Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat auf die Öffnung der Kirche von England für Bischöfinnen mit Freude reagiert. Sie sei "gespannt auf die erste Kollegin in der Kirche von England, andernorts gibt es ja bereits anglikanische Bischöfinnen", sagte die Bischöfin der mit mehr als drei Millionen Mitgliedern größten evangelischen Landeskirche in Deutschland am Dienstag dem epd. Käßmann: "Nach meiner persönlichen Erfahrung wächst mit der Präsenz von Frauen im bischöflichen Amt schlicht auch die Akzeptanz."
Nach sehr emotionaler Debatte hat die Kirche von England Frauen den Zugang zum Bischofsamt ermöglicht. Die anglikanische Generalsynode habe zugleich gegen die Einführung von Parallelstrukturen mit eigenen Priestern und Bischöfen für die Gemeinden gestimmt, die keine weiblichen Bischöfe akzeptieren, berichteten britische Medien am Dienstag.
"Ich freue mich sehr über die Entscheidung der Generalsynode", sagte Käßmann. Ihre eigene lutherische Kirche sehe ja erklärtermaßen keine theologischen Gründe, die gegen die Ordination von Frauen und damit auch ihre Berufung ins bischöfliche Amt sprechen. "Sehr oft spielen bei der Ablehnung nicht-theologische Faktoren eine dominante Rolle", sagte Käßmann.
Im Bereich des Lutherischen Weltbundes gebe es inzwischen einige Frauen im bischöflichen Amt und in den Landeskirchen seien Pastorinnen längst Normalität, unterstrich Käßmann: "Das wäre ja auch vor 50 Jahren kaum vorstellbar gewesen." 1999 wurde Margot Käßmann zur Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers gewählt. Weltweit erste lutherische Bischöfin wurde 1992 die Hamburgerin Maria Jepsen.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1944/08.07.08)
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Evangelische Frauen begrüßen Beschluss zu Bischöfinnen
Hannover (epd). Der Dachverband Evangelischer Frauen in Deutschland hat die Öffnung der Kirche von England für weibliche Bischöfe begrüßt. "Ich freue mich über den Beschluss und finde ihn theologisch wie aus frauenpolitischer Sicht völlig konsequent und logisch", sagte die Verbandsvorsitzende Brunhilde Raiser am Dienstag in Hannover dem epd. Da es eine Weihe von Frauen zu Priesterinnen gibt, gebe es aus theologischer Sicht keinen Grund, Frauen das Bischofsamt zu verweigern.
Das Bischofsamt bedeute zwar mehr Verantwortung, fügte die evangelische Theologin Raiser hinzu. Es sei aber kein "theologischer Qualitätssprung, der Frauen vorenthalten werden kann". Die Bibel gehe von der Ebenbildlichkeit von Frau und Mann vor Gott aus, und auch das Apostelamt sei von Frauen und Männern ausgeübt worden, sagte Raiser, die auch Vorsitzende des Deutschen Frauenrates ist.
Zu möglichen Belastungen für die Ökumene, etwa zwischen Anglikanern auf der einen und Orthodoxen und Katholiken auf der anderen Seite, sagte
Raiser: "Um der Ökumene willen kann ich meine eigenen Entscheidungen nicht zurückstellen." In der Ökumene seien Brücken, aber keine Selbstverleugnung nötig. Jede einzelne Kirche müsse sich für ihren Weg entscheiden und für das, was zu ihrem Profil und Ihrem Selbstverständnis gehört.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1945/08.07.08)
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