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Uhlhorn im Gespräch mit Politikern: Was damals bei Kirchenleuten selten war: Uhlhorn lud zur Diskussion mit den Sozialdemokraten ein und sorgte dafür, dass auch sie Kirchenvorsteher und Synodale werden konnten. "Bei ruhiger Erwägung kann man nicht sagen, dass das sozialistische Prinzip an sich und jeder möglichen Verwirklichung dem Christentum widerspricht." Hier liege manches "was dem Christentum entschieden näher steht, als der Kapitalismus der Gegenwart". Damit baute Uhlhorn Brücken zur Sozialdemokratie. Heute sind die Gegensätze zwischen Kirche und Sozialisten längst abgebaut. In der direkten politischen Diskussion blieb Uhlhorn allerdings zurückhaltend. Denn letztlich hat die Kirche keine andere Aufgabe, "als das Wort zu predigen und die Sakramente zu verwalten." Zur Predigt gehört auch die Erinnerung an die ethischen Grundsätze, die sich aus dem Evangelium ergeben. So muss die Kirche Position beziehen: "Den Arbeitgebern hat sie aus Gottes Wort zu bezeugen, dass es Sünde ist, seinen Nächsten zu selbstsüchtigen Zwecken auszubeuten; sie hat ... zu erinnern, dass jeder Besitz anvertrautes Gut ist, dem die Pflicht anhaftet, es zum gemeinen Besten zu verwenden." Die konkrete Anwendung solcher Grundsätze bleibt Sache der einzelnen Christen. In der politischen Diskussion darüber haben Theologen nur eine Stimme unter anderen. Schließlich kann die Kirche solche Fragen nicht allein lösen. "Wie die Produktion und Konsumtion geregelt werden soll, das lasse ich die bestimmen, die Gott dazu gesetzt hat." Ob Uhlhorn hier an Fachleute dachte oder an eine breite demokratische Diskussion, lässt sich nicht entscheiden. Aber die Kirche muss sich an diesem Gespräch beteiligen: "Weil das Christentum die Liebe verkündet, braucht der Sozialismus dieses Gegenüber. Ohne Liebe kann ein auf Egoismus beruhendes Wirtschaftssystem nicht überwunden werden". |
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