Hebammen helfen können und Lehrer Lesen und Schreiben unterrichten, wird es möglich sein, das dies Menschen dort auf eignen Füßen stehen können. 'Und unser Anteil?', mag man jetzt zum Schluss noch fragen: 'Was können wir hier und heute dazu beitragen, dass in Äthiopien Menschen auf eignen Füßen stehen?' Auch dies werden wir vorgespielt bekommen und zwar von Florian und Andre. Sie spielen einen Konfirmanden und einen Gottesdienstbesucher, und da es auch hier letztendlich wieder auf die Botschaft ankommt: Steh auf, bewege dich, soll dieses Lied auch nach diesem Anspiele noch einmal gesungen werden.

Anspiel und Lied

Jesus sagt: 'Steh auf, nimm deine Matte und geh!' Damit verhalf er einem Menschen dazu, auf eigenen Füßen zu stehen. Brot für Welt sagt: Es kommt darauf an, auf eigenen Füßen zu stehen und damit ist wirklich ein christliches Handeln beschrieben, das Gott auch bei uns finden möchte, denn Gott will, dass Menschen auf eigenen Füßen stehen können, und genau dazu können wir viel beitragen: beginnen also auch wir, stehen auch wir auf, bewegen wir uns, damit Menschen in Äthiopien auf eignen Füßen stehen können. Amen

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.

Fürbittengebet

Konfirmanden am Altar

Guter Gott,

in diesem Gottesdienst
haben wir an Menschen in Äthiopien gedacht.
Sie brauchen Hilfe.
So bitten wir dich heute am 1. Advent
besonders für die Menschen in Äthiopien,
die nicht lesen und schreiben können:
Sende Ihnen
- auch mit unserer finanziellen Hilfe -
Lehrer und Lehrerinnen,
die ihnen lesen und schreiben beibringen
Gott wir bitten dich: Erhöre uns!
Wir denken an die Menschen,
die in Äthiopien an Aids leiden und bitten dich:
Schenke ihnen eine höhere Lebenserwartung und hilf
durch eine bessere gesundheitliche Aufklärung
Menschen vor diesem Schicksal zu bewahren.
Gott wir bitten dich: Erhöre uns!

Für die Frauen in Äthiopien bitten wir dich Gott:
Hilf Ihnen ihre Lasten zu tragen.
Schenke besonders ihnen eine bessere Ausbildung
und da, wo es Probleme
bei Schwangerschaft und Geburt gibt
sende Ihnen - auch mit unserer finanziellen Hilfe -
Hebammen, die beraten und helfen können.
Gott wir bitten dich: Erhöre uns!

Guter Gott, wir denken aber auch an uns hier und heute in diesem Gottesdienst
und bitten dich für die Menschen, die überlegen,
ob sie Brot für die Welt unterstützen möchten:
Mach ihnen bewusst, dass auch sie selbst einmal
auf Hilfe angewiesen sein könnten,
und lass sie einen Sinn darin sehen zu helfen,
damit andere Menschen auf eigenen Füßen stehen können.
Gott wir bitten dich: Erhöre uns!

Wir bitten dich, Gott,

aber auch für diejenigen mitten unter uns,
die traurig einsam und allein sind.
Tröste du diese Menschen
und schenke ihnen Freunde,
die ihnen zeigen, dass sie nicht allein sind.
Führe sie zu Menschen, die helfen und trösten können.
Darum bitten wir dich gemeinsam mit den Worten:

Vater unser im Himmel...

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