Arbeit mit Literatur

Bilderbücher
Literatur für die Arbeit mit Vorschul- und Grundschulkindern


---------------------------------
Von Friedrich-August Schaefer
---------------------------------

Vergleich von Bilderbüchern

Ein Unterrichtsvorschlag für SozialpädagogenInnen  und ErzieherInnen in der Ausbildung sowie Hinweise zu  Bilderbüchern für die Arbeit mit Vor- und Grundschulkindern.

Verschiedene Bilderbücher werden verteilt und in Gruppen bearbeitet.
Leitfragen für die Gruppen:
1.Welche Geschichte erzählt das Buch? Spricht sie uns an oder stört uns etwas?
2. Welchen Eindruck machen auf uns die Bilder?
3. Sind Bilder und Erzählung kindgemäß?
4. Wie wird die Trauerarbeit geschildert? Kann das Buch dabei helfen und tröstlich wirken?
5. Wie bearbeitet das Buch die Frage von Leben nach dem Tod und was meinen wir dazu?
6. Können wir das Buch in einer Kindergruppe einsetzen - in welchem Alter, zu welcher Zeit, in welcher Form?
Im Plenum werden vor allem die Ergebnisse zu den Fragen 4 bis 6 vorbetragen und miteinander verglichen.
Büchervorschläge zum Thema Trauerarbeit:

• Friedrich Karl Barth, Dorota Wünsch, Himbeermarmelade, Wuppertal 2003.
Ein Kind  erlebt den Tod eines Großonkels und die Beerdigung mit und erhält einfache Antworten auf seine Fragen.
• Angela Sommer-Bodenburg, The Tjong King, Julia bei den Lebenslichtern, München 1989.
Julia trauert um den Tod ihrer Oma, und fühlt sich in ihrer Trauer von den Erwachsenen nicht recht verstanden. Auf dem Friedhof hat sie eine seltsame Begegnung: Ein Kind zeigt ihr den See der Lebenslichter. Sie fühlt sich in ihrem Schmerz und ihrer Liebe für die Oma verstanden.
• Chitra Gajadin, Helen Ong, Amal und der Brief des Königs, Stuttgart 1996.
Ein indischer Junge ist krank und darf das Haus nicht verlassen und spricht mit verschiedenen Besuchern. Er träumt von einem fernen Land und einem Brief, den ihm der König schreiben wird. Er stirbt glücklich in der Hoffnung, das der König selbst zu ihm kommt.
• Ulf Stark, Anna Höglund, Kannst du pfeifen Johanna? Hamburg 1994.
Zwei Kinder suchen einen Großvater und finden in einem Altenheim einen alten Mann, der gerne ein Großvater sein will. Sie erleben viel gemeinsam bis dann der Abschied kommt und die Beerdigung durchgestanden werden will.
• Georg Essen, Renate Schuler, Von Tod und Auferstehung den Kindern erzählt,  Kevelaer 1999.
Am Grab der Oma erzählt die Mutter von Jesu Leben und Sterben und von dem Glauben an die Auferweckung.
Opas Engel
• Marit Kaldhol, Wenche Oeyen, Abschied von Rune, München 1987.
Unfalltod eines Kindes, eindrucksvolle Bilder.
• Susan Varley, Leb wohl, lieber Dachs, München 1992.
Sterben des alten Dachses und Trauer der Tiere um ihn.
• Jutta Bauer, Opas Engel, Hamburg 2001.
Opa berichtet aus seinem Leben und die Bilder zeigen, dass ihn immer ein Schutzengel begleitet hat. Zum Schluss stirbt der Opa und sein Engel kommt nun zu dem kleinen Jungen.
• Regine Schindler, Hilde Heyduck, Huth,  Pele und das neue Leben, Lahr 1988.
Peles Freund stirbt und die Mutter tröstet ihn mit dem Hinweis auf ein neues Leben bei Gott. Samenkörner werden zum Vergleich herangezogen.
• Monica Gydal, Thoma Danielsson, Oles Großvater stirbt, Hamburg 1979.
Ole erlebt viel mit seinem Großvater bis hin zum Abschiednehmen.

Soweit die Auswahl. Diese Liste ist nicht abschließend. Möglich ist auch manch´ anderes Bilderbuch zum Thema. Verwiesen sei auch auf M. Plieths Untersuchung zu Kinderbüchern. Kind und Tod, Kap. 6. - vergl. die Rezension unten!

Literatur zum Thema


Martina Plieth:  Kind und Tod, Zum Umgang mit kindlichen Schreckensvorstellungen und Hoffnungsbildern.  Neukirchen 2002.


