A: elementare Erfahrung
B: Evangelium, gute Nachricht
C: Gemeinschaftserfahrung
Diese Abfolge bestimmt auch das Pfingsterleben der Jünger Jesu: Elementare Geisterfahrung und das Bewußtsein der Nähe des Auferstandenen setzt in ihnen die Kraft frei, diesen „zu verkünden", zu predigen und damit die gute Nachricht weiterzusagen, was zu dem überwältigendes Ergebnis der Taufe von 3000 Menschen führt, welche sich somit zur Gemeinschaft mit Jesus und den Aposteln bekennen.
Der Teil A der Unterrichtsreihe war der ganzheitlichen Erfahrung und Erarbeitung der Elemente Feuer, Wasser und Luft vorbehalten. Bevor die Kinder sich inhaltlich mit dem Kern der Unterrichtseinheit, der Pfingstgeschichte, auseinandersetzten, sollten sie sich mit allen Sinnen auf ihren gesamten Anspielungshorizont einlassen. So wurden im Vorfeld, noch ehe die biblische Geschichte im Mittelpunkt stand, zentrale Aspekte, Symbolik und Sprache ganzheitlich an Stationen zum Thema Wind, Feuer und Wasser erarbeitet.
Der Teil B war der Kern der Unterrichtseinheit. Ziel dieses Teilabschnitts sollte es vor allem sein, daß die Kinder sich intensiv mit der Pfingstgeschichte auseinandersetzten. So gestalteten sie in Gruppen vier riesige Bilder zu der Pfingstgeschichte, die sie im Gottesdienst zeigten und den dazu passenden Teil der Geschichte vortrugen.
Im Teil C ging es um die Konsequenzen
aus dem Pfingstgeschehen, seiner Bedeutung und Weiterführung und um
den Bezug zu uns, zu den Kindern. Dabei stand vor allem die Gemeinschaftserfahrung,
die die Menschen machten und immer wieder machen können, wenn sie
sich dem Heiligen Geist öffnen, im Mittelpunkt. Diese Erfahrung machen
die Bewohner des Viertellandes, als ihnen ein Licht aufgeht und sie ihre
Grenzen überschreiten. Ihr Leben wird buchstäblich bunt, es wird
ein Fest, weil sie Gemeinschaft haben. Dies konnten die Kinder im Spiel
nachvollziehen und auf diese Weise Parallelen zum Pfingstereignis ziehen.
Den Abschluß der Einheit bildete
dann der Schulgottesdienst, den die Klassen 2 c und 2 a gemeinsam gestalteten.
Der große Tag ist da.
Ich habe am Nachmittag vorher die ,"Bühne" vorbereitet. An der Wand der Pausenhalle kleben die Ergebnisse unserer Stationsarbeit zum Thema Wind, Wasser, Feuer. Daneben hängt ein großes Plakat mit dem Gebet „Geist Gottes, Atem des Lebens". Unter den Bildern steht eine Turnbank, davor ist ein großes Viereck freigelassen, in dem die Klasse 2 a das Viertellandspiel vorführen kann. Aus der Klasse 2 a kommen die Kinder in der Farbe gekleidet, die sie im Viertellandspiel verkörpern. Alle sind freudig erregt und gespannt, ich auch. Nun kommen nacheinander die anderen Kinder mit ihren Stühlen, nehmen Platz. Sie haben alle ihre Einladungskarten mit einem Freundschaftsbändchen daran mitgebracht. Die Kollegen erzählten mir hinterher, diese Karte hätte die Kinder sehr persönlich angesprochen und motiviert.
Die Flötengruppe beginnt mit ,,Danke für diesen guten Morgen". Das Lied ist den meisten Kindern bekannt und so erschallt ein schöner Chor von Stimmen. Dann begrüße ich alle Teilnehmer des ersten Pfingstgottesdienstes der Schule.
Die Kinder aus der 2 c lesen nun in Abschnitten die Pfingstgeschichte vor und halten die dazu gestalteten Plakate hoch. Die anderen sind neugierig und interessiert.
Ich bin gerührt über den
Stolz, mit dem die Kinder ihre Arbeit vorstellen und ihre Erkenntnisse
weitergeben. Keiner hat sich davor gefürchtet, vor der ganzen Schule
zu stehen. Gut war, daß nur die Kinder lesen mußten, die das
auch wollten, dennoch waren die anderen nicht nur „Bildhalter". Sie stellten
ja ebenfalls eine ihnen wichtige Arbeit, ein ungewöhnlich gelungenes
Werk vor - ihre Bilder.
Zum Abschluß beten wir gemeinsam ein Gebärdengebet und singen, von Akkordeon und Gitarre begleitet „Unser Leben sei ein Fest".