Ein vom PTI der Kirche im Rheinland
herausgegebenes Arbeitsbuch mit Gottesdienstvorschlägen für das
Kirchenjahr, für typische Anlässe wie Einschulung, Reformation
und für davon unabhängige Feiern, die einzelne Symbole (z.B.
Hände) oder die Stille ins Zentrum stellen.
Alle Gottesdienstentwürfe wollen
die Kinder als mithandelnde kreative Menschen in die Feier hineinnehmen;
ihr Vergnügen am Spielen, am Tanzen wird ebenso ernstgenommen wie
ihre Fähigkeit zum Stillwerden und ernsthaftem Denken.
Um das zu ermöglichen, sind die
Gottesdienste „vom Eingangslied bis zur Segensformel durchkomponiert",
bieten sozusagen eine didaktisch konzipierte Erlebnismöglichkeit vor
Gott.
Zu jedem Gottesdienst gehört
eine meditative, erzählende Mitte, die in Liedern, Szenen, Aktionen,
Gebeten usw. ihre Entfaltung und Beantwortung findet.
Der Projektgruppe „Schulgottesdienst"
- u.a. mit Dietrich Steinwede - ist es in diesem Heft gelungen, viele sehr
schöne Ideen mit einer festen, sinnstiftenden Grundstruktur zu verbinden,
es bietet für Interessierte eine Fülle von Material und Anregungen
zum Weiterdenken.
Kopiervorlagen für Einladungen
und Liedzettel sowie einige Folien für die Gottesdienste runden die
gute Nutzbarkeit dieses Buches ab.
Mein persönliches Prädikat:
sehr zu empfehlen!
E. Goßmann, R. Bäcker:
"Schulgottesdienst",
Gerd Mohn, Gütersloh, 1992
Wer sich etwas grundsätzlicher
mit der Frage nach Schulgottesdiensten und dem Zusammenwirken zwischen
Schule und Gemeinde beschäftigen möchte, dem sei dieses Buch
empfohlen. Wer mit einem Team versuchen möchte, mehr und mehr die
Lebenswirklichkeit der SchülerInnen, ihre Hoffnungen, Fröhlichkeiten
und Ängste in den Gottesdiensten vorkommen zu lassen, dem/der sei
es sogar richtig „ans Herz" gelegt. Die AutorInnen gehen immer wieder von
konkreten Erfahrungen aus, um von verschiedenen Seiten den Entstehungsprozeß
von Gottesdiensten zu beschreiben. Probleme und Schwierigkeiten („Mir fällt
nichts mehr ein!" oder „Soll ich etwa öffentlich über Glauben
reden?") werden bewußt und damit fruchtbar für Auseinandersetzung
mit und für die Gestaltung von Gottesdiensten gemacht.
Dabei geht des den AutorInnen nicht
um perfektes Entertainment, sondern um die ernsthafte Aufnahme dessen,
was die SchülerInnen bewegt und interessiert.
„Wenn die Kinder selbst mit ihrer
Lebenslust und Neugier, mit ihren Sorgen und Ängsten im Schulgottesdienst
vorkommen sollen, wird sich die Zielrichtung der Vorbereitenden verändern.
Sie werden sich weniger unter dem Druck sehen, immer neue methodische Feuerwerke
zu inszenieren, um den Gottesdienst attraktiver zu machen. Vielmehr geht
es ihnen darum, die Kinder und ihre Lebenswelten noch besser einzubeziehen."
(S. 96f)
Dieses Buch enthält keine ausformulierten
Gottesdienstentwürfe und trotzdem eine Fülle von Anregungen und
Ideen.
Vor allem aber macht es Mut, sich
auf den Weg der gemeinsamen Vorbereitung und der Auseinandersetzung über
das, „was anliegt" zu machen.
„Der Schulgottesdienst als ein Modell
gelungener Nachbarschaft von Schule und Gemeinde: Man kann nur wünschen,
daß er wieder dazu wird - um der SchülerInnen willen, daß
sie wieder Orientierungen finden ... und um der Gemeinde willen, damit
sie wieder 'menschenfreundlicher' und 'lebens-freundlicher' wird. (Aus
dem Vorwort von Ulrich Becker).
Stimmt.
Die Arbeitshilfe richte sich an Religionslehrer in der Sekundarstufe II und in den Berufsbildenden Schulen. Das Heft ist auf dem Hintergrund von Erfahrungen im RU und mit Schulgottesdiensten entstanden, die von Schülern und Lehrern dieser Schulformen vorbereitet und durchgeführt wurden.
Diese Arbeitshilfe dokumentiert nicht
nur eine Reihe von Beispielen verschiedener Gottesdienste, sondern bietet
auch einige theologische Überlegungen zum Thema Schulgottesdienst.
Die Bedingungen, die bei der Vorbereitung und Durchführung solcher
Gottesdienste berücktsichtigt werden sollten, werden didaktisch reflektiert.
Methodisch werden wertvolle Tips gegeben.
Einige Stichworte:
-Schulgottesdienste geben Schülern
die Möglichkeiten, sich als Gemeinde zu erleben.
-Vorbereitung und Durchführung
von Schulgottesdiensten ermöglicht ganzheitliches Lernen.
-Schulgottesdienste machen für
alle Beteiligten „Identität und Spiritualität" erfahrbar.
-Der Musik kommt bei Vorbereitung
und Durchführung der Gottesdienste eine große Bedeutung zu.
Großen Wert legen die Autoren
darauf, daß der Schulgottesdienst nicht ein Angebot der Religionslehrer
und Schulpastoren bleibt, sondern als eine „Veranstaltung der ganzen Schule"
verstanden wird.
An konkreten Beispielen werden Gottesdienste
zu verschiedenen jahreszeitlichen wie auch schulischen Anlässen vorgestellt
und das mit allen Texten, den Noten, der Lieder und allen Handlungen. Für
alle, die sich an ein solches Unternehmen heranwagen wollen, werden wertvolle
Tips gegeben. Besonders interessant für mich war die vorgestellte
Gottesdienstform der „Frühschicht" am Ende der Arbeithilfe. Die „Frühschicht"
als gottesdienstliche Form könnte den schulischen Alltag bereichern
und nicht nur ein gottesdienstliches Highlight darstellen wie andererSchulgottesdienste.
Die Arbeitshilfe Nr. 7 stellt m.E.
wertvolle Anregungen zur Verfügung und motiviert, es mit Schulgottesdiensten
auch einmal zu versuchen.
Frisch ausgepackt ist dieser Band mit 24 ausgearbeiteten Gottesdienstvorschlägen und Materialien. Titel wie „Ich wollt' ich wär' ein Huhn", oder „Haltestellen" machen neugierig auf diese ökumenischen Entwürfe. Manchen ist vielleicht der Stil zu kirchlich, aber Ideen und Material sind gut und lassen sich leicht dem eigenen Umfeld adaptieren. Allein der Gedanke, z.B. ein Haltestellenschild in die Mitte zu stellen, gibt der eigenen Gottesdienstplanung vielleicht ja schon den nötigen „kick".