Sich von Kindern an die Hand nehmen lassen, sich von ihnen führen lassen in die Welt ihrer Ängste und Hoffnungen, das ist der Ansatz dieses umfassenden Werkes. Er wird durchgehalten von der Einstiegsgeschichte - Tod des Opas - am Anfang bis zu den Kinderzeichnungen im Anhang. Ausgehend von einer Untersuchung, was Bilder für Kinder bedeuten, werden kindliche Schreckensvisionen und Hoffnungsbilder nachgezeichnet und mit biblischen Todesimaginationen verglichen. Entwicklungstypische Vorstellungen vom Tod werden verdeutlicht. Dann werden grundlegende Konzeptionen zum Verständnis der kindlichen Trauerarbeit bearbeitet: z.B. von E.Kübler-Ross oder Y.Spiegel (Phasenmodelle).
Nach einer kritischen Analyse von Kinderbüchern werden Folgerungen für die pädagogische Arbeit und praktisch-theologische Bemühungen um Kinder diskutiert.
Sicher eignet sich das Buch nicht zum schnellen Einstieg in das Thema wie manche Beratungsbücher für Eltern versprechen, als wissenschaftliches Werk verlangt es intensives Studium. Aber wenn man Grundlegendes sucht, wird man bei diesem oder jenem Teilaspekt doch bald fündig.



Jenseitsvorstellungen in Religionen und Weltanschauungen: Hilfen zum Vergleichen für die Sek. I und Sek. II bieten zwei Themenhefte.

Was kommt nach dem Tod. In: "in Religion",   Aachen, Heft 2/1998.
Ausgehend von Todesanzeigen wird in diesem Heft vor allem Unterrichtsmaterial für die Sekundarstufe I angeboten über Jenseitsvorstellungen im Christentum (Himmel und Hölle, Gericht, Auferstehung), es folgen Bilder und Texte aus dem Koran, dem antiken Griechenland, der Bantu-Religion aus Afrika sowie dem Buddhismus, Hinduismus und aus dem alten Ägypten.
Eine noch umfassendere Materialsammlung (für Sek. II) bietet das im folgenden vorgestellte Heft:

Reinkarnation, Das Missverständnis der zweiten Chance, In: "Religion betrifft uns", Aachen,  Heft 5/1999.
Die Religion Indiens wird breit dargestellt (Das Karma-Gesetz), dann folgen Texte zur Idee der Reinkarnation im Westen, z.B. von  Platon, Gnosis, Lessing, Goethe, Steiner und New Age. Breiten Raum nimmt auch die Konfrontation mit der biblischen  Auferstehungshoffnung ein.
Wer zu diesen beiden Heften greift, spart sich die Suche in Lexika und Religionsbüchern und hat eine breite Auswahl, um den Unterricht nach eigenen Schwerpunkten zu gestalten.



Katja Stengel: Wenn das Leben zu Ende geht, Begegnung von Kindern  mit  dem Tod als Teil des  Lebens, Eine UE  für die 3.- 6. Jahrgangsstufe.  PTI,  Bad  Godesberg 1999.

Die Verfasserin möchte, "dass die Kinder in einer Atmosphäre, die geprägt sein soll von Geborgenheit, Verständnis, Ehrlichkeit und Zuversicht,  auf Zeiten der Trauer vorbereitet werden - indem wir ins Gespräch kommen, Fragen begegnen, Texte gemeinsam lesen und verarbeiten, Bilder betrachten, Riten kennen lernen, Angebote des Glaubens erfahren, Schmerzen zulassen und diese miteinander teilen sowie Hilfen mit auf den Weg bekommen, Trauer zu bewältigen." Nach dem Einstieg "Mein Lebensweg" wird intensiv bearbeitet: "Worüber ich traurig bin". Dann wird Krankheit und Sterben eines alten Mannes anhand von Geschichten bearbeitet, ein Friedhofsbesuch wird durchgeführt und ausgewertet. Von Hoffnungsbildern auf Grabsteinen wird übergeleitet zu Jenseitsbildern der Kinder und zu biblischen Aussagen aus Röm. 8 und der Emmausgeschichte. Als Hauptgedanke der Auferstehungshoffnung wird herausgestellt: Geborgenheit in Gottes Liebe. Sehr hilfreich für die eigene Unterrichtsvorbereitung sind für mich bei der Darstellung zu jeder Stunde die Überlegungen zur Sache, die didaktisch-methodischen Überlegungen und die Medienanalyse. Am lohnendesten sind vor allem die klar aufgebauten Arbeitsblätter.



Corinna Hirschberg: Wie Kinder trauern, Kinder in ihrer Trauer begleiten. Hg.: Diakonisches Werk der EKD, Stuttgart  2003

Wenn Kinder dem Tod begegnen, sind sie auf Erwachsene und ihren Beistand angewiesen. Das Heft "Wie Kinder trauern" will Erwachsenen helfen, diese Aufgabe an zu gehen. Dazu werden Phasen des Trauerns bei Kindern beschrieben und besonders intensiv die Todesvorstellungen in den einzelnen Altersstufen und wie Erwachsene darauf eingehen können.  Gesondert wird eingegangen auf den Tod eines Bruders, einer Schwester und die Teilnahme von Kindern bei Beerdigungen.
Sehr praktische, umsetzbare Hilfen werden gegeben, sich angemessen zu verhalten.
Auch Hinweise auf biblische Geschichten, Medien, Bilderbücher und Literatur für Eltern fehlen nicht. Hilfreich sind sicher auch die Adressen von Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen, die unter gegebenen Umständen hinzugezogen werden können. Die Weitergabe dieses Heftes an betroffene Eltern und LehrerInnen ist sehr zu empfehlen (nicht nur des geringen Preises wegen).

Rezensionen (4): Friedrich-August Schaefer 


 

 <--Zurück!