Sekundarstufe II

Kälte, Tod und HoffnungsbilderHermann Buß Friedhof
(Computer-) Projekt um ein Bild vom ostfriesischen Künstler Hermann Buß

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Von Gerhard Wittkugel
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1. Sehen und Assoziieren

"Kalt sieht es aus, und irgendwie tot. Der Baum abgesägt, die Grabsteine angenagt. Wieso gehen die Menschen in die Kirche? Ist es Weihnachten und sie suchen drinnen Wärme in der alten Geschichte vom kleinen Kind in der Krippe? Aber dann würden die nicht so in einer Reihe gehen, vielleicht ist es ja eine Beerdigung. Suchen die Menschen dann auch Wärme, finden die da Trost?"
Angestoßen von einem  Angebot des rpi Loccum haben meine Oberstufenschüler zunächst ganz viel assoziiert und hingeschaut, (das Bild ließ sich leicht mit dem Beamer an die Wand projizieren). Der alte Schuppen z.B. ganz rechts im Bild, erzählte ihnen von harter Arbeit in der Landwirtschaft, von Sensen und alten Eggen, auch vom Aufgeben und von Kraftlosigkeit. Und immer wieder das Kalte, Abgeschnittene: „Die Holzreste vorne, die sehen aus wie Knochen!“  Dann schließlich ein Stück Hoffnung: „Der Schmetterling da, auf dem Sockel in der Mitte, der ist ganz schön klein aber klasse: Vielleicht gibt es ja ein ganz anderes neues Leben, wenn wir hier nichts mehr reißen können, wenn Abschied sich kalt zwischen uns schiebt.“




Hermann Buß, Friedhof, 1997, Öl/Leinwand.

Ein Friedhof
düster und leer
Tod

Ein Baum
abgeschlagen
kein Leben mehr

Ein Mensch
gekreuzigt
Retter für alle

Eine Kirche
voller Menschen
Freude

Weihnachten

Lena Holzmüller
 
2. Bild bearbeiten, Texte schreiben

In einen zweiten Schritt haben die SchülerInnen selbst gestaltet: Die meisten von ihnen entschieden sich, das Bild im Computer zu bearbeiten und da war ihnen die Zielrichtung schnell klar: Der Rasen sollte grün werden,  auf den Gräbern sollten Kinder spielen.
Andere haben Gedichte geschrieben über Abschied, Vergessen werden, Tod, Rettung und Liebe.
Das "Spielen" mit den Bildbearbeitungsprogrammen, das "Herumarbeiten" in einem Kunstwerk hat vielen einfach Spaß gemacht. Interessant war dann aber, dass der "Spaß" plötzlich Bedeutung bekam: Da suchte einer im Internet einen Schößling, um ihn per Mausklick in den abgesägten Baumstamm zu pflanzen. So begann das Gespräch: "Wie ist das, kann aus Tod etwas Neues wachsen?"

3. Ergebnisse reflektieren


Was haben wir dargestellt durch unsere Überarbeitungen? Sind wir vor der Härte und vor dem Tod geflüchtet oder ist das unser Verständnis vom Tod: Die Kinder spielen auf den alten Gräben - Tod ist nicht so sehr bedrohliches Ende, sondern Grund für das Leben. Wie sehen wir das, wenn wir selber "dran glauben müssen"? Glauben wir dann noch dran? Und immer wieder die Sehnsucht nach Leben, nach Überdauern, nach Liebe oder zumindest Anerkennung über den Tod hinaus.
Die Gespräche darüber - anhand der eigenen Gestaltungen - das war wirklich Religionsunterricht!
Dank an die Idee aus Loccum und an Hermann Buß, dass er sein Bild zur Verfügung gestellt hat!


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"Den Tod fotografieren"
Eine Ausstellung von SchülerInnen in der ARO
In einer Projektwoche haben Oberstufen-SchülerInnen der IGS Aurich-West sich mit Fotoapparat und Videokamera  dem Tod genähert. Herausgekommen sind Bilder, die Fragen stellen und die Akzente setzen. Angedeutet wird auch die Veränderung des Todesverständnisses im Lauf der Zeit und die verbreitete Verdrängung der sichersten Bedingung, die es für unser Leben gibt: es ist endlich.
Zur Ausstellungseröffnung hoffen wir die inzwischen studierenden jungen Leute für Performance und Aktion zu gewinnen!
Start der Ausstellung:  Oktober 2004